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Einfluss von Social-Media-Plattformen auf Peer-Beziehungen Jugendlicher

Titel: Einfluss von Social-Media-Plattformen auf Peer-Beziehungen Jugendlicher

Bachelorarbeit , 2019 , 59 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Elena Schreer (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Adoleszenz durchläuft der Mensch wichtige psychische und physische Entwicklungsphasen, welche die Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich fördern und das Selbstbild sowie die Identität einer Person stabilisieren. Dabei handelt es sich um ein komplexes Zusammenwirken von äußeren Einflüssen und dem individuellen, subjektiven Umgang mit der sozialen und materiellen Umwelt, welche eine Entwicklung im Sinne der eigenen Bedürfnisse und Interessenlagen ermöglichen kann. Prozesse der Individuation und Integration sowie die individuelle und kollektive Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftlichen, materiellen und strukturellen, ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Umweltbedingungen spielen dabei eine tragende Rolle. Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Instagram und Snapchat erreichten heute einen Großteil der Jugendlichen und dienen als zentrale Plattformen der Kommunikation im Freundeskreis.

Gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation gehören zu den natürlichen Bedürfnissen eines Menschen. Im Sinne eines biopsychosozialen Gesundheitsverständnisses wirken sich diese auch auf das Wohlbefinden eines Subjekts aus. Der Grad der Einbindung von heranwachsenden Jugendlichen in soziale Netzwerke im Internet kann sich daher sowohl positiv als auch negativ auf die psychische Entwicklung auswirken. Neben dem Aspekt der Kommunikation gibt es jedoch auch andere Motivationen für die Nutzung Sozialer Netzwerke. Durch die Entwicklung des Web 2.0 und neue Artikulationsformen, ist es für den Nutzer möglich, aktiv Inhalte im Internet mitzugestalten. Soziale Netzwerke sind ein Raum der Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung geworden.

Die Chance auf Individualisierung und Entfaltung einer einmaligen Persönlichkeit kann unter dem Einfluss der sozialen Medien- und Konsumgesellschaft jedoch auch als Belastung und Druck wahrgenommen werden. Da Heranwachsende im Jugendalter in ihrem Körperbild noch nicht gefestigt sind, suchen sie im Verlauf des Sozialisationsprozesses und der Identitätsfindung nach Orientierungshilfen und Vorbildern. Diese finden sie unter anderem in sozialen Medien. Insbesondere Social-Media-Plattformen wie Instagram zeichnen sich jedoch durch ein hohes Maß an Inszenierung in der Selbstdarstellung, Perfektionsstreben und einem überhöhten Körperkult aus. Der Einsatz von Bildbearbeitungsprogrammen führt zu einer verzerrten Konstruktion von Körperidealen und kann erhebliche Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung von Jugendlichen nehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in der Adoleszenz

3. Peer- und Freundschaftsbeziehungen

3.1 Perspektivenkoordination als Voraussetzung für soziale Interaktionen

3.2 Begriffsbestimmungen und Abgrenzungen

4. Selbstkonzepte und Identitäten

4.1 Identitätsmodelle

4.2 Personale und soziale Identitäten

4.3 Selbstkonzept und Selbstwert

5. Zwischenfazit

6. Social Media – Einblicke in das Nutzverhalten Jugendlicher

6.1 Social-Media-Nutzung im historischen Verlauf

6.2 Schwerpunkte in der Social-Media-Nutzung

6.3 Instagram und Snapchat

6.4 Einfluss auf die Freizeitgestaltung

7. Identitäten und Soziale Medien

7.1 Funktionen Sozialer Medien

7.2 Impression Management

7.3 Virtuelle Schein-Identitäten?

8. Beziehungsmanagement und Soziale Medien

8.1 Online- vs. Offline-Beziehungen

8.2 Matthäus-Effekt

9. Risiken des medialen Körperkults

9.1 Körperwahrnehmung in der Adoleszenz

9.2 Perfektionsstreben

9.3 Problematische Communities

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Social-Media-Plattformen auf die Identitätsentwicklung sowie die Gestaltung von Peer- und Freundschaftsbeziehungen im Jugendalter, um zu verstehen, wie digitale Räume das soziale Miteinander transformieren.

  • Entwicklungspsychologische Grundlagen der Adoleszenz
  • Funktionen und Bedeutung von Peer-Beziehungen
  • Digitale Identitätskonstruktion und Impression Management
  • Veränderungen im Freizeitverhalten durch soziale Medien
  • Risiken des medialen Körperkults und problematische Communities

Auszug aus dem Buch

7.2 Impression Management

„Die ganze Welt ist Bühne,

und alle Fraun und Männer bloße Spieler.

Sie treten auf und gehen wieder ab,

sein Leben lang spielt einer manche Rollen,

durch sieben Akte hin. Zuerst als Kind,

das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt;

der weinerliche Bube, der mit Bündel

und glattem Morgenantlitz, wie die Schnecke

ungern zur Schule kriecht (…)“.

Dieses metaphorische Zitat Shakespeares über das bestimmte Auftreten und Verhalten von Menschen weist auf den Rollenbegriff hin, der in den Sozialwissenschaften eine lange Tradition hat. Das Rollenhandeln kann sowohl unbewusst, wie es in dem Zitat „durch sieben Akte hin“ beschrieben wird, als auch bewusst erfolgen. Erving Goffman prägte in diesem Zusammenhang den Begriff Impression Management, was den kontrollierten und gezielt beeinflussten Eindruck eines Individuums auf andere Personen in sozialen Interaktionen beschreibt. Demnach strebt jeder Mensch in sozialen Interaktionen danach, den Eindruck, den er auf andere macht, beeinflussen und kontrollieren zu können. Dabei werden sowohl bewusste als auch unbewusste, automatisierte Inszenierungsstrategien angewendet, die ein bestimmtes Ansehen der eigenen Peron im sozialen Umfeld erzeugen sollen und das Bild eines idealisierten Selbstkonzepts vermitteln. Die Selbstpräsentation und Imagebildung vergleicht Goffmann in seinem Buch „Wir alle spielen Theater: Die Selbstdarstellung im Alltag“ mit einer Bühnenrolle, die vor einer bestimmten Fassade dargestellt wird. Um die Fassade, welche die Zuschauer genau kennen, aufrecht erhalten zu können, muss die Rolle entsprechend dieser Fassade verkörpert werden. Dies beinhaltet sowohl das Gesamtverhalten einer Person als auch ihr Erscheinungsbild.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Adoleszenz für die Identitätsbildung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss sozialer Medien auf Identität und Peer-Beziehungen.

2. Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in der Adoleszenz: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen und biologischen Phasen der Adoleszenz sowie die für die Entwicklung essenziellen Entwicklungsaufgaben.

3. Peer- und Freundschaftsbeziehungen: Es wird die Bedeutung von Perspektivenkoordination sowie der Stellenwert von Peer-Beziehungen für die Persönlichkeitsentwicklung analysiert.

4. Selbstkonzepte und Identitäten: Hier werden theoretische Modelle zur Identitätsentwicklung und die Unterscheidung zwischen personaler und sozialer Identität dargelegt.

5. Zwischenfazit: Das Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse über die Entwicklung im Jugendalter zusammen, bevor der Bezug zur Mediennutzung hergestellt wird.

6. Social Media – Einblicke in das Nutzverhalten Jugendlicher: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Mediennutzung und analysiert das aktuelle Verhalten Jugendlicher anhand der JIM-Studie.

7. Identitäten und Soziale Medien: Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von Medientechnologien, Identität und dem kontrollierten Impression Management im digitalen Raum.

8. Beziehungsmanagement und Soziale Medien: Es werden die Auswirkungen digitaler Kommunikation auf Offline-Beziehungen sowie der soziologische Matthäus-Effekt in sozialen Netzwerken untersucht.

9. Risiken des medialen Körperkults: Das Kapitel befasst sich mit den Gefahren von Körperidealen, dem Perfektionsstreben und der Dynamik problematischer Online-Communities.

10. Fazit: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und beantwortet die formulierten Forschungsfragen zur Identitätsentwicklung und zum sozialen Miteinander unter dem Einfluss digitaler Medien.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Social Media, Peergroup, Selbstkonzept, Impression Management, Körperkult, digitale Identität, Sozialisation, Freundschaft, Mediennutzung, Online-Kommunikation, Selbstwert, Internet, JIM-Studie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Nutzung moderner Social-Media-Plattformen auf die Identitätsentwicklung und das soziale Miteinander von Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Felder sind die psychologischen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, die Dynamik von Freundschaftsbeziehungen, digitale Selbstdarstellung und die Risiken durch mediale Körperideale.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern die Identitätsentwicklung durch soziale Medien beeinflusst wird und ob sich das soziale Miteinander durch digitale Entwicklungen grundlegend verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch entwicklungspsychologische Ansätze sowie der Analyse repräsentativer Daten, insbesondere der JIM-Studie 2018.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Komplexe: Grundlagen der Identitätsentwicklung und deren spezifische Ausprägung und Beeinflussung durch soziale Medien wie Instagram und Snapchat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Identität, Social Media, Peer-Beziehungen, Impression Management, Körperkult und Selbstkonzept.

Wie unterscheidet sich die Identitätsentwicklung im digitalen Raum von der realen Welt?

Im Internet haben Jugendliche durch Inszenierung und Filteroptionen einen hohen Kontrollgewinn über ihr Image, was einerseits zum Experimentieren einlädt, andererseits aber Druck erzeugt, um Idealen zu entsprechen.

Welche Rolle spielt der sogenannte Matthäus-Effekt bei der Mediennutzung?

Er beschreibt das Phänomen, dass sozial kompetente und beliebte Jugendliche auch online einfacher neue Kontakte knüpfen und ihre Popularität ausbauen können, während es isolierten Jugendlichen schwerer fällt.

Warum sind die untersuchten „Problematischen Communities“ kritisch zu sehen?

Plattformen, die Essstörungen verherrlichen oder unrealistische Körperbilder vermitteln, können bei Jugendlichen mit labilen Selbstkonzepten zu psychischer Belastung und negativen gesundheitlichen Folgen führen.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einfluss von Social-Media-Plattformen auf Peer-Beziehungen Jugendlicher
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Note
2,0
Autor
Elena Schreer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
59
Katalognummer
V476743
ISBN (eBook)
9783668996885
ISBN (Buch)
9783668996892
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social-Media Peergroup Adolenszenz Identitätsentwicklung Selbstkonzepte Beziehungsmanagement Impression Management Selbstinszenierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Schreer (Autor:in), 2019, Einfluss von Social-Media-Plattformen auf Peer-Beziehungen Jugendlicher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476743
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  59  Seiten
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