Ein Vergleich der gewünschten und der tatsächlichen Sichtweise der Öffentlichkeit auf die EU-Kommission in Zeiten der Krise.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Was ist Öffentlichkeit?
2. Wie will die Kommission gesehen werden?
3. Wie wird die Kommission gesehen?
3.1. Methoden: Inhaltsanalyse
3.1.1. Festlegung der Art des Analysematerials
3.1.2. Auswahl der Stichprobe
3.1.3. Vorgehensweise
3.2. Agenda Setting
3.3. Frequenz und Valenz
3.3.1. Frequenz
3.3.2. Valenz
4. Abschlußbemerkungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der öffentlichen Wahrnehmung der EU-Kommission in österreichischen Printmedien im Vergleich zur intendierten Selbstdarstellung der Institution. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob das durch die Kommission vermittelte Selbstbild in der medialen Berichterstattung Gehör findet oder ob andere Themenkontexte dominieren.
- Analyse der offiziellen Selbstdarstellung der EU-Kommission durch Informationsmaterial.
- Untersuchung der Frequenz und thematischen Schwerpunkte der medialen EU-Berichterstattung.
- Bewertung der Valenz (positiv/negativ) der medialen Darstellung der Kommission.
- Überprüfung der Wirksamkeit von Agenda-Setting-Strategien der EU-Institutionen gegenüber nationalen Medien.
- Gegenüberstellung von Institutioneller Kommunikation und medialer Wirklichkeitskonstruktion.
Auszug aus dem Buch
3.2. Agenda Setting
Wie erfolgreich ist die EU-Kommssion im „Agenda setting“, also darin, den Medien Themen vorzugeben? Frühere Analysen ähnlicher Art zeigen ein eindeutiges Bild:
"Publizistik- und kommunikationswissenschaftliche Forschungsarbeiten, insbesondere in Form inhaltsanalytischer Vergleiche zwischen politischen Verlautbarungen und Berichterstattung, zeigen (...) unzweifelhaft, daß Öffentlichkeitsarbeit zur entscheidenden Determinante politischer Berichterstattung geworden ist. Sie bestimmt (...) sowohl die Themen als auch das Timing der Berichterstattung."28
Das führt in weiterer Folge unter Umständen dazu, daß nur mehr mediengerechte "Sprechblasenpolitik" gemacht und auf der anderen Seite "Statement-Journalismus" praktiziert wird. Ist dies auch in Bezug auf die EU-Kommission und österreichische Medien zutreffend? Werden die Aktivitäten und Publikationen der Kommission wahr- und wichtig genommen?
Eine Durchsicht der täglichen Pressemitteilungen der EU-Kommission im Vergleich mit dem Themenkontext der untersuchten Publikationen der österreichischen Presse bringt ein eher überraschendes Ergebnis: Es gibt hier kaum Überschneidungen. Die Pressemitteilungen werden scheinbar völlig ignoriert. Auch bei Themenübereinstimmung liegt die Vermutung nahe, daß die offiziellen EU-Aussendungen nicht als Quelle für die Berichterstattung gedient haben.
Hier würde ein EU-weiter Vergleich Aufschluß darüber geben, ob sich nationale Medien generell mehr um nationale Autoritäten kümmern als um EU-Institutionen, oder ob Österreich hier einen Ausnahmefall darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Öffentlichkeit ein und definiert den exemplarischen Fokus auf die Medien-Öffentlichkeit sowie die Politikvermittlung der EU-Kommission.
2. Wie will die Kommission gesehen werden?: Hier wird die angestrebte Selbstdarstellung der EU-Kommission analysiert, basierend auf Informationsmaterialien und Internetauftritten, wobei Schwerpunkte wie Bürgernähe und Unparteilichkeit hervorgehoben werden.
3. Wie wird die Kommission gesehen?: In diesem empirischen Hauptteil wird mittels Inhaltsanalyse die tatsächliche mediale Berichterstattung in österreichischen Printmedien untersucht, wobei Methoden, Frequenz, Agenda-Setting und die Bewertung (Valenz) im Fokus stehen.
4. Abschlußbemerkungen: Das Fazit stellt die Diskrepanz fest, dass die EU-Kommission ihr angestrebtes Image der Transparenz und Bürgernähe in den Medien kaum etablieren kann, da dort negative Narrative überwiegen.
Schlüsselwörter
EU-Kommission, Öffentlichkeit, Medienanalyse, Inhaltsanalyse, Politikvermittlung, Selbstdarstellung, Agenda Setting, Frequenzanalyse, Valenzanalyse, Printmedien, Europäische Union, Politische Kommunikation, Bürgernähe, Medienwirklichkeit, Österreichische Presse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Differenz zwischen der geplanten Selbstdarstellung der EU-Kommission und der tatsächlichen Berichterstattung in österreichischen Printmedien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt Themen wie das Agenda Setting politischer Akteure, die mediale Konstruktion von Realität sowie die spezifische Wahrnehmung der EU-Kommission als Institution.
Welches primäre Ziel verfolgt die Analyse?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob die PR-Arbeit der EU-Kommission in der Lage ist, die mediale Berichterstattung in Österreich zu beeinflussen oder ob andere, oft negative Themen dominieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine inhaltsanalytische Methode verwendet, die eine qualitative Textdurchsicht, eine Frequenzanalyse sowie eine Valenzanalyse der Texte umfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Selbstdarstellung der Kommission (Kapitel 2) und die empirische Inhaltsanalyse der österreichischen Presse inklusive Agenda-Setting-Fragen (Kapitel 3).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienanalyse, Politische Kommunikation, EU-Kommission, Agenda Setting und Valenzanalyse beschreiben.
Wie nimmt die Presse die Kommission laut der Studie wahr?
Die Wahrnehmung ist überwiegend negativ; die Kommission wird in den untersuchten Medien oft mit Begriffen wie Skandalen, bürokratischer Belastung und Freunderlwirtschaft assoziiert.
Warum spielt das Thema "Agenda Setting" in der Arbeit eine so große Rolle?
Das Agenda Setting ist entscheidend, um zu belegen, ob offizielle Presseaussendungen der EU-Kommission tatsächlich als Grundlage für die journalistische Berichterstattung dienen oder von den Medien ignoriert werden.
- Quote paper
- Karin Lederer (Author), 1999, Die Perzeption der EU-Kommission in der Öffentlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47430