„In Asien liegt die Zukunft“ – Behauptungen wie diese vernimmt man in der heutigen Zeit nur allzu oft. Die asiatischen Länder, allen voran die Großmacht China, rücken immer mehr an die Spitze der Weltwirtschaft. Der Weg in die Zukunft führt geradewegs auf den größten Kontinent zu. Auch einige südostasiatische Länder haben bereits große Veränderungen durchlaufen, die alle Welt mit Spannung verfolgt. Doch in literarischer Hinsicht findet Südostasien noch nicht genauso viel internationale Beachtung. Angestiegen ist das Interesse an den New English Literatures mittlerweile aber schon – ein Wandel, den die Globalisierung mit sich gebracht hat, denn “[t]he world has become too small for us to remain in […] culture-tight compartments.” Jahrzehntelang haben angloamerikanische Schöpfungen im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden, doch Kulturprodukte strömen nicht mehr länger nur aus der einen Richtung in alle anderen, englischsprachige Literatur pulsiert mittlerweile auch in den ehemaligen Kolonien Großbritanniens. Dies bedeutet für die universale Leserschaft eine Horizonterweiterung; sie wird mit einer Vielzahl an neuen Kulturen konfrontiert, die die englischsprachige Welt ebenso reichhaltig repräsentiert.
Lloyd Fernandos These fungiert als Leitgedanke in dieser Arbeit: Warum soll sich ein Englischkurs an einem deutschen Gymnasium heute nicht auch mit englischsprachiger Literatur aus Malaysia beschäftigen, wenn doch bereits die Politiker beider Länder auf Tuchfühlung miteinander gegangen sind? Eine gewisse Vorstellung von dem fernen Land haben deutsche Schüler allemal. Zum einen, weil sich der Große Preis von Malaysia seit einigen Jahren fest im Formel-Eins-Rennsport etabliert hat, und zum anderen weil es ebenfalls von der unfassbaren Flutkatastrophe im Dezember 2004 betroffen und dadurch präsent in den Medien war. Malaysia bedeutet auch weitaus mehr als nur Kautschukbaumplantagen: Durch seine multiethnische, vielsprachige Gesellschaft offeriert Malaysia vielseitige Lebensstile, Religionen, Brauchtümer und Sichtweisen in der Literatur, die sinnvoll für den Unterricht nutzbar gemacht werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Malaysia – Geschichte, Sprache(n), Literatur(en)
1.1.1 Hundertfünfzig Jahre britischer Kolonialismus in Malay(si)a und seine Wirkung bis ins neue Millennium
1.1.2 Der Status des Englischen als Kommunikations- und literarisches Medium im heutigen Malaysia
1.1.3 Die Popularität der englischsprachigen Kurzgeschichte in Malaysia
1.2 Die Lektüre englischsprachiger Kurzgeschichten Malaysias im Englischunterricht
2. Hauptteil: Die englischsprachige Kurzgeschichte Malaysias – Didaktische Umsetzung zweier Unterrichtseinheiten
2.1 Rahmenbedingungen und didaktische Vorüberlegungen zur Kurssituation, der Unterrichtsreihe und zu den Lehrzielen
2.2 Die Einführungsstunde in den neuen Themenkomplex
2.2.1 Aufwärmphase
2.2.2 Motivation
2.2.3 Einführung des neuen Unterrichtsstoffes
2.2.4 Assimilation / Anwendung
2.2.5 Hausaufgabenstellung
2.3 Zweite Kursbegegnung innerhalb der Unterrichtsreihe: Doppelstunde
2.3.1 Aufwärmphase
2.3.2 Rekapitulation
2.3.3 Motivation
2.3.4 Einführung des neuen Unterrichtsstoffes
2.3.5 Assimilation / Anwendung
2.3.6 Hausaufgabenstellung
2.4 Ausblick: Der weitere Verlauf der Unterrichtsreihe
3. Conclusio
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration englischsprachiger malaysischer Kurzgeschichten in den Englischunterricht an deutschen Gymnasien. Ziel ist es, die didaktische Eignung dieser Literatur als Medium für interkulturelles Lernen zu begründen und eine konkrete Unterrichtssequenz für die Jahrgangsstufe elf zu entwickeln, die Schüler für eine hybride, postkoloniale Gesellschaft sensibilisiert.
- Historische und soziopolitische Analyse der Kolonialgeschichte Malayas.
- Untersuchung des Status und der Rolle der englischen Sprache im modernen Malaysia.
- Analyse der englischsprachigen Kurzgeschichte als literarisches Genre in Malaysia.
- Didaktische Konzepte zur Implementierung von Postcolonial Literature im Fremdsprachenunterricht.
- Entwurf einer praxisnahen Unterrichtssequenz zu M. Shanmughalingams Kurzgeschichte "Victoria and Her Kimono".
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„In Asien liegt die Zukunft“ – Behauptungen wie diese vernimmt man in der heutigen Zeit nur allzu oft. Die asiatischen Länder, allen voran die Großmacht China, rücken immer mehr an die Spitze der Weltwirtschaft. Der Weg in die Zukunft führt geradewegs auf den größten Kontinent zu. Auch einige südostasiatische Länder haben bereits große Veränderungen durchlaufen, die alle Welt mit Spannung verfolgt. Doch in literarischer Hinsicht findet Südostasien noch nicht genauso viel internationale Beachtung. Angestiegen ist das Interesse an den New English Literatures mittlerweile aber schon – ein Wandel, den die Globalisierung mit sich gebracht hat, denn „[t]he world has become too small for us to remain in […] culture-tight compartments.“ Jahrzehntelang haben angloamerikanische Schöpfungen im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden, doch Kulturprodukte strömen nicht mehr länger nur aus der einen Richtung in alle anderen, englischsprachige Literatur pulsiert mittlerweile auch in den ehemaligen Kolonien Großbritanniens. Dies bedeutet für die universale Leserschaft eine Horizonterweiterung; sie wird mit einer Vielzahl an neuen Kulturen konfrontiert, die die englischsprachige Welt ebenso reichhaltig repräsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung Südostasiens ein und stellt die These auf, dass die Auseinandersetzung mit englischsprachiger Literatur aus Malaysia an deutschen Schulen eine notwendige Horizonterweiterung darstellt.
1.1 Malaysia – Geschichte, Sprache(n), Literatur(en): Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Kolonialzeit, den Status des Englischen im heutigen Malaysia und die Entwicklung der englischsprachigen Kurzgeschichte.
1.2 Die Lektüre englischsprachiger Kurzgeschichten Malaysias im Englischunterricht: Es werden die didaktischen Vorzüge von Kurzgeschichten im Allgemeinen und speziell im Kontext der malaysischen Literatur erörtert, um deren Wert für den interkulturellen Englischunterricht zu untermauern.
2. Hauptteil: Die englischsprachige Kurzgeschichte Malaysias – Didaktische Umsetzung zweier Unterrichtseinheiten: Dieses Kapitel präsentiert die konkreten Rahmenbedingungen und didaktischen Vorüberlegungen für einen Unterrichtsentwurf in der gymnasialen Oberstufe.
2.1 Rahmenbedingungen und didaktische Vorüberlegungen zur Kurssituation, der Unterrichtsreihe und zu den Lehrzielen: Hier werden die spezifische Lerngruppe und die allgemeinen Lernziele für den Englischunterricht in der Einführungsphase der Oberstufe analysiert.
2.2 Die Einführungsstunde in den neuen Themenkomplex: Detaillierte Darstellung der ersten Unterrichtsbegegnung mit den Unterpunkten Aufwärmphase, Motivation, Einführung des neuen Unterrichtsstoffes, Assimilation / Anwendung und Hausaufgabenstellung.
2.3 Zweite Kursbegegnung innerhalb der Unterrichtsreihe: Doppelstunde: Darstellung des methodisch-didaktischen Vorgehens in der zweiten Doppelstunde inklusive Rekapitulation, Motivation, Einführung des Stoffes, Assimilation und Hausaufgaben.
2.4 Ausblick: Der weitere Verlauf der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel skizziert Möglichkeiten zur Weiterführung der Unterrichtsreihe und nennt weitere empfehlenswerte Kurzgeschichten.
3. Conclusio: Die Arbeit resümiert, dass englischsprachige malaysische Literatur trotz institutioneller Hürden einen unverzichtbaren Beitrag zur Bildung in einer multikulturellen Gesellschaft leistet.
Schlüsselwörter
Malaysia, Englischunterricht, Postkoloniale Literatur, Kurzgeschichte, Interkulturelle Kompetenz, Kolonialgeschichte, Identitätssuche, Globalisierung, Fremdsprachenerwerb, Victoria and Her Kimono, M. Shanmughalingam, New English Literatures, Mehrsprachigkeit, Didaktik, Migrantenliteratur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum und wie englischsprachige Kurzgeschichten aus Malaysia in den Englischunterricht an deutschen Gymnasien integriert werden können, um interkulturelles Lernen zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung Malaysias, der Rolle der englischen Sprache als Lingua Franca und Kolonialwerkzeug sowie dem Potenzial postkolonialer Literatur für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Entwurf einer praxisnahen Unterrichtssequenz für die Jahrgangsstufe elf, die Schüler für eine hybride und multikulturelle Lebensrealität sensibilisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fachdidaktischen Analyse des Themenbereichs, gestützt durch historische Kontextualisierungen und didaktische Unterrichtsentwürfe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich konkret der didaktischen Umsetzung zweier Unterrichtseinheiten anhand der Kurzgeschichte "Victoria and Her Kimono" von M. Shanmughalingam.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Malaysia, Postkoloniale Literatur, Interkulturelle Kompetenz, Kurzgeschichte und Didaktik des Englischunterrichts.
Warum wurde gerade die Geschichte "Victoria and Her Kimono" ausgewählt?
Die Kurzgeschichte eignet sich besonders gut, da sie die komplexe Identitätsproblematik im hybriden malaysischen Kontext und die Konfrontation verschiedener Kulturen in einer Krisenzeit verdeutlicht.
Wie werden Schüler zur aktiven Teilnahme an diesem "experimentellen" Unterricht motiviert?
Der Lehrer nutzt schülerorientierte Methoden wie Brainstorming, kreatives Schreiben und Schülerreferate, um die Lernenden aktiv in den Prozess einzubeziehen und den trockenen Frontalunterricht zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Kolonialgeschichte Malayas für das Verständnis der Kurzgeschichten?
Die Kolonialgeschichte ist essenziell, um die Identitätskonflikte der Protagonisten, den Status der englischen Sprache und die heutigen soziopolitischen Spannungen im Land nachvollziehen zu können.
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- Gaby Schneidereit (Author), 2005, Die englischsprachige Kurzgeschichte Malaysias im Englischunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47897