Im Laufe der Referatsvorbereitung im Seminar „ International vergleichende Soziale Arbeit: Funktionsbestimmung institutioneller Fremderziehung in der Großregion“ zum Referatsthema „(Internationaler) Vergleich in anderen Disziplinen„ stellte sich mir die Frage: „Welchen Nutzen kann die Vergleichende Soziale Arbeit aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen?“
Da ich mehr über die Komparatistik in beiden Disziplinen, welchen Nutzen die Vergleichende Soziale Arbeit von der Vergleichenden Erziehungswissenschaft wissen möchte, will ich diese Fragestellung in dieser vorliegenden Arbeit beleuchten.
Um dies beantworten zu können werde ich beide Disziplinen betrachten.
Beginnen werde ich mit der Vergleichenden Sozialen Arbeit.
Als erstes werde ich dort den Werdegang der Disziplin, ihre Geschichte, aufzeigen.
Weiter möchte ich, anhand des vorangegangenen Absatzes, eine Begriffsklärung von Vergleichender Sozialer Arbeit, Vergleichende Sozialpädagogik und International vergleichende Sozialpolitikforschung tätigen, da diese Begriffe in der von mir bis dato bearbeiteten Literatur teilweise synonym verwendet wurden.
Hieran knüpfe ich den Stand der Disziplin heute. Welche Studien existieren, sind sie überhaupt verfügbar? Gibt es Länderübergreifende Kooperationen im Bereich der ( internationalen) Vergleichenden Sozialen Arbeit? Auf diese Frage gilt es in diesem Kapitel eine Antwort zu finden.
Daran anschließen beantworte ich die Frage nach der Notwendigkeit des Vergleichs in der Sozialen Arbeit. Gründe hierfür sind nicht nur die „allgemeine Internationalisierung“, welche in vielen Dimensionen des sozialen Bereichs zu einem selbstverständlichen Merkmal geworden ist.
Ausgehend hiervon, will ich den Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Vergleichende Soziale Arbeit herausarbeiten, führe ich diejenigen Fragestellungen an, welche von ihr bearbeitet werden. Dies ist mit eine Voraussetzung um den Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Vergleichende Soziale Arbeit herausarbeiten zu können, da sie zur Bearbeitung der Fragen helfen kann.
Den Nutzen kann ich aber erst aufzeigen, wenn ich beide Disziplinen in ihren Eigenschaften betrachtet habe. Deshalb werde ich in einem zweiten Teil der Arbeit die Vergleichende Erziehungswissenschaft beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die International Vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik
1.1 Werdegang des internatonalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik
1.2 International vergleichende Sozialpolitikforschung und international vergleichende Sozialarbeit / Sozialpädagogik
1.3 Stand und Gegenstand der international vergleichenden Sozialarbeit / Sozialpädagogik
1.4 Notwendigkeit des internationalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik
1.5 Fragestellungen der international vergleichenden Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik
2. Die international Vergleichende Erziehungswissenschaft
2.1 Geschichte der Vergleichenden Erziehungswissenschaft
2.2 Gegenstandsbestimmung und Stand der Vergleichenden Erziehungswissenschaft
2.2.1 Standort im Wissenschaftssystem
2.3 Was erforscht die Vergleichende Erziehungswissenschaft / Welche Fragestellungen bearbeitet sie?
2.4 Grundlegende Vergleichsmethoden und unterschiedliche Zugänge
2.4.1 Grundlegende Vergleichsmethoden
2.4.2 Unterschiedliche Zugänge
3. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Nutzen, den die international vergleichende Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen kann, um die eigene methodische und theoretische Entwicklung voranzutreiben.
- Historischer Werdegang der international vergleichenden Sozialen Arbeit
- Abgrenzung der international vergleichenden Sozialpolitikforschung
- Entwicklungsphasen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft
- Methodische Stufenmodelle des Vergleichs nach Hilker und Robinsohn
- Transferpotenziale für die Professionalisierung der Sozialarbeit
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Grundlegende Vergleichsmethoden
Der Vergleich vollzieht sich in mehreren Schritten und auf mehreren Stufen der Erkenntnis, ist also ein dynamisches Verfahren.
Zwei, für den Autor bedeutende Vergleichsverfahren, sollen im Folgenden dargestellt werden.
Zum einen jenes von Franz Hilker generierte Vergleichsmodell. Dieses Stufenmodell beinhaltet eine Verdichtung des Vergleichens von der einfachen Deskription über die Interpretation und Juxtaposition hin zum vollständigen Vergleich (vgl. Hilker 1962, S.106 – 112).
Die „Deskription“ ist der erste Schritt hin zum Vergleichen. In ihr ist eine vollständige Beschreibung der Phänomene, mit dem Ziel eine Bestandsaufnahme durchzuführen, entscheidend
Die Bestandsaufnahme stützt sich dabei auf verschiedene Arbeitsverfahren.
Zum einen auf die der Anschauung. Hier ist die persönliche Kenntnisnahme des Fremden charakteristisch. Vollziehen kann sie sich in kürzeren Studienfahrten oder in „Einzelreisen […] zum vergleichenden Studium pädagogischer Probleme in andere Länder[…]“ (Hilker 1962, S.108).
Sie kann sich auch auf „literarische Quellen“ stützen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage nach dem Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Soziale Arbeit und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
1. Die International Vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Werdegang nach, definiert zentrale Begriffe und beleuchtet den aktuellen Stand sowie die Notwendigkeit internationaler Vergleichsansätze in der Sozialarbeit.
2. Die international Vergleichende Erziehungswissenschaft: Hier wird die Geschichte, der wissenschaftstheoretische Standort sowie das methodische Instrumentarium der Vergleichenden Erziehungswissenschaft detailliert dargelegt.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten, Methoden und Erkenntnisse der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Soziale Arbeit fruchtbar zu machen.
Schlüsselwörter
International vergleichende Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Vergleichende Erziehungswissenschaft, Komparatistik, Methodenentwicklung, Stufenmodell, Franz Hilker, Saul B. Robinsohn, Internationalität, Sozialpolitikforschung, Professionalisierung, Vergleichsmethodik, globale Problemlagen, Wissenschaftstheorie, Systemvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Soziale Arbeit von den theoretischen und methodischen Erkenntnissen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft profitieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der international vergleichenden Sozialarbeit, die methodischen Ansätze des wissenschaftlichen Vergleichs und die Standortbestimmung beider Disziplinen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen für die Soziale Arbeit herauszuarbeiten, indem Methoden aus der Erziehungswissenschaft identifiziert werden, die für die Professionalisierung der Sozialarbeit adaptierbar sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden klassische Vergleichsmodelle (z.B. von Hilker und Robinsohn) analysiert, die deskriptive, interpretative und komparative Schritte definieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Vergleichenden Sozialarbeit und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte und Methodik der Erziehungswissenschaft.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Komparatistik", "Methodenpluralismus", "Internationalität" und "Sozialpädagogik" charakterisiert.
Warum wird das Modell von Franz Hilker hervorgehoben?
Hilkers Stufenmodell wird als fundamentales Instrument vorgestellt, das den Vergleichsprozess von der einfachen Deskription über die Interpretation bis zur vollständigen Komparation strukturiert.
Welche Rolle spielt die "internationale Öffnung" für die Disziplinen?
Die internationale Öffnung wird als Auslöser für neue, grenzüberschreitende Problemlagen (wie Migration) gesehen, die eine komparative Forschung in beiden Disziplinen zunehmend unabdingbar machen.
- Quote paper
- Dirk Ollinger (Author), 2004, Welchen Nutzen kann die international vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47765