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Der kritische Blick der 1960er Jahre auf die fruehe Bundesrepublik Deutschland - Ein Referat über das Buch: Die verhinderte Neuordnung 1945-1952

Title: Der kritische Blick der 1960er Jahre auf die fruehe Bundesrepublik Deutschland - Ein Referat über das Buch: Die verhinderte Neuordnung 1945-1952

Term Paper , 2002 , 10 Pages , Grade: 2

Autor:in: Wilfried Lübben (Author)

Politics - History of Political Systems
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Summary Excerpt Details

Die ersten Ansätze gewerkschaftlicher Tätigkeit kamen noch vor der offiziellen Kapitulation. Laut Eisenhower sollten sich die deutschen Arbeiter sofort , sobald es die Umstände erlaubten, zu demokratischen Gewerkschaften zusammenschließen dürfen. Noch bevor die Besatzungsmächte eingreifen konnten regenerierte sich das gewerkschaftliche Leben auf örtlicher Ebene. In mindestens 29 Städten wurden Gewerkschaftsveranstaltungen abgehalten. Die Betriebsräte waren die Hauptträger und übten damals einen besonders großen Einfluss aus. Die generelle Auseinandersetzung um die Organisationsform, bildete das Zentralproblem der frühen deutschen Gewerkschaftsgeschichte. Sie war der Hauptkonfliktpunkt zwischen den Besatzungsmächten und den Gewerkschaften, aber auch innerhalb der Gewerkschaften selbst.

Breiter Konsens innerhalb der Arbeiterbewegung herrschte über das Ziel einer einheitlichen Gewerkschaftsbewegung, als zwingende Konsequenz aus den Erfahrungen der faschistischen Ära. Die organisatorische Zersplitterung in Richtungsgewerkschaften in der Weimarer Republik wurde durchgängig als eine der Ursachen für die historische Niederlage der Arbeiterbewegung 1933 angesehen. Jedoch traten bereits mit Beginn der Planungen für die Neugründung der Gewerkschaften unterschiedliche Auffassungen über die innere Struktur einer angestrebten Einheitsgewerkschaft zutage. Zwei Konzeptionen bestimmten in dieser Frage die Diskussion:

a.) eine zentralistische Einheitsgewerkschaft, mit nach Industriezweigen gegliederten Abteilungen, ohne autonome Rechte und
b.) eine Einheitsgewerkschaft als Dachverband, als Zusammenschluss weitgehend autonomer Einzelgewerkschaften.

Die Alliierte Zielsetzung in der Bildung der Gewerkschaften bestand darin:

1. Die Bildung freier Gewerkschaften in ganz Deutschland.
2. Sich zu vergewissern, dass die Schaffung freier Gewerkschaften das Ergebnis freiheitlichen Selbstgefühls und Initiative ist, die sich in den grundlegenden Stadien , das heißt bei den Arbeitern selbst, entwickeln.
3. Den Gewerkschaften volle Entwicklungs- und Handlungsfreiheit zu gewähren, vorausgesetzt, dass sich ihre Tätigkeit nicht gegen die alliierten Behörden richtet.1

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Zerfall der Alliierten Kriegskoalition und die Auseinandersetzungen um eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung in den Westzonen (1945 – 1947)

1.1. Das Wiederentstehen von Betriebsvertretungen und Gewerkschaften nach der Kapitulation unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte

1.2. Die Maßnahmen der Alliierten zur Neuordnung der deutschen Wirtschaft und die Forderungen der Gewerkschaften nach Sozialisierung und Wirtschaftsdemokratie

1.3. Eine Bilanz der gewerkschaftlichen Situation am Ende der ersten Phase

2. Die Zurückdrängung der gewerkschaftlichen Forderungen nach einer Neuordnung der Wirtschaft unter dem Druck des sich verschärften Ost-West-Konflikts (1947 – 1949)

2.1. Die Verschärfung des kalten Krieges zwischen den Großmächten vom scheitern der Moskauer Konferenz bis zur Gründung deutscher Separatstaaten

2.2. Die Zustimmung der Gewerkschaften zum Marshallplan und die Folgen für die gesamtdeutsche Gewerkschaftseinheit

2.3. Die Wiederherstellung der liberalen Wettbewerbswirtschaft und der Widerstand der Arbeitnehmer und Gewerkschaften

2.5. Die Situation der Gewerkschaften bei ihrem Zusammenschluss zum Deutschen Gewerkschaftsbund

3. Das Scheitern der gewerkschaftlichen Bemühungen um eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung nach der Wiederherstellung der alten Besitz- und Machtverhältnisse (1949 – 1952)

4. Der Kritische Blick der 60er auf die Nachkriegszeit und ein Blick auf die Entwicklung

Ergänzung: Die wirtschaftlichen Grundsätze der Deutschlandpolitik der alliierten Mächte von der Potsdamer Konferenz bis zur Moskauer Außenministerkonferenz im März 1947

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die gewerkschaftliche Entwicklung in der frühen Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1952 und untersucht, warum ursprüngliche Forderungen nach einer fundamentalen wirtschaftlichen Neuordnung und Sozialisierung scheiterten.

  • Entwicklung gewerkschaftlicher Strukturen in der Nachkriegszeit.
  • Einfluss der alliierten Besatzungspolitik und des Ost-West-Konflikts.
  • Transformation von der ursprünglichen Reformbewegung zur Integration in die soziale Marktwirtschaft.
  • Rezeption und kritische Reflexion dieser Prozesse aus der Perspektive der 1960er Jahre.

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Wiederentstehen von Betriebsvertretungen und Gewerkschaften nach der Kapitulation unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte

Die ersten Ansätze gewerkschaftlicher Tätigkeit kamen noch vor der offiziellen Kapitulation. Laut Eisenhower sollten sich die deutschen Arbeiter sofort , sobald es die Umstände erlaubten, zu demokratischen Gewerkschaften zusammenschließen dürfen. Noch bevor die Besatzungsmächte eingreifen konnten regenerierte sich das gewerkschaftliche Leben auf örtlicher Ebene. In mindestens 29 Städten wurden Gewerkschaftsveranstaltungen abgehalten. Die Betriebsräte waren die Hauptträger und übten damals einen besonders großen Einfluss aus.

Die generelle Auseinandersetzung um die Organisationsform, bildete das Zentralproblem der frühen deutschen Gewerkschaftsgeschichte. Sie war der Hauptkonfliktpunkt zwischen den Besatzungsmächten und den Gewerkschaften, aber auch innerhalb der Gewerkschaften selbst.

Breiter Konsens innerhalb der Arbeiterbewegung herrschte über das Ziel einer einheitlichen Gewerkschaftsbewegung, als zwingende Konsequenz aus den Erfahrungen der faschistischen Ära. Die organisatorische Zersplitterung in Richtungsgewerkschaften in der Weimarer Republik wurde durchgängig als eine der Ursachen für die historische Niederlage der Arbeiterbewegung 1933 angesehen. Jedoch traten bereits mit Beginn der Planungen für die Neugründung der Gewerkschaften unterschiedliche Auffassungen über die innere Struktur einer angestrebten Einheitsgewerkschaft zutage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Zerfall der Alliierten Kriegskoalition und die Auseinandersetzungen um eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung in den Westzonen (1945 – 1947): Dieses Kapitel beleuchtet den frühen gewerkschaftlichen Wiederaufbau und die zentralen Konflikte um die Organisationsform sowie die alliierten Beschränkungen.

2. Die Zurückdrängung der gewerkschaftlichen Forderungen nach einer Neuordnung der Wirtschaft unter dem Druck des sich verschärften Ost-West-Konflikts (1947 – 1949): Hier wird dargelegt, wie der Kalte Krieg und die Einführung der liberalen Wettbewerbswirtschaft den gewerkschaftlichen Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur systematisch schwächten.

3. Das Scheitern der gewerkschaftlichen Bemühungen um eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung nach der Wiederherstellung der alten Besitz- und Machtverhältnisse (1949 – 1952): Dieses Kapitel beschreibt die endgültige Resignation der Gewerkschaften gegenüber der Wirtschaftspolitik der Regierung Adenauer und die Integration in das bestehende System.

4. Der Kritische Blick der 60er auf die Nachkriegszeit und ein Blick auf die Entwicklung: Der Autor reflektiert die Rolle der Betriebsräte und Gewerkschaften aus der Perspektive der 60er Jahre und hinterfragt die emanzipatorischen Ansätze jener Zeit.

Ergänzung: Die wirtschaftlichen Grundsätze der Deutschlandpolitik der alliierten Mächte von der Potsdamer Konferenz bis zur Moskauer Außenministerkonferenz im März 1947: Dieses Kapitel liefert den kontextuellen Hintergrund der alliierten Interessenpolitik und deren Auswirkungen auf den deutschen Spielraum.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Nachkriegszeit, Westzonen, Betriebsräte, Wirtschaftsdemokratie, Sozialisierung, Alliierten, Ost-West-Konflikt, Marshallplan, soziale Marktwirtschaft, Arbeiterbewegung, politische Mitbestimmung, 1945-1952, Wiederaufbau, Gewerkschaftseinheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte der Gewerkschaften in der frühen Bundesrepublik Deutschland und deren gescheiterte Bemühungen um eine grundlegende wirtschaftliche Neuordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der gewerkschaftliche Wiederaufbau, das Spannungsfeld zwischen Gewerkschaften und Besatzungsmächten sowie die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen in den Jahren 1945 bis 1952.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern gewerkschaftlicher Forderungen nach Sozialisierung und Mitbestimmung sowie deren Integration in das marktwirtschaftliche System aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Es handelt sich um einen kritischen, historisch-analytischen Blick aus der Perspektive der 1960er Jahre auf die Nachkriegsentwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Phasen: den gewerkschaftlichen Aufbruch (1945-47), die Zurückdrängung unter dem Einfluss des Kalten Krieges (1947-49) und die endgültige politische und wirtschaftliche Integration bis 1952.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gewerkschaften, Sozialisierung, Betriebsräte, Ost-West-Konflikt, Alliierte und Mitbestimmung.

Welche Rolle spielte der Marshallplan für die Gewerkschaften?

Die Zustimmung zum Marshallplan wird als entscheidender Wendepunkt dargestellt, der die gewerkschaftliche Einheit gefährdete und eine fundamentale wirtschaftliche Neuordnung unmöglich machte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Betriebsräte in den 1960er Jahren?

Der Autor hinterfragt kritisch, ob die Arbeit der Betriebsräte in den 60er Jahren tatsächlich zu einer Politisierung führte oder lediglich innerhalb des bestehenden kapitalistischen Systems verblieb.

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Details

Title
Der kritische Blick der 1960er Jahre auf die fruehe Bundesrepublik Deutschland - Ein Referat über das Buch: Die verhinderte Neuordnung 1945-1952
College
University of Hannover  (Institut für politische Wissenschaft)
Course
Die Politische Neuordnung der Bundesrepublik
Grade
2
Author
Wilfried Lübben (Author)
Publication Year
2002
Pages
10
Catalog Number
V47476
ISBN (eBook)
9783638444194
ISBN (Book)
9783656068495
Language
German
Tags
Blick Jahre Bundesrepublik Deutschland Referat Buch Neuordnung Politische Neuordnung Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wilfried Lübben (Author), 2002, Der kritische Blick der 1960er Jahre auf die fruehe Bundesrepublik Deutschland - Ein Referat über das Buch: Die verhinderte Neuordnung 1945-1952, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47476
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