Es existiert eine endlose Vielfalt an Organisationstheorien. Morgan (1986, S. 340 f.) erwähnt als Begründung dafür ein indisches Märchen, in dem sechs blinde Männer auf einen Elefanten stoßen. Es ist ihnen nicht möglich zu erkennen, dass sie einen Elefanten vor sich haben, denn jeder der Blinden kann nur einen Körperteil, nicht aber den ganzen Elefanten erfassen. Der Elefant steht für Organisationen im Allgemeinen, während die blinden Männer die einzelnen Organisationstheorien darstellen. Jede einzelne Organisationstheorie erfasst „jeweils nur bestimmte Aspekte von Organisationen“ (vgl. Morgan, G., 1986, S. 340 f.; zit. bei Kieser, A., 1995, S. 1) andere Aspekte werden übersehen. Das erste Ziel dieser Arbeit ist es, die Mikropolitiktheorie nach Küpper und Ortmann möglichst detailliert, aber dennoch knapp zu beschreiben und zu verdeutlichen, welche Aspekte im Rahmen dieser Theorie berücksichtigt werden. Das zweite Ziel ist es, Anwendungen des Ansatzes in der Praxis zu schildern.
Dazu wird zunächst in Abschnitt I des folgenden Teils B der Begriff „Mikropolitik“ erklärt, bevor im Abschnitt II der Theorieansatz selbst erläutert wird und die für die Theorie zentralen Begriffe erklärt werden. Zur Verdeutlichung des Ansatzes wird daraufhin im Abschnitt III eine Abgrenzung zu anderen Theorieansätzen vorgenommen. Im letzten Abschnitt des Teils B erfolgt eine kritische Würdigung des Ansatzes. In Teil C wird auf Anwendungsmöglichkeiten der Theorie in der Praxis eingegangen. Dazu wird in den Abschnitten I bis IV auf Personalcontrolling, Leistungsbeurteilung, betriebliche Gleichstellung von Frauen und den Unternehmenserwerb eingegangen. Im letzten Teil D wird eine abschließende Betrachtung der Arbeit vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Darstellung der Mikropolitiktheorie
- I. Der Begriff,,Mikropolitik“
- II. Der Theorieansatz „,Mikropolitik“
- 1. Mikropolitik und strategische Organisationsanalyse
- a) Überblick
- b) Aspektuales Verständnis
- c) Konzeptuales Verständnis
- d) Bausteine des Ansatzes
- 2. Zentrale Begriffe
- a) Akteur
- b) Macht
- c) Struktur
- 1. Mikropolitik und strategische Organisationsanalyse
- III. Abgrenzung zu anderen Ansätzen
- 1. Mikropolitik und Strukturationstheorie
- 2. Mikropolitik und NIÖ
- IV. Kritischer Blick
- C. Beispiele zur Anwendung der Mikropolitiktheorie
- I. Personalcontrolling
- 1. Anwendbarkeit der Mikropolitiktheorie
- 2. Ein funktionaler Ansatz
- 3. Personalcontrolling und Mikropolitik
- 4. Zusammenfassung und Bewertung
- II. Leistungsbeurteilung
- 1. Anwendbarkeit der Mikropolitiktheorie
- 2. Leistungsbeurteilung und Mikropolitik
- III. Betriebliche Gleichstellung von Frauen
- IV. Unternehmenserwerb
- I. Personalcontrolling
- D. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit zielt darauf ab, die Mikropolitiktheorie nach Küpper und Ortmann zu erläutern und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis aufzuzeigen. Sie beschreibt die zentralen Elemente der Theorie, grenzt sie von anderen Ansätzen ab und bewertet ihre Stärken und Schwächen.
- Der Begriff „Mikropolitik“ und seine Bedeutung im Kontext der Organisationstheorie
- Die zentralen Elemente der Mikropolitiktheorie nach Küpper und Ortmann
- Die Anwendung der Theorie in verschiedenen Bereichen der Personalwirtschaft
- Eine kritische Bewertung des Ansatzes und seiner Limitationen
Zusammenfassung der Kapitel
- A. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor und erläutert die Zielsetzung, den Aufbau und die Methodik der Arbeit.
- B. Darstellung der Mikropolitiktheorie: Dieser Teil der Arbeit widmet sich der detaillierten Beschreibung des Begriffs „Mikropolitik“, der zentralen Elemente der Theorie und der Abgrenzung von anderen Ansätzen.
- C. Beispiele zur Anwendung der Mikropolitiktheorie: Dieser Abschnitt behandelt die Anwendung der Mikropolitiktheorie in verschiedenen Bereichen der Personalwirtschaft, wie z.B. Personalcontrolling, Leistungsbeurteilung und betriebliche Gleichstellung von Frauen.
Schlüsselwörter
Mikropolitik, Organisationstheorie, strategische Organisationsanalyse, Akteure, Macht, Struktur, Personalwirtschaft, Personalcontrolling, Leistungsbeurteilung, betriebliche Gleichstellung von Frauen, Unternehmenserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Mikropolitik in Organisationen?
Mikropolitik bezeichnet das strategische Handeln von Akteuren innerhalb einer Organisation, um eigene Interessen durch den Einsatz von Macht und Ressourcen zu verfolgen.
Wer sind die Hauptvertreter der Mikropolitiktheorie in dieser Arbeit?
Die Arbeit konzentriert sich auf den theoretischen Ansatz von Küpper und Ortmann sowie deren Konzept der strategischen Organisationsanalyse.
Wie hängen Macht und Struktur in der Mikropolitik zusammen?
Strukturen in Organisationen sind sowohl das Ergebnis mikropolitischer Auseinandersetzungen als auch der Rahmen, in dem Macht ausgeübt und legitimiert wird.
In welchen Bereichen der Personalwirtschaft wird Mikropolitik angewendet?
Praxisbeispiele umfassen das Personalcontrolling, die Leistungsbeurteilung, die betriebliche Gleichstellung von Frauen und Prozesse beim Unternehmenserwerb.
Was ist das Ziel der strategischen Organisationsanalyse?
Sie dient dazu, das komplexe Zusammenspiel von individuellen Interessen, Machtbeziehungen und formalen Strukturen in einer Organisation besser zu verstehen.
Wie wird die Mikropolitiktheorie kritisch bewertet?
Die Arbeit beleuchtet sowohl die Stärken bei der Analyse informeller Prozesse als auch die Limitationen des Ansatzes in Bezug auf die Vorhersagbarkeit von Organisationsverhalten.
- Citation du texte
- Dipl.-Kfm. Thomas Rilling (Auteur), 2004, Personal als strategisch handelnde Akteure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47569