Wenn eine Einzelperson oder auch eine Gruppe einen Coach aufsucht und dessen Hilfe bei der Lösung eines Problems erhofft, dann verbindet sie damit gewisse Erwartungen an den Coach. Ein Coach kann dann eingeschaltet werden, wenn eine objektive oder auch nur subjektiv empfundene Krise den/die Betroffenen in der Ausübung seiner/ihrer Arbeitstätigkeit beeinträchtigt oder im privaten Alltag Probleme individueller oder interpersoneller Art auftauchen. Am Arbeitsplatz können solche tieferen Schwierigkeiten oder Konflikte sich an Symptomen wie Burnout, Mobbing, Stress oder Berufs-Deformation zeigen. Im privaten Bereich kann es zu Konflikten in Familien oder Vereinen kommen.
Die Anforderungen, die an den Coach gestellt werden, sind vielfältig. Er soll helfen, derartige Probleme zu lösen. Der erste und wichtigste Selbstanspruch des Coach ist dabei „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. Wie aber ist dies zu erreichen? Der Coach soll „lösungsorientiert vorgehen“, „neue Bewertungen schaffen“, „Perspektiven aufzeigen“, „Rollen und Aufgaben klären“ helfen usw. Um dies alles auch leisten zu können, bedarf es einiger grundlegender Techniken, die helfen können, diesem (Selbst-)Anspruch gerecht zu werden. Diese Basistechniken werden in dieser Arbeit vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Basistechniken der Beratung
2.1 Zuhören
2.1.1 Passives Zuhören
2.1.2 Aktives Zuhören
2.2 Verbalisieren
2.2.1 Feedback
2.2.2 Metakommunikation
2.3 Fragen
2.3.1 Hypothetische Fragen
2.3.2 Zirkuläres Fragen
2.4 Visualisieren
2.4.1 Organigramm, Smilies, Symbole und bewegte Bilder
2.4.2 Bilder
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegenden Basistechniken des Coachings, die unabhängig von spezifischen Beratungsphasen oder -formen als methodisches Fundament dienen, um Klienten bei der Problemlösung zu unterstützen.
- Zuhörtechniken (passiv und aktiv) als Basis der Kommunikation
- Techniken der Verbalisierung mittels Feedback und Metakommunikation
- Fragetechniken zur Aktivierung von Reflexion und Perspektivenwechsel
- Visualisierungsmethoden zur Strukturierung komplexer Problemlagen
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Zirkuläres Fragen
Als zirkulär werden Fragen bezeichnet, die den Klienten auffordern, die Perspektive einer anderen am Problem direkt oder indirekt beteiligten Person einzunehmen und etwas über sich selbst auszusagen. Dies sind zum Beispiel Fragen wie: „Was würde Ihre Sekretärin zur Sekretärin Ihres Chefs in der Kantine über diesen Konflikt sagen?“, oder „Wenn ich Ihre Tochter fragen würde ….“ Der Klient muss sich hier auf die Lebenswelt einer anderen Person einlassen, sich in sie hinein versetzen und sich selbst gleichsam „von außen“ beobachten; und zwar mit den Augen eines andern. Das dies in den seltensten Fällen die Realität trifft, ist dabei von zweitrangiger Bedeutung, denn es kommt nicht darauf an, genau zu analysieren, wie der Klient von anderen gesehen wird. Vielmehr ist es die Aufgabe zirkulärer Fragen, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen und eine neue Sicht auf die Dinge zu gewinnen. Der Coach kann auf diese Weise Informationen inhaltlicher Art über das zu behandelnde Problem sammeln und gleichzeitig bereits etwas über den Deutungs- und Verständnishorizont des Klienten erfahren. Das ist über verschiedene Formen zirkulärer Fragen möglich. Klassifikationsfragen zielen darauf ab, etwas über qualitative Rangfolgen und Unterschiede zu erfahren. Prozentfragen können helfen, die vom Klienten subjektiv beigemessenen Wertigkeiten zu überprüfen. Übereinstimmungsfragen machen Koalitionen und „Cliquenwirtschaft“ durchschaubar. Fragen nach Zukunfts- und Zeitplänen ermöglichen es, unrealistische Vorstellungen von der quantitativen und qualitativen Bedeutung des Problems aufzudecken und dem entgegen zu wirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Bedarf an professionellem Coaching bei persönlichen oder beruflichen Krisen und formuliert den Anspruch auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch den Einsatz fundierter Basistechniken.
2. Basistechniken der Beratung: Dieses Kapitel stellt die vier zentralen Säulen des Coaching-Gesprächs – Zuhören, Verbalisieren, Fragen und Visualisieren – detailliert vor und erläutert deren spezifische Funktionen sowie Anwendungsrisiken.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit betont, dass keine der Techniken isoliert wirkt, sondern der Erfolg in der situationsangemessenen Kombination und gezielten Anwendung dieser Werkzeuge liegt.
Schlüsselwörter
Coaching, Basistechniken, Beratung, Kommunikation, Aktives Zuhören, Feedback, Metakommunikation, Hypothetische Fragen, Zirkuläres Fragen, Visualisierung, Problemstrukturierung, Hilfe zur Selbsthilfe, Reflexion, Gesprächsführung, Coachingprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Techniken des Coachings, die ein Coach in Gesprächen einsetzt, um Klienten bei der Problemlösung und Selbstreflexion zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Bereiche Zuhören, Verbalisieren, Fragen und Visualisieren als wesentliche methodische Säulen der Beratungsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das methodische Grundgerüst des Coachings aufzuzeigen und zu vermitteln, wie diese Basistechniken situativ korrekt kombiniert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die bestehende Ansätze der Gesprächsführung und Coaching-Methodik systematisiert und darstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Methoden wie das passive und aktive Zuhören, Feedback, Metakommunikation, verschiedene Fragetechniken sowie visuelle Strukturierungshilfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Coaching, Basistechniken, Gesprächsführung, Hilfe zur Selbsthilfe, Reflexion und Problemlösung charakterisiert.
Was unterscheidet das aktive vom passiven Zuhören?
Beim passiven Zuhören ist der Coach zurückhaltend und signalisiert Interesse lediglich nonverbal, während er beim aktiven Zuhören strukturierend eingreift, Kernaussagen wiederholt und Zusammenhänge verdeutlicht.
Warum ist beim Einsatz von Visualisierungen Vorsicht geboten?
Die Hauptgefahr liegt darin, den Kontakt zum Klienten zu verlieren, falls die Visualisierung zu früh, zu schnell oder zu verwirrend erfolgt und der Coach sich zu sehr in die Technik verliebt.
Welche Rolle spielt die „Wunderfrage“ im Coaching?
Die Wunderfrage dient dazu, unbewusste Grundannahmen des Klienten aufzudecken und durch die Vorstellung einer wundersamen Problemlösung neue Perspektiven oder Zielvorstellungen zu generieren.
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- Merle Rehberg (Author), 2005, Basistechniken des Coaching, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47780