Mein Interesse über die Lebenssituation von Frauen mit Behinderungen zu schreiben, liegt an meinen eigenen Erfahrungen als Frau mit einer Körperbehinderung. Ich selber bin in einer Einrichtung für Menschen mit Körperbehinderungen aufgewachsen, und weiß deshalb aus eigener Erfahrung wie schwierig es für Frauen mit Behinderungen teilweise ist, sich in einer Gesellschaft der nichtbehinderten zu behaupten, und für sich selber Rechte einzufordern die für andere ganz selbstverständlich sind. Dazu gehören Rechte wie Sexualität, Partnerschaft, das Recht Kinder zu bekommen und Mutter sein zu dürfen. Das Recht auf Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung.
Das Thema wird in meiner Arbeit an mehreren Stellen erwähnt, da dies für Frauen mit Behinderungen zugleich ein wichtiges wenn auch nicht einfaches Thema ist. Es bedeutet die Auseinandersetzung mit sich selbst, seinem Körper und vor allem die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen, die Sexualität, Partnerschaft und Mutterschaft von Frauen mit Behinderungen häufig ignoriert, und es wird gerne behauptet wir Frauen mit Behinderungen seien sexuelle Neutren.
Mit meiner Arbeit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Frauen mit Behinderungen eine Sexualität haben, und die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie andere Frauen ohne Behinderungen auch.
Die Voraussetzungen, das Menschen mit Behinderungen Sexualität aus- und erleben können werden häufig behindert oder sogar verhindert. Durch Menschen ohne Behinderungen, die Menschen mit Behinderungen oft keine Sexualität zugestehen.
Vielleicht aus Angst vor der eigenen Sexualität oder aus Angst, eine Frau mit Behinderungen könne Kinder zur Welt bringen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Begriffsbestimmung
1.1.1 Zum Verständnis von Behinderung
1.1.2 Der Begriff „Körperbehinderung“
1.1.3 Der Begriff Diskriminierung
1.1.4 Der Begriff „Stigma“ und Stigmatisierung“
2 Behinderung
2.1 Vorurteile und Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen
2.1.1 Art der Behinderung
2.1.2 sozioökonomische und demographische Faktoren
2.1.3 Kontakt mit Menschen mit Behinderungen
2.1.4 Zugeschriebene Verantwortlichkeit
2.1.5 kulturelle Bedingtheit
2.1.6 Soziale Diskriminierung und Rolle von Frauen mit Behinderung
3 Gleichstellungsgesetz
4 Erziehung
4.1 Geschlechtsspezifische Erziehung von Mädchen und Frauen mit Behinderungen in der Familie
5 Terminologie
5.1 Verständnis von Behinderung
5.1.1 Begriffsbestimmung
5.1.2 Sexualität von Frauen mit Behinderungen
5.1.3 Körperlichkeit und Schönheit
6 Beziehungen
6.1 Partnerschaften
7 Situation von Müttern mit Behinderungen
7.1 Mutterschaft
7.1.1 Sterilisation
7.1.2 Schwangerschaft
7.1.3 Abtreibung nach §218
7.1.4 Kinder und Kindererziehung
7.1.5 Doppelbelastung und Bedeutung für die Partnerschaft
8 Assistenzmodell
8.1 persönliche Assistenz
9 Schlußfolgerungen
9.1 Schlußfolgerungen und Ausblick in Bezug auf die Situation von Frauen Mit Behinderungen in Sexualität-Partnerschaft-Mutterschaft für die Sozialarbeit und Sozialpädagogik
9.1.1 Interventionsmöglichkeiten im direkten Umfeld von Menschen mit Behinderungen
9.1.2 Sexualität
9.1.3 Elternhaus
9.1.4 Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Lebenssituation von Frauen mit Körperbehinderungen darzustellen und für die Problematiken hinsichtlich Sexualität, Partnerschaft und Mutterschaft zu sensibilisieren, um Professionelle im Sozialwesen bei der Konzeptentwicklung zu unterstützen.
- Darstellung der Lebenssituation von Frauen mit Körperbehinderungen.
- Analyse von Diskriminierung und Rollenerwartungen in der Gesellschaft.
- Bedeutung von Partnerschaft, Sexualität und dem Kinderwunsch für betroffene Frauen.
- Rechtliche Grundlagen und deren Umsetzung (SGB IX, Bundesgleichstellungsgesetz).
- Bedarf an persönlicher Assistenz und Unterstützung bei der Kindererziehung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Begriffsbestimmungen
Für die hier vorliegende Arbeit ist es meines Erachtens wichtig, zunächst einmal die immer wiederkehrenden Begriffe wie "Behinderung", und im besonderen "Körperbehinderung", sowie die Begriffe "Diskriminierung" und "Stigma" zu erklären, da sie für den weiteren Verlauf dieser Arbeit von Bedeutung sind.
Im Rahmen meiner Arbeit verwende ich den Begriff „Menschen mit Behinderung. Der Begriff „Behinderte“ ist in meinen Augen stigmatisierend und reduziert die betroffenen Menschen auf eine einzige Komponente seines menschlichen Daseins und das empfinde ich persönlich als Diskriminierung und lehne es deshalb ab. Ich halte es für erachtenswert, einen Menschen als ganzes zu betrachten und niemanden nur auf ein äußerliches Merkmal zu reduzieren. Wenn ich von „Menschen mit Behinderung“ spreche, dann ist damit gemeint, das der einzelne einer Gruppe eine Behinderung haben kann, aber auch eine Mehrfachbehinderung bei einer Person vorliegen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Hintergründe der Arbeit, die persönliche Motivation der Verfasserin sowie die zentralen Forschungsfragen zur Diskriminierung und Lebensgestaltung behinderter Frauen.
1. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Behinderung, Körperbehinderung, Diskriminierung und Stigma, um ein fundiertes Verständnis für den weiteren Verlauf zu schaffen.
2. Behinderung: Hier wird der Fokus auf Vorurteile und Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen gelegt, wobei Faktoren wie Art der Behinderung, soziale Kontakte und die Rolle der Frau thematisiert werden.
3. Gleichstellungsgesetz: Das Kapitel erörtert die Bedeutung des Gleichstellungsgesetzes und des SGB IX zur Bekämpfung von Diskriminierung und zur Sicherung von Barrierefreiheit.
4. Erziehung: Es wird die geschlechtsspezifische Erziehung von Mädchen mit Behinderungen in der Familie untersucht und deren Einfluss auf das spätere Leben analysiert.
5. Terminologie: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Sexualität, Körperlichkeit und Schönheitsidealen im Kontext von Frauen mit Behinderungen.
6. Beziehungen: Dieses Kapitel widmet sich der Partnerschaftsthematik und den Herausforderungen, denen Frauen mit Behinderungen bei der Partnerwahl gegenüberstehen.
7. Situation von Müttern mit Behinderungen: Ein umfassender Blick auf Mutterschaft, Sterilisation, Schwangerschaft, Abtreibung und die Herausforderungen der Kindererziehung unter Berücksichtigung von Hilfsmitteln und Assistenz.
8. Assistenzmodell: Das Kapitel beschreibt das Konzept der persönlichen Assistenz als notwendiges Mittel zur Erreichung von Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag.
9. Schlußfolgerungen: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf Interventionsmöglichkeiten für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Bezug auf die untersuchten Lebensbereiche.
Schlüsselwörter
Frauen mit Behinderungen, Körperbehinderung, Diskriminierung, Stigmatisierung, Sexualität, Partnerschaft, Mutterschaft, Selbstbestimmung, Gleichstellungsgesetz, SGB IX, persönliche Assistenz, Kindererziehung, soziale Integration, Rollenerwartungen, Empowerment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Frauen mit Körperbehinderungen, insbesondere in den privaten und gesellschaftlichen Bereichen Sexualität, Partnerschaft und Mutterschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen Diskriminierungserfahrungen, Stigmatisierung, der Einfluss der Erziehung, sowie die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben dieser Frauen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Situation von Frauen mit Behinderungen darzustellen und ein Bewusstsein für deren spezifische Probleme zu schaffen, um so Konzepte für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und wertet zudem biographische Erfahrungsberichte von betroffenen Frauen aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse von Einstellungen und Vorurteilen, rechtliche Aspekte wie das SGB IX, sowie spezifische Kapitel zu Erziehung, Sexualität, Partnerschaft, Mutterschaft und Assistenzmodellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie doppelte Diskriminierung, Selbstbestimmung, Rollenerwartungen, soziale Teilhabe und dem Recht auf eine Intimsphäre.
Wie unterscheidet sich die Situation von Frauen mit Körperbehinderungen von der von Männern oder Frauen ohne Behinderungen?
Frauen mit Körperbehinderungen erleben oft eine doppelte Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Behinderung, was sich besonders in der Erwartung von Leistungsanforderungen und der häufigen Absprechung von Mutterschafts- oder Partnerschaftswünschen äußert.
Welche Rolle spielt die "persönliche Assistenz" für die Lebensqualität der betroffenen Frauen?
Die persönliche Assistenz ist ein entscheidendes Modell, um Autonomie im Alltag zu erlangen. Sie ersetzt physische Hilfeleistungen und ermöglicht es den Frauen, ihr Leben selbstbestimmter zu führen, ohne von traditionellen Heimeinrichtungen oder Familienmitgliedern abhängig zu sein.
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- Barbara Kück (Author), 2005, Zur Situation körperbehinderter Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47478