In dieser Arbeit soll deutlich werden, welche Ursachen für die Suburbanisierung verschiedener ausgewählter Bereiche, wie Wohnen, Industriearbeit, Handel und Dienstleistungen, sowie die Freizeitindustrie zu erkennen sind und wie sich die Suburbanisierung in diesen Bereichen zum einen auf die städtische und regionale Siedlungsstruktur und zum anderen auf das städtische Sozialgefüge auswirkt. Dies soll am Beispiel der Entwicklung in Deutschland behandelt werden.
Zuerst sollen vier verschiedene Ebenen der Suburbanisierung näher beleuchtet werden um näher zu differenzieren, welche Bereiche im weiteren Verlauf der Arbeit stärker fokussiert werden. Für diese vier Ebenen soll an dieser Stelle auch geklärt werden, welche Probleme in den Städten zur Suburbanisierung führten beziehungsweise immer noch führen. Hierbei handelt es sich zum einen um die Suburbanisierung des Wohnens, also die Verlagerung von Wohnstätten in den suburbanen Raum. An dieser Stelle soll auch grundlegend darauf eingegangen werden, welche sozialen Gruppen diesen Weg gehen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen um diesen Gruppen den Umzug aus der Stadt in den suburbanen Raum zu ermöglichen.
Die darauffolgende Ebenen, welche von ökonomischer Natur ist, wird hier als die Suburbanisierung der Industriearbeit bezeichnet. Dieser Abschnitt soll sich damit befassen, welche Arten von Industrie, und damit verbunden welche Arten von industrieller Arbeit, nicht auf städtischen Gebiet verbleiben, sondern die Produktion im ländlichen Raum bevorzugen. Auch hier sollen wesentliche Gründe für die Suburbanisierung angeführt werden. Eine Verknüpfung der beiden vorangegangen Ebenen stellt in gewisser Weise die Suburbanisierung von Handel und Dienstleistungen dar, da diese im Bereich des alltäglichen Grundbedarfs natürlich mit der Nähe zur Wohnbevölkerung verknüpft sind. Zum anderen mögen allerdings Dienstleistungen, die nicht ortsnah erbracht werden müssen, in etwa die gleichen Gründe für die Ansiedlung im suburbanen Raum haben, wie die vorher behandelten Industrieunternehmen. Die grundsätzlichen Motive der Suburbanisierung von Handel und Dienstleistungen werden hier ebenfalls erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ebenen und Ursachen der Suburbanisierung
2.1 Suburbanisierung
2.2 Suburbanisierung des Wohnens
2.3 Suburbanisierung der Industriearbeit
2.4 Suburbanisierung von Handel und Dienstleistungen
2.5 Suburbanisierung von Freizeit und Erholung
3. Folgen der Suburbanisierung für die Siedlungsstruktur
3.1 Dezentralisierung von Wohnen und Wirtschaft
3.2 Auflösung von städtischem Raum und Siedlungsstruktur
4. Folgen der Suburbanisierung für die Stadt
4.1 Folgen für das städtische Sozialgefüge
4.2 Folgen der Suburbanisierung für die städtischen Finanzen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des Suburbanisierungsprozesses in Deutschland in verschiedenen Bereichen wie Wohnen, Industriearbeit, Handel und Dienstleistungen sowie Freizeit. Dabei wird analysiert, wie diese Veränderungen die Siedlungsstruktur sowie das städtische Sozialgefüge und die finanzielle Situation der Städte beeinflussen.
- Analyse der verschiedenen Ebenen der Suburbanisierung
- Ursachenforschung für die Standortverlagerung von Wohnen und Gewerbe
- Folgen der Dezentralisierung für die bauliche und soziale Stadtstruktur
- Finanzielle Auswirkungen der selektiven Abwanderung auf Kernstädte
- Diskussion von Lösungsansätzen für eine vernetzte Stadtregion
Auszug aus dem Buch
2.2 Suburbanisierung des Wohnens
In diesem Teil der Arbeit soll zuerst auf die Tatsache eingegangen werde, dass eine Verlagerung des Wohnraums in die Stadtregion stattfindet und welche Gründe hierfür auszumachen sind. Es soll auch deutlich gemacht werden, dass diese Wohnraumverlagerung hoch selektiv verläuft, das heißt, dass nur bestimmte Schichten bzw. Bevölkerungsgruppen die Städte verlassen (können). Aber auch die in den Städten zurückbleibenden bzw. in die Städte zurückkehrenden Gruppen sollen hier genannt werden. Hauptgründe, die für diesen Trend auszumachen sind und im folgenden behandelt werden sind zum einen die Preise für Bauland und zum anderen das Streben nach dem Häuschen im Grünen, welches vor allem junge Familien in den suburbanen Raum zieht. Aber auch die enorme Erhöhung der Motorisierung und die damit verbundene Mobilität sprechen dafür, dass man nicht am Arbeitsort, der meist weiterhin in der Stadt liegt, wohnen muss.
Um zuerst einmal die Entwicklung der Suburbanisierung näher zu erläutern, wird nun zuerst ihre Entfaltung und vor allem die hierfür notwendigen Veränderungen in den fünfziger Jahren kurz zusammengefasst. Das Interesse am Wohnen im Grünen und somit der Umzug von der Stadt in die Vororte ist vor allem in der grüneren und homogeneren Umgebung zu sehen, die als das Idealbild vom familiären Wohnen gesehen wird. Dieses Bild wurde schon zu Zeiten der Industrialisierung geprägt, als die Wohnumstände in den Städten enorm schlecht waren, und fand schon damals rege Anerkennung. Vor allem durch die Produktivitätssteigerung nach dem zweiten Weltkrieg und dem damit einhergehenden Anstieg der Privateinkommen erhöhte sich für viele Menschen die Chance auf das Leben im Grünen und die Abkehr von der dichtbebauten und als eher unwirtlich wahrgenommenen Großstadt als Lebensraum. Hinzu kam die Stärkung des privaten Personenverkehrs, insbesondere die Massenhafte Verbreitung des Pkw’s, der eine größere Mobilität des einzelnen und somit eine entfernungsungebundenere Wahl des Wohnortes vom Arbeitsplatz erlaubte (vgl.: Häußermann/Siebel 2004: 73).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand der Suburbanisierung in Deutschland und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Ebenen und Ursachen der Suburbanisierung: Dieses Kapitel analysiert theoretische Grundlagen und Ursachen der Suburbanisierung in den Bereichen Wohnen, Industriearbeit, Handel, Dienstleistungen sowie Freizeit.
3. Folgen der Suburbanisierung für die Siedlungsstruktur: Hier werden die räumlichen Auswirkungen der Dezentralisierung, wie die Entstehung von Brachflächen und die Auflösung klassischer Stadt-Umland-Grenzen, untersucht.
4. Folgen der Suburbanisierung für die Stadt: Dieses Kapitel befasst sich mit den sozialen und ökonomischen Herausforderungen für die Kernstädte, insbesondere mit Blick auf das Sozialgefüge und den städtischen Haushalt.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Komplexität der Suburbanisierung als Herausforderung für eine integrierte Stadtplanung.
Schlüsselwörter
Suburbanisierung, Stadtentwicklung, Siedlungsstruktur, Wohnraumverlagerung, Industriearbeit, Dezentralisierung, Stadt-Umland-Beziehung, Kernstadt, Sozialgefüge, kommunale Finanzen, Stadtregion, Pendler, Demografie, Infrastruktur, Standortwahl.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema dieser Hausarbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Folgen der Suburbanisierung, also der Ausbreitung städtischer Lebens- und Wirtschaftsformen in das Umland, am Beispiel der Entwicklung in Deutschland.
Welche Bereiche der Suburbanisierung werden betrachtet?
Die Untersuchung umfasst die Ebenen des Wohnens, der Industriearbeit, des Handels, der Dienstleistungen sowie der Freizeit- und Erholungseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, warum verschiedene Bereiche aus der Stadt in den suburbanen Raum abwandern und welche negativen Auswirkungen dies auf die Siedlungsstruktur, das Sozialgefüge und die Finanzkraft der Kernstädte hat.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender stadtsoziologischer und raumplanerischer Literatur, um Trends der Stadtentwicklung zu beschreiben.
Was ist der zentrale Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse der verschiedenen Suburbanisierungsebenen sowie eine anschließende Bewertung der daraus resultierenden Folgen für die Siedlungsstruktur und die städtische Sozial- und Finanzsituation.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Suburbanisierung, Stadtentwicklung, Dezentralisierung, Stadt-Umland-Beziehung und kommunale Finanzen charakterisieren.
Warum wird Suburbanisierung als "selektiver Prozess" bezeichnet?
Der Autor führt aus, dass vor allem einkommensstarke Haushalte und junge Familien in den suburbanen Raum abwandern, während sozial schwächere Gruppen und Auszubildende eher in den Kernstädten verbleiben, was zu einer sozialen Segregation führt.
Welches Problem beschreibt der Autor im Zusammenhang mit den städtischen Finanzen?
Durch die selektive Abwanderung verlieren Kernstädte Steuerzahler, während die Kosten für die Infrastruktur und soziale Leistungen aufgrund der verbleibenden bedürftigeren Bevölkerungsschichten hoch bleiben oder steigen, was zu einem finanziellen "Teufelskreis" führt.
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- Florian Winkler (Author), 2005, Ursachen und Folgen der Suburbanisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47779