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Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre in Husserls "Ideen I"

Title: Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre in Husserls "Ideen I"

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lerui Liang (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit werden die Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre Husserls in "Ideen I" analysiert. Angesichts der verschiedenen Interpretationsweisen stellt sich die Frage, wie das Gewicht der Noemata-Lehre in Husserls Philosophie und seiner Intentionalitätslehre zu taxieren ist. Ziel dieser Hausarbeit ist zu klären, ob das Noema in Husserls Ideen I eine Bedeutungsentität beziehungsweise ein Sinngegenstand ist.

Um dies zu erreichen, werde ich zunächst den inneren Aufbau des Noemas darstellen. Danach werde ich die Funktion und Aufgabe des Noemas erläutern, wobei das Verhältnis zwischen Inhalt und Gegenstand eine wichtige Rolle spielt. Anschließend wird der ontologische Zustand des Noemas analysiert.

Manche Kommentatoren sind sich einig, dass die Noemata-Lehre eine entscheidende Rolle in Husserls Phänomenologie spielt und dass das volle Verständnis von Noemata für eine überzeugende Interpretation der Phänomenologie Husserls notwendig ist. Es gibt jedoch auch Kommentatoren, die anderer Meinung sind. So meint beispielsweise Süßbauer, dass die Noemata-Lehre lediglich als Übergangsposition aufgefasst werden soll. Trotz der Kontroverse über das Gewicht der Noemata-Lehre in Husserls Phänomenologie kann mit einem gewissen Recht gesagt werden, dass die Noemata-Lehre eine besondere Rolle in den "Ideen I" und für die Intentionalitätslehre spielt. Dennoch ist die Interpretation der Noemata-Lehre schwierig, weil die Aussagen über das Noema vieldeutig und unklar sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der innere Aufbau des Noemas

1.1 Noematischer Sinn und noematischer Charakter

1.2 Die innere Struktur des noematischen Sinnes

2. Die Funktion des Noemas

2.1 Unterscheidung zwischen Inhalt und Gegenstand

2.2 Das Verhältnis zwischen Inhalt (noematischem Sinn) und Gegenstand

3. Der ontologische Zustand des noematischen Sinnes

3.1 Die semantische Interpretation des noematischen Sinnes

3.2 Die Schwierigkeiten der semantischen Interpretation

3.2.1 Ist der gegenständliche Sinn noch eine sprachliche Bedeutungsentität?

3.2.2 Die scheinbare Ungereimtheit in Husserls Text

3.3 Ist eine realistische Interpretation des bestimmbaren „Gegenstandes“ X möglich?

3.4 Der bestimmbare „Gegenstand“ X als „Gegenstand-worüber“ bzw. „Gegenstand schlechthin“ in Akten des Urteilens

4. Die Lösung der Schwierigkeiten durch negative Definitionen des Noemas

4.1 Die Irrealität des Noemas: Noema ist kein realer Gegenstand

4.2 Die Unwahrnehmbarkeit des Noemas: Noema kann nicht sinnlich wahrgenommen

4.3 Noemata sind nicht geistige Repräsentationen der Dinge

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre in Edmund Husserls Werk "Ideen I". Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob das Noema als eine Bedeutungsentität bzw. als ein Sinngegenstand zu verstehen ist, wobei insbesondere die Unklarheiten und vieldeutigen Aussagen Husserls analysiert werden.

  • Analyse des inneren Aufbaus und der Struktur des Noemas
  • Untersuchung der Funktion des Noemas innerhalb der Intentionalitätslehre
  • Diskussion des ontologischen Status des noematischen Sinnes
  • Gegenüberstellung semantischer und realistischer Interpretationsansätze
  • Lösungsansätze durch negative Definitionen des Noemas

Auszug aus dem Buch

3.3 Ist eine realistische Interpretation des bestimmbaren „Gegenstandes“ X möglich?

Wie ich schon dargestellt habe, besteht der noematische Sinn bzw. der gegenständliche Sinn aus zwei Komponenten: dem bestimmbaren „Gegenstand“ X und seinen Bestimmungen. Die Frage, ob der noematische Sinn eine sprachliche Bedeutungsentität ist, hängt notwendig von der ontologischen Analysis des „bestimmbaren X“ ab. Was ist eigentliche dieses „bestimmbare X“? Welche Rolle spielt er innerhalb des noematischen Sinnes? Kann er ein wirklicher Gegenstand bzw. ein ganz gewöhnliches Ding im Sinne von Husserl (z.B. der Baum dort im Garten) sein? Trotz der phänomenologischen Reduktion scheint Husserl eine Möglichkeit für die realistische Interpretation des „bestimmbaren X“ zuzulassen. Um dies zu erläutern, erlauben wir uns, eine längere Passage von den Ideen I wiederzugeben:

Das Noematische sei das Feld der Einheit… Bewußtsein zeigt in der Tat niemals Identität, wo im noematischen Korrelat Identität des „Gegenstandes“ gegeben ist. Wo z. B. verschiedene Abschnitte eines…Wahrnehmens ein Identisches, diesen einen, im Sinne dieses Wahrnehmens unveränderten Baum zeigen – sich jetzt in dieser Orientierung gebend, dann in jener, jetzt von der Vorderseite, dann von der Rückseite, hinsichtlich der visuell erfaßten Beschaffenheiten irgendeiner Stelle zuerst undeutlich und unbestimmt, dann deutlich und bestimmt u. dgl. – da ist der im Noema vorfindliche Gegenstand bewußt als ein identischer im wörtlichen Sinne…

Husserl zufolge kann nur ein räumliches Ding von verschiedenen Standpunkten und wechselnden Orientierungen erfasst werden, kann sich nur räumliches Ding abschatten. Der „unveränderte Baum“ als ein in Wahrnehmungen identisch Bleibendes scheint insofern nichts anders als ein räumliches wirkliches Ding zu sein, insofern er in verschiedenen Orientierungen („jetzt von der Vorderseite, dann von der Rückseite“) gegeben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der innere Aufbau des Noemas: Das Kapitel erläutert die zwei Hauptkomponenten des Noemas, den noematischen Charakter und den noematischen Sinn, wobei Letzterer als gegenständlicher Sinn definiert wird.

2. Die Funktion des Noemas: Hier wird die Rolle des Noemas als Vermittler zwischen dem Bewusstseinsakt und dem intentionalen Gegenstand herausgearbeitet, um die Intentionalität zu gewährleisten.

3. Der ontologische Zustand des noematischen Sinnes: Dieses Kapitel diskutiert die schwierige ontologische Einordnung des noematischen Sinnes und prüft sowohl semantische als auch realistische Interpretationsmöglichkeiten.

4. Die Lösung der Schwierigkeiten durch negative Definitionen des Noemas: Es werden negative Bestimmungen eingeführt, um zu verdeutlichen, was das Noema nicht ist, etwa kein realer Gegenstand und keine bloße sprachliche Bedeutungsentität.

Schlüsselwörter

Noema, Noemata-Lehre, Husserl, Ideen I, Intentionalität, noematischer Sinn, noematischer Charakter, gegenständlicher Sinn, Bedeutungsentität, Sinngegenstand, phänomenologische Reduktion, ontologischer Status, bestimmbares X, Intentionalitätslehre, Bewusstseinsakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Interpretationsschwierigkeiten der Noemata-Lehre in Edmund Husserls Hauptwerk „Ideen I“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der innere Aufbau des Noemas, seine Funktion innerhalb der Intentionalität sowie die ontologische Frage, wie das Noema bzw. der noematische Sinn zu klassifizieren ist.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob das Noema als eine reine Bedeutungsentität oder als ein Sinngegenstand betrachtet werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie Husserls Texte systematisch auswertet und verschiedene Kommentatoren wie Føllesdal oder Smith und McIntyre kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Struktur des Noemas, die Analyse seiner Vermittlungsfunktion sowie die kritische Auseinandersetzung mit semantischen und realistischen Interpretationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Noema, Intentionalität, noematischer Sinn, Gegenständlichkeit und phänomenologische Reduktion.

Wie unterscheidet Husserl laut der Arbeit zwischen dem „Inhalt“ und dem „Gegenstand“?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Husserl das Noema als Korrelat des Bewusstseinsaktes von dem intentionalen Gegenstand trennt, um Dilemmata bei Fällen wie Halluzinationen zu vermeiden.

Welche Bedeutung kommt dem „bestimmbaren X“ zu?

Das „bestimmbare X“ fungiert als Substrat der Bestimmungen und ermöglicht es, den Gegenstand als identisch trotz unterschiedlicher Wahrnehmungsperspektiven zu konstituieren.

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Details

Title
Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre in Husserls "Ideen I"
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Husserls Ideen
Grade
1,0
Author
Lerui Liang (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V476696
ISBN (eBook)
9783668953864
ISBN (Book)
9783668953871
Language
German
Tags
Husserl Noema Ideen I
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lerui Liang (Author), 2013, Interpretationsprobleme der Noemata-Lehre in Husserls "Ideen I", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476696
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