Interkulturelle Kompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für die beraterische und therapeutische Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten.
Es ist viel Hintergrundwissen über kulturspezifische Einstellungen und Verhaltensweisen erforderlich, um zu Flüchtlingen und Migranten eine Vertrauensbasis aufbauen und interkulturelle Psychoedukation sowie interkulturelle Beratung und Therapie durchführen zu können. Interkulturelles Wissen, interkulturelle Erfahrung, Kultursensibilität und empathisches Verhalten ermöglichen es, auf die Bedürfnisse der Klienten bzw. Patienten optimal einzugehen und die Beratung bzw. Therapie zu optimieren.
Interkulturelle Handlungskompetenz (als praxisbezogene Teilkompetenz der interkultuellen Kompetenz) ist z.B. im globalen Business und in internationalen Hilfsprojekten, z.B. in Afrika, unverzichtbar. Globaler Handel zwischen den unterschiedlichsten Kulturkreisen ist heutzutage ein Milliardengeschäft. In Zusatzstudiengängen, in Studienfächern wie „Global Management“ sowie in Workshops zur interkulturellen Handlungskompetenz lassen sich interkulturelle (Handlungs)Kompetenzen für ganz unterschiedliche berufliche und private Anwendungsbereiche erwerben.
Wer Freunde im Ausland hat, kann sich durch interkulturelle Kompetenz besser verständigen, schneller dazulernen, mehr Freude haben und leichter sein persönliches Netzwerk ausbauen. Insbesondere Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung sind auch im privaten Leben wichtige Kompetenzen. In der Flüchtlingsberatung ist ein hohes Niveau an interkultureller Kompetenz ein Muss. Als FlüchtlingsberaterIn muss man mit der Kultur und Religion der Flüchtlinge und Migranten vertraut sein und über entsprechende psychoedukative Materialien in unterschiedlichen Sprachen verfügen. FlüchtlingsberaterIn bzw. FlüchtlingstherapeutIn zu sein bedeutet, lebenslang zu lernen, und zwar um so mehr, je fremder die Kulturen im Vergleich zu der Kultur sind, aus der man selbst stammt (Kulturunterschiede). Kennt man die Bedingungen, Verlaufsprozesse und Wirkungen interkulturellen Handelns und Erlebens, kann dies maßgeblich dazu beitragen, Verständnisprobleme, Irritationen, Fehlurteile und Handlungsblockaden, die im Zusammenleben mit Vertretern unterschiedlicher Kulturen entstehen können, zu beheben und zu mehr Handlungswirksamkeit in der globalen Kommunikation und Kooperation sowie nicht zuletzt auch in der interkulturellen psychosozialen Beratung und Psychotherapie zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interkulturelle Kompetenz
2.1 Was ist „interkulturelle Kompetenz“?
2.2 Was bedeutet „interkulturelle Kompetenz“ im Unterschied zu den Begriffen „Eigenkultur“ und „Fremdkultur“?
3 Interkulturelle Handlungskompetenz und ihre Teilkompetenzen
4 Welchen kulturellen Hintergrund haben ich, meine Eltern und meine Großeltern? Welche kulturellen Geschichten verbinde ich mit deren Geschichte?
5 Welche eigenen Erfahrungen verbinde ich mit „interkultureller Kompetenz“ und „interkultureller Handlungskompetenz“? Welche Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme sehe ich?
5.1 Eigene interkulturelle Erfahrungen
5.2 Möglichkeiten der Einflussnahme
5.3 Grenzen der Einflussnahme
6 Meine interkulturellen Kompetenzen
6.1 Profil meiner bereits vorhandenen interkulturellen Kompetenzen
6.1.1 Meine bereits vorhandenen allgemeinen interkulturellen Kompetenzen
6.1.2 Meine bereits vorhandenen beraterischen und therapeutischen interkulturellen Kompetenzen
6.2 In welchen Bereichen sind meine interkulturellen Kompetenzen schon gut ausgeprägt, und in welchen Bereichen besteht noch Entwicklungsbedarf?
7 Welche Verbindung besteht zwischen dem Berliner Partizipations- und Integrationsgesetz und meinem Aufgabenbereich als Fachbearbeiterin für Flüchtlinge?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung interkultureller Kompetenz im Kontext der beraterischen und therapeutischen Tätigkeit mit Flüchtlingen und Migranten. Ziel ist es, den Begriff theoretisch zu fundieren, eigene Kompetenzen und Erfahrungen zu reflektieren sowie die Relevanz gesetzlicher Rahmenbedingungen für die praktische Tätigkeit als Fachberaterin einzuordnen.
- Grundlagen der interkulturellen Kompetenz und deren Abgrenzung zur Eigen- und Fremdkultur.
- Differenzierung und Anwendung der interkulturellen Handlungskompetenz.
- Reflexion des persönlichen kulturellen Hintergrunds und eigener praktischer Erfahrungen.
- Detaillierte Analyse des eigenen Kompetenzprofils im beraterischen Kontext.
- Vergleich rechtlicher Integrationsvorgaben und deren Einfluss auf die berufliche Praxis.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Interkulturelle Kompetenz ist eine wesentliche Vorausetzung für die beraterische und therapeuti sche Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten.
Es ist viel Hintergrundwissen über kulturspezifische Einstellungen und Verhaltensweisen erfor derlich, um zu Flüchtlingen und Migranten eine Vertrauensbasis aufbauen und interkulturelle Psychoedukation (s. z.B. ASSION 2018) sowie interkulturelle Beratung und Therapie durchführen zu können.
Interkulturelles Wissen, interkulturelle Erfahrung, Kultursensibilität und empathisches Verhalten ermöglichen es, auf die Bedürfnisse der Klienten bzw. Patienten optimal einzugehen und die Be ratung bzw. Therapie zu optimieren (vgl. ASSION 2018, S. 3).
Interkulturelle Handlungskompetenz (als praxisbezogene Teilkompetenz der interkultuellen Kompetenz) ist z.B. im globalen Business und in internationalen Hilfsprojekten, z.B. in Afrika, unverzichtbar. Globaler Handel zwischen den unterschiedlichsten Kulturkreisen ist heutzutage ein Milliardengeschäft.
In Zusatzstudiengängen (s. REGENSBURG 2019, REGENSBURG 2019-2), in Studienfächern wie „Glo bal Management“ sowie in Workshops zur interkulturellen Handlungskompetenz lassen sich in terkulturelle (Handlungs)Kompetenzen für ganz unterschiedliche berufliche und private Anwen dungsbereiche erwerben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung unterstreicht die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz für die psychosoziale Arbeit und definiert diese als grundlegende Voraussetzung für Vertrauensaufbau und effektive Therapie.
2 Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff umfassend und erläutert die Bedeutung im Kontext von Eigen- und Fremdkultur sowie deren wechselseitige Überschneidung.
3 Interkulturelle Handlungskompetenz und ihre Teilkompetenzen: Hier wird die Handlungskompetenz als praxisbezogene Ausprägung der interkulturellen Kompetenz dargestellt und ihre Relevanz für das reale Berufsleben hervorgehoben.
4 Welchen kulturellen Hintergrund haben ich, meine Eltern und meine Großeltern? Welche kulturellen Geschichten verbinde ich mit deren Geschichte?: Dieser Abschnitt widmet sich der biografischen Reflexion der Autorin hinsichtlich ihrer familiären kulturellen Prägungen.
5 Welche eigenen Erfahrungen verbinde ich mit „interkultureller Kompetenz“ und „interkultureller Handlungskompetenz“? Welche Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme sehe ich?: Die Autorin reflektiert persönliche Erfahrungen und identifiziert Möglichkeiten sowie Grenzen für die praktische Einflussnahme in der Flüchtlingsberatung.
6 Meine interkulturellen Kompetenzen: Das Kapitel bietet ein detailliertes Profil der vorhandenen allgemeinen sowie fachspezifischen Kompetenzen der Autorin und benennt Entwicklungsbedarfe.
7 Welche Verbindung besteht zwischen dem Berliner Partizipations- und Integrationsgesetz und meinem Aufgabenbereich als Fachbearbeiterin für Flüchtlinge?: Die Autorin analysiert die Relevanz landesspezifischer Integrationsgesetze für ihre berufliche Praxis und setzt sich kritisch mit deren politischem Kontext auseinander.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Handlungskompetenz, Flüchtlingsberatung, Kultursensibilität, Migration, Integrationsgesetz, psychosoziale Beratung, interkulturelle Kommunikation, Reflexion, Praxisbezug, Eigenkultur, Fremdkultur, Trauma, Psychotherapie, Diversität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit beleuchtet die Rolle und Bedeutung interkultureller Kompetenz für eine professionelle Beratung und Therapie von Flüchtlingen und Migranten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Definition interkultureller Kompetenz, die Bedeutung von Handlungskompetenz, die persönliche Biografie der Autorin sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Integration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für interkulturelle Anforderungen in der Flüchtlingsberatung zu entwickeln und die eigenen Kompetenzen sowie die gesetzliche Situation kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer reflexiven Selbstanalyse der Autorin im Rahmen ihrer Ausbildung zur integralen Flüchtlingsberaterin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Untersuchung des eigenen kulturellen Hintergrunds, die Reflexion eigener Erfahrungen und die Analyse des Integrationsgesetzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie interkulturelle Kompetenz, psychosoziale Beratung, Flüchtlingsarbeit, Integration und interkulturelle Handlungskompetenz charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die interkulturelle Handlungskompetenz von der allgemeinen Kompetenz?
Die Handlungskompetenz bezieht sich spezifisch auf die praktische Anwendung und Umsetzung der interkulturellen Kompetenzen in realen Handlungsfeldern, wie etwa im beruflichen Beratungsalltag.
Welche Bedeutung hat das Berliner Partizipations- und Integrationsgesetz für die Autorin?
Obwohl das Gesetz als Referenz dient, ist für die in Bayern tätige Autorin primär das Bayerische Integrationsgesetz bindend, wobei sie die Unterschiede in den politischen Ansätzen dieser Gesetze hervorhebt.
Welchen Stellenwert nimmt die Reflexion des eigenen Unbewussten ein?
Die Autorin betrachtet die Reflexion als essenziell, da das Verständnis des Fremden untrennbar mit dem besseren Verständnis des eigenen Selbst und des eigenen Unbewussten verknüpft ist.
- Arbeit zitieren
- Dr. Ilona Hündgen (Autor:in), 2019, Interkulturelle Kompetenz. Integraler Flüchtlingsberater mit Schwerpunkt Traumatherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476894