Neurobiologisch hat das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom seine Ursache in einer Funktionsstörung des Stirnhirns und einiger Nervenzentren, mit denen das Stirnhirn in Verbindung steht.
Das Stirnhirn stabilisiert die Konzentration, das Verhalten, die Fein- und Grobmotorik, die emotionale Steuerung und die Fähigkeit, Außenreize zu filtern. Es außerdem verantwortlich für die Verhaltens- und Impulskontrolle und für die Wahrnehmungsverarbeitung.
Die Funktionsstörung äußert sich auf Neurotransmitterebene.
Neurotransmitter sind Botenstoffe, die die Hirntätigkeit erst ermöglichen, wie z.B. Dopamin, Katecholamin, Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin u.v.a. Welche Substanz hierbei vorwiegend betroffen ist und das gestörte Gleichgewicht im Zusammenspiel der verschiedenen Botenstoffe bedingt, entscheidet, ob das Kind hypo- oder hyperaktiv ist. Beides sind also zwei verschiedene Seiten ein und derselben Veranlagung.
Helga Simchen trifft hierfür in ihrem Buch “ADS-Unkonzentriert, verträumt, zu langsam und viele Fehler im Diktat” folgende Unterscheidung:
Eine Störung des Dopamin-Noradrenalin-Systems führt zu Hyperaktivität.
Eine zusätzliche Störung im Serotonin-Noradrenalinstoffwechsel führt zur Hypoaktivität.
Jedoch warnt sie auch davor, diese These zu verallgemeinern, da über die genauen Ursachen noch immer ein großer Forschungsbedarf besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Das hypoactive Kind- was ist das für ein Kind?
1.1 Ursachen
1.2 Diagnostik
1.3 Symptome
2. Therapie des ADS mit Hypoaktivität (und Hyperaktivität)
2.1 Medikamentöse Therapie
2.2 Familientherapie
2.3 Psychotherapie
2.4 Verhaltenstherapie
2.4.1 Training der Daueraufmerksamkeit und Konzentration
2.4.2 Training der Grob-, Feinmotorik und Körperkoordination
2.4.3 Training bei Wahrnehmungsstörungen
2.5 Alternative Methoden
2.5.1 Diät
2.5.2 Kinesiologie
2.5.3 Akupunktur
2.5.4 Bachblüten
3. Schluss/ Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Diagnostik und den verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei hypoaktiven Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) auseinander, um aufzuzeigen, wie betroffene Kinder im Alltag unterstützt werden können.
- Neurobiologische und psychologische Ursachen von ADS
- Kriterien für eine fachgerechte Diagnostik
- Vergleich medikamentöser versus psychotherapeutischer Ansätze
- Bedeutung der Verhaltenstherapie und ganzheitlicher Trainingsprogramme
- Kritische Reflexion alternativer Behandlungsmethoden
Auszug aus dem Buch
1.1 Ursache
Neurobiologisch hat das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom seine Ursache in einer Funktionsstörung des Stirnhirns und einiger Nervenzentren, mit denen das Stirnhirn in Verbindung steht.
Das Stirnhirn stabilisiert die Konzentration, das Verhalten, die Fein- und Grobmotorik, die emotionale Steuerung und die Fähigkeit, Außenreize zu filtern. Es außerdem verantwortlich für die Verhaltens- und Impulskontrolle und für die Wahrnehmungsverarbeitung.
Die Funktionsstörung äußert sich auf Neurotransmitterebene. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die die Hirntätigkeit erst ermöglichen, wie z.B. Dopamin, Katecholamin, Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin u.v.a. Welche Substanz hierbei vorwiegend betroffen ist und das gestörte Gleichgewicht im Zusammenspiel der verschiedenen Botenstoffe bedingt, entscheidet, ob das Kind hypo- oder hyperaktiv ist. Beides sind also zwei verschiedene Seiten ein und derselben Veranlagung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das hypoactive Kind- was ist das für ein Kind?: Dieses Kapitel definiert das Krankheitsbild ADS, beleuchtet die neurologischen Ursachen sowie die diagnostischen Anforderungen und beschreibt die spezifischen Symptome hypoaktiver Kinder.
2. Therapie des ADS mit Hypoaktivität (und Hyperaktivität): Hier werden verschiedene therapeutische Ansätze wie medikamentöse Behandlung, Familien- und Psychotherapie sowie verhaltenstherapeutische Trainingsprogramme und alternative Methoden detailliert analysiert und kritisch bewertet.
3. Schluss/ Fazit: Das Fazit betont, dass alle Therapiemöglichkeiten bei fundiertem Fachwissen sinnvoll sein können, die Entscheidung für eine bestimmte Behandlung jedoch zwingend in die Hand von Experten gehört.
Schlüsselwörter
ADS, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hypoaktivität, Ritalin, Verhaltenstherapie, Familientherapie, Psychotherapie, Konzentrationstraining, Neurotransmitter, Diagnostik, Ergotherapie, alternative Behandlungsmethoden, kindliche Entwicklung, Impulskontrolle, Wahrnehmungsstörungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, wobei der Fokus gezielt auf der hypoaktiven Form liegt und kritisch hinterfragt wird, wie diese Kinder bestmöglich unterstützt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die neurologischen Ursachen, die diagnostische Einordnung sowie eine differenzierte Betrachtung von medikamentösen, therapeutischen und alternativen Behandlungsansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das "hypoaktive Kind" zu entwickeln und aufzuzeigen, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Therapie – jenseits der rein medikamentösen Intervention – für die betroffenen Kinder entscheidend ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse und vergleicht fachwissenschaftliche Aussagen (z.B. von Helga Simchen und Roswitha Spallek) mit eigenen Schlussfolgerungen aus der pädagogischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse, den diagnostischen Prozess und eine umfassende Darstellung therapeutischer Methoden, inklusive Verhaltenstraining sowie komplementärer Ansätze wie Diäten oder Akupunktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ADS, Hypoaktivität, ganzheitliche Therapieansätze, Verhaltenstherapie und eine kritische Auseinandersetzung mit der Ritalin-Verschreibungspraxis charakterisiert.
Warum wird im Dokument zwischen "hypoaktiven" und "hyperaktiven" Kindern unterschieden?
Die Unterscheidung ist notwendig, da das typische Bild des "Zappelphilipps" bei hyperaktiven Kindern oft das Bild vom "verträumten" hypoaktiven Kind überlagert, obwohl beide Formen auf Störungen der Botenstoffsysteme zurückzuführen sind.
Wie steht die Autorin zum Einsatz von Ritalin?
Die Autorin steht dem Einsatz kritisch gegenüber; sie erkennt zwar die entlastende Wirkung für manche Kinder an, warnt jedoch vor leichtfertiger Verschreibung und betont, dass Medikamente nur am Ende einer Kette von Therapiemöglichkeiten stehen sollten.
Welchen Stellenwert räumt die Arbeit der Familientherapie ein?
Die Familientherapie wird als sehr sinnvoll erachtet, da die Diagnose ADS Auswirkungen auf das gesamte Beziehungsgefüge hat und die Einbeziehung der Eltern als "Hilfstherapeuten" essenziell für den Behandlungserfolg ist.
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- Alexandra Kiesel (Autor), 2003, Hilfen für Träumer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47462