Universitäten und Umbruch - Die deutschen Universitäten nach dem 2. Weltkrieg - Eine Analyse akademischer Selbstbekundung


Magisterarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rektoratsreden

3. Die Bühne des Geschehens
3.1 Deutschland nach 1945
3.2 Die Entnazifizierung der Hochschulen

4. Bildungspolitik der Besatzungsmächte

5. Die Stimmen der Hochschulen
5.1 Die Redner
5.2 Die Sicht der Dinge
5.3 Krisen und Gefahren
5.4 Negative Werte
5.5 Positive Werte
5.6 Forderungen an die Studenten

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis
7.1 Die behandelten Rektoratsreden
7.2 Literatur
7.3 Verweise ins Internet

8. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

„Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen: so laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“[1]

Diese Worte Martin Luthers in der Rede von Emil Wolff beim Antritt seines Rektorats an der Universität Hamburg am 6. November 1945 geben einen ersten Eindruck von der Situation der deutschen Universitäten in der Nachkriegszeit und somit auch von dem Zeitraum und dem Thema der hier vorliegenden Arbeit.

Im Verlauf der zwölf dunklen Jahre des Dritten Reiches waren auch die Universitäten mehr und mehr in das System der Nationalsozialisten verstrickt worden. Wissenschaft und Forschung, die Universitäten und ihre einzelnen Disziplinen unterschieden sich nicht von den übrigen Bildungsbereichen, weder als Opfer des staatlichen Zugriffs noch in den Mustern von Anpassung, Opportunismus und aktiver Zuwendung zum Nationalsozialismus. Die wesentlichen Merkmale der NS-Bildungspolitik waren der entgrenzende Anspruch, mit dem das gesamte Leben, nicht nur das der Heranwachsenden, pädagogisch bestimmt werden sollte, die kollektive Ordnung des Lebenslaufs, die den Individuen weder eigenen Raum noch eigene Rechte beließ und damit zugleich der Bruch mit der gesamteuropäisch-abendländischen Tradition und mit dem klassischen Bildungsdenken der deutschen Philosophie.[2]

Mehr als 1200 Gelehrte, Professoren und Assistenten, Mitglieder wissenschaftlicher Akademien und von Forschungseinrichtungen, verloren schon 1933 aus politischen oder rassischen Gründen ihre Arbeit. Tausende mussten zur Rettung des nackten Lebens das Land verlassen.

Schließlich wurde 1934 das „Reichsministerium für Erziehung, Wissenschaft und Volksbindung“ gegründet, wodurch die traditionellen Träger von Bildungseinrichtungen in Staat und Gesellschaft – Länder, Gemeinden, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen – entmachtet wurden. An ihre Stelle traten die Organisationen der NS-Bewegung. Für den Hochschulbereich waren das vor allem der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) und der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB).

Dennoch gelang die geplante Kontrolle und Umgestaltung der Wissenschaft nur unvollständig. Die Naturwissenschaften wurden bald wieder den funktionalen Erfordernissen der Forschung und der Kriegsvorbereitung unterworfen. Insgesamt verloren die Wissenschaften zwar ihre Autonomie des kritisch-aufklärerischen Denkens, aber sie lebten innerhalb dieser Grenzen relativ unbehelligt. Die deutschen Hochschulen existierten, abgeschlossen von der Weltliteratur und dem Austausch mit anderen Forschern, isoliert in einer Zwangsjacke des Nationalsozialismus.

Dem folgenden Krieg fielen auch die Universitäten zum Opfer. Nicht nur durch die Schäden an ihrer baulichen Substanz, sondern auch durch den erneuten Verlust an Menschen. Eine logische Konsequenz dieser Ereignisse war, dass nach und nach immer mehr Universitäten nur noch einen beschränkten Lehrbetrieb aufrechterhalten konnten oder ihre Tore sogar schließen mussten.

Nach dem Krieg und der damit verbundenen Lösung von den nationalsozialistischen Zwängen, ging es dann mit den Universitäten am ehesten in der französischen Besatzungszone weiter. Tübingen und Freiburg nahmen bereits im Herbst 1945 ihren Lehrbetrieb wieder auf; in Mainz und Saarbrücken wurden sogar zwei neue Universitäten, in Speyer eine Verwaltungsakademie gegründet. Innerhalb der nächsten Jahre öffneten die Universitäten in den westlichen Besatzungszonen und auch in der sowjetischen Besatzungszone wieder ihre Tore, obwohl meistens nur unter unsäglich schweren Bedingungen studiert werden konnte. Die Schwierigkeiten wurden aber durch den unbezähmbaren Willen der Studenten, sich nach den verlorenen Kriegsjahren endlich dem Studium uneingeschränkt zu widmen, überwunden.[3]

Doch was waren die Ziele der neuen deutschen Hochschulen? Wie schätzten die Universitäten ihre aktuelle Situation und auch ihr Potential ein? Wo sollte der Weg der Wissenschaft nach den Fehltritten der letzten 12 Jahre hin führen?

Genau diese Fragen soll die vorliegende Arbeit beantworten. Um dem Ziel einer akademischen Selbstbekundung nah zu kommen, ist es sinnvoll sich direkt an den Herzschlag der Thematik zu begeben und wer kann besser eine qualifizierte Einschätzung der Universitäten liefern, als die Universitäten selbst? Daher basiert die folgende Auswertung in erster Linie auf den Stimmen der Universitäten – den Rektoren, die nach der NS-Herrschaft zum ersten Mal wieder frei gewählt wurden, und ihren Rektoratsreden. Hier hat man die Chance aus erster Hand die Wünsche, Vorstellungen, Sorgen und Pläne der Wissenschaft zu erfahren. Daher ergibt sich auch der hohe Stellenwert der Rektoratsrede als Quelle für die Auswertung der oben genannten Fragestellung.

Ein weiteres großes und viel diskutiertes Thema in der deutschen Geschichte nach 1945 ist die Durchführung der kollektiven und individuellen Entnazifizierung. In einem kurzen Exkurs wird näher darauf eingegangen, da selbstverständlich auch die Mitarbeiter der Universitäten von diesen Vorgängen betroffen waren. Auch die Rahmenbedingungen für die deutschen Universitäten in der Nachkriegszeit werden in dieser Arbeit schemenhaft dargestellt.

Der Schwerpunkt innerhalb der Forschungen zur Situation der deutschen Universitäten und Hochschulen nach 1945 lag bislang auf hochschul- und bildungspolitischen Aspekten. So sind bisher in erster Linie Veröffentlichungen über die Einflussnahme der Besatzungsmächte auf den Wiederaufbau der Universitäten und zu den Debatten der Hochschulreform nach 1945 erschienen. Auch wurden einige Arbeiten zur Forschungs- und Hochschulpolitik, zum Beispiel des Landes Nordrhein-Westfalen, veröffentlicht.

Am Anfang steht die Untersuchung der Studienbedingungen in der Zeit nach 1945[4] und wissenschaftlich relevante Publikationen zur Dozentenschaft in der Nachkriegszeit sind auch nur wenige vorhanden.

Teilaspekte wie die „Entnazifizierung“ der Universitäten oder die Remigration der vertriebenen Hochschullehrer[5] sind hingegen in der Forschung ausführlich vertreten. Eine analytische Ausarbeitung der Geschichte von einzelnen Universitäten beschränkt sich bislang auf einige traditionelle Hochschulen, obwohl in jüngster Zeit auch Publikationen über andere Hochschulstandorte erschienen sind.[6]

Das unter anderem von Karen Bayer herausgegebene Werk „Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit“ aus dem Jahre 2004 befasst sich exemplarisch mit einigen Beispielen aus dem angegebenen Zeitraum. Eine Ausarbeitung über Selbstbekundungen der deutschen Akademiker der Nachkriegszeit oder auch eine direkte Ausarbeitung oder Sammlung der Rektoratsreden dieser Zeit wurde bisher noch nicht erarbeitet.

2. Rektoratsreden

Die vorliegende Arbeit befasst sich grundlegend mit deutschen Rektoratsreden der Nachkriegszeit. Unter Rektoratsreden versteht man, wie sich schon aus ihrem Namen ableiten lässt, Reden von Universitätsrektoren vor einem universitären und universitätsnahen Publikum.

Rektoratsreden wurden an bedeutenden Jahrestagen gehalten, doch haben sie inzwischen eher den Charakter einer Antrittsrede und der entsprechende Rektor hat so die Gelegenheit direkt zu Beginn seiner Amtszeit die Aufmerksamkeit auf den Sinn und die Ziele der Universität, besonders auf sein eigenes wissenschaftliches Gebiet zu lenken. In seiner Rektoratsrede vom 21. November 1885 erklärt Heinrich Brunn an der Ludwig-Maximilians-Universität, dass die Aufgabe der Rektoratsrede ursprünglich darin bestanden hat, „die Studierenden zu „guten Sitten“ zu ermahnen und die sie bindenden Gesetze zur Verlesung bringen zu lassen, damit sich niemand mit Unkenntnis derselben zu entschuldigen vermöge.“[7] Allgemein wurden Ursprung und Tradition der Rektoratsrede oft thematisiert.

Insgesamt kann man erkennen, dass es drei zentrale Themen gibt, die in den Rektoratsreden bearbeitet werden:

1. Die Aufrechterhaltung der Idee der Universität als Gemeinschaft der Wissenschaftsgebiete, oder wie es Edwin Redslob in seiner Ansprache als scheidender Rektor der Freien Universität Berlin am 25. November 1950 ausdrückt: „[…] das Gefühl der Universitas als dominierenden Gesichtspunkt zu betonen und die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Disziplinen zu fördern.“[8]
2. Die Existenz der Universität allgemein, um so „das geistige Erbe der Nation lebendig zu erhalten, zu pflegen und zu mehren“[9].
3. Die Darstellung der Geschichte, des aktuellen Zustands oder der möglichen zukünftigen Entwicklung der Fachwissenschaft des Rektors, wie es zum Beispiel Hans Freiherr von Kress zu seinem Amtsantritt als Rektor der Freien Universität Berlin am 25. November 1950 getan hat.[10]

Zusammengefasst bleiben hier also die drei Bereiche Universitäts-Idee, Universitäts-Realität und Universitäts-Wissenschaft. Bei der Universitäts-Wissenschaft bildet sich der Fokus leicht auf das vom jeweiligen Rektor vertretene wissenschaftliche Gebiet. Hier gibt es nun die kontroversen Meinungen, ob man, wie es zum Beispiel Max Planck gefordert hat, seine Rede direkt auf den Lehrkurs beziehen soll[11] und somit eine Brücke vom Akt des Amtsantritts zur aktuellen Wissenschaft schlägt, oder, wie es Adolf Exner darstellt, „irgendwelche Ergebnisse aus Einzelforschungen“ bei den Reden ausklammern soll[12] und den Ausführungen so einen allgemeinen Inhalt zu geben. Obwohl beide Varianten der Rektoratsrede bestehen und auch rein fachliche Themen ohne Bezug zur aktuellen Situation behandelt werden[13], wie es auch Gerd Tellenbach in seiner Rede vom 30. April 1949 fordert[14], dominiert eine Mischform dieser beiden Extreme. Eine Form, in der das behandelte Thema zwar mit dem Leben und Wirken der Universität in direkter Verbindung steht, aber dennoch auch universitätsferne Gäste zur Teilnahme an der Rede animiert[15].

Der Kern einer Rede liegt also ganz im Ermessen des Redners und somit kann er auch seine Rede durch den inhaltlichen Schwerpunkt in verschiedene Richtungen lenken. Er hat an dieser Stelle vier Möglichkeiten. Der Redner kann mit seinem Vortrag die Aufmerksamkeit auf die Universität selbst lenken, ein Exempel seiner eigenen Wissenschaft und womöglich seiner eigenen Leistungsfähigkeit geben, er kann allgemeine Fachpolitik betreiben oder er kann die Bedeutung der Universitas, der Gemeinschaft der Wissenschaft, betonen.

Eine entscheidende Rolle spielt natürlich auch die Öffentlichkeit, welche dem Redner gegenüber steht, also der Empfänger der Rede. Diese Öffentlichkeit setzt sich aus einem weiten Feld zusammen. So gehören ihr die Kollegen des Lehrpersonals, Gäste der Universität, die Studierenden, eingeladene und zuständige Regierungsbehörden, Freunde und Förderer der Universität und natürlich die Presse an. Gerade die Presse ist hier hervorzuheben, da durch sie die Rede oder zumindest Auszüge der Rede schnell einer breiteren Öffentlichkeit übermittelt werden kann.

Mit der Zeit stellte sich auch die Frage, ob eine Rektoratsrede auf Latein, also der Sprache der Wissenschaft, oder auch Deutsch gehalten werde solle. Auch wenn die Lateinfrage bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ihre Legitimation besaß, wurde sie im Allgemeinen letztendlich nie eindeutig beantwortet und somit ruht die Auswahl der Sprache in den Händen des Redners, wobei Deutsch als Sprache der Rede bequemer war und die allgemeinen Lateinkenntnisse im Laufe der Zeit immer weiter abnahmen. Gustav Hugo, ein Göttinger Jurist, hat dazu treffend bemerkt:

Latein schreiben, wie ich es möchte, kann ich nicht, und wie ich es kann, mag ich nicht.“[16]

Abgesehen von Sprache oder allgemeinen Fragen des Inhalts, gab es auch Rektoren, die sich in ihren Reden direkt zu ihrem Amt geäußert haben. Prof. Dr. Friedrich H. Rein sagt in seiner Rede vom 18. Juni 1946, dass das Rektoratsjahr ein großes Opfer darstellt, weil dadurch ein volles Jahr eines kurzen Menschenlebens der Forschung entzogen wird.[17] Dazu meint Arthur Allgeier, dass die Rektoratsrede zumindest die Möglichkeit bietet einen Einblick in die Welt zu liefern, die den Rektor wissenschaftlich beschäftigt.[18]

3. Die Bühne des Geschehens

3.1 Deutschland nach 1945

Als nach 12 Jahren das tausendjährige Reich endgültig zusammengebrochen war, lag Deutschland unter ca. 400 Millionen Tonnen Trümmerschutt und fast die Hälfte aller Wohnungen war zerstört. Allein im Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens hatte sich der Bestand an Wohnungen im Vergleich zur Vorkriegszeit halbiert. Alle Eisenbahnbrücken über Rhein und Weser waren zerstört, ein Drittel des Reichsbahnnetzes war unbrauchbar, ebenso ca. 50 Prozent des dazugehörigen rollenden Materials.[19] Schlimmer noch als die Beschädigungen an Gebäuden und Einrichtungen waren die Opfer an Menschen, welche die Furien des Krieges gefordert haben. Allein auf deutscher Seite waren zwischen 9,23 Millionen und 10,13 Millionen Menschen gefallen. Das entspricht fast einem Sechstel der Reichsbevölkerung von 1938.[20] Diese nackten Zahlen waren für die Überlebenden der Bombennächte in den Großstädten des gewesenen Reiches, die in ihren zu Wohnungen umfunktionierten Schutzkellern hausten, ein Teil des alltäglichen Lebens.

Die flächendeckende Zerstörung betraf natürlich auch die Universitäten auf deutschem Boden. So wurde zum Beispiel die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durch alliierte Luftangriffe am 27. November 1944 stark in Mitleidenschaft gezogen.[21]

Hier waren die Gebäude der forstwirtschaftlichen Einrichtung, des mathematischen Institutes, des mineralogischen Institutes und der archäologischen Sammlung zerstört worden. Ebenso war die Universitätskirche ausgebrannt. In der Universitätsbibliothek, von der nur noch die Vorderfassade vorhanden war, beklagte man den Verlust des archäologischen Instituts, des kunstgeschichtlichen und des musikwissenschaftlichen Seminars. Des Weiteren waren die Gebäude des Seminars für Völker- und Rassenkunde nur noch ein Trümmerberg.

Beim neuen Kollegiengebäude war durch mehrere Treffer im Dachstuhl die Kuppel eingedrückt und der akademische Lesesaal zerstört. Auch die Einrichtungen des Studentenwerks, die Seminare für Philosophie, Pädagogik, diverse Hörsäle, das geologische, das geographische und das zoologische Institut waren nur noch Schutthaufen. Das Universitätsklinikum war auch zu großen Teilen unbrauchbar geworden.[22] Die noch vorhandenen und nutzbaren Gebäude waren größtenteils ohne Fenster, ohne Verschluss und ohne Heizungsmöglichkeit. Die Studenten, Professoren, Beamten und Angestellten retteten was zu retten war und die Professoren verlegten teilweise Vorlesungen und Übungen in ihre Privatwohnungen um den Lehrbetrieb im Wintersemester 1944/45 fortsetzen zu können.

Genau wie die Universität in Freiburg ist auch die Universität in Hamburg „durch den Krieg schwer heimgesucht worden und hat klaffende Wunden und fürchterliche Verstümmlungen hinnehmen müssen“[23], so dass die Feier zur Wiedereröffnung in der Musikhalle hat stattfinden müssen.

Ein Gegenbeispiel liefert hier die Ludwig-Maximilians Universität in München, deren große Aula im Universitätshauptgebäude im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört geblieben und einer der wenigen nutzbaren großen Säle der Stadt München war.[24] Der Rest der Münchner Hochschule war jedoch zu 70 Prozent zerstört.

Die meisten Hochschulen und Universitäten waren also durch den Krieg mehr oder minder stark beschädigt. Manche Universitäten gingen im Angesicht dieser Trümmerberge sogar soweit, eine Zulassung zum Studium an die Teilnahme eines dreimonatigen Trümmerräumungsdienstes, der auch diverse Aufbauarbeiten beinhaltete, zu knüpfen. Dies geschah unter anderem an der Technischen Hochschule Braunschweig und der Hochschule in Hannover vor dem Sommersemester 1946.[25] An anderen Hochschulen wurden dieses studentischen „Bautrupps“ jeweils für ein halbes Jahr bis 1952 eingesetzt.[26]

Der dritte Nachkriegsrektor der Universität Göttingen, Professor Raiser, bemerkte 1966, dass von sechzehn Universitäten, acht Technischen Hochschulen und acht weiteren Institutionen in den westlichen Zonen nur sechs relativ unversehrt geblieben waren, während sechs nur 50 Prozent und acht nur 25 bis 30 Prozent ihrer Gebäude hätten benutzen können. Die übrigen zwölf Institutionen seien fast vollständig zerstört worden.[27] Die unversehrt gebliebenen Hochschulen verloren wichtige Gebäude, die zeitweilig von der Militärregierung requiriert wurden.

In Münster wurde die ganze Universität in der ehemaligen klinischen Abteilung untergebracht. In Kiel benutzte die Universität die Gebäude einer elektrotechnischen Fabrik, die heute noch als zentraler Teil der Universität dient; die Vorlesungen fanden im Wintersemester 1945/46 auf vier Schiffen im Kieler Hafen statt, die als Arbeitsplatz und Wohnheim für Lehrkräfte und Studenten dienten[28]. In Köln, wo die Universität fast unzerstört geblieben war[29] wurden die Universitätsgebäude zwangsläufig für verschiedene städtische Zwecke benutzt. In Bonn standen nur noch die äußeren Mauern der Universität; eine seltene Ironie war es, dass die Universität am 18. Oktober 1944, dem Jahrestag ihrer Gründung von 1818, beim stärksten Luftangriff auf die Stadt zerstört worden war.

Lässt man seinen Blick über die Universitäten Deutschlands schweifen, muss man feststellen, dass nur die Universitäten Erlangen, Göttingen, Halle, Heidelberg, Marburg und Tübingen relativ unversehrt geblieben waren. Einige kleinere Hochschulen waren total zerstört, darunter die Handelshochschule in Mannheim und die Musikhochschulen in München und Karlsruhe. Die Universität Göttingen musste überdies die britischen Soldaten des Rhine Army College unterbringen. Wie man damals zu sagen pflegte, besaßen die Amerikaner die schöne Landschaft, die Franzosen den Wein und die Briten die Ruinen.[30]

In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) war die Lage der Universitäten nicht anders. Die Universität Greifswald blieb unangetastet, da die Stadt kampflos übergeben wurde. Die Universitäten in Freiberg und Halle waren für den Neuanfang nicht schlecht gerüstet und waren arbeitsfähig. Die zweite mecklenburgische Universität in Rostock befand sich in einer schwierigeren Lage, da das Hauptgebäude von sowjetischen Truppen besetzt war. Davon abgesehen war die Bausubstanz bis auf die schwer zerstörte Hautklinik nicht sonderlich in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt, dass die Universität Rostock als Vorsichtsmaßnahme noch vor den letzten Kriegsmonaten 60 Tonnen Bücher und Lehrmaterial ausgelagert hatte. Das Problem hier war nur die Rückführung, da keine Transportmittel zur Verfügung standen.[31]

Die Technische Hochschule in Dresden ist ebenso wie die ganze Stadt buchstäblich über Nacht im Februar 1945 in Schutt und Asche gelegt worden. Ungefähr 85 Prozent der Gebäude galten als total zerstört. Auch die Universität in Leipzig erlitt schwerste Verluste. Dort waren die Gebäude der Philosophischen, Juristischen und Theologischen Fakultät nicht mehr vorhanden. Die Medizinische und die Veterinärmedizinische Fakultät waren erheblich zerstört. Das in der Innenstadt gelegene Hauptgebäude war ausgebombt. Insgesamt hatte die Universität nur noch 35 Prozent ihrer ursprünglichen Bausubstanz.

Bei der Eröffnung der Universität Jena waren nur rund 10 Prozent der Gebäude nutzungsfähig. Durch Bombenangriffe auf Jena am 9. Februar, 19. März und 9. April verlor die Universität rund 50 Institute und vier große Universitätsgebäude.

Neben Dresden und Leipzig hatte die Berliner Universität die größten Verluste aufzuweisen. Über die Hälfte der Gebäude waren völlig zerstört, Bibliotheken ausgebrannt, Gerätschaften und Laboratorien vernichtet, wertvolle und einmalige Sammlungen verloren. Das altehrwürdige Hauptgebäude Unter den Linden fügte sich nahtlos in die Berliner Ruinenlandschaft ein.[32] Andere Gebäude konnten durch den beherzten Einsatz Einzelner gerettet werden. So gelang es dem Tiermediziner Johannes Dobberstein mit weiteren Mitarbeiten am 30. April 1945, deutsche Soldaten auf dem Dach des Gebäudes der Veterinärmedizinischen Fakultät zu überreden, ihre Waffen niederzulegen und den Kampf einzustellen.

Der Münchner Professor für Experimentalphysik und Vorsitzender der physikalischen Instituts München, Walther Gerlach, beschrieb diesen Zustand in seiner Rede vom 14. Dezember 1949 folgendermaßen:

„Die geistigen Vorbedingungen – Fähigkeit, Willen und Idealismus – sind vor allem auch bei dem Nachwuchs vorhanden; Die materiellen Bedingungen sind bestenfalls auf der Stufe von 1939.“[33]

3.2 Die Entnazifizierung der Hochschulen

Der NS-Staat lebte nicht nur parasitär von den Innovationen der Vergangenheit, sondern gerade das Interesse der Alliierten an der deutschen Luftfahrt- und Raketenforschung macht deutlich, dass die deutsche Wissenschaft, zumindest in Teilbereichen, gut funktionierte.[34] Daraus lässt sich schließen, dass die Wissenschaft dem NS-Staat auch dadurch diente, dass sie bestmögliche Ergebnisse produzierte. Nazifizierung bedeutet hier also nicht nur die mehr oder weniger freiwillige Mitgliedschaft in der NSDAP oder Versuche die eigene Disziplin mit Aspekten der NS-Ideologie in Einklang zu bringen, sondern auch alle Formen der Kollaboration, nicht nur durch rhetorische Bekenntnisse, sondern vor allem durch wissenschaftliche Arbeit, die dem NS-Regime von Nutzen war. Entnazifizierung beinhaltet in diesem Zusammenhang nicht nur die personenbezogenen Maßnahmen, sondern auch die Herauslösung der Wissenschaft aus ihren kollaborativen Zusammenhängen.[35]

Der britische Außenminister Sir Anthony Eden sagte dazu bereits am 29. Juli 1941 im britischen Foreign Office:

„Wenn wir den Frieden in unserer Zeit sichern wollen, muss das deutsche Volk vergessen lernen, was ihm beigebracht worden ist, nicht nur von Hitler, sondern während der letzten hundert Jahre von dessen Vorgängern, von so vielen seiner Philosophen und Lehrer, den Anhängern von Blut und Eisen“[36]

Nach dem Fall von Aachen im Oktober 1944 erschienen die sehr detaillierten britischen Direktiven, ohne vorher mit den US-Amerikanern oder den Russen abgestimmt zu sein, für die Politik der Alliierten in der Phase unmittelbar nach der Kapitulation. Die Direktive Nr. 8 war direkt der „Re-education“ gewidmet. Ihr Ziel war die Entnazifizierung des deutschen Erziehungssystems bei gleichzeitiger Offenhaltung der Schulen und Universitäten.[37]

Obwohl später die Wissenschaften im Allgemeinen kein zentraler Gegenstand der Politik der Alliierten waren[38] und der Hochschulbereich Teil einer groß angelegten Säuberung des öffentlichen Dienstes zur Demokratisierung der deutschen Gesellschaft war, lässt sich die Entnazifizierung der Hochschulen, die in vielen Darstellungen der Entnazifizierung exemplarisch erwähnt wird, in vier Phasen einteilen.

Die erste Phase, vom Beginn der Besatzung bis zum Sommer 1945, besteht aus spontanen Plünderungen von Universitäten sowie der organisierten Festnahme und Deportation ausgewählter Wissenschaftler.[39] Die zweite Phase, bis zum Frühjahr 1946, war gekennzeichnet von einem Hin und Her zwischen alliierten Kontrolloffizieren, deutschen Wissenschaftlern und Verwaltungsangestellten. In dieser Phase galt die zentrale Aufmerksamkeit der Entfernung ehemaliger NSDAP-Mitglieder von der Universität. In der dritten Phase erreichten die alliierten Ausbeutungs- und Evakuierungsoperationen ihren Höhepunkt und gerade der Transfer von Wissenschaftlern ins Ausland unterminierte die Bestrebungen der deutschen Behörden, die jetzt vor Ort mit der Entnazifizierung beauftragt waren.[40] Als Ergebnis der daraus resultierenden Verwirrungen und der vorgetäuschten Normalität des Universitätsbetriebs rückte die Auseinandersetzung mit der NS-Thematik in den Hintergrund. An dieser Stelle setzt die vierte Phase ein: Die formale Beendigung der Entnazifizierung, die in der Sowjetzone mit dem Befehl 201 vom 20. August 1947 begann und sich auf die anderen Besatzungszonen ausweitete. Belastete Wissenschaftler, selbst in führenden Positionen der universitären Selbstverwaltung, waren für einen – wenn auch für die Betroffenen im Vorhinein nicht zu überblickenden – Zeitraum aus dem Tagesgeschäft entfernt worden und nun, kurze Zeit später, im Kontext dieser kaum noch praktizierten Entnazifizierung wieder in ihre alten Ämter gestellt.[41]

Ein Beispiel liefert hier der Entnazifizierungsprozess von Prof. Dr. Wilhelm Süss, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg von 1940 bis 1945 und Vorsitzender der Deutschen Mathematiker-Vereinigung von 1937 bis 1945.

Im Sommer 1945 wurde Prof. Dr. Süss von den französischen Militärbehörden als Amtsträger des Dritten Reichs und NSDAP-Mitglied vom Dienst suspendiert. Doch da sein Verhalten im nationalsozialistischen System kaum Angriffsfläche bot und er bei deutschen Mathematikern, seinen Freiburger Kollegen und auch bei der französischen Besatzungsmacht einen ausgezeichneten Ruf hatte, wurde er bald wieder an die Universität berufen.[42]

Martin Heidegger kann hier auch als Beispiel dienen. Der Philosoph Heidegger trat am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein und wurde am 10. Mai 1933 Rektor der Universität Freiburg. Er trat zwar bereits im Februar 1934 von seinem Amt als Rektor zurück, doch sein Verhältnis zum nationalsozialistischen System war zweideutig. Er untersagte zwar in seiner kurzen Zeit als Rektor Bücherverbrennungen an der Universität, aber andererseits unternahm er nur wenig, um die zunehmend antisemitischen Ressentiments an der Universität einzudämmen. Selbst hat sich Heidegger nie ausführlich zu seinem Engagement im Nationalsozialismus geäußert. Er führte zwar seinen Briefwechsel mit Hannah Arendt[43] als Beweis dafür auf, dass er den Juden gegenüber nicht negativ eingestellt war, doch sein, von vielen als menschenverachtend empfundener Satz, in dem er den systematische Vernichtung der europäischen Juden als „im Wesen das Selbe“ mit der „motorisierten Ernährungsindustrie“ vergleicht, lässt an dieser Aussage Heideggers Zweifel aufkommen. Jedenfalls wurde im Rahmen der Entnazifizierung von der französischen Besatzungsmacht ein Lehrverbot ausgesprochen und 1951 erfolgte seine Emeritierung.[44] Heidegger arbeitet und veröffentlichte weiter, doch seine Vorträge fanden meist in privaten Kreisen statt.

Die Entnazifizierung verlief in den drei westlichen Besatzungszonen relativ ähnlich. In der entsprechenden Literatur heißt es nur, dass die Amerikaner rigoroser, schematischer und weniger pragmatisch als die Briten und die Franzosen vorgingen.[45] In Niedersachsen wurden zwischen 1945 und 1947 31 Prozent aller Professoren, Dozenten und Assistenten entlassen. Diese Zahl wurde jedoch noch durch die Tatsache nach unten korrigiert, dass von diesen entlassenen Wissenschaftlern 25 Prozent erfolgreich Einspruch gegen ihre Entlassung erhoben hatten. Letztendlich waren somit 157 von 676 der Entnazifizierung zum Opfer gefallen, Das entspricht etwa 23 Prozent.[46] Diese Zahl ist mit den weiteren westlichen Zonen vergleichbar.

In der SBZ bewirkte die ideologisch-politische Zielsetzung der sowjetischen Militärregierung (SMAD) eine umfassendere Entnazifizierung. So wurden an der Berliner Universität 78 Prozent der Fakultätsmitglieder entlassen. Dieses strikte Vorgehen hatte erst ein Ende, als der neue Rektor der Universität in Leipzig, Hans-Georg Gadamer, die Schließung der medizinischen Fakultät auf Grund von fehlenden qualifizierten Lehrkräften beantragte. Da der SMAD bekannt war, dass wissenschaftlicher Standard, sobald er einmal verloren ist, schwer wieder herzustellen ist, erklärte sie die Entnazifizierung für beendet und man begann NSDAP-Mitglieder für die vakanten Posten einzustellen.[47] Deutlicher wird dieser Entschluss noch in einem vom 10. September 1947 datierten Rundschreiben von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl an alle Landesvorsitzenden der SED: „Wir müssen uns bemühen, die ehemaligen nominellen Mitglieder der Nazipartei möglichst zu gewinnen und zu aktiven Mitarbeitern am demokratischen Aufbau zu erziehen.“[48]

Auch im Westen wurden die Stimmen der „Umerziehung“ leiser. Die wirtschaftlichen und machtpolitischen Notwendigkeiten erwiesen sich als stärker und so blieb die Hoffnung, dass die Einbeziehung der Deutschen in das westliche Bündnissystem ihr Bewusstsein dauerhaft beeinflussen könnte.[49] Auch spielt die „Notwendigkeit eine Rolle, mit der vorhandenen Elite zusammenzuarbeiten und von ihren Kenntnissen und Verbindungen zu profitieren.“[50]

Die Studierenden, die nach dem Krieg wieder die Universitäten bevölkerten, waren von der direkten Entnazifizierung der Hochschulen nicht betroffen. Viele von ihnen hatten jedoch als Soldaten oder vielmehr als Gefangene unterschiedliche Umerziehungskampagnen durchlaufen. So hatten sie zum Beispiel in amerikanischer oder britischer Kriegsgefangenschaft an Programmen teilgenommen, bei denen sie hauptsächlich von professionellen Pädagogen unterrichtet worden waren. Hier stellen nur die Lehrer und Leiter der russischen Antifa-Schulen einen interessanten Gegensatz dar. Kriterien für die Einstellung waren hier nicht pädagogische Referenzen, sondern eine eindeutige Überzeugung von der kommunistischen Sache und wie auch immer erlangte Kenntnisse vom Marxismus-Leninismus.[51] Für Stalin war der Einfluss auf hunderttausende Soldaten „eine einmalige Gelegenheit eine Vorhut für das russische Streben nach einer Einflussnahme auf die Bildung einer deutschen Nachkriegsregierung“[52] zu bilden.

Die Alliierten hatten keine Probleme damit, sich darauf zu einigen, was an den Deutschen falsch war, aber sie konnten sich schwerlich darauf einigen, was richtig war. Überall gab es nur das gleiche grundlegende Ziel: Die Gefangenen zum Überdenken ihrer politischen Einstellung zu bringen.

Die Umerziehung der deutschen Soldaten in den USA brachte zunächst eine Lagerzeitung hervor, die später, im Sommer 1946, in Deutschland von ihrem Herausgeber Alfred Andersch wiederbelebt wurde. Es war „Der Ruf. Unabhängige Blätter der jungen Generation“.[53]

[...]


[1]Nox praecessit, dies autem appropinquavit; abjiciamus ergo opera tennebrarum et induamus arma lucis“ zitiert aus Wolff, Emil: Die Idee und die Aufgabe der Universität. In: Reden der Universität Hamburg. Hamburg 1946. Seite 34.

[2] Tenorth, H.-Elmar: Bildung und Wissenschaft im „Dritten Reich“. In: Bracher, Karl Dietrich/Funke, Manfred/Jacobsen, Hans-Adolf (Hrsg.): Deutschland 1933 – 1945. Neue Studien zur nationalsozialistischen Herrschaft. Bonn 1992. Seite 240.

[3] Wehler, Hans-Ulrich: Folgen des zweiten verlorenen Totalen Krieges 1945 – 1949. In: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 4. München 2003. Seite 961.

[4] Wobei Rainer Maaß mit seinem Werk „Die Studentenschaft der Technischen Hochschule Braunschweig in der Nachkriegszeit“ aus dem Jahre 1998 eine hervorragende Analyse der Braunschweiger Verhältnisse erstellt hat.

Eine flächendeckende Ausarbeitung fehlt jedoch.

[5] Zum Beispiel Möller, Horst: Die Remigration von Wissenschaftlern nach 1945. In: Motzkau-Valeton, Wolfgang u. Böhne, Edith (Hrsg.): Die Künste und die Wissenschaft im Exil 1933 – 1945. Gerlingen 1992.

[6] Siehe Pohl, Karl-Heinrich: Die Pädagogische Hochschule Kiel im Nationalsozialismus. Bielefeld 2001.

[7] Brunn, Heinrich: Archäologie und Anschauung. Rede an die Studierenden beim Antritte des Rektorats der Ludwig-Maximilians-Universität, gehalten am 21. November 1885. In: Bulle, Heinrich und Brunn, Heinrich: Brunn´s Kleine Schriften. 3 Bände. Leipzig und Berlin 1906. Seite 243 – 257.

[8] Redslob, Edwin: Ansprache des scheidenden Rektors. In: Kress, Hans Freiherr von: Die Disharmonie als Ursache von Krankheiten. Berlin 1950. Seite 8.

[9] Raiser, Ludwig: Die Notlage der Universität Göttingen. Göttingen 1949.

[10] von Kress, Hans Freiherr: Die Disharmonie als Ursache von Krankheiten. Akademische Festrede des Rektors der FU Berlin.Berlin 1950. Seite 9 - 22.

[11] Planck, Max: Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis. Rede, gehalten beim Antritt des Rektorats der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin am 15. Oktober 1913.Leipzig 1916.

[12] Exner, Adolf: Über politische Bildung. Inaugurationsreden, gehalten am 22. Oktober 1891. Wien 1891.

[13] Zum Beispiel: Allgeier, Arthur: Lateinische Psalmenübersetzung in alter und neuer Zeit. In: Wissenschaft und Leben. Reden zu Universitätsfeier am 1. Juni 1946. Freiburg 1948.

[14] „Daß die Antrittsrede des neuen Rektors […] ganz seiner Wissenschaft zu gelten pflegt, ist sinnvoll“ – Tellenbach, Gerd: Goethes geschichtlicher Sinn. Freiburger Universitätsreden. Heft 6 Freiburg 1949. Seite 3.

[15] Zum Beispiel: Wolff, Emil: Die Idee und die Aufgabe der Universität. In: Reden der Universität Hamburg. Hamburg 1946. Seite 17 – 34.

[16] Ebel, Wilhelm (Hrsg.): Göttinger Universitätsreden aus zwei Jahrhunderten (1737 – 1934). Göttingen 1978. Seite 8.

[17] Rein, Friedrich H.: Die gegenwärtige Situation der Universitäten. Rede der feierlichen Verpflichtung an der Georg-August-Universität in Göttingen am 18. Juni 1946. Göttingen 1946. Seite 10.

[18] Allgeier, Arthur: Lateinische Psalmenübersetzung in alter und neuer Zeit. Reden zur Universitätsfeier am 1. Juni 1946. Freiburg 1948. Seite 8.

[19] Schnoor, Herbert: Gedanken zum Neuaufbau der Verwaltung nach 1945. In: Schwegmann, Friedrich Gerhard (Hrsg.): Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums nach 1945. Geburtsfehler oder Stützpfeiler der Demokratisierung in Westdeutschland? Düsseldorf 1986. Seite 17.

[20] Wehler, Hans-Ulrich: Folgen des zweiten verlorenen Totalen Krieges 1945 – 1949. In: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 4. München 2003. Seite 944.

[21] siehe Universität Freiburg: http://www.uni-freiburg.de/de/universitaet/zeittafel.php

[22] Vincke (Hrsg.): Hochschule und Wiederaufbau. Ansprachen zur Wiedereröffnung der Universität 1945/46. Freiburg 1948. Seite 7.

[23] Landahl, Heinrich: Ansprache. In: Landahl, Heinrich und Wolff, Emil: Reden der Universität Hamburg. Gehalten an der Feier zu Wiedereröffnung am 6. November 1945. Hamburg 1946. Seite 12.

[24] siehe Universität München: http://www.lmu.de/conman/index.cfm?path=1267

[25] Maaß, Rainer: Die Studentenschaft der Technischen Hochschule Braunschweig in der Nachkriegszeit. Husum 1998. Seite 59.

[26] Wehler, Hans-Ulrich: Folgen des zweiten verlorenen Totalen Krieges 1945 – 1949. In: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 4. München 2003. Seite 953.

[27] Raiser, Ludwig: Wiedereröffnung der Hochschulen – Ansätze zum Neubeginn. In: Nationalsozialismus und die deutsche Universität. Universitätstage 1966. Berlin 1966. Seite 176.

[28] Siehe hierzu http://www.uni-kiel.de/ueberblick/geschichte.shtml

[29] Die Universitätsgebäude gehörten zu den wenigen noch erhaltenen in der zu 80 Prozent zerstörten Stadt.

[30] Phillips, David: Zur Universitätsreform in der britischen Besatzungszone 1945 – 1948. Köln 1983. Seite 3.

[31] Kowlaczuk, Ilko-Sascha: Geist im Dienste der Macht. Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945 bis 1961. Berlin 2003. Seite 104.

[32] Kowlaczuk, Ilko-Sascha: Geist im Dienste der Macht. Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945 bis 1961. Berlin 2003. Seite 105.

[33] Gerlach, Walther: Physik und Natur. München 1959. Seite 7.

[34] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten: Zur Entnazifizierung von Wissenschaftlern und Wissenschaften nach 1945. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 43. Jahrgang 1995. Band 43,2. Seite 903 – 923.

[35] Walker, Mark: The Nazification and Denazification of Physics. In: Kertz, Walter (Hrsg.): Hochschulen im Nationalsozialismus. Braunschweig 1994. Seite 79 – 91.

[36] Koszyk, Kurt: „Umerziehung“ der Deutschen aus britischer Sicht. Konzepte und Wirklichkeit der „Re-education“ in der Kriegs- und Besatzungsära. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Band 29 Frankfurt 1978. Seite 4.

[37] Koszyk, Kurt: „Umerziehung“ der Deutschen aus britischer Sicht. A. a. O. Seite 7.

[38] Eine Ausnahme hier bildet das Gesetz Nr. 25 des Alliierten Kontrollrates vom 29. April 1946. Dieses Gesetz sprach ein Verbot gegen Forschung mit militärischer Bedeutung aus.

[39] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten. A. a. O. Seite 906.

[40] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten. A. a. O. Seite 907.

[41] Sparing, Frank, Woelk Wolfgang: Forschungsergebnisse und –Desiderate der deutschen Universitätsgeschichtsschreibung: Impulse einer Tagung. In: Bayer, Karin (Hrsg.):Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit. Stuttgart 2004. Seite 8.

[42] Remmert, Volker R.: Zwischen Universitäts- und Fachpolitik: Wilhelm Süss, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1940-1945) und Vorsitzender der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (1937-1945). In: Bayer, Karin (Hrsg.):Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit. Stuttgart 2004. Seite 163.

[43] Hannah Arendt, * 14.10.1906 in Linden/Hannover, † 4.12.1975 in New York, war eine deutsche Publizistin und Gelehrte. Sie promovierte 1928 unter Martin Heidegger in Freiburg und ihr Doktorvater war Karl Jaspers, mit dem sie auch freundschaftlich verbunden blieb. Nachdem sie im Anschluss an die Machtergreifung der Nazis zunächst in Berlin im zionistischen Untergrund tätig und 1933 kurz in Gestapo-Haft war, floh sie über Paris und Lissabon nach New York.

[44] Die Scheidelinie der Debatte, ob Heidegger ein Anhänger der NS-Ideologie war, oder nicht, verläuft auch heute noch unübersichtlich zwischen Deutschland und Frankreich. So sieht Jürgen Habermas in Heideggers Werken von vor 1933 eher Potential des Widerstands, während Victor Farias in seinem 1987 erschienenen Buch „Heidegger et le nazisme“ ein ganz andere Position vertritt.

[45] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten. A. a. O. Seite 908.

[46] Schneider, Ulrich: Zur Entnazifizierung der Hochschulen in Niedersachsen 1945 – 1949. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 61 1989. Seite 337 – 340.

[47] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten. A. a. O. Seite 912.

[48] Ash, Mitchell G.: Verordnete Umbrüche – Konstruierte Kontinuitäten. A. a. O. Seite 913.

[49] Koszyk, Kurt: „Umerziehung“ der Deutschen aus britischer Sicht. A. a. O. Seite 12.

[50] Remmert, Volker R.: Zwischen Universitäts- und Fachpolitik. A. a. O. Seite 163.

[51] Smith, Arthur Lee Jr.: Kampf um Deutschlands Zukunft. Die Umerziehung von Hitlers Soldaten. Bonn 1997. Seite 49.

[52] Smith, Arthur Lee Jr.: Kampf um Deutschlands Zukunft. A. a. O. Seite 130.

[53] Smith, Arthur Lee Jr.: Kampf um Deutschlands Zukunft. A. a. O. Seite 69 und Seite 195.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten

Details

Titel
Universitäten und Umbruch - Die deutschen Universitäten nach dem 2. Weltkrieg - Eine Analyse akademischer Selbstbekundung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Historisches Seminar)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
85
Katalognummer
V47647
ISBN (eBook)
9783638445436
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit "Universitäten und Umbruch. Die deutschen Universitäten nach dem 2. Weltkrieg. Eine Analyse akademischer Selbstbekundung" umfasst eine Auswertung von Rektoratsreden aus der Nachkriegszeit.
Schlagworte
Universitäten, Umbruch, Weltkrieg, Eine, Analyse, Selbstbekundung
Arbeit zitieren
Sven Kleibrink (Autor), 2005, Universitäten und Umbruch - Die deutschen Universitäten nach dem 2. Weltkrieg - Eine Analyse akademischer Selbstbekundung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47647

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