Die Diagnose des frühkindlichen Autismus wird aufgrund der Vorgeschichte und der Beobachtung des Kindes in verschiedenen Situationen erstellt. Dabei werden die diagnostischen Kriterien der beiden international gebräuchlichen Klassifikationssysteme psychischer Störungen und Erkrankungen ICD-10 und DSM-IV zugrunde gelegt. Zusätzliche Hilfsmittel sind standardisierte Interviews mit Eltern oder Bezugspersonen oder auch Beobachtungsskalen, die es erlauben, bestimmte Verhaltensmerkmale genauer und auch quantitativ zu erfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Diagnostik
1.1. Untersuchung
1.2. Fragebogen
1.3. Tests für autistische Kinder
1.3.1. PEP
1.3.2. DSM-IV
1.3.3. ICD-10
1.3.4. Weitere Tests
1.4 Früherkennung
2. Differentialdiagnostik
2.1. Typen des Autismus.
2.1.1. Frühkindlicher Autismus
2.1.2. Asperger Syndrom
2.1.3. Atypischer Autismus
2.1.4. Rett- Syndrom
2.1.5. Andere desintegrative Störungen im Kindesalter
2.1.6. Nicht autismus- spezifische Störungen
3. Krankheitsverlauf- Maßnahmen zur Förderung autistischer Menschen
3.1. Kindheit und Adoleszenz
3.1.1. Frühe Kindheit
3.1.2. Integrationsversuche im Kindergarten und in der Schule
3.1.3. Jugend
3.2. Erwachsene
3.2.1. Berufsmöglichkeiten, Berufswahl
3.2.2. Freizeit
3.2.3. Die Nachbetreuung erwachsener Autisten
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der fundierten Diagnostik sowie der notwendigen Differentialdiagnostik bei autistischen Störungen und untersucht den Krankheitsverlauf sowie geeignete Maßnahmen zur Förderung betroffener Menschen in verschiedenen Lebensphasen.
- Grundlagen und diagnostische Methoden bei frühkindlichem Autismus.
- Differenzierung zwischen verschiedenen Autismus-Typen und anderen Störungsbildern.
- Herausforderungen und Unterstützungsbedarf während der Kindheit und Adoleszenz.
- Integration in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt.
- Lebensqualität, Freizeitgestaltung und Nachbetreuung im Erwachsenenalter.
Auszug aus dem Buch
1.2. FRAGEBOGEN
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Interviews, Skalen und Beobachtungsmethoden (Kehrer, 2000, S.48), die sich vorwiegend auf die Diagnose des frühkindlichen Autismus spezialisieren.
Ein sehr erfahrener Untersucher kann solche Fragen ohne besondere Hilfsmittel, sozusagen aus dem Stehreif stellen. Aber auch ihm kann es evtl. passieren, dass er vielleicht sogar etwas Wichtiges vergisst. Um dem abzuhelfen wurden Symptomlisten und Fragenbögen entwickelt. Ein solcher Fragebogen ersetzt keinesfalls die persönliche Untersuchung und Beobachtung des Kindes, er ergänzt sie jedoch wirkungsvoll.
Im angelsächsischen Raum gibt es eine Reihe von Fragebögen (Checklists), deren Ziel es ist, das autistische Syndrom zu diagnostizieren und darüber hinaus seine Ausprägung zu quantifizieren.
Schließlich sind in den letzten Jahren noch weitere diagnostische Hilfsmittel entwickelt worden. Hier wurden die für den Autismus typischen Verhaltensweisen teils durch Beobachtung der Kinder, teils durch Befragen der Eltern zusammengestellt und validiert. Dabei handelt es sich um folgende Instrumente für die Diagnose:
Autismus Behavior Checklist (ABC)
Adaptive Behavior Scales (ABS)
Autistic Diagnostic Observation Schedule (ADOS)
Behavior Summarized Evaluation (BSE)
Childhood Autism Rating Scales (CARS)
Parent Interview Autism (PIA)
PL-ADOS ( Prelinqustic Autism Diagnostic Observation Scale)
ADI-R (Autism Diagnostic Interwiew)
GARS (Gilliam Autism Rating Scale)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Diagnostik: Dieses Kapitel erläutert die Komponenten einer fachgerechten Autismusdiagnose, einschließlich der Anamnese, Verhaltensbeobachtung sowie der Nutzung klinischer Klassifikationssysteme wie ICD-10 und DSM-IV.
2. Differentialdiagnostik: Hier werden die verschiedenen Typen des Autismus, wie das Asperger-Syndrom und atypischer Autismus, definiert und von anderen Störungsbildern wie Mutismus oder Hospitalismus abgegrenzt.
3. Krankheitsverlauf- Maßnahmen zur Förderung autistischer Menschen: Das Kapitel betrachtet die Entwicklung autistischer Menschen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, wobei der Schwerpunkt auf schulischer Integration, Berufswahl und unterstützenden Wohnformen liegt.
Schlüsselwörter
Autismus, Diagnostik, Differentialdiagnostik, Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, ICD-10, DSM-IV, Frühförderung, Integration, Kindheit, Adoleszenz, Erwachsenenalter, Berufsausbildung, Fördermaßnahmen, Lebensverlauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt umfassend das Krankheitsbild Autismus, von der klinischen Diagnostik über die Abgrenzung zu anderen Störungen bis hin zu Förderstrategien im Lebensverlauf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die medizinische Diagnostik, die differentialdiagnostische Einordnung sowie die soziale und berufliche Eingliederung autistischer Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand zu diagnostischen Instrumenten sowie zu Fördermöglichkeiten darzustellen, um Betroffenen eine bessere Lebensqualität und Teilhabe zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender klinischer Studien, diagnostischer Standards und internationaler Klassifikationssysteme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von detaillierten diagnostischen Kriterien über die Differenzierung zwischen verschiedenen Autismus-Formen bis hin zu praktischen Ansätzen für Erziehung, Schule und Beruf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Autismus, Diagnostik, Differentialdiagnostik, Integration und Frühförderung.
Warum ist eine Differentialdiagnostik so wichtig?
Da Symptome des Autismus auch bei anderen Störungsbildern auftreten können, ist eine präzise Abgrenzung essenziell, um Fehlbehandlungen zu vermeiden und die richtige Therapieform zu wählen.
Welche Rolle spielt die Integration in den Arbeitsmarkt?
Die berufliche Integration ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung, Selbständigkeit und Entlastung der Familien, scheitert jedoch oft an fehlender Vorbereitung oder unzureichenden Arbeitsplatzbedingungen.
- Quote paper
- Lenka Montskova (Author), 2004, Autismus. Diagnose, Merkmale, Krankheitsverlauf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47594