Eine Hausarbeit über eine Persönlichkeit wie Konrad Adenauer zu schreiben birgt nicht das Problem der Literaturbeschaffung, sondern das Problem einer „objektiven“ Literaturauswahl. Man kann über seine vierzehnjährige Kanzlerschaft Bibliotheken füllen, so dass eine klare Eingrenzung des Themas von Nöten ist. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Prioritäten Adenauers unter seiner Kanzlerzeit zu beleuchten. Folgender Fragestellung soll nachgegangen werden: Wollte Adenauer die Wiedervereinigung? Deshalb liegt der Fokus der vorliegenden Arbeit auf den politischen Bemühungen Adenauers zum Erreichen der Westintegration und geht ferner auf den Punkt der Wiedervereinigung als zweiten Hauptakzent ein.
Es sollen zunächst die Grundlagen zur Zeit Adenauers dargelegt werden: Wie waren zum Beispiel die diplomatischen Vorraussetzungen im Westen Deutschlands nach dem Krieg? In einem zweiten Schwerpunkt geht es um die Wiedererlangung der Souveränität Deutschlands. Im dritten Abschnitt sollen die Bemühung einer Verflechtung Europas anhand der wichtigsten Verträge, sowie die vertragliche Festschreibung der Westintegration Adenauers dargestellt werden. Hierbei kann es nicht Ziel einer Hausarbeit sein, alle abgeschlossenen Verträge chronologisch und detailliert darzustellen. Es würde auch den Rahmen sprengen, die Interessen aller Akteure bei der Entstehung dieser Verträge zu beschreiben. Vielmehr wird das Ziel angestrebt, die wesentlichen Entwicklungen der Westbindung im Bezug auf die Leistungen Adenauers zu klären. Die Opposition wird daher auch nur am Rande behandelt. Der vierte Schwerpunkt dieser Arbeit soll die Wiedervereinigungspolitik Adenauers kennzeichnen und untersuchen, ob es zum Beispiel Alternativen zur Westanbindung gab. Verwendete Zitate von Adenauer untermauern die Ausführungen der Hausarbeit. In einem abschließenden Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BIOGRAPHIE ADENAUERS
3. GRUNDLAGEN ZUR ZEIT UND ZUR PERSON ADENAUERS
3.1 Zum Begriff "Ära Adenauer"
3.2 Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg
4. DAS POLITISCHE SZENARIO DER DEUTSCHEN AUßENPOLITIK
4.1 Die Souveränität Deutschlands als das erste Hauptziel Adenauers Außenpolitik
4.2 Integration in den Westen, Aussöhnung mit Frankreich und Vereinigung Europas als das zweite Hauptziel Adenauers Außenpolitik
4.3 Adenauers Wiedervereinigungspolitik
4.4 Die Westintegration statt die Wiedervereinigung Deutschlands
4.5 Das Ende der „Ära Adenauer“
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die außenpolitischen Prioritäten Konrad Adenauers während seiner Kanzlerschaft mit dem zentralen Fokus auf der Frage, ob Adenauer die Wiedervereinigung Deutschlands tatsächlich anstrebte. Dabei wird analysiert, wie er den politischen Kurs der Westintegration zugunsten der Souveränität und Sicherheit der Bundesrepublik gestaltete.
- Politische Bemühungen zur Erreichung der Westintegration.
- Die Bedeutung der Wiedervereinigung als zweiter Hauptakzent der Außenpolitik.
- Analyse der Souveränitätsfrage nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Untersuchung von Alternativen zur Westanbindung und deren politische Tragweite.
- Bewertung von Adenauers Rolle in der deutsch-französischen Aussöhnung.
Auszug aus dem Buch
4.2 INTEGRATION IN DEN WESTEN, AUSSÖHNUNG MIT FRANKREICH UND VEREINIGUNG EUROPAS ALS DAS ZWEITE HAUPTZIEL ADENAUERS AUßENPOLITIK
Adenauer hatte ein Vorsatz: Westintegration vor Einheit, Freiheit vor Einheit in seiner Politik. Er wollte ein souveränes, fest in den Westen integriertes freies Gesamtdeutschland prägen. Konrad Adenauer unterstrich seine Meinung in einer Stellungnahme: „...folglich sei er der Meinung, dass die Integration Westdeutschlands in den Westen wichtiger als die Wiedervereinigung Deutschlands sei“.
Da er das aber zu der Zeit unmöglich ansah, versuchte er alles, um wenigstens die Bundesrepublik fest in den Westen zu integrieren. So wollte er die Freiheit Westdeutschlands sichern. Als größter Feind der Freiheit und somit auch der Einheit sah Adenauer die Sowjetunion an. Er sah die BRD und ganz Europa durch den sowjetischen Expansionswillen stark bedroht. Daher stand als Ziel seiner Politik die europäische Vereinigung auf militärischer, wirtschaftlicher und politischer Basis an oberster Stelle. „Adenauer hatte die Vision einer vereinigten Welt aller freien, demokratischen Staaten unter Führung der USA. Durch die strikte Einbindung der Bundesrepublik in den Westen vertiefte er allerdings zunächst die Teilung, was in der Opposition und in Teilen der CDU erheblichen Widerstand auslöste“. Um sein primäres Ziel, die Bundesrepublik Deutschland in einen starken Westen zu integrieren, zu erreichen, stellte Adenauer die Außenpolitik in den Vordergrund seiner Politik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Problematik der Literaturauswahl und legt die Forschungsfrage sowie den methodischen Fokus auf Adenauers Prioritätensetzung fest.
2. BIOGRAPHIE ADENAUERS: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Adenauers von seinen Anfängen in Köln bis zu seiner Rolle als erster Bundeskanzler nach.
3. GRUNDLAGEN ZUR ZEIT UND ZUR PERSON ADENAUERS: Hier werden der Begriff der „Ära Adenauer“ sowie die weltpolitische Lage nach 1945 analysiert.
4. DAS POLITISCHE SZENARIO DER DEUTSCHEN AUßENPOLITIK: Dieses Kapitel erläutert Adenauers außenpolitische Hauptziele wie Westintegration, Souveränität und Wiedervereinigungspolitik detailliert.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich Adenauers Haltung zur deutschen Einheit.
Schlüsselwörter
Konrad Adenauer, Ära Adenauer, Westintegration, Wiedervereinigung, Souveränität, Bundesrepublik Deutschland, Außenpolitik, Kalter Krieg, Europäische Gemeinschaft, Stalin-Note, Westbindung, Sicherheit, Freiheit, deutsch-französische Aussöhnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Außenpolitik Konrad Adenauers zwischen 1949 und 1963 und hinterfragt seine Haltung zur Wiedervereinigung im Kontext der Westintegration.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erlangung der staatlichen Souveränität, der Integration in westliche Verteidigungsbündnisse sowie der Aussöhnung mit Frankreich.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Adenauer die Wiedervereinigung tatsächlich wollte oder ob er sie hinter das Ziel der Westbindung zurückstellte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Untersuchung basiert auf der Analyse zeitgenössischer Quellen, Zitate, Sekundärliteratur sowie der Auswertung von Verträgen und politischen Abkommen der Ära.
Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?
Der Hauptteil behandelt die diplomatischen Voraussetzungen nach dem Krieg, die konkreten Verträge zur Westbindung und die intensive Auseinandersetzung mit den Alternativen zur Westintegration.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Schlüsselbegriffe umfassen Westintegration, Souveränitätspolitik, Politik der Stärke, das Ende des Besatzungsstatuts und die bipolare Weltordnung.
Wie bewertete Adenauer das Angebot der Stalin-Note von 1952?
Adenauer betrachtete das Angebot als taktisches Manöver der Sowjetunion, um die westliche Integration der Bundesrepublik und die Gründung der EVG zu verhindern.
Warum stellte Adenauer die Wiedervereinigung hinter die Westbindung?
Er fürchtete, dass ein neutrales oder nicht fest im Westen integriertes Deutschland in eine totale Abhängigkeit von der Sowjetunion geraten würde, was die Freiheit des Landes gefährdet hätte.
- Quote paper
- Thorsten Dornemann (Author), 2004, Adenauer und die Deutsche Einheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47802