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Der Wichtel im Manne oder Wie die Puppe das Fliegen lernte (Buchty a Loutkys 'Die Geschichte eines wahren Menschen')

Title: Der Wichtel im Manne oder Wie die Puppe das Fliegen lernte (Buchty a Loutkys 'Die Geschichte eines wahren Menschen')

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Matthias Zimmermann (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

„Guten Abend – that’s all.“ Mit diesen Worten begrüßt Marek Becka das lärmende Publikum und findet auf diese Weise ohne Umschweife die volle Aufmerksamkeit. Sofort schließt er an: „das ist nicht alles … i can speak in German.“ Mit einem – trotz allem verständlichen – Wirrwarr von Sprachfetzen deutscher, tschechischer und englischer Wörter führt er in das kommende Stück ein. Das sich abzeichnende Sprachgewirr stellt er selbst vor, es wird „Tschinglish“ gesprochen werden, eine selbsternannte Mischung beider Sprachen. Besser als nichts, denn das Figurenstück selbst wird in Tschechisch aufgeführt. Auf diese Weise stehen die Figuren und deren Spiel für alle, die dieser Sprache nicht mächtig sind, weit stärker im Vordergrund, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Zweifelsfrei reiht sich „Die Geschichte eines wahren Menschen“ dadurch in die Tradition des Unidram-Festivals ein, dessen Beiträge sich oft durch Nonverbalität auszeichnen. Auch wenn dies sicher nicht wirklich beabsichtigt ist, so ist doch vom ersten Augenblick zu spüren, dass es in keinem Fall ein Handicap sein wird, und die Gruppe einen solchen Umstand zum willkommenen Anlass nimmt, die Vorstellung zu erweitern. Das Spiel mit den Sprachen wird jedoch nur eines unter vielen sein – „Die Geschichte eines wahren Menschen“ ist mehr als nur Puppentheater.
Osteuropäisches Theater hat Tradition auf dem UNIDRAM-Festival in Potsdam, seine Besprechung auch. Die vorliegende will unter Berücksichtigung der Kleistschen Theorie zum Marionettentheater, Hans-Thies Lehmanns „Postdramatischem Theater“ und durch einen Blick auf die der Aufführung zu Grunde liegenden Texte einen bedeutenden Schritt über den Status einer einfachen Theaterkritik hinausgehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Wer mag es erzählen...?

II. „…und dann werden wir sehen, wer das Spiel gewinnt.“

III. „Flieger ohne Beine sind wie Vögel ohne Flügel.“

IV. Literatur

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Aufführung „Die Geschichte eines wahren Menschen“ der Gruppe Buchty a Loutky vor dem Hintergrund postdramatischer Theaterästhetik. Dabei wird analysiert, wie das Stück durch den bewussten Bruch mit traditionellen Puppenspielkonventionen, den Einsatz einer „Tschinglish“-Sprachmischung und die Transparenz der Spieler die Grenzen zwischen Fiktion und Realität sowie zwischen Puppe und Mensch auflöst.

  • Analyse postdramatischer Inszenierungstechniken im Figurentheater.
  • Untersuchung der Subjekt-Objekt-Beziehung zwischen Puppenspieler und Figur.
  • Dekonstruktion patriotischer Textgrundlagen durch ironische Distanz.
  • Die Bedeutung der offenen Spielweise für die Zuschauerpartizipation.
  • Historische und rituelle Wurzeln des Figurentheaters als Referenzrahmen.

Auszug aus dem Buch

Wer mag es erzählen...?

„Guten Abend – that’s all.“

Mit diesen Worten begrüßt Marek Becka das lärmende Publikum und findet auf diese Weise ohne Umschweife die volle Aufmerksamkeit. Sofort schließt er an: „das ist nicht alles … i can speak in German.“ Mit einem – trotz allem verständlichen – Wirrwarr von Sprachfetzen deutscher, tschechischer und englischer Wörter führt er in das kommende Stück ein. Das sich abzeichnende Sprachgewirr stellt er selbst vor, es wird „Tschinglish“ gesprochen werden, eine selbsternannte Mischung beider Sprachen. Besser als nichts, denn das Figurenstück selbst wird in Tschechisch aufgeführt. Auf diese Weise stehen die Figuren und deren Spiel für alle, die dieser Sprache nicht mächtig sind, weit stärker im Vordergrund, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Zweifelsfrei reiht sich „Die Geschichte eines wahren Menschen“ dadurch in die Tradition des Unidram-Festivals ein, dessen Beiträge sich oft durch Nonverbalität auszeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Wer mag es erzählen...?: Dieses Kapitel führt in die spezifische Aufführungspraxis der Gruppe Buchty a Loutky ein, die durch Sprachmischung und eine bewusste Auflösung der Distanz zum Publikum das traditionelle Puppentheater dekonstruiert.

II. „…und dann werden wir sehen, wer das Spiel gewinnt.“: Hier wird der literarische und historische Kontext des Stücks beleuchtet, das auf Sergej Prokofjews Oper basiert, und aufgezeigt, wie die Gruppe durch improvisierte Mittel und ironische Distanz die patriotische Vorlage transformiert.

III. „Flieger ohne Beine sind wie Vögel ohne Flügel.“: Dieses Kapitel verknüpft die Beobachtungen mit dem theoretischen Ansatz des postdramatischen Theaters und diskutiert die schamanistischen Wurzeln sowie die Subjekt-Objekt-Beziehung im Figurentheater im Hinblick auf Kleists Marionettentheater.

IV. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Postdramatisches Theater, Puppentheater, Buchty a Loutky, Marek Becka, Sergej Prokofjew, Inszenierung, Subjekt-Objekt-Beziehung, Figurentheater, Offene Spielweise, Performance, Ritual, Animation, Kleist, Rilke, Marionettentheater.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Inszenierung „Die Geschichte eines wahren Menschen“ der tschechischen Gruppe Buchty a Loutky und untersucht, wie diese das traditionelle Puppentheater durch moderne ästhetische Ansätze erweitert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der postdramatischen Theaterästhetik, dem Verhältnis zwischen Puppe und Spieler sowie der Dekonstruktion von Narration durch Sprache und Ironie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Stück die Grenzen zwischen Aufführung und Realität verwischt und welche Rolle der Puppenspieler als „Übersetzer“ zwischen Objekt und Zuschauer einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theaterwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich maßgeblich auf die Theorien von Hans-Thies Lehmann zum postdramatischen Theater sowie klassische Texte wie Heinrich v. Kleists „Über das Marionettentheater“ stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spielerischen Interaktionen des Ensembles, den Bruch mit der Illusion, den Einsatz improvisierter Dekorationen und die philosophische Dimension der Figurenanimation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Postdramatik, Figurentheater, Subjekt-Objekt-Beziehung, Animation, Sprachspiel und Ironie.

Wie unterscheidet sich die Inszenierung von einem klassischen Puppenspiel?

Das Stück nutzt eine „offene Spielweise“, bei der die Spieler sichtbar sind, das Publikum direkt einbezogen wird und die verwendeten Puppen eine heterogene, ironisch eingesetzte Materialität aufweisen.

Welche Bedeutung hat das „Tschinglish“ für das Verständnis des Stücks?

Die Sprachmischung dient dazu, die Barriere zwischen Darsteller und Publikum abzubauen und den Fokus weg vom rein sprachlichen Verständnis hin zum performativen Spiel zu verschieben.

Warum wird der Begriff des „Schamanen“ im dritten Kapitel erwähnt?

Er dient als historischer Referenzpunkt, um die magische und rituelle Beziehung zwischen Mensch und Objekt zu verdeutlichen, die im zeitgenössischen Figurentheater als konstitutives Element wiederentdeckt wird.

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Details

Title
Der Wichtel im Manne oder Wie die Puppe das Fliegen lernte (Buchty a Loutkys 'Die Geschichte eines wahren Menschen')
College
University of Potsdam  (Institut Medienwissenschaften)
Course
UNIDRAM Festival Potsdam
Grade
sehr gut
Author
Matthias Zimmermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V47792
ISBN (eBook)
9783638446594
ISBN (Book)
9783656449140
Language
German
Tags
Wichtel Manne Puppe Fliegen Loutkys Geschichte Menschen UNIDRAM Festival Potsdam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Zimmermann (Author), 2003, Der Wichtel im Manne oder Wie die Puppe das Fliegen lernte (Buchty a Loutkys 'Die Geschichte eines wahren Menschen'), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47792
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