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Novellistisches Erzählen am Beispiel von II,3 (Boccaccios Decameron)

Title: Novellistisches Erzählen am Beispiel von II,3 (Boccaccios Decameron)

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Stefanie Deutzer (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden befasse ich mich mit Novelle II, 3 aus BoccacciosDecameron.Ich möchte an dieser Novelle beispielhaft die Grundzüge des novellistischen Erzählens festmachen. Die Quellen, von denen ich Ansätze und Gedanken der Novellentheorie übernehme, sind Werke von Degering1, Kunz2und Frau Caporello-Szykman3. Als Zusatzliteratur habe ich Werke von Elisabeth Arend4und Sergio Zatti5verwendet; dabei handelt es sich um Autoren, die das Decameron auf Einzelphänomene wie dessen Thematik, Hauptcharaktere, Komik und Stil untersucht haben. In meiner Arbeit beziehe ich mich überwiegend auf Forschungsergebnisse von Herrn Degering und Frau Caporello-Szykman, die bereits umfassende Analysen zur Novellentheorie und ihrer Anwendbarkeit auf die Novellen desDecameronvorgelegt haben. Da mir die, von Corradina Caporello-Szykman vorgenommene, Aufteilung der maßgeblichen Analysepunkte bezüglich der Novelle in Boccaccios Werk sinnvoll erscheint, habe ich ihre Standpunkte teilweise übernommen. Im Folgenden werde ich zuerst auf einige Ansätze der Novellentheorie eingehen, dann einige Merkmale der Novelle besprechen und auf die Position der von mir behandelten Novelle in der Gesamtheit desDecameroneingehen. Danach werde ich die Charakteristika einer Novelle an Novelle II, 3 desDecameronbelegen und zu guter Letzt noch einmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

II Novellistisches Erzählen am Beispiel von II, 3

2.1. Herkunft und Definition einer Novelle

Den BegriffNovellekönnte man etymologisch etwa vom Italienischennovella,Neuigkeit, herleiten. Der italienische Begriff stammt jedoch ursprünglich vom Lateinischennovellus,der Diminuitivform vonnovus,kleine Neuigkeit, ab.6Tatsächlich bezeichnet man seit der Frührenaissance in Italien eine bestimmte Erzählungsgattung mit dem BegriffNovelle.Interessanterweise wurde dieser Begriff jedoch bereits zu Zeiten des römischen Kaiserreiches
[...]
1 Degering, Thomas,Kurze Geschichte der Novelle: Von Boccaccio bis zur Gegenwart,(München 1994).
2 Kunz, Josef,Theorie der Novelle,(Darmstadt 1973).
3 Caporello-Szykman, Corradina,The Boccaccian Novella,(New York 1990).
4 Arend Elisabeth, Lachen und Komik in Boccaccios Dekameron, (Göttingen 2004).Zatti, Sergio: “ Il mercante sulla ruota: la seconda giornata”, in:Introduzione al Decameron5 a cura di M. Picone e M. Mesirca,hg. von F. Cesati (Florenz 2004) 79-99.
6 Degering 1994: 7.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Vorwort

II Novellistisches Erzählen am Beispiel von II, 3

2.1. Herkunft und Definition einer Novelle

2.2. Rahmenhandlung und Inhalt des Decameron

2.3. Struktur der Novelle

2.4. Rechtfertigung des Decameron

III Novelle II, 3

3.1. Einordnung in der Gesamtheit des Decameron

3.2. Zusammenführung von Novellentheorie und Novelle II, 3

IV Boccaccio als Novellist

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Giovanni Boccaccios Novelle II, 3 die grundlegenden Merkmale und die strukturelle Beschaffenheit des novellistischen Erzählens im Decameron. Dabei wird analysiert, wie Boccaccio Gattungsmerkmale wie das unerhörte Ereignis, den Wendepunkt und den Einfluss von Fortuna konzeptionell in sein Werk integriert und wie sich das Novellenschaffen zu den literarischen Normen seiner Zeit verhält.

  • Etymologie und gattungstheoretische Definition der Novelle
  • Die kompositionelle Funktion der Rahmenhandlung im Decameron
  • Strukturelle Analyse des „Bauplans“ einer klassischen Novelle
  • Die Rolle des Zufalls (Fortuna) und der Maskerade in Novelle II, 3
  • Boccaccios Positionierung gegenüber zeitgenössischen moralischen Normen

Auszug aus dem Buch

2.3. Struktur der Novelle

Boccaccio gibt jeder seiner Novellen einen bestimmten Aufbau; ein „Bauplan“ . Caporello - Szykman stellt zudem fest, dass jede Novelle eine in sich geschlossene Einheit ist, die strukturell dem Muster der klassischen oratio folgt. Zu allernächst finden wir am Anfang der Novelle die sogenannte rubrica, eine Art knappe Inhaltsangabe der gesamten Novelle. Danach folgt eine Art „Überleitung“, in der eine der Erzählerfiguren der brigata auf die vorangegangene Novelle Bezug nimmt und dann auf die kommende Novelle überleitet.

Daraufhin beginnt die eigentlich Novelle mit der Exposition des „unerhörten“ Ereignisses. Die Novelle konzentriert sich also hauptsächlich auf das eine, besondere Ereignis, das geschildert werden soll Nachfahre des klassischen novum/ Neuigkeit. Unter Exposition ist eine Art Einleitung zu verstehen, die die wichtigsten Elemente der Geschichte enthält: Zustandekommen der Gegebenheiten und die umrisshafte Charakterisierung der Hauptpersonen. Jolles unterstreicht in seiner Einleitung zu Kunz´ Novelle , dass die Novelle als eine verstärkte Unterstreichung einer bestimmten Begebenheit zu verstehen ist und nicht die besondere Betonung der einzelnen Figuren. Jolles schreibt hierzu, dass den Leser die „Psychologie“ und die „Charaktere de Handelnden und Leidenden“ nur insoweit interessieren, in wie weit diese auf das Geschehen Einfluss nehmen. Der Grund, warum in sich in Boccaccios Novellen so rasch eine Konfliktsituation ergibt, ist laut Vischer, dass man „Retardierendes schnell niederwerfen muss, um auf die Katastrophe zuzueilen“.

Zusammenfassung der Kapitel

I Vorwort: Der Autor erläutert seine methodische Vorgehensweise und nennt die zentrale Forschungsliteratur, auf die sich die Analyse von Novelle II, 3 stützt.

II Novellistisches Erzählen am Beispiel von II, 3: Dieses Kapitel definiert die Novelle als Gattung, beleuchtet die Funktion des Rahmens im Decameron und legt die strukturellen sowie inhaltlichen Gesetzmäßigkeiten des novellistischen Erzählens bei Boccaccio dar.

III Novelle II, 3: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der zuvor erarbeiteten theoretischen Kriterien auf das Fallbeispiel der dritten Novelle des zweiten Tages.

IV Boccaccio als Novellist: Der Autor diskutiert Boccaccios Rolle als Innovator, der durch die Verwendung des volgare und die Thematisierung weltlicher Liebe bestehende literarische und moralische Konventionen parodiert.

Schlüsselwörter

Novelle, Boccaccio, Decameron, Novellentheorie, Rahmenhandlung, Fortuna, Wendepunkt, Erzählstruktur, volgare, Gattung, Literaturwissenschaft, mittelalterliche Erzählkunst, Novelle II 3, Maskerade, Klassische Rhetorik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die erzähltechnischen und strukturellen Besonderheiten von Giovanni Boccaccios Novelle II, 3 aus dem Decameron und setzt diese in Bezug zur allgemeinen Gattungstheorie der Novelle.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Definition der Novelle, die Funktion des Decameron-Rahmens, die Bedeutung des Zufalls (Fortuna) und Boccaccios literarische Abgrenzung gegenüber zeitgenössischen Normen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen, wie Boccaccios Erzählweise als Fundament für die europäische Novellentradition fungiert und wie er klassische Prinzipien mit einer neuen, weltlichen Erzählweise verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine vergleichende Literaturanalyse, bei der Forschungsergebnisse renommierter Theoretiker wie Degering, Kunz und Caporello-Szykman genutzt werden, um das Werk Boccaccios textnah zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Novellistik und eine detaillierte, strukturbezogene Untersuchung der Novelle II, 3, wobei insbesondere Motive wie die Maskerade und der Wendepunkt hervorgehoben werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Novelle, Decameron, Fortuna, Rahmenhandlung, Wendepunkt und das Verhältnis von Moral zu Erzählfreude (diletto).

Warum wird Novelle II, 3 als Fallbeispiel gewählt?

Diese Novelle eignet sich besonders gut, da sie typische Elemente wie den Wendepunkt, das Eingreifen des Zufalls und die Verwandlung durch Kleidung (Maskerade) besonders prägnant aufweist.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich Boccaccios Rolle?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Boccaccio die schriftstellerischen Normen seiner Zeit parodiert und durch seinen Fokus auf das Irdische und Komische die Gattung der Novelle als künstlerische Erzählform etabliert hat.

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Details

Title
Novellistisches Erzählen am Beispiel von II,3 (Boccaccios Decameron)
College
LMU Munich
Grade
2,7
Author
Stefanie Deutzer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V47881
ISBN (eBook)
9783638447270
ISBN (Book)
9783656379188
Language
German
Tags
Novellistisches Erzählen Beispiel Decameron)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Deutzer (Author), 2005, Novellistisches Erzählen am Beispiel von II,3 (Boccaccios Decameron), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47881
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