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Bildungsungleichheit bei Migranten. Institutionalisierte Diskriminierung von Ausländern?

Title: Bildungsungleichheit bei Migranten. Institutionalisierte Diskriminierung von Ausländern?

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anna-Lisa Esser (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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"Armut hat schwarze Haare". So wurde ein Artikel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Drieschner, 2003, 3) betitelt. Da Armut sich auch über mangelnde Bildung bedingt, kann man die Überschrift umformen und erhält: „Bildungsarmut hat schwarze Haare.“ Diese Aussage deutet an, dass Ausländerkinder weniger Chancen auf einen hohen Bildungsabschluss haben als deutsche Kinder. In der Bundesrepublik Deutschland besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbenachteiligung; die soziale Herkunft hat in Deutschland massive Auswirkungen auf die Bildungskompetenz der Kinder. Ins Auge fallen vor allem gravierende Unterschiede der Bildungsbeteiligung und des Kompetenzerwerbs in Abhängigkeit von dem Migrationsstatus.
In der Bundesrepublik gilt jedoch die Forderung nach uneingeschränkter Chancengleichheit. Diese besagt im Bildungsbereich, dass alle entsprechend ihren Leistungen und Fähigkeiten gleiche Chancen zum Erwerb mittlerer oder höherer Bildungsabschlüsse haben sollen.
In der vorliegenden Seminararbeit soll untersucht werden, inwieweit diesen Maßstäben genüge getan werden kann, was unter Bildungsgleichheit bzw. -ungleichheit zu verstehen ist und ob ausländische Schüler bzw. Schüler, deren Muttersprache nicht die Unterrichtssprache ist, stärker benachteiligt werden als deutsche Kinder. Der Schwerpunkt wird hier auf die Benachteiligung durch das deutsche Bildungssystem gelegt.
Zunächst soll ein Überblick über Chancengleichheit und über Bildungsungleichheit im Allgemeinen geschaffen und ihre Entstehungsgründe beleuchtet werden. Anschließend werden die erschwerten Bildungsmöglichkeiten der ausländischen Kinder im Besonderen skizziert, sowie die Ursachen für diese Bildungsbarrieren veranschaulicht werden. Daran anknüpfend soll herausgearbeitet werden, ob diese Bildungsbarrieren durch das Schulsystem noch vergrößert werden.
Schließlich soll zusammenfassend die dringende Notwendigkeit einer Reform des Bildungssystems dargestellt und der Frage nachgegangen werden, wie diese Bildungsbarrieren bei Kindern mit Migrationshintergrund entstehen und wie sie möglicherweise behoben werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Chancengleichheit

2.1. Chancengleichheit oder soziale Ungleichheit

3. Bildungsungleichheit und die Merkmale für unterschiedliche Bildungschancen

3.1. Gleiche Bildungschancen für alle?

3.2. Sozioökonomische Lage des Elternhauses und kulturelles Kapital

3.3. Bildung und Berufstätigkeit (Humankapital) der Eltern

3.4. Familienstruktur und im Elternhaus gesprochene Sprache

4. Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund

4.1. Größere Bildungsbarrieren für Ausländerkinder

4.2. Gründe für die Differenzierung in den Bildungswegen von Migranten

5. Soziale Auslese durch das Schulsystem

6. Fazit und mögliche Bildungsreformziele

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die bestehende Bildungsungleichheit in Deutschland mit einem spezifischen Fokus auf Kinder mit Migrationshintergrund. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das deutsche Bildungssystem trotz des Anspruchs auf Chancengleichheit diese Disparitäten durch selektive Mechanismen verstärkt und welche Faktoren, wie soziale Herkunft und Sprachkompetenz, den Bildungserfolg maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse des Begriffs der Chancengleichheit und dessen theoretische Einordnung.
  • Untersuchung der Bedeutung der sozioökonomischen Herkunft für den Bildungserfolg.
  • Erforschung der spezifischen Bildungsbarrieren für Kinder mit Migrationshintergrund.
  • Kritische Beleuchtung der selektiven Funktion des deutschen Schulsystems.
  • Ableitung von bildungspolitischen Reformzielen zur Verbesserung der Integration.

Auszug aus dem Buch

3.2. Sozioökonomische Lage des Elternhauses und kulturelles Kapital

Die sozioökonomische Stellung der Familien, d.h. die Einkommensverhältnisse, die damit verbundene Macht und das soziale Ansehen, wird in der Regel über die Berufstätigkeit der Eltern gemessen. Die Unterschiede der Einkommensverhältnisse der einzelnen Schichten äußern sich v.a. in den Wohnverhältnissen, der Ausstattung und dem finanziellen Wohlstand der Familien.

Es ist zu beobachten, dass es häufig zu Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern kommt, die in beengten Wohnverhältnissen wohnen, von einer ärmeren häuslichen Umwelt umgeben sind und weniger Zugang zu kultur- und persönlichkeitsentfaltenden Gegenständen haben. Dieser verhinderte Zugang ist auch oft Ursache für ein mangelndes Interesse an eben jenen Ressourcen, die für die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten, des Bildungsstandes und der Intelligenzförderung unerlässlich sind.

Dessen ungeachtet ist zu beobachten, dass Schüler aus wohlsituierten Familien in der Regel bessere Leistungen erbringen als Schüler aus weniger wohlhabenden Familien (OECD, 2001, 168). Neben den Sachgütern sind auch Einstellungen, Wertvorstellung und die aktive Teilnahme am kulturellen Leben der Eltern bzw. Familien von erheblicher Bedeutung. Haben die Eltern selbst nicht an der kulturellen Umwelt Anteil, so wird es auch schwer sein, bei den Kindern ein solches Interesse zu wecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Bildungsarmut bei Migranten ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbenachteiligung kritisch zu beleuchten.

2. Der Begriff Chancengleichheit: Dieses Kapitel erläutert die politische und theoretische Forderung nach Chancengleichheit im Kontext des Grundgesetzes und stellt den Widerspruch zur faktischen Benachteiligung in der Praxis dar.

3. Bildungsungleichheit und die Merkmale für unterschiedliche Bildungschancen: Hier werden die zentralen sozioökonomischen Variablen und das kulturelle Kapital als Faktoren für die Entstehung sozialer Ungleichheit im Bildungssektor analysiert.

4. Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Hürden für Kinder mit Migrationshintergrund, insbesondere im Hinblick auf Sprachkompetenz, Bildungsbiografie und den Einfluss des sozialen Umfelds.

5. Soziale Auslese durch das Schulsystem: Der Abschnitt verdeutlicht die selektiven Mechanismen des deutschen dreigliedrigen Schulsystems und dessen Funktion als Statuszuweisungsinstanz, die soziale Herkunft reproduziert.

6. Fazit und mögliche Bildungsreformziele: Das Fazit fasst die Notwendigkeit grundlegender Reformen zusammen und schlägt konkrete Maßnahmen wie Sprachförderung und eine Anpassung der Lehrerausbildung vor.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, Migrationshintergrund, soziale Herkunft, PISA-Studie, Bildungschancen, Humankapital, Bildungsbarrieren, soziale Selektion, Sprachförderung, Bildungsreform, Integration, Statuszuweisung, Schulerfolg, Bildungssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch auf Chancengleichheit und der realen Bildungsbenachteiligung von Kindern, insbesondere von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Einfluss der sozioökonomischen Herkunft, die Bedeutung des kulturellen Kapitals des Elternhauses, die Auswirkungen der Sprache sowie die selektiven Wirkmechanismen des deutschen Schulsystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Bildungsbarrieren entstehen und ob das deutsche Schulsystem durch seine Strukturen diese Barrieren für Migrantenkinder zusätzlich vergrößert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung bestehender Studien, insbesondere der Ergebnisse der PISA-Studie, um den Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Schulleistungen zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Chancengleichheit, die Einflussfaktoren auf den Bildungserfolg (wie Einkommen und Beruf der Eltern) und die spezifische Situation von Migrantenkindern sowie die sozialen Selektionsprozesse an Schulen detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, soziale Herkunft, Chancengleichheit und Bildungssystem charakterisiert.

Warum ist die Beherrschung der deutschen Sprache laut der Arbeit so entscheidend?

Die Arbeit identifiziert die deutsche Sprache als Schlüssel zur Bildung, da mangelnde Deutschkenntnisse zu Leistungsrückständen in allen Fächern führen, die wiederum zu Marginalisierung und Demotivation bei Migrantenkindern führen.

Welche Rolle spielt das deutsche Schulsystem bei der Reproduktion von Bildungsungleichheit?

Das System wirkt als Selektionsinstanz, da die frühe Aufteilung in verschiedene Schultypen nach der Grundschule soziale Unterschiede verfestigt und Kinder aus schwächeren sozialen Schichten überproportional benachteiligt.

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Details

Title
Bildungsungleichheit bei Migranten. Institutionalisierte Diskriminierung von Ausländern?
College
Bielefeld University
Course
Interkulturelle Erziehung und Bildung
Grade
1,3
Author
Anna-Lisa Esser (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V47464
ISBN (eBook)
9783638444095
ISBN (Book)
9783656497066
Language
German
Tags
Bildungsungleichheit Migranten Institutionalisierte Diskriminierung Ausländern Interkulturelle Erziehung Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Lisa Esser (Author), 2004, Bildungsungleichheit bei Migranten. Institutionalisierte Diskriminierung von Ausländern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47464
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