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Die agrarstrukturelle Entwicklung der Regionen nördlich und südlich der Schlei

Ursprünge der mittelalterlichen Agrarstruktur in Angeln und Schwansen

Titel: Die agrarstrukturelle Entwicklung der Regionen nördlich und südlich der Schlei

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Karl Huesmann (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Buch ist eine Abhandlung über die Ursprünge der landwirtschaftlichen Struktur in Angeln (kleine Höfe) und Schwansen (Großgrundbesitz und Gutsherrschaft).

Die heutige landwirtschaftliche Struktur des Gebietes nördlich und südlich der Schlei gleicht sich zwar in sozialer, klimatischer und bodenstruktureller Hinsicht, weist jedoch auch noch heute Unterschiede in der landwirtschaftlichen Struktur auf. Genauer gesagt sind signifikante Disparitäten hinsichtlich der institutionellen Organisation in der Schleiregion zu verzeichnen. Diese äußern sich in der im nördlichen Teil dominierenden Bauernwirtschaft, also dem Vorkommen vergleichsweise kleinerer Höfe, und dem überwiegenden gutswirtschaftlichen System in der Region südlich der Schlei.

In dieser Arbeit sollen diese agrarstrukturellen Unterschiede und ihre Ursprünge in der Region zwischen Flensburg und Eckernförde dargestellt und untersucht werden. Hierzu wird vor allem der Zeitraum des Hochmittelalters bis zur frühen Neuzeit in die Untersuchung einbezogen, da in diesen Zeiten die meisten agrarstrukturellen Veränderungen auf die Region wirkten. Hierbei ist anzumerken, dass sowohl der zu untersuchende Raum, als auch die Zeitspanne der Betrachtung nicht spezifischer eingegrenzt werden können und eine klar räumlich getrennte oder gar chronologisch dargestellte Entwicklung aufgrund der dünnen Quellenlage schwierig zu realisieren ist. „Die Quellen liefern meist nur dürftigen, fragmentarischen, oft unklaren Stoff [sic!] welcher nur durch Kombinationen und Konjekturen zu erklären und zu ergänzen ist.“ Insofern der Quellenbestand es jedoch zulässt, sollen die Regionen in Schlei-Nähe, also Angeln im Norden, sowie Schwansen im Süden, untersucht werden. Finden jedoch Phänomene aus nördlicheren oder südlicheren Teilen ihren Weg in die Analyse, sollen diese in die Betrachtung hinzugezogen werden, um ein differenziertes, multiperspektives Bild der Region skizzieren zu können. Im Zuge dieser Untersuchung werden weiterführend nicht nur die in der Region zu verzeichnenden Konstellationen von Gütern und Höfen, sondern auch deren spezifische Charakteristika ihren Weg in die Untersuchung finden. Dies hilft die bäuerlichen beziehungsweise gutswirtschaftlichen Systeme besser nachzuvollziehen und die Mannigfaltigkeit dieser zu erkennen und in die historischen Gegebenheiten einordnen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die agrarstrukturelle Entwicklung in der Region nördlich der Schlei

III. Die agrarstrukturelle Entwicklung im östlichen Angeln und südlich d. Schlei

IV. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ursprünge und die Entwicklung der agrarstrukturellen Disparitäten zwischen den Regionen nördlich und südlich der Schlei. Dabei wird analysiert, wie sich die bäuerliche Hofwirtschaft im Norden von der gutswirtschaftlichen Organisation im Süden unterschied und inwieweit diese Systeme historisch miteinander verwoben waren.

  • Agrarstrukturelle Unterschiede zwischen Bauernwirtschaft und Gutsherrschaft
  • Einfluss politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit
  • Die Rolle der Leibeigenschaft und ihrer Abschaffung für die ländliche Entwicklung
  • Wechselwirkungen und Adaptionsprozesse zwischen verschiedenen Agrarsystemen
  • Geografische Besonderheiten in Angeln, Schwansen und der Region um die Schlei

Auszug aus dem Buch

Die agrarstrukturelle Entwicklung der Region nördlich der Schlei

Obwohl sich der Quellenbestand zur Entwicklung der Dörfer im nördlichen Gebiet der Schlei vor allem im 14. und 15. Jahrhundert sehr dünn gestaltet, ist belegt, dass vor allem der westliche Teil Angelns durch zahlreiche kleinere Höfe geprägt ist, „in denen vermutlich Besitzreste des alten, aus dem Bondenstande hervorgegangenen Heermannenadels zu sehen sind.“ Die Bonden (altdänisch: bondae) waren ackerbaubetreibende Untertanen des dänischen Königs, welche jedoch in keinem unfreien oder gar leibeigenen Verhältnis zur Obrigkeit standen. So sind die Ursprünge einer grundherrschaftlichen und somit gutswirtschaftlichen Struktur im Gebiet nördlich der Schlei nicht gegeben und die landwirtschaftlichen Strukturen belaufen sich auf unabhängige, freie, meist kleine Bauernhöfe und Dörfer. Diese Höfe treten in der besagten Region weniger konzentriert und in „Streulage“ auf, was ein überwiegend heterogen organisiertes landwirtschaftliches Bild zur Folge hat.

Beispielhaft für diese Zusammensetzung sind vor allem die Region Angeln, aber auch das nördlicher liegende Sundewitt und in die Lundtoftharde, sowie das Amt Hadersleben und das Amt Tondern. In diesen Regionen war das gutsherrschaftliche System wenig oder zumeist gar nicht ausgeprägt. Herrschte dennoch Leibeigenschaft, war diese maßgeblich von der spezifischen wirtschaftlichen Situation abhängig und nicht oder nur selten vollends und zweifelsfrei anerkannt. Daraus folgt, dass die Bauern zwar frei von den meisten Frondiensten waren, sich aber noch in dingpflichtigen Beziehungen befinden konnten. Diese äußerten sich überwiegend in der Verpflichtung zu Hand – und Spanndiensten, also dem körperlichen Arbeiten, nicht aber zum Beispiel in dem Leisten von finanziellen Abgaben gegenüber einem Gutsherrn.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die agrarstrukturellen Unterschiede zwischen der kleinbäuerlichen Region nördlich der Schlei und der gutswirtschaftlich geprägten Region im Süden ein.

II. Die agrarstrukturelle Entwicklung in der Region nördlich der Schlei: Das Kapitel beschreibt das Vorkommen freier Bauernhöfe, die Bonden-Struktur und die im Vergleich zum Süden geringe Ausprägung leibeigenschaftlicher Abhängigkeiten.

III. Die agrarstrukturelle Entwicklung im östlichen Angeln und südlich d. Schlei: Hier wird der Fokus auf die Etablierung des gutswirtschaftlichen Systems durch holsteinische Grafen und die damit verbundene Leibeigenschaft sowie die politische Verwaltung der Güter gelegt.

IV. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont die historische Verwobenheit der beiden Wirtschaftsformen trotz ihrer unterschiedlichen Strukturen.

Schlüsselwörter

Agrarstruktur, Schlei, Gutswirtschaft, Bauernwirtschaft, Leibeigenschaft, Angeln, Schwansen, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Bonden, Grundherrschaft, Frondienste, Schleswig, Landwirtschaft, Agrarreformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die agrarstrukturellen Unterschiede und deren Ursprünge in der Region zwischen Flensburg und Eckernförde, spezifisch im Bereich nördlich und südlich der Schlei.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Bauernwirtschaft versus Gutsherrschaft, die sozialen Verhältnisse der Landbevölkerung sowie der Einfluss rechtlicher und politischer Veränderungen auf diese Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der landwirtschaftlichen Systeme vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit nachzuvollziehen und zu verdeutlichen, dass die beiden Wirtschaftsformen historisch eng miteinander verbunden waren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse unter Einbeziehung der Fachliteratur, um trotz dünner Quellenlage ein multiperspektivisches Bild der Region zu skizzieren.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil differenziert zwischen dem nördlichen Raum, der durch freie Bauern und eine heterogene Struktur geprägt war, und dem südlichen Raum, in dem das gutsherrschaftliche System und die Leibeigenschaft dominierten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Gutsherrschaft, Leibeigenschaft, Agrarstruktur, freie Bauernschaft sowie regionale Bezeichnungen wie Angeln und Schwansen.

Welche Rolle spielten die holsteinischen Grafen in der Entwicklung der Region südlich der Schlei?

Die holsteinischen Grafen, wie etwa das Haus Schauenburg, gelten als „Stammesväter“ der Gutsherrschaft in dieser Region, da sie nach Pfändungen das Gebiet flächendeckend auf eine gutswirtschaftliche Produktionsweise umstellten.

Inwiefern beeinflussten die Agrarreformen des 18. Jahrhunderts die Bauern nördlich der Schlei?

Diese Reformen führten zur allgemeinen Abschaffung der Leibeigenschaft und ermöglichten den Bauern den Erwerb von freiem Eigentum, was ihr Selbstbewusstsein nachhaltig stärkte.

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Details

Titel
Die agrarstrukturelle Entwicklung der Regionen nördlich und südlich der Schlei
Untertitel
Ursprünge der mittelalterlichen Agrarstruktur in Angeln und Schwansen
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Museumskonzept Schleiregion
Note
2,0
Autor
Karl Huesmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V478178
ISBN (eBook)
9783668964068
ISBN (Buch)
9783668964075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angeln Schwansen Geschichte Schleswig Holstein Schlei Ostsee Ackerbau Agrar Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karl Huesmann (Autor:in), 2019, Die agrarstrukturelle Entwicklung der Regionen nördlich und südlich der Schlei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/478178
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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