Der Soziologiestudent und ich - Berufschancen und Berufsverlauf von Soziologie- und Pädagogikstudenten im Vergleich


Hausarbeit, 2004
23 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

I. Von Taxifahrern und Lehrern

II. Der Gesamtdeutsche Vergleich
II.1.Die Studiengänge im Vergleich
- Studiendauer
- Studienanfänger
- Studentenzahl
- Absolventen
- Promotionen
- Geschlechterverteilung unter den Studierenden
II.2.Die Absolventen und der Arbeitsmarkt
- Erwerbstätige aufgeteilt nach Geschlecht
- Arbeitslose aufgeteilt nach Geschlecht
- Arbeitslose aufgeteilt nach Alter

III. Die Verbleibstudien in Berlin und Augsburg
- Rahmendaten der Untersuchungen
III.1.Die Untersuchungen zum Studium
- Motivation
- Praktische Erfahrungen während des Studiums
III.2.Das Berufleben in den Studien
- Bewerbungsaufwand
- Berufsfelder
- Beschäftigungsverhältnisse
- Verdienst
- Schlüsselqualifikationen

IV. Die vielfältigen Möglichkeiten von Soziologen und Pädagogen

Literaturverzeichnis

I. Von Taxifahrern und Lehrern

Für die meisten Studienfächer hat der Volksmund klare Vorstellungen vom späteren Beruf.

So offenbar auch bei den Studiengängen Soziologie und Pädagogik. So werden angeblich Soziologiestudenten später mal Taxifahrer und Pädagogikstudenten Lehrer. Da aber nicht mal 6% (vgl. Bausch, Gernand 2000 S.34) der Soziologiestudenten Taxifahrer und nur 3,9% (vgl. Wischmeier 2004 S.9) der Pädagogikstudenten Lehrer werden, muss ja aus den Übrigen auch etwas werden. Zudem wird aufgrund der niedrigen Prozentsätze deutlich klar, dass die Allgemeinheit eine falsche Vorstellung von diesen beiden Studienfächern hat. Die wenigsten ahnen, dass so manche Stelle sowohl mit einem Bewerber mit soziologischem als auch pädagogischen Studium besetzt werden kann. Soziologen und Pädagogen sind sich also oftmals Konkurrenten auf dem heftig umkämpften Arbeitsmarkt. Um auf diesem Gebiet Licht ins Dunkel zu bringen stellten sowohl Wissenschaftler der Soziologie als auch der Pädagogik Verbleibsstudien an.

Deshalb möchte ich im Folgenden die Studiengänge betrachten, um dadurch erwachsende Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu herauszustellen, den Arbeitsmarkt in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, um derzeitige Entwicklungen schildern zu können und anschließend zwei ausgewählte Verbleibsstudien näher betrachten, um mich zu versichern, dass ich nicht vielleicht doch Lehrer werde und Soziologiestudenten Taxifahrer.

II. Der Gesamtdeutsche Vergleich

II.1. Die Studiengänge im Vergleich

Um eventuelle spätere Unterschiede zwischen den Absolventen von der Soziologie und Pädagogik sinnvoll einordnen zu können, ist es wichtig die Einflüsse der beiden Studienfächer abschätzen zu können, weshalb ich mich zuerst der universitären Seite der beiden Wissenschaften widmen möchte.

Bei einem gesamtdeutschen Vergleich durch das statistische Bundesamt stellte sich heraus, dass die Regelstudienzeit sowohl bei den Soziologen als auch Pädagogen 9 Semester beträgt. Die tatsächliche Studienzeit bei den Sozialwissenschaften dauert allerdings 12,6 Semester, ein Pädagogikstudent benötigt im Durchschnitt 11,6 Fachsemester. So überrascht es auch nicht, dass Soziologieabsolventen mit 29,6 Jahren knapp älter als ihre Kollegen von Pädagogik mit 29 Jahren sind.

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Während die Soziologie bei den Studienanfängern zwischen 1999 und 2002 einen starken Anstieg von 8082 auf 11062 Anfängern zu verzeichnen hatte, fiel die Zunahme bei der Pädagogik weit weniger stark aus. Vom Beispiel der Augsburger Universität ausgehend kann die Tendenz bestätigt werden, dass mittlerweile die Zahl der Soziologieanfänger die der Pädagogikanfänger überflügelt hat.

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Während die Anzahl an Pädagogikstudenten von 1999 bis 2002 relativ stabil bei 51000 blieb, stieg die Zahl der Soziologiestudenten von ca. 32000 auf ca. 37500.

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Während in diesem Zeitraum die Pädagogikabsolventen pro Jahr zwischen 3867 und 4195 pendelten, schlossen lediglich zwischen 1422 und 1606 Soziologiestudenten ihr Studium erfolgreich ab. Für die Soziologiestudenten bedeutet das eine magere Erfolgsaussicht von ca. 20%. Aber auch der Prozentsatz der Pädagogikabsolventen ist mit ca. 33% nicht allzu hoch. Eine mögliche Erklärung für das schlechte Abschneiden der beiden Studienfächer in dieser Hinsicht ist die seltene Beschränkung durch Zulassungsbeschränkungen, so dass der Ausflug ins Studentenleben mehr der Vermeidung einer drohenden Lücke im Lebenslauf dient. Zudem kann bei diesem gesamtdeutschen Vergleich kein Rückschluss auf das Erfolgsniveau der einzelnen Universität gezogen werden.

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Der leichte Rückgang bei sozialwissenschaftlichen Promotionen von 2001 auf 2002 dürfte sich mittlerweile ins Gegenteil gekehrt haben, da nun die ersten Studenten des Soziologiestudentenanstiegs seit 1999 ihre Promotion machen. Die nur leichte Schwankungen unterworfene Zahl der Pädagogikpromotionen wird sich vermutlich bis heute nicht allzu sehr verändert haben. Es fällt auf, dass im Vergleich zu den Absolventenzahlen Soziologiestudenten weit häufiger promovieren als Pädagogikstudierende.

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Beim der Aufteilung nach Geschlecht lässt sich feststellen, dass sowohl die Soziologie als auch die Pädagogik mehrheitlich von Frauen studiert wird. Ein Indiz dafür, dass sich dies nicht so schnell ändern wird, ist, dass die weiblichen Soziologiestudierenden eine höhere Steigerungsrate zu verzeichnen haben als ihre männlichen Pendants. Der Überschuss an Frauen fällt bei der Pädagogik mit ca. 3:1 weit deutlicher aus als bei der Soziologie und wird sich aufgrund des sinkenden männlichen Anteils auch in Zukunft festigen (vgl. ISA Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt 2004 a&b).

II.2. Die Absolventen und der Arbeitsmarkt

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Bei den Erwerbstätigenstatistiken aufgeteilt nach Geschlecht ist auffällig, dass diese nicht die Geschlechtsverteilung während des Studiums nachbilden. Obwohl im Jahr 2000 55% der Soziologiestudierenden weiblichen Geschlechts waren, war der Anteil an den Erwerbstätigen mit einem Hochschulabschluss der Soziologie oder Politologie nur bei 40%. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass erst seit 1996 der Anteil der Soziologiestudentinnen gegenüber den Studenten zunahm. In den Jahren davor gab es leicht mehr männliche Studierende, die zudem von den besseren Einstiegschancen in die Berufswelt profitierten. „Während die Zahl der erwerbstätigen Männer um ungefähr ein Drittel im Zeitraum zwischen 1991 und 2000 stieg, konnte die Zahl erwerbstätiger Frauen fast verdoppelt werden“ („ISA Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt 2004b“). Die Erwerbstätigen mit einem Hochschulabschluss in Pädagogik konnten ebenfalls einen Zuwachs verbuchen. Der Anteil der männlichen Erwerbstätigen mit erfolgreich absolviertem Pädagogikstudium ist mit gut 40% deutlich höher als wie der Männeranteil zu Zeiten des Studiums. Da aber die Zahl der männlichen Erwerbstätigen seit 1991 insgesamt sank und die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen stieg, ist eine Tendenz, die zu ähnlichen Relationen wie an den Hochschulen führt, vermutbar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Soziologiestudent und ich - Berufschancen und Berufsverlauf von Soziologie- und Pädagogikstudenten im Vergleich
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Bildungssoziolgie
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V47506
ISBN (eBook)
9783638444422
ISBN (Buch)
9783638659482
Dateigröße
1478 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Vergleich bezieht sich auf Studenten, Absolventen und das Berufsleben von Soziologie- und Pädagogikstudenten im Vergleich. Nachdem im ersten Teil gesamtdeutsche Studien herangezogen werden, werden im zweiten Teil die Berliner Untersuchung zu Soziologiestudenten mit der Augsburger Untersuchung zu Pädagogikstudenten verglichen. Untersuchte Fragestellungen sind u.a. Studienmotivation, Geschlechterverteilung, benötigte Schlüsselqualifikationen, Berufschancen und Vergütung.
Schlagworte
Soziologiestudent, Berufschancen, Berufsverlauf, Soziologie-, Pädagogikstudenten, Vergleich, Bildungssoziolgie
Arbeit zitieren
Martin Selzle (Autor), 2004, Der Soziologiestudent und ich - Berufschancen und Berufsverlauf von Soziologie- und Pädagogikstudenten im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47506

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