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Germanismen im Russischen

Title: Germanismen im Russischen

Term Paper , 2014 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dariya Smirnova (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Es ist gewiss, dass jede Sprache ihre Entwicklungsgeschichte hat. Dabei spielten immer ganz unterschiedliche soziale, politische und kulturelle Faktoren des jeweiligen Landes eine Rolle. Das Russische ist dabei keine Ausnahme gewesen. Seit dem 18. Jahrhundert, der Epoche des Zaren Peters des Großen, machte sich in der russischen Sprache der Einfluss des Deutschen besonders bemerkbar. Die Anleihen aus vielen verschiedenen Bereichen haben den russischen Wortschatz sichtlich beeinflusst und verändert: die Sprache des Militärs- und Kriegswesens, der Medizin, des Bergbaus, der Wissenschaft und Verwaltung haben die meisten Veränderungen erlebt. In den späteren Jahrhunderten hat die Einwirkung des Deutschen auf das Russische nachgelassen. Deutsche Sprache hat einen starken und nachhaltigen Einfluss auf die russische Literatur-, Fach-, Wissenschaftssprache und als Folge auch auf die russischen Sprachvarietäten ausgeübt. Mehrere Hunderte deutsche Lexeme sind auch heute weit verbreitet und werden allgemein verwendet, oft ohne den Gedanken dabei, dass das ein oder andere Wort eine deutsche Herkunft hat. Die Eingewöhnung deutscher Wörter ist so weit fortgeschritten, dass ein Laie kaum Unterschiede bemerkt. Wie hat also der deutsch-russische Sprachkontakt begonnen und sich weiter entwickelt? Was wird unter dem Begriff „Germanismen“ gemeint und wie lassen sich deutsche Lehnwörter differenzieren? Über diese Fragen wurde oftmals diskutiert, aber sie bleiben immer noch aktuell. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Theorien und Sichtweisen auf oben gestellte Fragen herzustellen und den Einfluss der deutschen Sprache auf die russische zu untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Entwicklung des russisch-deutschen Sprachkontakts

2. Entlehnung, Fremdwort und Internationalismus -Begriffsdefinition

3. Arten der Entlehnung

4. Germanismen im Russischen

4.1. Materialentlehnung

4.2. Lehnprägung

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der deutschen Sprache auf das Russische und analysiert den Zusammenhang zwischen verschiedenen Theorien des lexikalischen Transfers sowie die historisch bedingte Entwicklung des deutsch-russischen Sprachkontakts.

  • Historische Entwicklung des deutsch-russischen Sprachkontakts
  • Definitionen und Abgrenzung von Fremd- und Lehnwörtern
  • Klassifizierung von Entlehnungsarten
  • Analyse von Materialentlehnungen und Lehnprägungen
  • Beispiele deutscher Lehnwörter im russischen Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

4.1. Materialentlehnung

Nach Scheller-Boltz (2009: S. 39) versteht man unter einer Materialentlehnung – bisweilen auch als lexikalische Entlehnung, Direktentlehnung oder Neuentlehnung bezeichnet – ein Lexem in der Nehmersprache, welches in semantischer und formaler Hinsicht mit dem Lexem in der Gebersprache identisch bzw. ihm sehr ähnlich ist. Die Materialentlehnung kommt vor allem in den Aufnahmen und Gesprächsnotizen vor. Es existiert eine Tendenz, Materialentlehnungen zu vermeiden, weil es sich in den Medien um einen nicht spontanen, sondern vorbereiteten und bearbeiteten Sprachgebrauch handelt (vgl. Goldbach 2005: S. 39).

Es unterscheiden sich zwei Arten der Materialentlehnung: konforme und assimilierte. Bei der konformen besteht der Unterschied zwischen dem Lehnwort und dem Original in orthographischen, phonematischen Merkmalen sowie in phonetischen Phonemrealisierungen, z.B. крах – dt. Krach in der Bedeutung „Bankrott, schwere Niederlage“ oder раритéт – dt. Rarität (< lat. raritas). Wird das Lehnwort von der Nehmersprache durch typische Phonemfolgen, sprachspezifische morphologische Merkmale und analoge Wortbildungsmittel internationaler Herkunft assimiliert, wird von der assimilierten Materialentlehnung gesprochen. Die Assimilation erfolgt oft durch den lexikalischen Suffix und grammatische Endungen, z.B. нáция – dt. Nation (< frz. Nation < lat. natio), реа и зм – dt. Realismus (< frz. réalisme). Häufig werden Wörter durch die Veränderung des Genus assimiliert, vgl. Schrift (fem.) – шрифт (mask.). Zur solchen Genusveränderung führt oft die Assimilation der Wortbildungssuffixe, wie in Ambulatorium (neutr.) und амбу а тория (fem.).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die historische Relevanz des deutsch-russischen Sprachkontakts dargelegt und das Ziel formuliert, den Einfluss des Deutschen auf das Russische mittels theoretischer Konzepte zu untersuchen.

1. Zur Entwicklung des russisch-deutschen Sprachkontakts: Das Kapitel beleuchtet die vier Emigrationswellen seit dem 20. Jahrhundert, die zur Etablierung einer stabilen Sprachkontaktsituation geführt haben.

2. Entlehnung, Fremdwort und Internationalismus -Begriffsdefinition: Es werden grundlegende fachsprachliche Begriffe wie Germanismus, Entlehnung, Lehnwort und Fremdwort auf Basis linguistischer Lexika definiert.

3. Arten der Entlehnung: Auf Basis von Goldbach wird ein Schema präsentiert, das zwischen Materialentlehnung und Lehnprägung differenziert.

4. Germanismen im Russischen: Dieses Kapitel fungiert als Hauptteil, in dem Germanismen anhand konkreter Beispiele aus dem Alltagswortschatz analysiert werden.

4.1. Materialentlehnung: Es werden die Unterarten der konformen und assimilierten Materialentlehnung sowie deren phonetische und morphologische Anpassungsprozesse erläutert.

4.2. Lehnprägung: Es wird der Vorgang der Nachbildung fremdsprachlicher Inhalte durch Lehnübersetzung und Lehnübertragung unter Einbeziehung von Beispielen wie Gesundheitsschutz oder Eisenbahn erklärt.

Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden resümiert, wobei auf offene Fragen bei der Abgrenzung von Fremd- und Lehnwörtern hingewiesen wird.

Schlüsselwörter

Germanismen, Russisch, Deutsch, Sprachkontakt, Entlehnung, Materialentlehnung, Lehnprägung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lexik, Sprachwissenschaft, Assimilation, Internationalismus, Wortschatz, Transferenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den Einfluss der deutschen Sprache auf das Russische und untersucht, wie sich deutsche Wörter über Jahrhunderte im russischen Wortschatz etabliert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte des deutsch-russischen Sprachkontakts, die theoretische Definition von Entlehnungsprozessen sowie die sprachwissenschaftliche Klassifizierung von Lehnwörtern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Zusammenhang zwischen verschiedenen linguistischen Theorien zum lexikalischen Transfer herzustellen und den Einfluss des Deutschen auf das Russische systematisch aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Begriffe definiert, Entlehnungstypen schematisch klassifiziert und anhand von Beispielen in der Praxis erläutert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Entlehnungsarten und die detaillierte Analyse von Germanismen nach Materialentlehnung und Lehnprägung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachkontakt, Germanismen, Entlehnung, Materialentlehnung, Lehnprägung und lexikalischer Transfer charakterisiert.

Welche Rolle spielen die Emigrationswellen für den Sprachkontakt?

Die Emigrationswellen, insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts, haben zur Entstehung einer großen russischsprachigen Gemeinschaft in Deutschland beigetragen und damit die Bedingungen für einen nachhaltigen Sprachkontakt geschaffen.

Wie unterscheidet sich Materialentlehnung von Lehnprägung?

Bei der Materialentlehnung wird ein Lexem formal und semantisch direkt übernommen, während bei der Lehnprägung ein fremdsprachlicher Inhalt mit den Mitteln der Muttersprache (z.B. durch Übersetzung) nachgebildet wird.

Warum wird im Text das Beispiel "Schrift" verwendet?

Das Wort dient als Beweis für Bedeutungsveränderungen bei Entlehnungen, da es im Russischen als "шрифт" primär eine typographische Bedeutung annimmt, während das deutsche Original breiter gefächert ist.

Gibt es Grenzen der aktuellen Untersuchung?

Die Autorin weist darauf hin, dass fließende Übergänge zwischen Fremd- und Lehnwörtern in der Forschung oft unklar bleiben und daher eine erweiterte Studie sinnvoll wäre.

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Details

Title
Germanismen im Russischen
College
University of Leipzig
Grade
1,7
Author
Dariya Smirnova (Author)
Publication Year
2014
Pages
11
Catalog Number
V476853
ISBN (eBook)
9783668961449
ISBN (Book)
9783668961456
Language
German
Tags
germanismen russischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dariya Smirnova (Author), 2014, Germanismen im Russischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476853
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