Diese Arbeit befasst sich mit Carsharing in Deutschland, welches vor allem in den letzten zehn Jahren ein erhebliches Wachstum erfuhr. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Seite der Nutzerinnen und Nutzer. Welche Beweggründe haben sie dafür, an Carsharing teilzunehmen und welche Argumente halten potentielle NutzerInnen davon ab und sprechen gegen das Konzept?
Zunächst wird das Carsharing definiert, sowie die Entwicklung des Carsharings in Deutschland und seine verschiedenen Ausprägungen vorgestellt. Anschließend wird der theoretische Hintergrund erläutert: Als theoretische Grundlage wird die Theorie des geplanten Verhaltens nach Ajzen sowie das „Needs-Opportunities-Abilities“-Modell her-angezogen. Beide analysieren die Ursachen für bestimmte Entscheidungen und Handlungen. Hierauf aufbauend wird zur Nutzerstruktur des Carsharings übergegangen. Zum einen stellt sich die Frage, wer Carsharing-Dienste nutzt und darauf folgt die Frage, welche Beweggründe jeweils dahinterstehen. Dies wird anschließend vor dem Hintergrund der eingangs dargestellten Theorien analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN: CARSHARING
2.1. DEFINITION
2.2. ENTWICKLUNG UND VERBREITUNG IN DEUTSCHLAND
3. THEORETISCHER HINTERGRUND
3.1. THEORY OF PLANNED BEHAVIOR
3.2. NOA-MODELL
4. SOZIODEMOGRAFISCHE NUTZUNGSSTRUKTUR
5. MOTIVATION DER NUTZERINNEN
6. EINORDNUNG DER BEFUNDE IN DEN THEORETISCHEN RAHMEN
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Beweggründe von Nutzerinnen und Nutzern für die Teilnahme an Carsharing-Angeboten in Deutschland. Ziel ist es, die soziostrukturelle Zusammensetzung der Nutzerschaft zu analysieren und mithilfe der Theorie des geplanten Verhaltens sowie des NOA-Modells zu erklären, welche psychologischen und rationalen Faktoren zur Wahl dieses Mobilitätskonzepts führen.
- Entwicklung und operative Modelle des Carsharings
- Soziodemografische Analyse der Nutzergruppen
- Motivationsfaktoren für die Nutzung vs. Barrieren
- Einfluss von Routinen und biografischen Wendepunkten
- Bedeutung von "Nutzen statt Besitzen" in der Lebensphase
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition
Carsharing beschreibt die organisierte, gemeinschaftliche Pkw-Nutzung durch eine größere Anzahl an Personen (vgl. Tils et. al. 2016, S.87). Hierbei wird nur der Zugang zum Besitz geteilt, nicht jedoch das Eigentum. Die Nutzungsintervalle der Fahrzeuge sind in der Regel relativ kurz (vgl. Riegler et. al. 2016, S.18).
Konventionelles Carsharing umfasst zwei verschiedene operative Modelle: Zum einen das stationsbasierte Carsharing (SB) und zum anderen das Free-Floating-Carsharing (FF). Bei dem stationsbasierten Carsharing werden die Fahrzeuge an festen Stationen abgeholt und müssen an derselben zurückgegeben werden. Beim Free-Floating-Carsharing gibt es keine Stationsbindung. Fahrzeuge sind auf öffentlichen Parkplätzen, die innerhalb des festgelegten Geschäftsgebietes liegen, verteilt. Ein Fahrzeug steht also dort, wo es der letzte Kunde abgestellt hat und kann per Handy geortet und gebucht werden. Die Abgabe ist innerhalb des Geschäftsgebiets überall möglich (vgl. Riegler et. al. 2016, S.18; BCS 2017b, o. S.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach den Beweggründen für die Carsharing-Nutzung vor und erläutert den theoretischen Rahmen sowie das methodische Vorgehen.
2. GRUNDLAGEN: CARSHARING: Dieses Kapitel definiert das Konzept des Carsharings und beschreibt die Entwicklung sowie die Unterschiede zwischen stationsbasiertem und Free-Floating-Systemen in Deutschland.
3. THEORETISCHER HINTERGRUND: Es werden die "Theory of Planned Behavior" und das "NOA-Modell" als theoretische Basis zur Erklärung von Entscheidungen und Routinen bei der Verkehrsmittelwahl eingeführt.
4. SOZIODEMOGRAFISCHE NUTZUNGSSTRUKTUR: Hier wird das Profil der Carsharing-Nutzer analysiert, welches sich durch ein jüngeres Alter, höhere Bildung und überdurchschnittliches Einkommen auszeichnet.
5. MOTIVATION DER NUTZERINNEN: Das Kapitel beleuchtet die ökologischen, ökonomischen und pragmatischen Gründe für die Nutzung sowie Barrieren, die potenzielle Nutzer von einer Teilnahme abhalten.
6. EINORDNUNG DER BEFUNDE IN DEN THEORETISCHEN RAHMEN: Die gesammelten Ergebnisse werden mit den theoretischen Modellen verknüpft, um zu verdeutlichen, wie biografische Phasen und Routinen das Mobilitätsverhalten beeinflussen.
7. FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Verbreitung von Carsharing als etabliertes Mobilitätskonzept.
Schlüsselwörter
Carsharing, Mobilitätsforschung, Nutzerstruktur, Theory of Planned Behavior, NOA-Modell, Stationsbasiertes Carsharing, Free-Floating, Verkehrsverhalten, Mobilitätswandel, Nachhaltigkeit, Lebensphasen, Routinen, Individualverkehr, Verkehrsmittelwahl, Automobilindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Beweggründe und die soziodemografische Struktur von Menschen, die in Deutschland Carsharing-Dienste nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung verschiedener Carsharing-Modelle (stationär vs. free-floating), die Nutzercharakteristika sowie die psychologischen Faktoren der Entscheidung für dieses Mobilitätsmodell.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Nutzer sich für Carsharing entscheiden und welche theoretischen Erklärungsmodelle (wie das NOA-Modell) dieses Verhalten stützen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Anwendung soziologischer sowie psychologischer Theorien der Mobilitätsforschung zur Einordnung empirischer Befunde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Carsharings gelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Zielgruppen und der verschiedenen Motive sowie Barrieren für die Nutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Carsharing, Mobilitätsforschung, Nutzerstruktur, Theorie des geplanten Verhaltens und Mobilitätswandel beschreiben.
Warum spielt das Alter bei der Wahl des Carsharing-Modells eine Rolle?
Jüngere Nutzergruppen bevorzugen oft flexiblere Free-Floating-Systeme, während stationäre Angebote eine heterogenere Zielgruppe ansprechen, was stark mit der jeweiligen Lebensphase korreliert.
Inwiefern beeinflussen biografische Wendepunkte das Mobilitätsverhalten?
Biografische Umbrüche, wie ein Umzug oder Familiengründung, wirken als Katalysator, um bestehende Routinen aufzubrechen und die eigene Mobilitätsstrategie neu zu bewerten.
- Arbeit zitieren
- Michelle Trautmann (Autor:in), 2018, Carsharing in Deutschland. Welche Beweggründe haben NutzerInnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476767