Fachsprachen liegen seit Beginn des 19. Jahrhunderts im Interesse der sprachwissenschaftlichen Forschung, die sich allerdings lange Zeit nur auf die Entstehung und Entwicklung der fachsprachlichen Lexik beschränkte. Wissenschaftliches sowie öffentliches Interesse an der Funktion und Vielfalt von Fachsprachen und Fachkommunikation besteht hingegen erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Lothar Hoffmann definiert den Terminus ‚Fachsprachen’ wie folgt: „Fachsprache – das ist die Gesamtheit aller sprachlichen Mittel, die in einem fachlich begrenzbaren Kommunikationsbereich verwendet werden, um die Verständigung der dort tätigen Fachleute zu gewährleisten.“
Die vorliegende Arbeit thematisiert neben einer Darstellung der gegenwärtigen Bedeutung von Fachsprachen zudem den Einfluss der Fachsprachen auf die Gemeinsprache und untersucht somit eine über Hoffmanns Definition hinausgehende Wirkung von Fachsprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung der Fachsprachen in der Gegenwart
3. Fach- und Gemeinsprache
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und kommunikative Relevanz von Fachsprachen sowie deren wechselseitigen Einfluss auf die allgemeine Gemeinsprache. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die zunehmende Spezialisierung von Fachvokabular einerseits als Erkenntnisinstrument fungiert und andererseits durch Informationsbarrieren die Kommunikation zwischen Experten und Laien erschwert.
- Historische Entwicklung und Definition von Fachsprachen
- Kommunikationsprobleme durch fachsprachliche Spezialisierung
- Die Rolle der Massenmedien als Multiplikatoren für Fachwörter
- Wechselwirkungen zwischen Fach- und Gemeinsprache (Lexik und Syntax)
- Die Rolle der Fachsprache als Machtfaktor und Informationsinstrument
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Fachsprachen in der Gegenwart
Die gesellschaftliche Relevanz von Fachsprachen ist in der Gegenwart immens. Das Problem, mit dem Sprache im Bereich der Fachsprachen jedoch konfrontiert wird, ist die Spannung zwischen einer natürlich befrachteten Sprache und dem Aufkommen neuer Erkenntnisse und Theorien, da die Sprache den enormen Bezeichnungsbedarf von sich dynamisch entwickelnden Wirtschaftszweigen mit ihrem großen, jedoch begrenzten Wortschatz nicht befriedigen kann. In der Wissenschaft und der Technik – Bereiche, in denen Sprache grundsätzlich zweckorientiert fungiert – dient die Fachsprache allgemein als Erkenntnisinstrument, da sie zur Fixierung von Beobachtungen, zur Aufstellung von Hypothesen und zur allgemeinen Theoriebildung herangezogen wird. Aufgrund der Neuartigkeit von Erkenntnissen beanspruchen diese Bereiche die Schaffung eigener, spezifischer Begriffe. So führten die Erweiterung von Arbeitsbereichen in den Wissenschaften sowie die Einführung neuer Fachbereiche wie Politik, Soziologie oder Betriebswirtschaft zu einer so genannten ‚verbalen Explosion’, da die Schaffung spezifischer Begriffe für diese neuen Gebiete unumgänglich war.
Das permanente Anwachsen von Fachsprachen in einer Zeit der zunehmenden Technisierung und Globalisierung und die daraus resultierende, stetig steigende Anzahl neuer Fachwörter stellt heutzutage ein großes Kommunikationsproblem dar. So gestaltet sich nicht nur die Kommunikation zwischen Fachleuten oder Vertretern unterschiedlicher Wissenschaftsgebiete immer schwieriger, vor allem wird zunehmend die Kommunikation zwischen Fachleute und Laien erschwert, was zu einer Entstehung von Informationsbarrieren führen kann. Bei völliger Transparenz ließe die sprachliche Bezeichnung einen Sachverhalt bzw. einen Gegenstand klar erkennen, eine genauere Untersuchung fachsprachlicher Ausdrücke zeigte jedoch eine mangelnde Übereinstimmung im Verhältnis der Fachwörter zu den von ihnen benannten Dingen. Das Resultat einer nicht hinreichend aufeinander abgestimmten Kommunikation zwischen Fachleuten und Laien bilden somit Aneinandervorbeireden oder ein schlichtes Nichtverstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Fachsprachenforschung ein und liefert eine grundlegende Definition nach Lothar Hoffmann.
2. Die Bedeutung der Fachsprachen in der Gegenwart: Es wird die gesellschaftliche Relevanz von Fachsprachen analysiert und die Spannung zwischen dynamischem Bezeichnungsbedarf in Wissenschaft und Technik sowie der begrenzten Kapazität der Sprache beleuchtet.
3. Fach- und Gemeinsprache: Dieses Kapitel erläutert die stilistischen Verbindungen und den wechselseitigen Austausch von lexikalischen und syntaktischen Elementen zwischen Fach- und Gemeinsprache.
Schlüsselwörter
Fachsprache, Gemeinsprache, Fachkommunikation, Terminologie, Informationsbarrieren, Linguistik, Intellektualisierung, Spezialisierung, Massenmedien, Wortschatz, Syntax, Sprachwissenschaft, Wissensvermittlung, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle, Entwicklung und Einflüsse von Fachsprachen innerhalb der Sprachwissenschaft mit Fokus auf deren Interaktion mit der allgemeinen Gemeinsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftliche Relevanz, die Auswirkungen der fachlichen Spezialisierung auf die Kommunikation sowie die Rolle der Medien bei der Verbreitung von Fachvokabular.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Fachsprachen auf die Gemeinsprache darzustellen und die kommunikativen Herausforderungen (Informationsbarrieren) zwischen Experten und Laien zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und greift auf Definitionen und Thesen anerkannter Fachsprachenforscher zurück, um sprachliche Phänomene zu erläutern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der aktuellen gesellschaftlichen Bedeutung der Fachsprache sowie in die Analyse des Austauschs zwischen Fach- und Gemeinsprache auf lexikalischer und syntaktischer Ebene.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Fachkommunikation, Sprachdynamik, Intellektualisierung der Sprache und interdisziplinäre Fachsprachenforschung beschreiben.
Warum wird die Kommunikation zwischen Fachleuten und Laien zunehmend erschwert?
Durch die progressive Spezialisierung und die „verbale Explosion“ in wissenschaftlich-technischen Bereichen entstehen Informationsbarrieren, die bei Laien oft zu Nichtverstehen oder Fehlgebrauch führen.
Welche Rolle spielen Massenmedien in diesem Kontext?
Massenmedien fungieren laut der Arbeit als wichtigstes Transportmittel für fachsprachliche Elemente und tragen zur Integration dieser Wörter in den allgemeinen Sprachgebrauch bei.
Was versteht die Autorin unter der „Intellektualisierung“ der Gemeinsprache?
Damit ist eine durch Fachsprachen induzierte Präzisierung der Gemeinsprache gemeint, die sich in einer Informationsverdichtung und Ausdrucksökonomie äußert.
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- Katharina Lang (Author), 2005, Fachsprachen. Bedeutung und Unterschied zur Gemeinsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47717