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Propaganda 1914 - 1945. Eine vergleichende Skizzierung unter besonderer Berücksichtigung des Nationalsozialismus

Title: Propaganda 1914 - 1945. Eine vergleichende Skizzierung unter besonderer Berücksichtigung des Nationalsozialismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Wünschmann (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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In der vorliegenden Arbeit soll das Phänomen Propaganda in den Jahren 1914 bis 1945 untersucht werden. „Propaganda“ meint nach dem heutigen Sprachgebrauch im weitesten Sinne die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, mit dem Zweck menschliche Aktionen (v.a. im politischen Bereich) zu lenken bzw. zu manipulieren. Der Begriff ist äußerst problematisch, was auf seine Verwendung in der nationalsozialistischen Zeit zurückzuführen ist. Er wurde im heutigen Sprachgebrauch ersetzt durch andere Begriffe, die in ihrer Bedeutung entweder politisch, wirtschaftlich oder religiös verknüpft sind (z.B. „Public Relations“, „Öffentlichkeitsarbeit“, „Werbung“, „Marketing“ oder auch „Missionierung“). Das Begriffssurrogat „Erziehung“ oder „Aufklärung“ weist dagegen mehr in die Zeit des 19. Jahrhunderts. Heutzutage folgt auf die Identifizierung von „Propaganda“-Inhalten meist eine kritischere Rezeption und eventuell eine negative Beurteilung ebendieser Inhalte. Häufig wird der Propaganda-Vorwurf auch polemisch zur Diffamierung des (politischen) Gegners gebraucht. Im hier berücksichtigten Zeitraum war die gängige Meinung allerdings, dass Propaganda selbst ein wertneutraler Begriff ist. Sie war ein Instrument, und als solches weder gut oder schlecht an sich, höchstens methodisch-handwerklich gut oder schlecht gebraucht.
U. Daniel und W. Siemann haben darauf hingewiesen, dass die Gleichsetzung von Propaganda mit dem, was Staat und Partei (und insbesondere Goebbels und sein Apparat) im Dritten Reich betrieben haben, eine Verkürzung des historischen Phänomens Propaganda ist. Der Weg des Phänomens bis zum Ersten Weltkrieg soll unter Punkt 1 kurz skizziert werden.
Im Ersten Weltkrieg wurde die Propaganda zum wichtigen Teil der psychologischen Kriegsführung. Sie diente der Diffamierung des Gegners und der positiven Selbstbestimmung, wie unter Punkt 2 auszuführen ist.
Propaganda versucht die „öffentliche Meinung“ zu beeinflussen. Je mehr Menschen an der Öffentlichkeit teilhaben, desto größere und stärkere Leistung muss die Propaganda aufbringen. Gleichzeitig verschwindet der „umworbene“ Einzelne in einer Masse von Rezipienten. In diesem Sinne kann ein Brückenschlag hergestellt werden zum Begriff der „Masse“ und der „Massengesellschaft“, wie sie uns seit dem Beginn des 20. Jahrhundert entgegentritt. Die Auffassung von der Masse als lenkbarer und zu lenkender Block und die diskursive Auseinandersetzung mit ihr sind eine spezifische Erscheinung der Moderne.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Historische Wurzeln des Propagandabegriffs

2. Der Durchbruch der Moderne - Propaganda im Ersten Weltkrieg

3. Propaganda in der Weimarer Republik

4. Nationalsozialistische Propaganda

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Propaganda im Zeitraum von 1914 bis 1945, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Rolle und Ausgestaltung der nationalsozialistischen Propaganda. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich das Verständnis von Propaganda im Kontext der Moderne und der Weltkriege wandelte und welche Bedeutung sie als Machtinstrument in der Politik erlangte.

  • Historische Herleitung und etymologische Wurzeln des Propagandabegriffs
  • Die Entwicklung von Propaganda als Mittel der psychologischen Kriegsführung im Ersten Weltkrieg
  • Die Nutzung von Propaganda als Strategie politischer Akteure in der Weimarer Republik
  • Strukturen, Methoden und die „Aktionspropaganda“ des Nationalsozialismus
  • Die Rolle der Massenbeeinflussung und die Grenzen totalitärer Meinungssteuerung

Auszug aus dem Buch

1. Historische Wurzeln des Propagandabegriffs

Die etymologische Wurzel des Begriffes Propaganda liegt im lateinischen propagare, was wörtlich mit „fortpflanzen, ausweiten, erweitern“ zu übersetzen ist. Ein Herrschaftsbereich konnte so z.B. propagiert werden. Die katholische Kirche übernahm den Begriff für ihre zentrale Missionsanstalt, die 1622 gegründete S. Congregatio de propaganda fide, für die Papst Urban VIII. 1627 auch eine Ausbildungsstätte, ein gleichnamiges Collegium Urbanum einrichtete. Unter dem Eindruck von Reformation und Aufklärung verknüpften sich mit der römisch-katholischen Propaganda auch negative Begriffsbedeutungen. Interessant zu sehen ist dabei, dass sich dem Begriff auch erste Theorien von Verschwörung beimischten. Die Institution der Congregatio wurde als geheime Angriffszentrale des Papsttums gesehen - erst gegen den Protestantismus und später gegen die Aufklärung. Wie es Verschwörungstheorien eigen ist, wurde dabei die reale Macht der Institution gerne überschätzt, dennoch konnte so der „aufgestaute antirömische Affekt auf den Begriff“ gebracht werden.

Die französischen Revolutionäre wiederum brauchten eine Organisation, mit der sie ihre Ideen in den Rest der Welt exportieren konnten. Das neue Wertesystem der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, das zur politischen Grundlage des Staates gemacht wurde, trug v.a. zu Anfang der Revolution in gewissen Maßen auch religiöse Züge. Vielfach lässt sich beobachten, dass kirchlich-religiöse Begriffe in einem neuen Bedeutungszusammenhang gebraucht wurden, und so versucht wurde, in gewissem Sinne eine Gegen-Religion zu schaffen, die mehr von den aufklärerischen Ideen als von der christlichen Lehre beseelt war. So gab es „missionaires“ und „apôtres“ der neuen Ordnung, und eine Absicht der Revolutionäre war „de propager les principes de la vraie liberté“. Auf gegenrevolutionärer Seite sah man in solchen Begrifflichkeiten die Gefahr bestätigt, dass die herrschende Ordnung in ganz Europa subversiv unterwandert werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es erfolgt eine definitorische Annäherung an den Begriff Propaganda sowie die Einbettung des Themas in den historischen Kontext der Jahre 1914 bis 1945.

1. Historische Wurzeln des Propagandabegriffs: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs von der römisch-katholischen Kirche bis hin zur politischen Instrumentalisierung im 19. Jahrhundert.

2. Der Durchbruch der Moderne - Propaganda im Ersten Weltkrieg: Hier wird die Entwicklung von Propaganda zu einem zentralen Instrument der psychologischen Kriegsführung und der Diffamierung des Gegners analysiert.

3. Propaganda in der Weimarer Republik: Das Kapitel behandelt den Wettbewerb um öffentliche Meinung durch extreme politische Gruppen wie KPD und NSDAP in einem labilen demokratischen Umfeld.

4. Nationalsozialistische Propaganda: Die Untersuchung konzentriert sich auf die spezifische „Aktionspropaganda“ der NSDAP, ihren Aufbau und ihre totalitäre Durchdringung aller Lebensbereiche.

Fazit: Die Arbeit resümiert die Bedeutung der Propaganda als Machtinstrument und reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen der Beeinflussung öffentlicher Meinung.

Schlüsselwörter

Propaganda, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Erster Weltkrieg, Massengesellschaft, Agitation, politische Beeinflussung, psychologische Kriegsführung, Ideologie, Volksgemeinschaft, öffentliche Meinung, Geschichte, Joseph Goebbels, Totalitarismus, Machtinstrument.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem historischen Phänomen der Propaganda zwischen 1914 und 1945 und untersucht deren Wandel und Anwendung als politisches Machtinstrument.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Etymologie des Begriffs, die propagandistische Kriegsführung im Ersten Weltkrieg, den politischen Konkurrenzkampf in der Weimarer Republik und die radikale Propagandapraxis des NS-Regimes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Propaganda als Instrument der Moderne aufzuzeigen und insbesondere die spezifische Rolle der nationalsozialistischen Propaganda kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und geistesgeschichtlichen Analyse des Phänomens Propaganda anhand von Fachliteratur und historischen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, den Einsatz im Ersten Weltkrieg, die Aktivitäten in der Weimarer Zeit und die organisierte Propaganda des Nationalsozialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Propaganda, Nationalsozialismus, Massenbeeinflussung, Politische Kommunikation, Erste Weltkrieg, Weimarer Republik und Ideologie.

Warum wird die Weimarer Republik als besonderes Feld für Propaganda beschrieben?

Sie gilt als Zeit, in der diverse politische Akteure in einem labilen, demokratischen Marktplatz um die Gunst der Massen konkurrierten, was die Entwicklung eigener Propagandaapparate notwendig machte.

Wie unterscheidet sich die NS-Propaganda von anderen Formen?

Sie wird durch die „Aktionspropaganda“, die bewusste Inszenierung von Massenerlebnissen und die totale Unterwerfung aller Lebensbereiche unter eine emotionale Ideologie charakterisiert.

Welche Bedeutung hatte der Erste Weltkrieg für den Propagandabegriff?

Durch den Ersten Weltkrieg avancierte Propaganda zu einem entscheidenden Instrument der psychologischen Kriegsführung, wodurch der Begriff seine religiöse oder kulturelle Konnotation verlor und rein politisch besetzt wurde.

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Details

Title
Propaganda 1914 - 1945. Eine vergleichende Skizzierung unter besonderer Berücksichtigung des Nationalsozialismus
College
University of Freiburg
Course
Hauptseminar Europa 1914-1945
Grade
1,7
Author
Lisa Wünschmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V47619
ISBN (eBook)
9783638445221
Language
German
Tags
Propaganda Eine Skizzierung Berücksichtigung Nationalsozialismus Hauptseminar Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Wünschmann (Author), 2005, Propaganda 1914 - 1945. Eine vergleichende Skizzierung unter besonderer Berücksichtigung des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47619
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