In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich im Berliner und Münchener Eingewöhnungsmodell finden. Dafür werde ich zunächst auf die Gestaltung der Eingewöhnungssituation eingehen und auf das Eingewöhnungsproblem zu sprechen kommen. Darüber hinaus werde ich kurz die Rahmenbedingungen der Eingewöhnung schildern und auf die Bedeutung von Transitionen verweisen. Anschließend widme ich mich den beiden Modellen im Detail, um sie abschließend miteinander zu vergleichen und ein Fazit aus meinen Erkenntnissen zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Berliner Eingewöhnungsmodell
2.1 Die Elterninformation
2.2 Die dreitägige Grundphase
2.3 Die Trennungsphase
2.4 Die Stabilisierungsphase
2.5 Die Schlussphase
3. Das Münchener Eingewöhnungsmodell
3.1 Die Vorbereitungsphase
3.2 Die Kennenlernphase
3.3 Die Sicherheitsphase
3.4 Die Vertrauensphase
3.5 Die Auswertungs- und Reflexionsphase
4. Vergleich der Eingewöhnungsmodelle – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Berliner und das Münchener Eingewöhnungsmodell gegenüberzustellen, um deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und die Bedeutung einer professionellen Begleitung des Übergangsprozesses von der Familie in die institutionelle Kinderbetreuung zu beleuchten.
- Theoretische Grundlagen und pädagogische Leitbilder der Eingewöhnung
- Detaillierte Analyse der Phasenabläufe beider Konzepte
- Bedeutung der Elternbeteiligung als „sicherer Hafen“
- Vergleichende Betrachtung von Bindungstheorie und Transitionsforschung
- Anforderungen an pädagogische Fachkräfte im Eingewöhnungsprozess
Auszug aus dem Buch
2.2 Die dreitägige Grundphase
In dieser Phase begleitet ein Elternteil sein Kind für ca. ein bis zwei Stunden in der Einrichtung und beobachtet den Alltag. Hierbei sollte sich die Bezugsperson möglichst passiv, aber aufmerksam gegenüber dem Kind verhalten, also nicht von sich aus die Initiative ergreifen, „[…] damit es Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme mit der pädagogischen Fachkraft erhält.“ (Dreyer 2017, S.84). Auf keinen Fall sollte der Elternteil in dieser Zeit mit anderen Kindern spielen, etwas lesen oder sich anderweitig beschäftigen, da das Kind sonst nur damit beschäftigt wäre, seine Aufmerksamkeit wiederzuerlangen und gar keine Zeit mehr hätte, um die neue Umgebung zu erkunden.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass er auf die Signale des Kindes achtet und auch entsprechend auf diese reagiert und auf dessen Bedürfnisse eingeht. Die Bindungsperson dient dem Kind als „sicherer Hafen“, von welchem aus es beruhigt explorieren, aber sich bei Bedarf auch immer wieder durch Blicke oder Körperkontakt und Nähe rückversichern kann, d.h. „sie folgt dem Kind nicht, ist aber immer gut erreichbar und aufmerksam.“ (Braukhane & Knobeloch 2011, S.5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Übergangs von der Familie in die Kita ein und erläutert die Zielsetzung der vergleichenden Analyse.
2. Das Berliner Eingewöhnungsmodell: Es werden die Grundlagen, die Zielsetzungen und die fünf Phasen dieses klassischen, bindungsorientierten Konzepts detailliert beschrieben.
3. Das Münchener Eingewöhnungsmodell: Dieses Kapitel erläutert den Fokus auf die Transitionsforschung und die Kompetenz des Kindes innerhalb des fünfphasigen Münchener Ansatzes.
4. Vergleich der Eingewöhnungsmodelle – Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Hier erfolgt eine kritische Gegenüberstellung, bei der insbesondere die theoretischen Grundlagen und die unterschiedliche Gewichtung des Kindesbildes reflektiert werden.
5. Fazit: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen und begründet ihre persönliche Präferenz für das Münchener Modell aufgrund der starken Betonung der Transitionsbewältigung.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Fachquellen und Internetquellen zur wissenschaftlichen Untermauerung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Eingewöhnungsmodell, Berliner Modell, Münchener Modell, Transition, Bindungstheorie, Übergang, Kindertagesstätte, Krippe, Elternbeteiligung, pädagogische Fachkraft, Erziehungspartnerschaft, Bindungsqualität, Eingewöhnung, Transitionsforschung, Frühkindliche Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich der beiden in Deutschland verbreiteten Konzepte zur Eingewöhnung von Kleinkindern in Kindertageseinrichtungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der pädagogische Ablauf der Eingewöhnung, die Bedeutung der Elternrolle, der Beziehungsaufbau zwischen Kind und Fachkraft sowie die theoretische Fundierung der Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Berliner und dem Münchener Modell aufzuzeigen, um eine fundierte Entscheidungshilfe für die pädagogische Praxis zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und dem Vergleich etablierter pädagogischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und Analyse der Phasen beider Modelle sowie eine anschließende vergleichende Diskussion der Ansätze.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Eingewöhnungsmodell, Bindungstheorie, Transition, Elternpartizipation und frühkindliche Bildung.
Warum spielt die Elternrolle in beiden Modellen eine solch große Rolle?
In beiden Modellen fungiert der Elternteil als „sicherer Hafen“, der dem Kind die nötige Sicherheit für die Exploration in der neuen Umgebung bietet.
Worin unterscheiden sich das Berliner und das Münchener Modell beim Bild vom Kind?
Während das Berliner Modell das Kind stärker als schutzbedürftiges Wesen betrachtet, steht beim Münchener Modell die Sichtweise auf das Kind als kompetentes, autonomes Subjekt im Vordergrund.
- Quote paper
- Nadine Keiger (Author), 2018, Berliner und Münchener Eingewöhnungsmodell im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476830