Politische Heiratsverbindungen. Maximilian I. und Maria von Burgund


Seminararbeit, 2017
12 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2.Präsentation der Quelle

3.Königliche Ehen und ihre politische Verbindungen

4.Historischer Hintergrund
4.1. Die Dynastie der Habsburger
4.2. Das Herzogtum Burgund
4.3. Die Vorverhandlungen zur Hochzeit – das Treffen von Trier
4.4. Die Hochzeit von Maximilian I. und Maria von Burgund
4.5. Der Tod und Erbe Marias

5.Schluss

6.Quellen und Literaturverzeichnis
6.1. Quellen
6.2. Literatur
6.3. Beiträge aus Aufsatzbänden

1.Einleitung

Die Hochzeit von Maximilian I. und Maria von Burgund am 19. August 1477 war ein bedeutendes Geschehnis in der Geschichte, denn dieser Bund der Ehe war bezeichnend für die Weiterentwicklung der Herrscherhäuser Habsburg und Burgund. Papst Pius II. regte bereits 1463 eine Heirat zwischen Maximilian I. und Maria von Burgund an, um die militärische und finanzielle Kraft Burgunds mit dem römischen Kaisertum zu verbinden.1

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den Motiven und Zielen einer Heiratsverbindung im späten Mittelalter am Beispiel der Ehe von Maximilian I. und Maria von Burgund. Die Forschungsfragen dieser Arbeit lauten daher: Welcher Grundgedanke stand anfänglich dahinter bzw. welche Vorteile ergaben sich für die einzelnen Herrscherhäuser aus dieser Verbindung? Wer hatte die Eheschließung angeregt? Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, welche Motive und Ziele hinter dieser Vermählung standen und wie es Maximilian und Maria letztendlich mit ihrer Ehe erging.

Die Arbeit ist dazu in drei Teilen unterteilt. Der erste Teil beschreibt die ausgewählte Quelle, welche zu diesem Thema passend ist. Der zweite Teil handelt von allgemeinen königlichen Ehen und deren politischen Bestimmungen. Der dritte Teil schildert sowohl die Situation der Habsburger wie auch der Burgunder vor der Hochzeit, um einen kurzen theoretischen Überblick über die Hintergründe zu schaffen. Desweiteren werden die Vorverhandlungen zur Eheschließung in Trier dargelegt, um anschließend auf die Hochzeit an sich einzugehen. Zudem wird auf die Beziehung zwischen Maximilian und Maria, und als abschließender Punkt werden der Tod und das Erbe Marias erläutert um schließlich ein Fazit ziehen zu können.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage verwendete ich hauptsächlich das Werk von Hermann Wiesflecker und Manfred Hollegger. Die Quellenlage zu diesem Thema ist sehr gut. Allein im Werk von Georg Steinhausen gibt es einige Briefe dazu.

2.Präsentation der Quelle

In diesem Brief schreibt Hermgin Maria von Burgund an ihrem Brautigam Enherzog Maximi1ia n von Ostmeich. Sie verfass t ih n am 26. MilZ 1477 in Gent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Maria von Burgund und Maximilian von Osterreich batten in dieser Zeit des Ofteren Briefkontakt . In diese m Brie f schreib t sie am Anfang, clas s sie Muimilian s Briefun d Gelobnis von seinem Diener erhalte n hat.

Zudem bittet sie Maximilian ausdriicklich ,,Auf die Stunde " in ihr Land zu kommen, mn ihr Gemabl z u werden und ihrem Land Tros t und Hilfe zu leisten. Desweiteren schreibt sie, dass sie seine tteue Gem.ahlin werden will und keinen Zweifel hat, dass Maximilian dies auch sein wird.

Die vorkommenden Personen dieses Briefes sind Maria von Burgund, Maximilian von Österreich und deren Diener, welche nicht namentlich genannt wurden.

Maximilian von Österreich, genannt auch als „der letzte Ritter“, war einer der populärsten habsburgischen Kaiser. Er war Herzog von Burgund, römisch-deutscher Kaiser, Herr des österreichischen Erblands und auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Damit leitete er den Aufstieg der Dynastie zur Weltmacht ein.2

Maria von Burgund war das einzige Kind und die Alleinerbin Herzog Karls des Kühnen. Nach dem Tod ihres Vaters im Januar 1477 wurde sie Herzogin von Burgund.3

3. Königliche Ehen und ihre politischen Verbindungen

Die Ehe stellte eine vertraglich abgesicherte Bindung zwischen dem Brautpaar, Familien und Verwandtschaftsverbänden dar. Im Mittelalter hatte die Ehe ihre Funktion als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft eines Paares, für Fortbestand von Familien zu sorgen, Besitz zu vererben und die Herrschaftsweitergabe zu sichern.4

Die mittelalterliche Herrschaftspraxis war geprägt durch persönliche Bindungen, Konsens zu erzielen und dadurch Anspruch auf Teilhabe zu bekommen. Die politischen Aktivitäten von Frauen und von Männern wurden einerseits als gegensätzlich und andererseits ergänzend erkannt. So sahen die Strategien der Machtbehauptung vor, dass Rollen sich sowohl komplementär ergänzten als auch flexibel austauschbar waren. Die politische Herrschaft wurde weitgehend als Männerdomäne gesehen. Jedoch konnten Frauen trotz ihrer Lehnsunfähigkeit belehnt werden. So wurden Töchter, wenn Söhne fehlten, zu Erbinnen bestimmt und gaben die Herrschaft an ihre Nachkommen weiter.

Politische Bündnisse wurden durch Eheabsprachen gefestigt. So wurden sowohl Töchter als auch Söhne sehr wertvoll für Regenten, die ihre Netzwerke ausbauen wollten oder auch finanzielle Unterstützung brauchten.5 Die Nachkommen, Söhne und Töchter, mussten die Familienordnung befolgen und der Partnerwahl der Eltern zustimmen.6

Zudem war die Sorge um den Thronerben das beständigste Thema der mittelalterlichen Herrschergeschichte. So war ein generativer Erfolg von Herrscherpaaren sehr wichtig für das politische und dynastische Überleben.7 Hierzu wird als Beispiel für politische Verbindungen die Ehe von Maximilian von Österreich und Maria von Burgund herangezogen.

4. Historischer Hintergrund

4.1. Die Dynastie der Habsburger

Im Laufe des Spätmittelalters gelang es den Habsburgern ihr Erbland weiträumig auszudehnen. 1335 kam Kärnten und Krain und schließlich 1365 auch Tirol dazu. Albrecht I. versuchte das Herzogtum Schwaben wieder herzustellen und dann auch Böhmen und Ungarn zu gewinnen. Er wollte ein „geschlossenes System habsburgischer Länder, Österreich, Steiermark, Böhmen, Thüringen, Meißen, dazu die Vorlande am Oberrhein, im Elsass, Schwaben und in der Schweiz“ machen.8 Mehr als einhundert Jahre später wurde Friedrich III. zum König und künftigen Kaiser gewählt. Friedrich konnte mit den geringen Mitteln seiner innerösterreichischen Hausmacht das große Erbe nicht halten und auch nicht das Reich regieren.9 Hinzu kamen Grenz- und Erbstreitigkeiten und enorme Schwierigkeiten in den eignen Ländern. Sein Bruder Albrecht VI. machte ihm schließlich Wien und die niederösterreichischen Länder streitig.10 Darüber hinaus war im Mai 1453 Konstantinopel nach fast einjähriger Belagerung in die Hand der Türken gefallen.

Nach dem Tode von Ladislaus Postumus, der nachgeborene Sohn Albrechts II., zerriss sich das Band zwischen den österreichischen Ländern mit Böhmen und Ungarn. Nach Abfall der Königreiche Ungarn und Böhmen war der Kern der österreichischen Erbländer von Zerspaltung bedroht.11 Bald kam es zum Streit um das Erbe von Ladislaus und es folgte ein Bürgerkrieg. Wien wurde zum Mittelpunkt der Geschehnisse, und Friedrich III. wurde samt seiner Familie in der Hofburg belagert.12 Als sich Friedrich III. zu den Verhandlungen über eine Eheverbindung seines Sohnes mit Maria von Burgund begab, versprach er sich davon die notwendigen Macht- und Finanzmittel um seine bestehenden Ansprüche endlich durchzusetzen.13

[...]


1 Manfred Hollegger, Maximilian I., Stuttgart 2005, S. 29

2 Stephan Gruber, Der letzte Ritter: Maximilian I., Wien 2011

3 Wurzinger Gerhard, Maria von Burgund, Graz 2017

4 Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, Darmstadt 2011, S. 56

5 Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, Darmstadt 2011, S. 118

6 Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, Darmstadt 2011, S. 60

7 Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, Darmstadt 2011, S. 118

8 Hermann Wiesflecker, Maximilian I., Wien 1991, S. 18

9 Hermann Wiesflecker, Maximilian I., Wien 1991, S. 22

10 Hermann Wiesflecker, Maximilian I., Wien 1991, S. 22-23

11 Hermann Wiesflecker, Maximilian I., Wien 1991, S. 25

12 Hermann Wiesflecker, Maximilian I., Wien 1991, S. 26

13 Christina Lutter, Maximilian I., München 2003, S. 526

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Politische Heiratsverbindungen. Maximilian I. und Maria von Burgund
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V476840
ISBN (eBook)
9783668961388
ISBN (Buch)
9783668961395
Sprache
Deutsch
Schlagworte
politische, heiratsverbindungen, maximilian, maria, burgund
Arbeit zitieren
Sandra Weger (Autor), 2017, Politische Heiratsverbindungen. Maximilian I. und Maria von Burgund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476840

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