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Freud - Zunkunft einer Illusion

Title: Freud - Zunkunft einer Illusion

Term Paper , 2002 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Linda Schug (Author)

Psychology - Social Psychology
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Sigmund Freud konfrontiert sich in seiner Schrift Die Zukunft einer Illusion (1927) mit der Frage nach dem Schicksal der Kultur. Dabei stellt er sich bescheiden als

"ein Psychologe [dar], der sich nicht darüber täuscht, wie schwer es ist, sich in dieser Welt zurechtzufinden [und bemüht ist] die Entwicklung der Menschheit nach dem bisschen Einsicht zu beurteilen, das er sich durch das Studium der seelischen Vorgänge beim Einzelmenschen während dessen Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen erworben hat." (S. 154)

Da sich der Autor über das Problem der Subjektivität und über die allgemeine Unsicherheit von Vorhersagen bewusst ist, beschränkt er sich auf das Teilgebiet der Psychoanalyse, sein Spezialgebiet (vgl. S. 109), und behauptet keineswegs, dass die von ihm entwickelte These allgemeingültig sei. Auch schreckt er nicht davor zurück in Form von fiktiven Dialogen immer wieder Kritik an seinen eigenen Ausführungen zu üben.

Mit der Veröffentlichung seiner, wie ich später zeigen werde, kultur- und religionskritischen Schrift riskierte Freud zwar nicht mehr sein Leben, sondern Vorwürfe "wegen Seichtheit, Borniertheit, Mangel an Idealismus und an Verständnis für die höchsten Interessen der Menschheit" (S.139), sowie eine eingeschränkte Verbreitung und weiteres Misstrauen gegenüber der Psychoanalyse (vgl. S. 139). Es ist ihm völlig klar, dass seine Argumente weder die Glaubenden, die sich zärtlich an die religiösen Lehrsätze gebunden fühlen, noch diejenigen beeinflussen werden, die sich nur anpassen, weil sie die Drohungen der Religion fürchten (vgl. S. 148-9). Obwohl Die Zukunft einer Illusion also niemandem den Glauben nehmen würde, wollte er der Religionskritik eine psychologische Begründung hinzufügen (vgl. S. 138).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kultur

2.1. Die Grundlagen der Kultur

2.2. Die Kultur als Schutz vor dem Naturzustand

2.3. Die Gegenwart der Kultur - Die Kulturfeindseligkeit

3. Religion

3.1. Die Religion als...

3.1.1. ... Personifikation der Natur

3.1.2. ... Illusion der Kultur

3.1.3. ... Zwangsneurose

3.2. Die Bedeutung der Religion

3.3. Die Gegenwart und die Kritik der Religion

4. Die Zukunft von Religion und Kultur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Sigmund Freuds kulturkritische Schrift "Die Zukunft einer Illusion" (1927) und analysiert seine psychoanalytische Begründung der Religionskritik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Freud das Schicksal der Kultur im Spannungsfeld zwischen notwendigem Triebverzicht, dem Schutz vor dem Naturzustand und der psychologischen Funktion religiöser Illusionen bewertet.

  • Psychologische Analyse des Kulturverzichtes und der Triebunterdrückung
  • Die Funktion von Religion als kollektive Schutzinstanz und Illusion
  • Die Herleitung der Religion aus dem Vaterkomplex und kindlichen Entwicklungsmustern
  • Die Bedeutung der Erziehung zur Realität für die Zukunft der Menschheit
  • Die wissenschaftliche Fundierung des Primats des Intellekts gegenüber religiösem Glauben

Auszug aus dem Buch

3.1.1. ... Personifikation der Natur

Die Kultur vermenschlicht die Natur um dem Menschen die psychische Bearbeitung seiner Angst gegenüber den Elementen zu ermöglichen. Die Natur als ein Wesen wahrzunehmen, in dem Leidenschaften toben und das böswillig sein kann, lässt sie weniger fremd erscheinen. Man fühlt sich ihr gegenüber nicht mehr hilflos ausgeliefert, sondern kann mit ihr wie mit einen Menschen umgehen, also versuchen sie zu beschwören, zu beschwichtigen oder zu bestechen. Die Personifikation dient dazu die Naturgewalten als bezwingbar erscheinen zu lassen (vgl. S. 120), sie zu begreifen, also psychisch zu bewältigen, und die physischen Bewältigung vorzubereiten in der Hoffnung sie später einmal beherrschen zu können (vgl. S. 125-6).

Das entspricht einem alten Verhaltensmuster, denn als Kind empfand der Mensch eine ähnliche Hilflosigkeit und hegte ambivalente Gefühle seinen Eltern gegenüber. Da er den Vater gleichzeitig als Beschützer und als Bedrohung erlebte, gibt er nun den Naturkräften einen solchen Charakter. Er macht sie zu Göttern (vgl. S. 121), die ihn vor fremden Übermächten schützen sollen, die er fürchtet und zu gewinnen sucht (vgl. S. 127). Eigenschaften dieser Wesen oder vielmehr des einen Gottes, zu dem sich in der christlich geprägten Kultur alle Gottheiten der Vorzeiten verdichtet haben, sind überlegene Weisheit, Allgüte und Gerechtigkeit (vgl. S. 123).

Die Beziehung des Menschen zu seinem Gott folgt also einem infantilen, ja sogar phylogenetischen Vorbild, dem Verhältnis zum Vater, das heißt eine frühere Situation der Geschichte des Individuums und der Stämme/der Menschheit wird fortgesetzt (vgl. S. 121).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Freud nähert sich der Frage nach dem Schicksal der Kultur aus seiner Perspektive als Psychologe und begründet die methodische Beschränkung auf die Psychoanalyse.

2. Kultur: Die Kultur wird als Abkehr vom Naturzustand definiert, die durch Triebverzicht und gesellschaftliche Einrichtungen die Existenz sichert, aber gleichzeitig Widerstände hervorruft.

3. Religion: Religion wird psychoanalytisch als kindlich motivierte Wunschvorstellung gedeutet, die den Menschen vor der erdrückenden Übermacht der Natur schützt.

4. Die Zukunft von Religion und Kultur: Freud entwirft die Vision einer "Erziehung zur Realität", in der der Mensch die Religion als Illusion überwindet und durch rationales Denken ersetzt.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion, Psychoanalyse, Kulturkritik, Religionskritik, Triebverzicht, Über-Ich, Naturzustand, Personifikation, Wunschvorstellung, Zwangsneurose, Realität, Wissenschaft, Erziehung, Intellekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Sigmund Freuds Werk "Die Zukunft einer Illusion" hinsichtlich seiner kultur- und religionskritischen Thesen aus einer psychoanalytischen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entstehung von Kultur durch Triebverzicht, die psychologische Funktion von Religion als kollektive Schutzinstanz und die Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Freuds Argumentation nachzuvollziehen, warum Religion als psychologische Illusion verstanden werden muss und wie eine Gesellschaft ohne diese Illusion bestehen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der psychoanalytischen Theoriebildung, um kulturelle und religiöse Phänomene als Ausdruck menschlicher Entwicklungspsychologie zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der kulturellen Grundlagen, die tiefenpsychologische Analyse religiöser Vorstellungen und die Vision einer wissenschaftlich geprägten Zukunft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind der Triebverzicht, die religiöse Illusion, die Personifikation der Natur, das Über-Ich und das Ziel der Erziehung zur Realität.

Wie begründet Freud die Entstehung der Religion?

Freud begründet die Religion als eine Notwendigkeit des Menschen, sich gegen die Angst vor Naturgewalten zu wappnen, indem er diese anthropomorphisiert und als Vaterfiguren umdeutet.

Warum kritisiert Freud die religiöse Erziehung?

Freud kritisiert die Religion, da sie bereits Kinder an den Glauben an Absurditäten gewöhnt und so den kritischen Verstand und die geistige Intelligenz des Menschen langfristig schwächt.

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Details

Title
Freud - Zunkunft einer Illusion
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Grundlagen psychoanalytischer Sozialpsychologie
Grade
1,7
Author
Linda Schug (Author)
Publication Year
2002
Pages
10
Catalog Number
V47524
ISBN (eBook)
9783638444576
ISBN (Book)
9783640237968
Language
German
Tags
Freud Zunkunft Illusion Grundlagen Sozialpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Schug (Author), 2002, Freud - Zunkunft einer Illusion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47524
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