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Familienpolitik und Familienentwicklung in Italien - unter besonderer Berücksichtigung der Entscheidungsmöglichkeiten und Entscheidungskonsequenzen für Frauen

Título: Familienpolitik und Familienentwicklung in Italien - unter besonderer Berücksichtigung der Entscheidungsmöglichkeiten und Entscheidungskonsequenzen für Frauen

Tesis de Maestría , 2004 , 130 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christin Schröder (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Obwohl sich in vielen europäischen und westlichen Ländern eine Erosion von Ehe und Familie vollzogen hat, orientiert sich der italienische Sozialstaat weiterhin an der Institution der Familie als zentraler Lebensform. Im Gegensatz zu anderen Ländern wuchs die Bedeutung von neuen Lebensformen in Italien nur marginal. Alleinerziehende, rekonstituierte Familien und Single-Haushalte sind wenig verbreitet. Das Modell der Kernfamilie, bestehend aus einem Ehepaar mit Kindern, ist in der italienischen Gesellschaft noch immer das Leitbild einer typischen Familie. Dennoch vollzog sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Wandel. Binnen weniger Jahre entwickelte sich Italien von der kinderreichsten Nation Europas zu einem der geburtenärmsten Staaten weltweit. 1996 verzeichnete die Apenninhalbinsel die geringste Geburtenrate auf der ganzen Erde und erreichte damit die niedrigste nationale Rate, die jemals in der menschlichen Geschichte registriert wurde. Italien zählte jedoch schon zuvor zu den Ländern mit einer lowest-low-fertility. Gleichzeitig treten die italienischen Frauen immer später in die Familienphase ein, d.h. sie heiraten später und bekommen ihr erstes Kind ebenfalls später. In Italien finden wir also – was die Familie betrifft – zwei konträre Entwicklungen: Auf der einen Seite die Familie an sich, die sich noch immer an traditionellen Vorstellungen orientiert. Auf der anderen Seite finden wir neue Formen des Fertilitätsverhaltens, die sich vor allem in sinkenden Geburtenraten manifestieren. Während der Einbruch der Fertilitätsziffern durchaus dem Verlaufsmuster des Zweiten Demographischen Übergangs entspricht, trifft dies nicht für das Festhalten an traditionellen Lebensformen zu. Wir erleben in Italien keine Abnahme der Bedeutung von Kindern, noch erleben wir eine Pluralisierung von Lebensformen.
Die Frage, die sich hier stellt, lautet: Was determiniert in Italien – einem Land, das auf Familie fokussiert ist – das generative Verhalten und die Familiengründung? Und wie bewirken diese Einflussfaktoren die unterschiedliche Entwicklung in beiden Bereichen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. BEGRIFFSKLÄRUNG

2. THEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN

2.1. DIE ÖKONOMISCHE THEORIE DER FAMILIE

2.2. DER EINFLUSS KULTURELLER NORMEN AUF DAS FERTILITÄTSVERHALTEN

2.3. ZUSAMMENFASSUNG

3. KULTURELLER HINTERGRUND

3.1. DAS LAND UND SEINE BESONDERHEITEN

3.2. DIE POLITIK DES LANDES

3.2.1. Der Gang der Gesetzgebung

3.2.2. Die Familienpolitik im Spannungsfeld der politischen Landschaft

4. DER ITALIENISCHE WOHLFAHRTSSTAAT UND SEINE FAMILIENPOLITIK

4.1. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES ITALIENISCHEN WOHLFAHRTSSTAATES

4.1.1. Die “opere pie”

4.1.2. Die Anfänge italienischer Sozialgesetzgebung

4.1.3. Einflüsse aus der Zeit des Faschismus

4.1.4. Qualitative und Quantitative Expansion während des „miracolo economico“

4.1.5. Das Anwachsen der Staatsschulden am Ende der 70er Jahre

4.1.6. Der Zusammenbruch der „Ersten Republik“ und die Konsolidierungs-politik der 90er Jahre

4.2. FAMILIENPOLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

4.2.1. Das Familienbild in der italienischen Gesellschaft

4.2.2. Strukturen und Akteure der Familienpolitik

4.2.3. Familienpolitische Leistungen

4.2.3.1. Maßnahmen zum Ausgleich der Familienlasten

4.2.3.2. Vereinbarkeit von Familie und Beruf

4.2.3.3. Familienrecht

4.3. CHARAKTERISIERUNG DES ITALIENISCHEN WOHLFAHRTSSTAATES

4.3.1. Warum ein vierter Wohlfahrtstyp?

4.3.2. Das “Southern Model of Welfare in Social Europe” bei Maurizio Ferrera

4.3.3. Die Familie im italienischen Wohlfahrtsstaat aus feministischer Sicht

4.4. ZUSAMMENFASSUNG

5. ENTWICKLUNGSLINIEN

5.1. DIE ZÖGERNDE PLURALISIERUNG DER LEBENSFORMEN

5.1.1. Die Verlängerung der Jugendphase

5.1.2. Ehe vs. nichteheliches Zusammenleben

5.1.3. Das Entstehen neuer Familientypen

5.1.3.1. Die Einpersonenhaushalte

5.1.3.2. Alleinerziehende

5.1.3.3. Paare mit Kindern vs. Paare ohne Kinder

5.1.3.4. Rekonstituierte Familien

5.1.4. Ehetrennungen und Ehescheidungen

5.2. FERTILITÄTSENTWICKLUNG

5.2.1. Geburtenzeitpunkt und Geburtenziffern

5.2.2. Die Verzahnung von Ehe und Geburt

5.2.3. Kinderlosigkeit

5.2.4. Frauenerwerbstätigkeit und Fertilität

5.2.5. Regionale Differenzen

5.2.6. Kontrazeption und Schwangerschaftsabbrüche

5.3. ZUSAMMENFASSUNG

6. DER EINFLUSS DES ITALIENISCHEN WOHLFAHRTSSTAATES AUF DIE FAMILIENENTWICKLUNG

7. AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen den institutionellen Merkmalen des italienischen Sozialstaates und der Familien- sowie Fertilitätsentwicklung. Dabei wird untersucht, inwiefern politische Rahmenbedingungen und strukturelle Faktoren das generative Verhalten italienischer Frauen beeinflussen und zu den historisch niedrigen Geburtenraten beitragen.

  • Historische Entstehung und Entwicklung des italienischen Wohlfahrtsstaates
  • Strukturelle Analyse der Familienpolitik und ihrer Leistungen
  • Einfluss von sozialstaatlichen Institutionen auf die Lebensentscheidungen von Frauen
  • Nord-Süd-Dualismus und seine Auswirkungen auf Familienformen und Geburtenziffern
  • Feministische Perspektiven auf das italienische Familienmodell

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Die “opere pie”

Lange bevor 1898 mit der Einführung der obligatorischen Arbeiterunfallversicherung der Grundstein für die moderne italienische Sozialgesetzgebung gelegt wurde, hatte in Italien ein breit gestreutes Netz katholischer, karitativer Einrichtungen (die sog. “opere pie”) das Monopol im Bereich der Fürsorge inne. Während sich die junge italienische Republik anfangs zurückhaltend verhielt und sich später nur zögernd um die Versorgung Bedürftiger kümmerte, baute die katholische Kirche ihre Einrichtungen landesweit aus und konnte bereits 1860 auf ca. 18.000 Standorte verweisen. Der Norden und die städtischen Regionen waren hierbei weitaus besser versorgt, als die ländlichen Gegenden des Mezzogiorno. 73% der finanziellen Mittel entfielen auf die 122 wichtigsten Städte mit 20% der italienischen Bevölkerung. Während nur 14 der 284 comuni capoluoghi (städtische Kommunen) über keine opere pie verfügten, waren es bei den übrigen Kommunen 2880 von 5995. Die opere pie übernahmen z.B. die Versorgung Schwangerer, geistig und körperlich Kranker, kümmerten sich um Waisen- und Findelkinder und waren mit Krankentransporten und Bestattungen betraut. Auf diese Weise gelang es der katholischen Kirche ihren Einfluss auszubauen. Im Gegensatz dazu verhielt sich der Staat bzgl. fürsorglicher Leistungen lange Zeit passiv. “Eine gesetzliche Armenhilfe durch die öffentliche Hand wurde abgelehnt.” Der italienische Staat beschränkte sich vorerst auf die Organisation von Ärzten und die Geburtshilfe für die Armen. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts rückte die „questione sociale“ immer weiter in das politische Blickfeld. 1890 versuchte Ministerpräsident Crispi (mit Hilfe der sog. legge crispi) die Macht der Kirche zu beschneiden, indem er alle Hilfseinrichtungen in „öffentliche Einrichtungen der Hilfe und Wohltätigkeit“ (IPAB) umwandelte. Doch sein Ziel erreichte er damit nicht, denn es kam zu keiner einheitlichen Regelung des Armenfürsorgewesens. Zudem wurde das Gesetz nur zögerlich umgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die konträre Entwicklung dar, bei der Italien trotz starker familiärer Traditionen eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit aufweist, und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle institutioneller Faktoren ab.

1. BEGRIFFSKLÄRUNG: Dieses Kapitel erörtert die Definition des Familienbegriffs in Italien und beleuchtet den starken Einfluss der katholischen Kirche sowie die zögerliche politische Anerkennung nicht-traditioneller Familienformen.

2. THEORETISCHE VORÜBERLEGUNGEN: Hier werden die ökonomische Theorie der Familie sowie kulturelle Erklärungsansätze für generatives Verhalten dargelegt und kritisch diskutiert.

3. KULTURELLER HINTERGRUND: Dieses Kapitel betrachtet die sozio-ökonomischen Besonderheiten Italiens, insbesondere den Nord-Süd-Dualismus, und die politische Landschaft.

4. DER ITALIENISCHE WOHLFAHRTSSTAAT UND SEINE FAMILIENPOLITIK: Eine tiefgehende Analyse der Entstehung des italienischen Sozialstaates, der fragmentierten familienpolitischen Strukturen und der diskriminierenden Auswirkungen auf erwerbstätige Frauen.

5. ENTWICKLUNGSLINIEN: Dieser Teil untersucht die statistischen Trends bei Lebensformen und Fertilität, einschließlich des verzögerten Auszugs junger Erwachsener aus dem Elternhaus.

6. DER EINFLUSS DES ITALIENISCHEN WOHLFAHRTSSTAATES AUF DIE FAMILIENENTWICKLUNG: Das Kapitel führt die theoretischen Ansätze mit den empirischen Befunden zusammen und verdeutlicht, wie staatliche Strukturen individuelles Verhalten determinieren.

7. AUSBLICK: Der Ausblick resümiert die aktuelle politische Debatte und die inkonsequenten Versuche der Regierung, die familienpolitischen Rahmenbedingungen zu reformieren.

Schlüsselwörter

Italien, Familienpolitik, Sozialstaat, Fertilität, Wohlfahrtsstaat, Frauen, Erwerbstätigkeit, Familienentwicklung, Geburtenrate, Institutionen, Familialismus, Demographie, Geschlechterrollen, Sozialgesetzgebung, Familienrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem italienischen Wohlfahrtsstaat und dessen maßgeblichen Einfluss auf das generative Verhalten und die Familienentwicklung in Italien, unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die historische Entwicklung des italienischen Sozialsystems, die Analyse der Familienpolitik, der Einfluss kultureller Normen sowie die empirische Entwicklung von Familienformen und Geburtenziffern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche spezifischen institutionellen Merkmale des italienischen Sozialstaates das generative Verhalten und die Familiengründung determinieren und wie diese die unterschiedliche Entwicklung der Familienformen und Fertilitätsraten beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung (ökonomische Theorie, kulturelle Ansätze) mit einer historischen und strukturellen Analyse des Wohlfahrtsstaates und wertet hierfür umfangreiche demographische Daten und sozialwissenschaftliche Studien aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Sozialgesetzgebung, eine Analyse der familienpolitischen Rahmenbedingungen, eine feministische Kritik am Wohlfahrtsmodell sowie eine detaillierte Darstellung von Entwicklungslinien wie der zögernden Pluralisierung von Lebensformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familienpolitik, Wohlfahrtsstaat, Fertilität, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Familialismus und Nord-Süd-Dualismus definiert.

Welche Bedeutung hat der Nord-Süd-Dualismus für die Untersuchung?

Der Dualismus zwischen dem industrialisierten Norden und dem agrarischen, klerikal geprägten Süden ist essentiell, da sich soziale Unterschiede, Erwerbsbeteiligung und das generative Verhalten in beiden Landesteilen drastisch unterscheiden.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frau im italienischen System?

Die Arbeit kritisiert, dass das italienische Wohlfahrtsmodell Frauen durch die Förderung des Alleinverdienermodells und den Mangel an staatlicher Kinderbetreuung systematisch benachteiligt und ihre ökonomische Unabhängigkeit erschwert.

Was ist das „Southern Model of Welfare“ nach Ferrera?

Es beschreibt südeuropäische Sozialstaaten, die durch eine hohe institutionelle Fragmentierung, Klientelismus und die Familie als zentralen Kompensationsort bei sozialstaatlichem Versagen gekennzeichnet sind.

Final del extracto de 130 páginas  - subir

Detalles

Título
Familienpolitik und Familienentwicklung in Italien - unter besonderer Berücksichtigung der Entscheidungsmöglichkeiten und Entscheidungskonsequenzen für Frauen
Universidad
University of Rostock  (Institut für Soziologie)
Calificación
1,3
Autor
Christin Schröder (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
130
No. de catálogo
V47691
ISBN (Ebook)
9783638445764
Idioma
Alemán
Etiqueta
Familienpolitik Familienentwicklung Italien Berücksichtigung Entscheidungsmöglichkeiten Entscheidungskonsequenzen Frauen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christin Schröder (Autor), 2004, Familienpolitik und Familienentwicklung in Italien - unter besonderer Berücksichtigung der Entscheidungsmöglichkeiten und Entscheidungskonsequenzen für Frauen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47691
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