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Die Konstruktion des 'Deutschen' als Gegenpol zum 'Jüdischen'

Título: Die Konstruktion des 'Deutschen' als Gegenpol zum 'Jüdischen'

Trabajo Escrito , 1999 , 13 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Karin Lederer (Autor)

Política - Otros temas de política internacional
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Die Entstehung der deutschen Nation kann als die Erfindung einer deutschen Nation und gleichzeitig auch als die haltlose Konstruktion des dazugehörigen „Volkes“ bezeichnet werden. Hauptsächlich soll es hier darum gehen, daß Antisemitismus/Judenfeindschaft konstitutiv für den deutschen Nationalismus war und ist und auch nach der Shoa untrennbar damit verbunden ist. Wenn vielleicht manche Aspekte von Nationalismus nicht ihrer Bedeutung entsprechend abgehandelt sein mögen, so liegt das daran, daß Nationalismus an sich kein spezifisch deutsches Phänomen ist und hier in der Kürze hauptsächlich auf Spezifika des deutschen Nationalismus und der deutschen Nation eingegangen werden kann. Eine solche Besonderheit ist Antisemitismus, den es zwar auch woanders gegeben hat und gibt, aber zur Shoa hat er eben in Deutschland geführt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Erfindung eines „deutschen Volkes“

1) Genealogischer Mythos - „ius sanguini“

2) Demokratischer / plebiszitärer Mythos der Nation - „ius soli“

Einschub: Verflechtung der Nation mit der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung

Moderner Antisemitismus

Nach 1945

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion der deutschen Nation und des dazugehörigen „Volkes“ als einen Prozess, in dem Antisemitismus konstitutiv für den deutschen Nationalismus war und bleibt. Dabei wird analysiert, wie durch verschiedene Mythenbildungen – insbesondere den genealogischen sowie den demokratisch-plebiszitären Mythos – ein Identitätskonstrukt geschaffen wurde, das sich in Abgrenzung zu äußeren Feindbildern und gegen eine jüdische Minderheit formierte.

  • Die Erfindung des „deutschen Volkes“ im 19. Jahrhundert
  • Unterscheidung zwischen dem genealogischen Mythos (ius sanguini) und dem demokratischen Mythos (ius soli)
  • Die systematische Verflechtung von Nationalismus und Antisemitismus
  • Die Rolle des Kapitalismus bei der Konstruktion nationaler Identität
  • Die Persistenz völkisch-nationalistischer Denkformen über 1945 hinaus

Auszug aus dem Buch

1) Genealogischer Mythos - „ius sanguini“

Die Romantik stellte die Kategorien zur Verfügung, die für den Blut-und-Boden-Mythos konstitutiv waren: organisches Denken, anti-aufklärerischer Gestus (Die historische Entwicklung gilt als naturgemäß, ein eigener Gestaltungsanspruch wird den Menschen abgesprochen), Gefühl kommt vor Verstand, die Gemeinschaft zählt mehr als das Individuum („Wir-Gefühl“), die Erhebung eines „Volksgeistes“ zum in der Geschichte handelnden Subjekt.

Generell wird von biologistischen Prämissen ausgegangen. Hegel verwendet die Metapher von der Nation als großer Familie. Das „Volk“ als Überfamilie wird somit zum Träger der Nation.

Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn und Jakob Fries waren neben anderen die Wortführer eines solchen „natürlichen Volksbegriffs“. Arndt schrieb 1813 (in zweifelhaftem Deutsch) „Über Volkshaß“: „Ich will den Haß, festen und bleibenden Haß der Teutschen gegen die Welschen und gegen ihr Wesen, weil mir die jämmerliche Äfferei und Zwitterei mißfällt, wodurch unsere Herrlichkeit entartet und verstümpert und unsere Macht und Ehre den Fremden als Raub hingeworfen ward; ich will den Haß, brennenden und blutigen Haß, weil die Fremden laut ausrufen, sie seien unsere Sieger und Herren von Rechts wegen, und weil wir das nicht leiden dürfen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die These ein, dass Antisemitismus ein konstitutiver Bestandteil des deutschen Nationalismus ist und bleibt.

Die Erfindung eines „deutschen Volkes“: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung eines völkischen Identitätsbewusstseins im Zuge der Napoleonischen Kriege und den Verlust demokratisch-revolutionärer Impulse.

1) Genealogischer Mythos - „ius sanguini“: Hier wird die romantische und biologistische Herleitung der Nation als Abstammungsgemeinschaft analysiert.

2) Demokratischer / plebiszitärer Mythos der Nation - „ius soli“: Das Kapitel betrachtet die Theorie der Nation als Willenszusammenschluss und dessen inhärente Probleme.

Einschub: Verflechtung der Nation mit der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung: Hier wird der Zusammenhang zwischen nationaler Identität und ökonomischer Herrschaftssicherung beleuchtet.

Moderner Antisemitismus: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von traditionellem Antijudaismus zu einem rassistischen Antisemitismus, der den Kapitalismus biologisiert.

Nach 1945: Die abschließenden Ausführungen befassen sich mit der Kontinuität antisemitischer Denkformen und Identitätskonstruktionen trotz des Zusammenbruchs des Nationalsozialismus.

Schlüsselwörter

Nationalismus, Antisemitismus, deutsches Volk, ius sanguini, ius soli, Nationalmythos, Shoa, Rassenlehre, Kapitalismus, Identitätskonstrukt, völkisch, Emanzipation, Antijudaismus, Rassismus, Nation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und Entwicklung des deutschen Nationalismus und arbeitet dessen untrennbare Verbindung zum Antisemitismus heraus.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Mythenbildung der Nation, die Rolle der Romantik, der Antisemitismus als konstitutives Merkmal der deutschen Identität und die ökonomischen Hintergründe des Nationalismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass der deutsche Nationalismus nicht ohne die Konstruktion eines „Gegenpols“ zum „Jüdischen“ existieren kann und diese Strukturen bis in die Gegenwart fortwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, um die Konstruktion von Mythen und Ideologien im politischen Kontext historisch zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des genealogischen und plebiszitären Mythenverständnisses, die ökonomische Einbettung der Nation sowie die Entwicklung des modernen, rassistischen Antisemitismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nation, Nationalismus, Antisemitismus, ius sanguini, ius soli, Identität, Volk und Kontinuität.

Warum bezieht sich der Autor explizit auf den „ius sanguini“?

Der Autor nutzt diesen Begriff, um die in Deutschland vorherrschende, auf Abstammung basierende exklusive Definition von Nationalität und „Volkszugehörigkeit“ zu kritisieren.

Wie bewertet die Arbeit die Zeit nach 1945?

Der Autor vertritt die Auffassung, dass trotz internationaler Ächtung der Rassenideologie tiefsitzende völkisch-antisemitische Denkmuster im Identitätsverständnis der deutschen Mehrheitsgesellschaft ungebrochen fortbestehen.

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Detalles

Título
Die Konstruktion des 'Deutschen' als Gegenpol zum 'Jüdischen'
Universidad
University of Vienna  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Nation und Nationalismus: Entstehung, Entwicklung, Denkformen und Handlungsmuster am Beispiel Deutschlands
Calificación
1
Autor
Karin Lederer (Autor)
Año de publicación
1999
Páginas
13
No. de catálogo
V47434
ISBN (Ebook)
9783638443852
ISBN (Libro)
9783640163571
Idioma
Alemán
Etiqueta
Konstruktion Deutschen Gegenpol Jüdischen Nation Nationalismus Entstehung Entwicklung Denkformen Handlungsmuster Beispiel Deutschlands
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Karin Lederer (Autor), 1999, Die Konstruktion des 'Deutschen' als Gegenpol zum 'Jüdischen', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47434
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