Kann die Trendsportart Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang in die Gesellschaft erleichtern?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
28 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einfuhrung

2 Sozialisation
2.1 Begriffsdefinition von Sozialisation
2.2 Sozialisationstheorien
2.2.1 Sozialisationstheorie nach Piaget
2.2.2 Sozialisation nach Hurrelmann
2.3 Bedeutung des Korpers

3 Diskurs zur Subjektivierungstheorie

4 Zusammenhang zwischen Sport und Gesellschaft

5 Sportarten und -gruppen
5.1 Begriffsdefinition von Sport
5.2 Trendsport
5.3 Extrem- und Risikosport
5.4 Abenteuersport
5.5 EinordnungvonFreeskiing

6 SportartFreeskiing
6.1 Geschichte und Entwicklung von Freeskiing
6.2 SpezifikavonFreeskiing
6.2.1 „Big Mountain“ oder „Freeride“
6.2.2 „Slopestyle“ oder „New School“

7 Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft
7.1 Freeskiier- eine soziale Gruppe?
7.2 Entwicklung von sozialen Beziehungen unter Freeskiiern
7.3 Die Gruppe als Raum der sozialen Identifikation

8 Freeskiing als Orientierung zur Einordnung in die Gesellschaft
8.1 Soziales Lemen durch Freeskiing
8.2 Entwicklung und Entfaltung der eigenen Personlichkeit durch Freeskiing

9 Ausblick - Risiken - Chancen

10 Literaturverzeichnis

1 Einfuhrung

Ein haufig genutzter Begriff zur Beschreibung heutiger westlicher Gesellschaften ist der Begriff der „Erlebnisgesellschaft“1. Dies bezeichnet eine Form der Gesellschaft, in der der Einzelne egoistisch auf das Erreichen von moglichst viel Genuss konzentriert ist. Dies impliziert, dass Traditionen und Bekanntes aus den alteren Generationen von der Jugend nicht mehr ubernommen werden. Viel mehr steht der Reiz etwas Neues zu entdecken im Vordergrund. Durch den beschriebenen Wandel der Gesellschaft stellt die gesellschaftliche Integration eine Herausforderung fur Jugendliche dar, weil es fur sie kaum Anhaltspunkte zur Identifikation mit vorherigen Generationen gibt.

An diesem Punkt lasst sich eine Parallele zum Sportgeschehen ziehen: Die Entstehung von neuen Sportarten oder Spezialisierungen einzelner Sportgruppen schreitet immer weiter voran. Insbesondere Trendsportarten wecken bei Jugendlichen groBes Interesse, da keine konkreten Trainingsplane oder Regeln hinter diesen Sportarten stecken. Ganz im Gegenteil bilden Freiheit, Selbstbestimmung und die Moglichkeit der individuellen Weiterentwicklung die Basis eines solchen Sports.

In diesem Zusammenhang stellt das alpine Skifahren ein gutes Beispiel dar. Wer in der fruhen Kindheit mit seinen Eltem in den Skiurlaub gefahren ist, ist im Laufe der Zeit eventuell auf das Snowboarden oder die Trendsportart des Freeskiings ubergegangen. Hieran ist die Spezialisierung einer Ausgangssportart durch die Jugend zu erkennen.

Der weitere Verlauf dieser Ausarbeitung beschaftigt sich mit der Frage, ob Trendsportarten wie beispielsweise das Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang zur oder die Selbsteinordnung in die Gesellschaft erleichtern kann. Angesichts des Einflusses, den die Zugehorigkeit oder auch die erlebte Nicht-Zugehorigkeit zu einer Gesellschaft auf junge Menschen besitzt, besitzt dieses Thema eine hohe Relevanz.

2 Sozialisation

Jedes Individuum durchlauft auf seinem Lebensweg verschiedene Altersstufen, in welchen es durch seine Umgebung und Erfahrungen eine fortschreitende Sozialisierung erfahrt. Sozialisation wird nicht bewusst erlebt oder wahrgenommen, ist aber grundlegender Bestandteil einer jeden Individualisierung, wie sie das fortschreitende Erwachsenwerdens eines Jugendlichen darstellt. Alle Menschen, insbesondere Jugendliche, sind standig mit neuen Einflussen und Einwirkungen konfrontiert, seien es Verhaltensweisen, Lebensarten oder auch ein Wandel im Sport. Die Individuen erweitern dadurch ihren Horizont, lernen Neues kennen, adaptieren bestimmte Sicht- und/oder Lebensweisen und entwickeln diese im Laufe der Zeit weiter. Doch wie ist der Begriff der Sozialisation nach dem heutigen Stand der Forschung genau definiert und wie geht dieser komplexe und umfangreiche Prozess vonstatten?

2.1 Begriffsdefinition von Sozialisation

Die Grundidee hinter dem Sozialisationsprozess ist die „Vergesellschaftung der menschlichen Natur“ (Durkheim 1972), welche darauf abzielt, dass das Individuum in die umgebende Gesellschaft hineinwachst, seinen Platz in der Gesellschaft findet und in dieser anerkannt wird. Der Fokus wird demnach auf die Entwicklung einesjeden Einzelnen in der individuellen Personlichkeit und als Mitglied einer Gesellschaft gelegt.

WeiB definiert Sozialisation 1999 als „ein[en] Prozess der Intemalisierung (Verinnerlichung) von Werten und Normen, Verhaltensmustem und sozialen Rollen, um dadurch Aufnahme (Integration) in eine Gesellschaft oder in einen Teil der Gesellschaft zu finden.“ (WeiB 1999, S. 67) Der Sozialisationsprozess impliziert demnach die subjektive Anpassung an die soziale Umwelt und die Aneignung des Subjekts von sozialen Normen (vgl. Liebsch 2017, S. 275).

2.2 Sozialisationstheorien

Der Ansatz der kognitiven Entwicklungspsychologie von Jean Piaget wird im Folgenden kurz vorgestellt und in den Kontext eingebunden. Grundannahme seiner Theorie ist, dass Interaktionen mit der Umwelt sowie aktives Handeln in ihr die Entstehung menschlicher Erkenntnis zu Folge hat und das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses darstellt. Piaget sieht die triebgesteuerte menschliche Entwicklung des Behaviorismus als unzutreffend an. Die erst spater entwickelte Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann wird im weiteren Verlauf der Abhandlung explizit in den Kontext mit einbezogen, da sein Modell der produktiven Realitatsverarbeitung2 nicht nur einen theoriegeleiteten Ansatz in Betracht zieht, sondem einen mehrperspektivischen Blick auf den zu analysierenden Gegenstand der Sozialisation wirft. Zudem bezieht Hurrelmanns Sozialisationstheorie sich maBgeblich auf die Entwicklung im Kindes- und Jugendalter, verliertjedoch nicht den Blick auf den Aspekt der lebenslangen Personlichkeitsentwicklung.

2.2.1 Sozialisationstheorie nach Piaget

Die kognitive Entwicklungspsychologie Piagets beinhaltet eine Wechselwirkung zwischen Menschen und Umwelt, von der das Individuum einerseits beeinflusst wird, die er andererseits auch selbst aktiv gestaltet. Im Spiel zwischen Individuum und Umwelt werden Verhaltensweisen des Denkens und Strukturen der Wahrnehmung aufgebaut, welche sich stufenweise weiterentwickeln, so Piaget. Jede Entwicklungsstufe sei dabei so konzipiert, dass in ihr bereits die Voraussetzungen fur die nachst hoherer Stufe ideomotorisch inkludiert seien. Demzufolge wird „Personlichkeitsentwicklung [...] als ein schrittweiser Aufbau von Fahigkeiten konzipiert, mit denen eine immer bessere Anpassung an Umweltbedingungen erreichtwird“ (Bauer/Hurrelmann 2018, S. 72).

Piaget entdeckte, dass die menschliche Kognition mit steigernden Alter nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zunehme, weil sich das kindliche Denken vom Konkreten zum Abstrakten, vom Einfachen zum Differenzierten verandere, es wird systematischer, flexibler und angepasster. Dieses Phanomen der standigen Anpassung an die Umwelt artikuliert Piaget als „Adaption“. Sobald ein Zustand des Gleichgewichts hergestellt ist, folgt unvermeidlich ein gestortes Gleichgewicht, welches durch den Prozess der Neuanpassung an die Umwelt wieder aufgehoben wird.

Die Neukoordination der Strukturen von Organismus und Wahrnehmung werden aus der Assimilation, der Akkommodation und der Aquilibration zusammengefugt. Unter den ersten beiden Begriffen fasst Piaget die Einverleibung von Gegebenheiten der Umwelt und die Anpassung an diese. Die Aquilibration ist laut Piaget die Folge von Umstrukturierungen bereits vorhandener Strukturen aus den vorhergegangenen Phasen auf ein hoheres Niveau. Der Organismus wird demnach als ein offenes System betrachtet, das im permanenten Austausch mit der Umwelt steht und von ihr geformt und verandert wird.

2.2.2 Sozialisation nach Hurrelmann

Klaus Hurrelmann definiert Soziologie als ein ,,Prozess der Entstehung und Entwicklung der Personlichkeit in wechselseitiger Abhangigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt“ (Geulen/ Hurrelmann 1980, S. 51), welches er kurze Zeit spater um das MpR erweitert, um die Bedeutung des Subjekts und/oder der Personlichkeit hervorzuheben.

Der Fokus der Sozialisationstheorie vom Hurrelmann liegt dementsprechend auf der Frage, „wie ein Mensch mit seiner genetischen Ausstattung an Trieben und Bedurfnissen, seinen angeborenen Temperaments- und erworbenen Personlichkeitsmerkmalen sowie in Interaktion mit den ihn umgebenen Umweltfaktoren zu einem Subjekt mit der Fahigkeit zu Selbstreflexion wird und es dabei schafft, die Anforderung an die individuelle Integration in ein soziales Gefuge zu bewaltigen“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 16). Um diesen Konflikt losen zu konnen, scheint eine vielfaltige Sicht auf die theoretischen Ansatze notwendig. Hurrelmann beschaftigt sich in seinem Modell mit Ansatzen der Psychologie, Neurobiologie sowie der Soziologie.

Das MpR beinhaltet zehn detaillierte Thesen, die in drei ubergeordnete Komplexe gegliedert sind: erkenntnistheoretische und konzeptionelle Grundannahmen, die Perspektive der produktiven Realitatsverarbeitung im Lebenslauf und die Bedeutung differenzierter Kontexte.

Der erste Komplex schlieBt zwei Thesen ein. Die erste These thematisiert das „Verhaltnis der inneren und der auBeren Realitat“. Hurrelmann vertritt die Auffassung, dass der Prozess der Sozialisation ein langanhaltender und nie endender Prozess im Leben eines jeden Menschen ist. Die Personlichkeitsentwicklung sei demnach eine produktive Verarbeitung der inneren und auBeren Realitat, die auch unbewusst vonstatten verlaufen kann. Die zweite These handelt von der „Produktion der eigenen Personlichkeit“. Diese findet laut Hurrelmann durch als explizit aktiver Prozess statt, in dem das Individuum „eine Verarbeitung der inneren und auBeren Realitat [vomimmt], die ihren individuellen Merkmalen, Fahigkeiten und verfugbaren Ressourcen entspricht“ (Bauer/Hurrelmann 2018, S. 102). Die individuelle Personlichkeit forme sich dabei in der Interaktion zwischen verfugbaren und erworbenen individuellen Merkmalen sowie der materiellen, sozialen und symbolischen Umwelt standig weiter, so Hurrelmann im folgenden Verlauf.

Der zweite Komplex handelt von drei Thesen, beginnend mit der These zu „Bewaltigung der Entwicklungsaufgaben im Lebenslauf‘. In unterschiedlichen Lebensabschnitten wurden differente Erwartungen an die Verarbeitung der Realitat gestellt. Diese ergaben sich sowohl aus korperlicher wie psychischer Entwicklung, als auch aus der sozialen Umwelt. Es werde erwartet, physische Veranderungen (wie beispielsweise das Heranwachen bei Jugendlichen oder der zunehmende korperliche Verfall bei Senioren) zu akzeptieren und eine dementsprechende Justierung des personlichen Verhaltens vorzunehmen, so Hurrelmann. Diese „Entwicklungsaufgaben“ deskribieren die von der Gesellschaft anerkannten und normierten Verhaltensweisen, die allerdings von jedem Individuum ,,in das eigene Handlungsrepertoire zur ubersetzen und zu bewaltigen“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 107). Die vierte Kernannahme des MpR behandelt die „Bildung der Ich-Identitat“ im Spannungsfeld zwischen personlicher Individuation und sozialer Integration unter geleichzeitiger Realisierung der eingangs beschrieben Entwicklungsaufgaben. Nur wenn diese erfolgreich abgeschlossen wurden, ist die Entwicklung einer Ich-Identitat moglich. Die Ich-Identitat eines Individuums bezeichnet Hurrelmann als eine im Laufe des Lebens und der personlichen Entwicklung nicht disruptiven Selbstwahrnehmung aufBasis eines positiv konnotierten personlichen Empfmdung. Hurrelmanns funfte These formuliert den Ansatz der personlichkeitsentwicklung im Lebenslauff Die Personlichkeitsentwicklung als lebenslanger Prozess durchlauft diverse Lebensphasen verbunden mit „sich verandemden okonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 118), an die sich das Individuum durch neue Lokalisierungen des gesellschaftlichen und biologischen „Standort[s]“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 118) anpassen muss.

,,Die Bedeutung differenzierter Kontexte“ bezeichnet den dritten und damit den letzten Komplex des Modells, einsetzend mit der Abhandlung uber die Bedeutung der Familie fur die Sozialisation des Individuums. Die engsten Angehorigen stellen schon seit langer Zeit in unserer Gesellschaft die wichtigsten Vertreter der auBeren Realitat gegenuber kindlichem und adoleszentem Nachwuchs, da sie den haufigsten Kontakt zum Individuum haben und ,,wie in einem Mikrokosmos [...] von fruher Kindheit an soziale, kulturelle und okonomische Lebensbedingungen“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 145) mit Radiation auf die Personlichkeitsentwicklung widerspiegeln. Eine in Zugen vergleichbare Bedeutung fur die Sozialisation des Individuums kommt den diversen Bildungsorganisationen zu, wie Hurrelmann in seiner siebten These formuliert. Wahrend in der Familie die Angehorigen als „Laienerzieher“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 165) arbeiten, wird diese Rolle im Bildungssystem professionellen Padagoginnen und Padagogen zugeschrieben. Die bereits ausgepragte Grundstruktur der Personlichkeit des Kindes oder der Jugendlichen stellt hierbei die Grundlage dar, auf der die sogenannten „sekundaren Sozialisationsinstanzen“ (Bauer/ Hurrelmann 2018, S. 165) im Bildungsbereich aufbauen mussten. In der breit gefacherten Masse sozialer Systeme, die nicht primar auf Sozialisierung, Erziehung, Bildung und Qualifizierung fokussiert sind, besteht die Einbindung von Individuen in ihre Strukturen uber einen langeren Zeitraum, wodurch auch hier eine Stimulation der Personlichkeitsentwicklung in bestimmte Direktionen stattfindet, so Hurrelmann in seiner achten These. In der darauffolgenden neunten Kernannahme des MpR stellt Hurrelmann eine Wirkungsbeziehung zwischen okonomischen, sozialen und kulturellen Differenzen zwischen verschiedenen Bevolkerungsgruppen und einer durch diese differenzierten Lebensumstande beeinflussten Sozialisierung her. Diese Ungleichheiten konnen sowohl Produkt als auch Ursache unterschiedliche verlaufender Sozialisierungsprozesse sein. In seiner abschlieBenden zehnten und letzten Kemannahme des MpR fuhrt Hurrelmann seine Auffassung zu geschlechtlicher Diversitat in der Realitatsverarbeitung aus. Dieser These liegt der Urstand zu Grunde, dass die binare Zuordnung nach mannlich und weiblich die nachhaltigste und vermeidlich einfachste Zuordnung zu verschiedenen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft darstellt. Mit der Einordnung in eine solche Gruppe ist gleichzeitig auch der Transfer eines Konstrukts an erwarteten Verhaltensweisen und Mustern fur das Verhalten des Individuums verbunden, in dessen Rahmen sich die individuelle Ausgestaltung der Identitat nicht zwingend bewegen muss, was jedoch im Gros der Falle zutrifft.

2.3 Bedeutung des Korpers

Der Korper tragt bei der Vergesellschaftung des Individuums eine bedeutende Rolle. Soziologen sprechen von der Korpersozialisation, welche die Grundannahme verfolgt, „dass der Korper in einerjeweils spezifischen Umwelt geformt, wahrgenommen, interpretiert und bewertet wird.“ (Liebsch 2017, S. 277) Somit erfolgt die Einordnung und Positionierung innerhalb einer Gesellschaft durch und uber den Korper. Luc Boltanski zufolge entwickelt jede Gesellschaft im Laufe der Zeit ein sich stetig wandelnden Katalog an akzeptierten und gesellschaftskonformen Handlungen im Bezug auf den Korper. Dies umfasst samtliche somatische Interaktionen sowohl einzelner Individuen mit ihrem eigenen Korper, als auch unter zwei oder mehrerer Individuen.3 Diese gesellschaftlich normierten Handlungen konnen teilweise praktisch weltweite Verbreitung haben, wie zum Beispiel der Kuss als Ausdruck partnerschaftlicher Liebe, der in nahezu alien westlichen Gesellschaften akzeptiert und praktiziert wird. Im Gegensatz hierzu sind gewisse Praktiken in einzelnen Gesellschaften verpont, hierzu kann man beispielsweise die indische Gesellschaft erwahnen, in der es verpont ist, mit der linken Hand zu essen oder jemanden zu begruBen, da diese Hand als „unrein“ gilt - wahrend das Essen mit beiden Handen in der westlichen Gesellschaft absolut akzeptiert, wenn nicht sogar als gute Sitte gilt. Insgesamt definieren diese gesellschaftlichen Normen zum Umgang mit dem Korper also die „verschiedensten alltaglichen physischen Handlungen [...], zu gehen, sich anzukleiden, sich zu emahren, sich zu waschen, sich zu schminken und [...] die korrekte Art, in der physische Interaktionen mit anderen abzulaufen [zu] haben“ (Boltanski 1976, S. 154).

Eine weitere Auffassung zur Bedeutung des Korpers in der Gesellschaft vertritt Pierre Bourdieu: er klassifiziert die organisierten Praktiken einer modemen Sportkultur als Angebote an praktischen Modellen des Sich- Bewegens, „mitsamt der dazugehorigen Rituale[n], Codes und Institutionen [...]“ (Liebsch 2017, S. 278). Bourdieu stellt heraus, dass hierbei eine dramaturgische Darstellung und Inszenierung der Werte und Normen stattfinde und so die gesellschaftlich anerkannten Erwartungen an die Verwendung des Korpers mitprage. In Folge dessen gaben „sportliche Bewegungspraktiken [...] Hinweise auf Korperkulturen und Gesellschaftsstrukturen“ (Liebsch 2017, S. 278).

[...]


1 Vgl. Schulze, Gerhard (2005): Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart

2 Im weiteren Verlaufauch: MpR

3 Boltanski, Luc: Die soziale Verwendung des Korpers. In: Dietmar Kamper & Volker Rittner (Hrsg.): Zur Geschichte desKorpers). Munchen: CarlHan, 1976, S. 138-177

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Kann die Trendsportart Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang in die Gesellschaft erleichtern?
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1.7
Autor
Jahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V476741
ISBN (eBook)
9783668968011
ISBN (Buch)
9783668968028
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kann, trendsportart, freeskiing, erwachsenen, zugang, gesellschaft
Arbeit zitieren
Lea Volkmann (Autor), 2019, Kann die Trendsportart Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang in die Gesellschaft erleichtern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476741

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