Mit folgender Arbeit soll die gegenwärtige Struktur des Autobankensektors in Deutschland dargestellt und eine Systematik der in Deutschland tätigen herstellergebundenen Autobanken entwickelt werden.
Als weiteres Ziel soll eine Charakterisierung der wesentlichen Elemente des Geschäftsmodells der hier ansässigen Autobanken erfolgen. Darüber hinaus sollen die Wettbewerbssituation und aktuelle Entwicklungen des Autobankensektors beschrieben werden. Abschließend sollen Ansätze für weitergehende Forschung auf diesem Gebiet benannt werden.
Berücksichtigt in dieser Bachelor Thesis sind öffentlich verfügbare Informationen bis September 2004. Bei global tätigen Finanzdienstleistungsunternehmen ist nur der in Deutschland operierende Geschäftsbereich maßgeblich.
Die Themenabgrenzung sieht ausschließlich klassische herstellergebundene Autobanken vor, dazu zählen die im „Arbeitskreis der Banken und Leasing-Gesellschaften der Automobilwirtschaft“ organisierten Unternehmen4. Diese sind gleichzeitig Mitglieder des Bankenfachverbands e.V., Berlin. Der Bankenfachverband besteht aus 51 Spezialfinanzierern, darunter 27 Privatkundenbanken, 12 Firmenkundenbanken und 12 Autobanken.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
1.1 Einführung
1.2 Ziele der Arbeit und Abgrenzung des Themas
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Zusammensetzung des Autobankensektors in Deutschland
2.1.1 Spezialfinanzierer
2.1.1.1 Herstellergebundene Autobank
2.1.1.2 Herstellerungebundene Autobank
2.1.2 Geschäftsbanken
2.1.3 Direktbanken
2.1.4 Arbeitskreis Autobanken
2.2 Finanzdienstleistungen im Autobankensektor
2.2.1 Konsumentenfinanzierung
2.2.2 Absatzfinanzierung
2.2.3 Leasingprodukte
2.2.4 Versicherungsprodukte
2.2.5 Traditionelle Bankdienstleistungen
2.3 Systematik
2.3.1 Entstehungsgründe für Autobanken
2.3.2 Gegenwärtige Funktionen von Autobanken
2.3.3 Exemplarische Darstellung des Expansionspfads einer Autobank
2.3.4 Wettbewerbslandschaft in Deutschland
2.3.5 Geschäftsmodelle nach Dienstleistungen
3 Methoden
3.1 Beschreibung der Vorgehensweise
3.2 Literaturüberblick
3.3 Vorüberlegungen zur empirischen Untersuchung
4 Analyse
4.1 Dimensionen der Analyse
4.2 Die automobile Wertschöpfungskette
4.3 Effektive Nutzung der Marktausschöpfungsquote
4.4 Produktbündel als innovative automobile Finanzdienstleistungen
4.5 Entwicklungen auf dem Markt für Gebrauchtwagenfinanzierung
4.6 Strukturelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.6.1 Einschätzung der Konkurrenzsituation durch die Autobanken.
4.6.2 Konkurrenten außerhalb des Autobankensektors:
4.7 Aktuelle Entwicklungen
4.7.1 Zulassungszahlen und Penetrationsrate
4.7.2 Abspaltung des Ratings der Finanzdienstleister
4.7.3 White Label Products
4.7.4 Auswirkungen der EU-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO)
4.7.5 Wirtschaftslage in Deutschland
4.8 Zukünftige Entwicklungen
4.8.1 Listing Fees
4.8.2 Technologieführerschaft und Basel II als Wettbewerbsvorteil
4.8.3 Fusionen und Kooperationen zwischen Captives
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Thesis analysiert die Geschäftssituation und die strategische Positionierung von herstellergebundenen Autobanken in Deutschland im Jahr 2004. Dabei steht die Untersuchung des Geschäftsmodells im Kontext der automobilen Wertschöpfungskette und der Wettbewerbslandschaft im Mittelpunkt, um Herausforderungen und Zukünftige Entwicklungen aufzuzeigen.
- Struktur und Systematik von herstellergebundenen Autobanken (Captives)
- Die Bedeutung der automobilen Wertschöpfungskette als Basis für das Geschäftsmodell
- Wettbewerbsanalyse gegenüber unabhängigen Finanzdienstleistern und Banken
- Einfluss von aktuellen Rahmenbedingungen wie der EU-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO)
- Zukünftige strategische Ansätze wie Produktbündel und Kooperationen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die automobile Wertschöpfungskette
Grundlegendes Ziel der automobilen Wertschöpfungskette ist es, alle Dienstleistungen, die mit dem Automobil zusammenhängen, dem Verbraucher über die eigenen Vertriebswege anzubieten und ihn so an die Markenwelt des Konzerns zu binden. Involviert in diese Wertschöpfungskette sind der Herstellerkonzern inklusive aller verbundenen Unternehmen, die Handelsorganisationen und der Endkonsument.
Betrachtet man die durchschnittlichen Umsatzrenditen im Automobilgeschäft, wird offensichtlich, dass es für einen Automobilhersteller essentiell ist, möglichst viele Teilelemente der Wertschöpfungskette anzubieten.
Das Kerngeschäft, die Produktion und Vermarktung von Kraftfahrzeugen, ist aus Renditegesichtspunkten fast schon zu vernachlässigen. Erst die dauerhafte Nutzung des Fahrzeugs durch den Kunden in Kombination mit einer oder mehreren Finanzdienstleistungen macht das Geschäft für den Hersteller lohnend. Eine Studie von Booz Allen Hamilton im Auftrag der DaimlerChrysler Bank fand heraus, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren, also in etwa der Lebensdauer eines Fahrzeugs, Dienstleistungen wie Finanzierung und Versicherung einen Umsatz von 30 Prozent und einen Gewinn von 46 Prozent an der Wertschöpfungskette eines Automobils ausmachen. Das Besondere bei den Finanzdienstleistungen ist, dass sie auch losgelöst von klassischen Fahrzeugdienstleistungen Teil dieser Prozesskette sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die deutsche Bankenlandschaft ein, definiert den Fokus auf herstellergebundene Autobanken und legt die Ziele sowie die Abgrenzung der Untersuchung fest.
2 Grundlagen: Hier wird der Untersuchungsgegenstand systematisch in Gruppen (Spezialfinanzierer, Geschäftsbanken, Direktbanken) unterteilt, zentrale Finanzdienstleistungsbegriffe definiert und die Entstehungsgeschichte sowie Funktionen von Autobanken beleuchtet.
3 Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise der Arbeit, einschließlich der Quellenrecherche und der Durchführung einer empirischen Untersuchung mittels Experteninterviews.
4 Analyse: Das Kernkapitel analysiert das Geschäftsmodell basierend auf der automobilen Wertschöpfungskette, betrachtet Wettbewerbsbedingungen, aktuelle Marktentwicklungen sowie Herausforderungen wie regulatorische Änderungen und technologische Anforderungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, unterstreicht die Bedeutung der Nähe zum Hersteller als Wettbewerbsvorteil und benennt Anknüpfungspunkte für weiterführende Forschung.
Schlüsselwörter
Autobanken, Captives, Finanzdienstleistungen, Automobilindustrie, Absatzfinanzierung, Leasing, automobile Wertschöpfungskette, Kundenbindung, Wettbewerbsstrategie, Direktbanken, Marktsegmentierung, Gruppenfreistellungsverordnung, Basel II, Refinanzierung, White Label Products
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschäftliche Situation, die Strukturen und die strategische Ausrichtung von herstellergebundenen Autobanken in Deutschland im Jahr 2004.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Einordnung von Autobanken in die Finanzlandschaft, ihr Beitrag zur Absatzförderung von Automobilen, die Rolle innerhalb der automobilen Wertschöpfungskette und die Wettbewerbsposition gegenüber anderen Finanzanbietern.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine Systematik der in Deutschland tätigen herstellergebundenen Autobanken zu entwickeln, deren Geschäftsmodell zu charakterisieren und die Wettbewerbssituation sowie aktuelle Marktentwicklungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse und Recherche öffentlich zugänglicher Daten führte der Autor eine eigene empirische Untersuchung durch, die auf strukturierten Telefoninterviews mit den in Frage kommenden Autobanken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Geschäftsmodell von Autobanken, die Auswirkungen der automobilen Wertschöpfungskette auf die Kundenbindung, die Konkurrenzsituation, regulatorische Einflüsse (GVO) sowie zukünftige Entwicklungen wie Listing Fees und technologische Führerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Autobanken, Captives, Absatzfinanzierung, automobile Wertschöpfungskette, Kundenbindung, Wettbewerbsstrategie und Marktsegmentierung.
Warum ist die automobile Wertschöpfungskette für Autobanken so bedeutend?
Sie ermöglicht es, den Kunden über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs zu binden und durch die Integration von Finanz- und Zusatzdienstleistungen Ertragsquellen zu erschließen, die deutlich rentabler sind als das reine Produktions- und Verkaufsgeschäft.
Wie beurteilen die befragten Autobanken die Auswirkungen der EU-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO)?
Die Auswirkungen werden bisher als nicht negativ eingestuft, wobei die GVO bestehende Wettbewerbsstrukturen zwar aufbricht, diese jedoch nicht grundlegend verändert, während sie gleichzeitig neue Chancen und einen erhöhten Wettbewerbsdruck schafft.
- Quote paper
- Simon Holz (Author), 2004, Autobanken in Deutschland. Analyse und Wettbewerbssituation eines Geschäftsmodells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47547