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Geschichte im Fernsehfilm. Eine Filmanalyse von Jo Baiers "Stauffenberg"

Titre: Geschichte im Fernsehfilm. Eine Filmanalyse von Jo Baiers "Stauffenberg"

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 30 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Mirko Berger (Auteur)

Médias / Communication - Film et Télévision
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Mit dem Fernsehfilm „Stauffenberg“ widmete sich die ARD/der Südwestrundfunk (SWR) mit einem üppigen Budget von fünf Millionen Euro den dramatischen Ereignissen des 20. Juli 1944. In deren Mittelpunkt stellt Autor und Regisseur Jo Baier mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg den Offizier, der in Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze gegen Mittag eine Bombe zündete, die den Diktator jedoch knapp verfehlte. Bei Baiers Werk handelt es sich nicht um eine dreiviertelstündige Dokumentation nach heuer gebräuchlichem Muster. Im Gegensatz zur im Abendprogramm bewährten "Knoppschen" Machart, hat Baier einen Fernsehfilm gedreht, der ähnlich wie ein Krimi die Zuschauer über neunzig Minuten fesseln soll. Allerdings mit historisch gesichertem Inhalt.

Dies hat Konsequenzen für das Erzählen und die Dramaturgie. Statt großer Bilder und Gesten sind im Fernsehfilm eher atmosphärische Dichte und darstellerische Qualitäten gefragt. Historisches Material, wie etwa Beiträge der Wochenschau lassen sich bei dieser Konzeption nur äußerst mühsam integrieren. Auf die dokumentartypischen Zeitzeugen muss natürlich ganz verzichtet werden. Der Regisseur sieht in den Medien ein wichtiges Instrument zur Vermittlung von Geschichte. Ziel seines Films sei es gewesen, eines der wichtigsten Kapitel der deutschen Geschichte interessant darzustellen, ohne es medienwirksam zurechtzubiegen. "Historisch genau, aber spannend wie ein Krimi".

Da Baiers „Stauffenberg“ aber ausdrücklich historisch fundierten Ansprüchen genügen will, muss auch der Quellenwert in die Untersuchung mit einbezogen werden. Da der Fernsehfilm historische Sachverhalte an ein breites, disperses Publikum vermitteln will, ist auch die Frage der Faktenrichtigkeit entscheidend. Stimmt die historische Gesamtaussage mit der Forschung überein? Werden die geschichtlichen Abläufe richtig und möglichst vollständig dargestellt?

Diese Arbeit analysiert den Fernsehfilm "Stauffenberg" hinsichtlich der klassischen, den Film prägenden Elemente: Botschaft, Wirkung, Verständlichkeit und Authentizität und berücksichtigt dabei nicht zuletzt seine kulturhistorische Komponente. Zusätzlich enthält das Werk eine ausführliche Bibliographie zum Dokumentarfilm und zur Geschichte im Film, zur Allgemeinen Filmanalyse und zum Widerstand im "Dritten Reich". Weiterhin findet der Leser eine Filmographie zum Widerstand im "Dritten Reich".

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Erkenntnisinteresse

2. Analyse

3. Fazit

4. Bibliographie

4.1 Dokumentarfilm / Geschichte im Film

4.2 Allgemeine Filmanalyse

4.3 Widerstand im Dritten Reich

5. Filmographie zum 20. Juli 1944

6. Anhang

6.1 Projektdaten

6.2 Filmregest

6.3 TV-Quoten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel einer kommunikatororientierten Filmanalyse des Fernsehfilms „Stauffenberg“ von Jo Baier, wobei insbesondere die filmische Umsetzung des historischen Anspruchs und die dramaturgische Konzeption auf ihre Wirkung beim Zuschauer hin untersucht werden.

  • Kommunikatororientierte Filmanalyse
  • Historischer Anspruch vs. dramaturgische Umsetzung
  • Die Figur Stauffenberg im Medium Fernsehen
  • Wirkung und Authentizität beim Rezipienten
  • Vergleich zwischen Filmbiographie und historischer Faktenlage

Auszug aus dem Buch

Die Botschaft des Films

Die Botschaft, also der leitende Hauptgedanke, den der Regisseur beim Zuschauer vermitteln will, liegt auf der Hand und ist für jeden Rezipienten sichtbar. Sehet her, will er sagen, dieser Stauffenberg war auch nur ein Mensch, ein Mensch wie du und ich. Aber Stauffenberg, wiewohl ganz sicher "auch nur ein Mensch", war eben gerade nicht ein "Mensch wie du und ich". Er war vielmehr, und das allein machte ihn fähig, so tapfer und konsequent mit den Verhaltensweisen seiner Kaste zu brechen und jene moralische Befreiungstat zu begehen, die uns Deutsche heute mit Recht so ehrfurchtsvoll auf ihn blicken lässt, er war, dieser württembergische Adelsspross, ein Held, der über sich selbst hinauszuwachsen vermochte und also gerade die Kuhstallwärme des Kollektivs überwand.

Es wird wahrscheinlich auf ewig ein Geheimnis bleiben, warum gerade er sich zu solchem Heldenmut emporzuschwingen vermochte. Aber ein Faktor wird dabei kaum zu überschätzen sein, und dieser Faktor ist seine intellektuelle Prägung durch Stefan George und seinen Kreis. Man assoziiert heute den Dichter George vor allem mit seinem "ästhetischen Fundamentalismus", wie der Soziologe Stefan Breuer das, nicht ganz unzutreffend, genannt hat. Aber viel wichtiger, weil elementarer ist ein anderer Zug, den George den Seinen mitzugeben vermochte, und das ist der entschiedene Widerstand gegen jede Art von Zeitgeist, ja Zeitgenossenschaft. Was man bei George lernen konnte, war: erhobenen Hauptes allein für seine Überzeugung geradezustehen. Das bringt Entbehrungen mit sich. Und Verzicht, Skepsis, Verschlossenheit, ernstestes Darüberstehen müssten sich auf dem Gesicht eines Stauffenberg-Darstellers abzeichnen. Die freundliche Belanglosigkeit, mit der ein Sebastian Koch aufwartet, verfehlt Stauffenberg völlig und sorgt für Verwirrung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel erläutert den Anlass der Arbeit vor dem Hintergrund der historischen Jubiläen 2004 und beschreibt das Ziel einer kritischen Analyse des Fernsehfilms „Stauffenberg“.

2. Analyse: Die Analyse untersucht die dramaturgische Konzeption, die Authentizität und die Botschaft des Films und reflektiert das Spannungsfeld zwischen historischem Anspruch und filmischer Unterhaltung.

3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Film trotz guter Ansätze und hoher Produktionsqualität den selbst gesetzten Anspruch der Entmystifizierung Stauffenbergs aufgrund eines lückenhaften Drehbuchs nicht voll erfüllen kann.

4. Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen zu den Themen Dokumentarfilm, Filmanalyse und Widerstand im Dritten Reich.

5. Filmographie zum 20. Juli 1944: Eine Zusammenstellung relevanter Filme, die sich in unterschiedlichen Jahrzehnten mit dem Attentat auf Hitler auseinandergesetzt haben.

6. Anhang: Enthält die projektspezifischen Daten des untersuchten Fernsehfilms, ein kurzes Filmregest zur Handlung sowie die statistische Auswertung der TV-Quoten am Ausstrahlungstermin.

Schlüsselwörter

Stauffenberg, Jo Baier, Filmanalyse, 20. Juli 1944, Widerstand, Fernsehen, ARD, Authentizität, Historischer Spielfilm, Sebastian Koch, Geschichtsvermittlung, Drehbuchkritik, Militäropposition, Entmystifizierung, Dokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kommunikatororientierten Filmanalyse des ARD-Fernsehfilms „Stauffenberg“ von Jo Baier aus dem Jahr 2004.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die filmische Darstellung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus sowie die Methoden der Geschichtsvermittlung im Medium Fernsehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu überprüfen, inwiefern der Film „Stauffenberg“ seinen historischen Anspruch sowie die Absicht des Regisseurs, die historische Figur zu entmystifizieren, erfolgreich umsetzen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische, quellenkritische Filmanalyse durchgeführt, die den Film als Quelle behandelt und seine dramaturgischen sowie inhaltlichen Entscheidungen bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Botschaft des Films, der Authentizität der historischen Darstellung und der schauspielerischen Umsetzung im Kontext des Sendeplatzes im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Filmanalyse, 20. Juli 1944, Stauffenberg, Geschichtsvermittlung und historische Authentizität.

Warum wird die Rolle des Stefan George und seines Kreises im Film erwähnt?

Die Arbeit hebt hervor, dass die intellektuelle Prägung Stauffenbergs durch den George-Kreis ein wesentlicher Faktor für seine Haltung war, der im Film jedoch kaum explizit thematisiert wird.

Wie bewertet der Autor die schauspielerische Leistung von Sebastian Koch?

Der Autor bemängelt eine zu "freundliche Belanglosigkeit" in der Darstellung, erkennt aber an, dass Koch besonders im letzten Drittel des Films das Chaos und die Verzweiflung der Putschisten eindrucksvoll vermitteln kann.

Warum wird das Drehbuch als zentrale Schwäche bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass der Film versucht, zu viele Aspekte in 90 Minuten zu packen, wodurch die Entwicklung Stauffenbergs vom Offizier zum Widerständler lückenhaft bleibt und der Spannungsbogen leidet.

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Résumé des informations

Titre
Geschichte im Fernsehfilm. Eine Filmanalyse von Jo Baiers "Stauffenberg"
Université
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften)
Cours
'Öffentliche Kommunikation in geschichts- und kulturwissenschaftlicher Perspektive in der Neuesten Zeit'
Note
2,0
Auteur
Mirko Berger (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
30
N° de catalogue
V47493
ISBN (ebook)
9783638444347
ISBN (Livre)
9783638659468
Langue
allemand
mots-clé
Stauffenberg Eine Filmanalyse Kommunikation Perspektive Neuesten Zeit“
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mirko Berger (Auteur), 2005, Geschichte im Fernsehfilm. Eine Filmanalyse von Jo Baiers "Stauffenberg", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47493
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Extrait de  30  pages
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