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Die Statue des Aristodikos und ihre Stellung in der Entwicklung des griechischen Kouros

Title: Die Statue des Aristodikos und ihre Stellung in der Entwicklung des griechischen Kouros

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Katharina Krings (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Die Grabstatue des Aristodikos ist der letzte und in seiner Gestaltung entscheidend veränderte Kouros aus der Archaik der bisher aufgefunden wurde, so dass es interessant ist, die Entwicklung des archaischen Kouros zu beobachten, der die Jünglingsstatuen der Frühklassik vorbereitet.
In dieser Arbeit soll anhand von Beschreibungen eines typischen Kouros aus der Archaik und einer Statue aus dem strengen Stil die Grabstatue des Aristodikos eingegliedert werden, so dass man ihre besondere Stellung in der Entwicklung des archaischen Kouros erkennen kann. Zwecks einer Veranschaulichung der Entwicklung des Körperbildes wird zunächst der Kouros aus Tenea beschrieben, der durch seine den Gesetzten der Archaik folgenden Gestaltungsweise und seinem guten Erhaltungszustand dazu geeignet ist.
An ihm lässt sich das Gesetz der strengen Frontalität einer auf Vorderansicht konzipierten, achsialsymmetrischen Figur aufzeigen. Das Ziel der archaischen Kouroi liegt nach gängiger Meinung der Forschung in der Weiterentwicklung der anatomisch korrekten Darstellung der menschlichen Gestalt.
Die Kouroi, die den Mittelpunkt der archaischen Kunst darstellen, hatten entweder die Funktion einer Apollodarstellung, einer Grabstatue oder eines Weihgeschenkes an Apollo und sie erhielten Einflüsse aus Ägypten, Mesopotamien und dem Orient.
Anschließend dient in dieser Hausarbeit der Kritios-Knabe als Vergleich des Aristodikos mit einer Jünglingsgestalt aus dem strengen Stil, um zu sehen, wie sich die archaischen Vorgaben weiterentwickelt haben. Der Knabe ist zwar nicht so vollständig erhalten, wie der Kouros aus Tenea, aber er liegt der archaischen Epoche am nächsten, da er das bisher frühste gefundene Denkmal aus der Klassik ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kouros aus Tenea

2.1. Allgemeine Daten

2.2. Beschreibung

3. Die Grabstatue des Aristodikos

3.1. Allgemeine Daten

3.2. Beschreibung

3.3. Asymmetrien

3.4. Wer war der abgebildete Aristodikos?

3.5. Welche Bedeutung hat die Grabstatue?

4. Der sogenannte Kritios-Knabe

4.1. Allgemeine Daten

4.2. Beschreibung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die stilistische Entwicklung des griechischen Kouros anhand ausgewählter Statuen, um den Übergang von der archaischen Strenge zur frühklassischen Kunst zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie anatomische Veränderungen, die Lockerung der starren Haltung und die zunehmende Individualisierung in der Darstellung das neue Menschenbild der Klassik vorbereiteten.

  • Analyse der anatomischen und gestalterischen Merkmale archaischer Kouroi am Beispiel des Kouros aus Tenea.
  • Untersuchung der Grabstatue des Aristodikos als Bindeglied zwischen Archaik und klassischem Stil.
  • Vergleich der Darstellung des sogenannten Kritios-Knaben als frühklassische Jünglingsgestalt.
  • Evaluation des geistigen Wandels und des veränderten Selbstverständnisses des Menschen in dieser Epoche.

Auszug aus dem Buch

3.3. Asymmetrien

Nach der Beschreibung der Statue ist besonders auf die Asymmetrien hinzuweisen, die bereits angeklungen sind, aber verdeutlicht werden müssen.

Die Gestaltung der Muskulatur, speziell die der Beine dient dazu, die Statue aktiver aussehen zu lassen. Besonders gut kann man bei einer drei Viertel Ansicht des Rückens erkennen, dass die Knie leicht nach vorne geknickt sind und dadurch Energie entsteht. Denn würde das Abbild des Aristodikos einen stehenden Mann zeigen, dann wären die Knie nach hinten durchgedrückt. Durch die ausgeprägte Muskulatur, die Schrittstellung und die leicht gebeugten Knie entsteht aber der Eindruck, als wäre die Statue im Begriff, zu gehen. Die vom Körper fast gelösten Arme verweisen besonders auf Handlungsfähigkeit.

Das bisher gültige Gesetz der starren Frontalität archaischer Kouroi wird zudem anhand der leichten Verschiebungen des Kopfes und des Beckens durchbrochen. Die nachzumessenden geringen Richtungsverschiebungen nach links bewirken, dass sich die Figur durch das Vorsetzen des linken Fußes von links nach rechts wendet, beziehungsweise dreht.

Diese Asymmetrien erzeugen also eine federnde Spannung im Zusammenspiel der Kräfte, so dass eine starke Bewegtheit in der ganzen Figur und in der organischen Verbindung aller Teile untereinander entsteht. Die Statue geht somit über das Schema der archaischen Jünglingsstatuen mit ihrer Bedeutung der senkrechten und waagerechten Achsen hinaus. Durch diese Skulptur ist der Weg für das neue Menschenbild der frühklassischen Kunst bereitet worden, obwohl sie noch in die strengen Gesetzmäßigkeiten der archaischen Kunst eingebunden ist. Mit dem Aristodikos steht man an der Schwelle zur klassischen Kunst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entwicklung des archaischen Kouros ein und stellt den Aristodikos als entscheidende Übergangsfigur vor, die zusammen mit dem Kritios-Knaben zur Veranschaulichung der stilistischen Entwicklung dient.

2. Der Kouros aus Tenea: Dieses Kapitel beschreibt den Kouros als Paradebeispiel für die archaische Gestaltungsweise, geprägt durch strenge Frontalität, athletisches Ideal und eine noch abstrakt-geometrische Anatomie.

3. Die Grabstatue des Aristodikos: Es wird analysiert, wie Aristodikos durch weichere Übergänge, erste Asymmetrien und eine dynamischere Haltung das starre archaische Schema durchbricht und den Weg zur Klassik ebnet.

4. Der sogenannte Kritios-Knabe: Die Untersuchung des Kritios-Knaben zeigt die Vollendung der im Aristodikos angedeuteten Entwicklung, insbesondere durch den Kontrapost und eine natürlichere Integration der Körperteile.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die anatomischen und stilistischen Beobachtungen zusammen und erklärt den künstlerischen Wandel durch die geistige Entwicklung des Menschen hin zu einem neuen Selbstbewusstsein.

Schlüsselwörter

Griechische Plastik, Kouros, Aristodikos, Kritios-Knabe, Archaik, Frühklassik, Körperbild, Anatomie, Kontrapost, Asymmetrie, Marmor, Grabstatue, Stilwandel, Idealdarstellung, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der stilistischen Entwicklung des griechischen Kouros vom archaischen Typus bis hin zum Beginn der klassischen Kunst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse der anatomischen Gestaltung, die Bedeutung der Körperhaltung (Frontalität vs. Kontrapost) und der geistige Wandel in der griechischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Statue des Aristodikos als entscheidendes Bindeglied zwischen archaischen Konventionen und der neuen, lebensnäheren Darstellung der Frühklassik zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse der Skulpturen (Kouros aus Tenea, Aristodikos, Kritios-Knabe) durchgeführt, ergänzt durch kunsthistorische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei Statuen, die Untersuchung ihrer anatomischen Merkmale und die Erörterung der Asymmetrien und ihrer Bedeutung für die Bewegungsdarstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Kouros, Archaik, Frühklassik, Aristodikos, Kontrapost, Anatomie und Körperbild.

Warum ist die Statue des Aristodikos für die Kunstgeschichte so bedeutsam?

Sie markiert den Übergang von der starren, frontalen archaischen Haltung hin zu einer weicheren, anatomisch korrekteren und dynamischeren Darstellung, die den Weg zur klassischen Kunst bereitet.

Was unterscheidet den Kritios-Knaben vom Aristodikos?

Während der Aristodikos den Übergang einleitet, setzt der Kritios-Knabe mit dem Kontrapost und dem daraus resultierenden Chiasmus die anatomische Integration konsequent fort und wirkt noch lebensnaher.

Welche Rolle spielt die Grabstätte für die Deutung der Statuen?

Grabstatuen wie die des Aristodikos dienten sowohl der Pflicht gegenüber den Toten als auch der Erfüllung des geistigen Bedürfnisses der Lebenden, das Bild des Verstorbenen in ihrer Gegenwart zu bewahren.

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Details

Title
Die Statue des Aristodikos und ihre Stellung in der Entwicklung des griechischen Kouros
College
Ruhr-University of Bochum  (Archäologischen Institut)
Course
Griechische Plastik in der Abgusssammlung des Archäologischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum
Grade
2
Author
Katharina Krings (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V47496
ISBN (eBook)
9783638444378
ISBN (Book)
9783638764148
Language
German
Tags
Statue Aristodikos Stellung Entwicklung Kouros Griechische Plastik Abgusssammlung Archäologischen Instituts Ruhr-Universität Bochum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krings (Author), 2000, Die Statue des Aristodikos und ihre Stellung in der Entwicklung des griechischen Kouros, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47496
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