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Das Prinzip "Organizing" als Erneuerung gewerkschaftlicher Machtressourcen am Beispiel der IG Metall

Titel: Das Prinzip "Organizing" als Erneuerung gewerkschaftlicher Machtressourcen am Beispiel der IG Metall

Hausarbeit , 2018 , 15 Seiten

Autor:in: Melina Voßhagen (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nachdem die Gewerkschaften in den letzten Jahren vor dem Problem schwindender Mitgliederzahlen standen, erleben Sie in jüngster Zeit wieder ein Comeback. 1991 konnte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) noch über elf Millionen Mitglieder verzeichnen. Nach diesem Peak nahm die Mitgliederzahl stetig ab und erreichte im Jahr 2010 nur noch etwas über vier Millionen Mitglieder. Im letzten Jahr waren jedoch wieder knapp sechs Millionen Menschen Mitglied einer Gewerkschaft im DGB.

Nach der Machtressourcentheorie ist vor allem der Organisationsgrad von Gewerkschaften entscheidend für deren Organisationsmacht. Mit diesem Wissen haben die Gewerkschaften in den letzten Jahren neue Wege erschlossen, um ihre Machtressourcen zu erhöhen und ihrem Schwinden entgegenzuwirken. Bei einer angemessenen Organisationsmacht können gewerkschaftliche Organisationen durch ihre Machtressourcen maßgeblich an der Gestaltung des Policy Cycle mitwirken. Sie können sowohl durch das Erreichen medialen Interesses beim Agenda Setting, als auch durch erfolgreiche Verhandlungen mit anderen Parteien bei der Implementierung an der Politik Einfluss nehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Annäherung an gewerkschaftliche Machtressourcen

2.1. Korporatismusansatz

2.2. Machtressourcentheorie

2.3. Das Prinzip „Organizing“

3. Organizing bei der IG Metall

4. Die Kampagne „Operation Übernahme“ der IG Metall

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Prinzip „Organizing“ als unkonventionelle, beteiligungsorientierte Strategie dazu beitragen kann, gewerkschaftliche Machtressourcen zu erneuern und durch kollektive Mobilisierung neue Ziele, wie etwa Betriebsvereinbarungen, zu erreichen.

  • Theoretische Fundierung durch den Neo-Korporatismus und die Machtressourcentheorie.
  • Detaillierte Analyse des Konzepts „Organizing“ nach Voss und Sherman.
  • Anwendung des Organizing-Prinzips bei der IG Metall im deutschen Kontext.
  • Fallstudie der Kampagne „Operation Übernahme“ zur Jugendmobilisierung.
  • Kritische Reflexion über Erfolgsfaktoren und Grenzen des Organizing im deutschen Sozialsystem.

Auszug aus dem Buch

2.3. Das Prinzip „Organizing“

Das gewerkschaftliche Organizing greift innerhalb des Machtressourcenansatzes bei dem Konzept der Organisationsmacht, wirkt sich jedoch auch auf andere oben genannte Ressourcen aus. Ein übergeordnetes Ziel des Organizings ist die Auswirkung auf institutionelle Macht, in Form von Etablierung von Tarifverträgen und Gesetzen, resultierend aus einer gestärkten Organisationsmacht. Das Prinzip stammt ursprünglich aus den USA, wo es seit den 1980er Jahren erfolgreich praktiziert wird (vgl. Dörre, 2013, S. 1).

Bisher existiert (noch) keine eindeutige Definition oder Theorie, was unter dem Begriff „Organizing“ zu verstehen ist. Vielmehr besteht es aus einer Vielzahl an Strategien und Methoden, die eine gewerkschaftliche Organisationsmacht stärken soll. In dieser Hausarbeit wird das Organizing-Prinzip nach den Ausführungen von Voss und Sherman (2000) verstanden. Die beiden amerikanischen Soziologinnen wurden in Bezug auf Organizing am meisten zitiert und Ergebnisse über ihre Forschungen in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie verstehen Organizing als „...Wechsel von einem Service-Modell gewerkschaftlicher Repräsentation, das eine weitgehend passive Mitgliedschaft über qualifizierte Dienstleistungen zu binden sucht, zu einem Organizing-Modell, welches auf Mitgliedermobilisierung setzt, die Arbeitspraxis der Basisorganisationen verändert und neue, partizipative Organisationsstrukturen schafft.“ (Dörre, 2013, S. 1). Weiterhin beschreiben sie Organizing als eine spezielle Form des Gewerkschaftshandelns, das sich durch die Beteiligung der Mitarbeiter an der organisationalen Entwicklung durch unkonventionelle und konfliktfreudige Aktionen auszeichnet. Dabei ist vor allem eine starke Betonung auf soziale Gerechtigkeit charakteristisch (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Rückgang gewerkschaftlicher Mitgliederzahlen und führt das „Organizing“ als strategisches Mittel zur Revitalisierung gewerkschaftlicher Machtressourcen ein.

2. Theoretische Annäherung an gewerkschaftliche Machtressourcen: Es werden politikwissenschaftliche Ansätze wie der Korporatismus und die Machtressourcentheorie dargelegt, um das Handlungsvermögen von Gewerkschaften theoretisch zu rahmen.

3. Organizing bei der IG Metall: Das Kapitel beschreibt, wie die IG Metall das Organizing-Prinzip in ihre Arbeit integriert hat, insbesondere durch den Wut-Hoffnung-Aktions-Dreischritt.

4. Die Kampagne „Operation Übernahme“ der IG Metall: Anhand dieser erfolgreichen Jugendkampagne wird praktisch verdeutlicht, wie Organizing zur Stärkung des Organisationsgrades und zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen führt.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Organizing die Organisationsmacht stärken kann, betont jedoch die Notwendigkeit, Strategien an die spezifischen nationalen Strukturen anzupassen.

Schlüsselwörter

Organizing, IG Metall, Machtressourcentheorie, Organisationsmacht, Gewerkschaftsarbeit, Operation Übernahme, Mobilisierung, Tarifverträge, Mitbestimmung, Arbeitsbeziehungen, Kampagnenarbeit, Beschäftigtenbeteiligung, Sozialpartnerschaft, institutionelle Macht, Korporatismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Wirksamkeit des „Organizing“-Ansatzes als Strategie zur Erneuerung und Stärkung gewerkschaftlicher Machtressourcen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Machtressourcentheorie, die Transformation gewerkschaftlicher Organisationsmodelle sowie die praktische Anwendung von Kampagnenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Organizing zur Erneuerung gewerkschaftlicher Macht beitragen kann und ob dieses konfliktgeladene Vorgehen effektiv zur Zielerreichung in Betrieben beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (Neo-Korporatismus, Machtressourcentheorie) mit einer Fallstudie (IG Metall) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Machtressourcentheorie, die Definition des Organizing-Prinzips sowie die detaillierte Analyse der „Operation Übernahme“ als Fallbeispiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Organizing, Organisationsmacht, gewerkschaftliche Mobilisierung und strategische Kampagnenführung charakterisiert.

Warum wurde die „Operation Übernahme“ als Fallbeispiel gewählt?

Sie gilt als die bisher erfolgreichste Jugendkampagne der IG Metall und eignet sich hervorragend, um die Dynamik zwischen Organizing und einer jungen, politisch interessierten Generation aufzuzeigen.

Welchen Einfluss hat das deutsche Sozialsystem auf das Organizing?

Da Organizing aus den USA stammt, müssen die Methoden in Deutschland angepasst werden, da hier ein eher sozialpartnerschaftliches Umfeld herrscht und andere Ressourcen zur Verfügung stehen als im US-amerikanischen Kontext.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Prinzip "Organizing" als Erneuerung gewerkschaftlicher Machtressourcen am Beispiel der IG Metall
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Autor
Melina Voßhagen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V477511
ISBN (eBook)
9783668941014
ISBN (Buch)
9783668941021
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzip organizing erneuerung machtressourcen beispiel metall
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melina Voßhagen (Autor:in), 2018, Das Prinzip "Organizing" als Erneuerung gewerkschaftlicher Machtressourcen am Beispiel der IG Metall, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/477511
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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