Im Fokus dieser Arbeit stehen die theoretischen Grundlagen von Zollunionen. Die damit verbundene Frage nach Globalisierung und Regionalisierung wird unter Einbeziehung aktueller Beispiele für die regionalen Kooperationen in Westafrika - ECOWAS (Economic Community of Western African States) und UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest Africaine) - erforscht, denn in den letzen Jahren haben sich verschiedene, für die Wirtschaft Westafrikas relevante Entwicklungen ergeben. Des Weiteren werden auch die ökonomische Bedeutung der ECOWAS und der UEMOA, Probleme im Bereich ihrer Zusammenarbeit sowie die Entwicklungstendenzen dieser regionalen Kooperationen aufgezeigt. Nicht unberücksichtigt bleiben auch wirtschaftspolitische Beziehungen zwischen Westafrika, Frankreich und der EU sowie die besondere koloniale Geschichte Westafrikas. Doch bevor auf die einzelnen Fragen der regionalen Kooperation in Westafrika eingegangen wird, werden die Grundbegriffe eingeführt. So behandelt das Kapitel II die Darstellung regionaler und globaler Integration. Dabei kommt der Zollunion, als eine der wichtigsten Formen der regionalen Kooperation, eine besondere Bedeutung zu. Zur Erklärung der Theorien von Zollunionen im dritten Kapitel werden grundsätzlich folgende Ansätze herangezogen: Protektionismus, Freihandelstheorie und Theorie von Jacob Viner. Folgend werden Integrationswirkungen sowie Determinanten der Wohlfahrtsänderungen bei Bildung einer Zollunion dargestellt. Den Abschluss bildet die zusammenfassende Betrachtung der wichtigsten Punkte und Erkenntnisse dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Regionale und globale Kooperation
II.1 Einzelne Integrationsformen
II.2 Multilaterale Vereinbarungen
III Theorien der Zollunionen
III.1 Protektionismus
III.2 Integrationswirkungen einer Zollunion
III.2.1 Komparative Kostenvorteile und Spezialisierung
III.2.2 Integrationswirkungen einer Zollunion auf Drittläder/ Handelsumlenkung
III.3 Determinanten der Wohlfahrtsänderungen bei Bildung einer Zollunion
III.4 Dynamische Effekte
IV Regionale Kooperationen in Westafrika am Beispiel der ECOWAS (Economic Community of Western African States) und der UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest Africaine)
IV.1 Einleitung
IV.2 Die ECOWAS
IV.3 Die UEMOA
IV.4 Entwicklungstendenzen der regionalen Kooperationen ECOWAS und UEMOA
V Zusammenfassung
VI Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Zollunionen und analysiert deren Anwendung und Herausforderungen im westafrikanischen Kontext. Ein besonderer Fokus liegt auf der Effektivität und dem inkompatiblen Verhältnis der Organisationen ECOWAS und UEMOA unter Berücksichtigung historischer und kolonialer Einflüsse.
- Theoretische Fundierung von Zollunionen und Protektionismus
- Wohlfahrtsökonomische Wirkungen regionaler Integration
- Strukturanalyse der ECOWAS und UEMOA
- Einfluss kolonialer Geschichte und europäischer Beziehungen auf regionale Kooperation
- Bewertung von Integrationserfolgen und -hindernissen in Westafrika
Auszug aus dem Buch
III.2 Integrationswirkungen einer Zollunion
Mit dem Aufbau einer Zollunion werden für das Inland geltende Prinzipien des freien Handels auf alle Unionspartner übertragen. Der Zollabbau bringt Wohlfahrtsänderungen mit sich. Die Auswirkungen der Zollabschaffung lassen sich stichwortartig folgendermaßen aufzeichnen: der Zollabbau gibt den Unionsländern die Möglichkeit, am internationalen Handel teilzunehmen, erlaubt den Beteiligten komparative Kostenvorteile aus zu nutzen und sich intensiv auf kostenüberlegene Produkte zu spezialisieren.
Schließt das Inland mit einem anderen Land eine Zollunion, kann es dazu kommen, dass das neue Unionsland die Marktversorgung des Inlands zu günstigeren Preisen übernimmt. Folglich geht die Produktion im Inland um eine bestimmte Menge zurück. Diese Menge an Güter muss den kostenbilligeren Anbietern im Unionsland überlassen werden (dort entsteht die Handelsschöpfung, engl. trade creation). Unter Handelsschaffung/Handelsschöpfung versteht man die Verlagerung der Produktion aus einem Land der Zollunion in das andere Unionsland, wo es möglich ist, mit vergleichsweise niedrigerem Kostenaufkommen Güter zu produzieren. Dieser handelsschöpfende Effekt ist positiver Natur und trägt dazu bei, dass eine optimale Allokation der Ressourcen innerhalb der Zollunion zwischen allen beteiligten Ländern erreicht wird. Ist der Preis gesunken, steigt die Nachfrage des Inlands (Konsumeffekt). Hieraus entsteht wiederum Handelsausweitung, (engl. trade expansion). Durch sinkende Preise und Handelsausweitung steigt die Konsumentenrente, was als positiv zu beurteilen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Arbeit definiert das Forschungsfeld der Zollunionen und stellt die untersuchten Organisationen ECOWAS und UEMOA im Kontext der westafrikanischen Wirtschaftsregion vor.
II Regionale und globale Kooperation: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Stufen der wirtschaftlichen Integration, von der Freihandelszone bis zum einheitlichen Wirtschaftsraum, und ordnet diese global ein.
III Theorien der Zollunionen: Hier werden ökonomische Kernkonzepte wie Protektionismus, Handelsschöpfung, Handelsumlenkung und statische sowie dynamische Effekte einer Zollunion theoretisch hergeleitet.
IV Regionale Kooperationen in Westafrika am Beispiel der ECOWAS (Economic Community of Western African States) und der UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest Africaine): Das Kapitel untersucht die praktische Implementierung, die Ziele sowie die bestehenden Probleme und Ineffizienzen dieser beiden westafrikanischen Kooperationsformen.
V Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Theorie der Zollunionen und die Bewertung der Integrationsbemühungen in Westafrika werden abschließend resümiert.
VI Anhang: Enthält ergänzende Daten, Karten und Tabellen zur wirtschaftlichen Situation und zum Handel der ECOWAS-Mitgliedsstaaten.
Schlüsselwörter
Zollunion, ECOWAS, UEMOA, Westafrika, Regionalisierung, Globalisierung, Handelsschöpfung, Handelsumlenkung, Protektionismus, Integration, Außenhandel, Wohlfahrtseffekte, Wirtschaftskooperation, Kolonialgeschichte, Währungsunion.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Seminararbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Theorien von Zollunionen und analysiert deren praktische Anwendung und Entwicklung in Westafrika am Beispiel von ECOWAS und UEMOA.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der regionalen Integration, wohlfahrtsökonomische Effekte von Zollunionen sowie eine detaillierte Analyse der Kooperationsbemühungen westafrikanischer Staaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Entwicklungsstand und die ökonomische Bedeutung der regionalen Kooperationen ECOWAS und UEMOA zu erforschen und die Gründe für deren schleppenden Fortschritt aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die ökonomische Theorien heranzieht, um die Effekte der regionalen Integration sowie empirische Daten über den intraregionalen Handel in Westafrika zu bewerten.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darlegung von Zollunionseffekten und eine umfassende Fallstudie zu ECOWAS und UEMOA unter Berücksichtigung historischer und politischer Rahmenbedingungen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zollunion, Regionalisierung, ECOWAS, UEMOA, Handelsschöpfung, Handelsumlenkung und wirtschaftliche Integration.
Warum wird das Verhältnis zwischen ECOWAS und UEMOA als problematisch beschrieben?
Die beiden Organisationen werden als langfristig inkompatibel eingestuft, da die frankophone UEMOA eine eigene Agenda verfolgt, die den Fortschritt der umfassenderen ECOWAS durch ein Zirkelschlussproblem und nationale Vorbehalte behindert.
Welche Rolle spielt Frankreich in diesem Integrationsprozess?
Frankreich übt durch sein Festhalten an der CFA-Zone und seinem Interesse an der frankophonen Region einen signifikanten Einfluss aus, was die Bestrebungen Nigerias, eine regionale Führungsrolle innerhalb der ECOWAS einzunehmen, erschwert.
Welche Faktoren behindern die wirtschaftliche Integration in Westafrika laut dieser Arbeit primär?
Als Hauptursachen werden die schwache infrastrukturelle, ökonomische und politische Basis der Mitgliedsstaaten, mangelnde Implementierung getroffener Beschlüsse sowie die starke Abhängigkeit von ehemaligen Kolonialmächten identifiziert.
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- Thorben Wicht (Author), Maria Miks (Author), 2005, Ökonomische Theorien von Zollunionen und von anderen regionalen Zusammenschlüssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47638