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Die Grenzen der Toleranz. "A Letter Concerning Toleration" im philosophischen Gesamtkonzept von John Locke

Title: Die Grenzen der Toleranz. "A Letter Concerning Toleration" im philosophischen Gesamtkonzept von John Locke

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffen Küsel (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Was ist Toleranz? Ist Toleranz eine Notwendigkeit oder eine wünschenswerte Tugend? Wo sind die Grenzen und Schranken von Toleranz vorzufinden und wie ist dann „Null Toleranz für Intoleranz“ zu verstehen? Gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten, denen Toleranz unterliegen muss? Ist Toleranz ein Muss für das soziale Zusammenleben oder ein politisches System? Wie kann man ein von Toleranz geprägtes Leben führen? Fragen über Fragen, die alle einer Antwort bedürfen und dennoch in der alles entscheidenden Frage münden: Was überhaupt ist Toleranz? Nur in den wenigsten Fällen schadet ein erster unbekümmerter Blick in den Duden, da bei Vorlage einer aktuellen Ausgabe davon ausgegangen werden kann, die für die deutsche Sprache entsprechenden Bedeutungen und Begriffsverwandtschaften aufzudecken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Betrachtungen

1.1 „Versuch über den menschlichen Verstand“ und „Zwei Abhandlungen über die Regierung“

1.2 Art und Ziel der angestrebten Untersuchung

2. Hauptteil

2.1 Die Toleranzschriften

2.2 A Letter Concerning Tolerantion – der Inhalt

2.3 Die Grenzen der Duldsamkeit

2.4 Plädoyer für die Toleranz

3. Schlussteil

3.1 Weitere inhaltliche Kongruenzen in der Philosophie Lockes

3.2 Lockes Philosophie in ihrer Gesamtheit als mögliches System aufgefasst

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Toleranzbegriff von John Locke. Die Untersuchung zielt darauf ab, Lockes „Brief über Toleranz“ als systematisches Bindeglied zwischen seinen erkenntnistheoretischen Grundlagen und seiner politischen Philosophie zu positionieren und die Homogenität seines Gesamtwerkes aufzuzeigen.

  • Analytische Untersuchung des Toleranzbegriffs und seiner ideengeschichtlichen Entwicklung.
  • Diskussion der theoretischen Grenzen der Duldsamkeit in Lockes Toleranzkonzeption.
  • Verknüpfung von erkenntnistheoretischen Schriften mit staatsphilosophischen Werken.
  • Analyse der Rolle des Naturrechts und Gottesbegriffs für die staatliche Toleranzpflicht.
  • Betrachtung von Locke als Systemdenker der Frühen Neuzeit.

Auszug aus dem Buch

2.2 A Letter concerning Toleration – der Inhalt

Während seiner politisch motivierten Emigration nach Holland unterhielt Locke, der sich als Dr. van der Linden ausgab, enge Beziehungen zu dem niederländischen Theologen Limborch. Für ihn verfasste er einen Brief, den Limborch einige Jahre später in Gouda unter dem Titel Epistola de Tolerantia veröffentlichte. Da weder Limborch Englisch, noch Locke Holländisch sprach, wurde der Brief – wie im übrigen der gesamte Schriftverkehr zwischen beiden – in lateinischer Sprache und vorläufig anonym verfasst. Erst mit seinem Testament bekennt sich Locke 1704 als der Urheben dieser zum damaligen Zeitpunkt bereits weltberühmt gewordenen Schrift, wobei er aber auch ausdrücklich festhielt, dass die erste englische Übersetzung von Popple ohne seine Mitarbeit entstand.

Locke beginnt den Brief mit der Feststellung „[…] daß ich Duldung für das hauptsächlichste Kennzeichen der wahren Kirche erachte.“ Es ist die Toleranz, die den Charakter einer Kirche ausmacht. Weder die Verherrlichung äußerer Pracht noch die Herleitung aus langer Tradition und schon gar nicht die Ausübung von Zwang und Gewalt kennzeichnen die wahre Religion, sondern sie ist hervorgebracht „[…] zur Regelung des Lebens der Menschen im Einklange mit den Gesetzen der Tugend und Frömmigkeit.“ Durch Bibelzitate untermauert hebt Locke besonders das Moment der Nächstenliebe innerhalb der christlichen Religion hervor, um zu zeigen, dass Gewalt kein Akt der Freundschaft oder gar Liebe darstellt. Er fordert, die Christenheit müsse vielmehr Krieg führen gegen ihre eigenen Begierden und Laster, […] denn es ist unmöglich, daß diejenigen sich aufrichtig und vom Herzen der Aufgabe widmen, andere zu Christen zu machen, die die christliche Religion nicht wirklich in ihr eignes Herz aufgenommen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Betrachtungen: Diese Einführung klärt den Begriffsrahmen von Toleranz und leitet zur Untersuchung von John Lockes philosophischen Hauptschriften über, um den methodischen Rahmen der Arbeit abzustecken.

1.1 „Versuch über den menschlichen Verstand“ und „Zwei Abhandlungen über die Regierung“: Hier werden Lockes erkenntnistheoretischer Empirismus und seine staatsphilosophische Vertragstheorie als theoretisches Fundament kurz skizziert.

1.2 Art und Ziel der angestrebten Untersuchung: Das Kapitel definiert den Fokus auf die Epistola de Tolerantia und die Absicht, diese als Bindeglied in Lockes Philosophie darzustellen.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Schriften, Inhalte und Grenzen von Lockes Toleranzkonzept sowie dessen wirtschaftliche und politische Implikationen.

2.1 Die Toleranzschriften: Dieses Kapitel ordnet Lockes zahlreiche Toleranzschriften chronologisch ein und beleuchtet die Entwicklung seines Denkens von den frühen politischen Abhandlungen bis hin zu den späteren Briefen.

2.2 A Letter concerning Toleration – der Inhalt: Es wird der Kern von Lockes Toleranzbrief expliziert, insbesondere die Trennung von staatlicher Gewalt und religiöser Sphäre sowie die Forderung nach Freiwilligkeit.

2.3 Die Grenzen der Duldsamkeit: Das Kapitel untersucht kritisch, warum Locke bestimmte Gruppen wie Papisten und Atheisten vom Toleranzgebot ausschließt, wobei politische Stabilitätsaspekte im Vordergrund stehen.

2.4 Plädoyer für die Toleranz: Locke formuliert hier ein Abschlussplädoyer für die weitreichende Bedeutung religiöser Toleranz als Voraussetzung für den öffentlichen Frieden.

3. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die inhaltliche Homogenität über die verschiedenen Schaffensperioden und Themenfelder Lockes hinweg.

3.1 Weitere inhaltliche Kongruenzen in der Philosophie Lockes: Hier werden Querverbindungen zwischen Toleranzforderung, Erziehungsanspruch und erkenntnistheoretischer Eigenverantwortung des Menschen aufgezeigt.

3.2 Lockes Philosophie in ihrer Gesamtheit als mögliches System aufgefasst: Abschließend wird die These untermauert, dass Lockes Werk trotz thematischer Vielfalt als ein in sich geschlossenes philosophisches System verstanden werden kann.

Schlüsselwörter

John Locke, Toleranz, Epistola de Tolerantia, Empirismus, Naturrecht, Religionsfreiheit, Staatstheorie, Trennung von Staat und Kirche, Menschenverstand, Gewissen, Indifferente Dinge, Politische Philosophie, Aufklärung, Eigentum, Atheismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie John Lockes und untersucht insbesondere seinen Toleranzbegriff im Kontext seiner erkenntnistheoretischen und politischen Schriften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die religiöse Duldsamkeit, das Verhältnis von Staat und Kirche, der Begriff des Eigentums sowie die erkenntnistheoretische Fundierung menschlicher Vernunft und Freiheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lockes „Brief über Toleranz“ als systematisches Bindeglied zwischen seinen anderen philosophischen Werken zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Homogenität in seinem Denken besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen und ideengeschichtlichen Textanalyse, bei der Lockes Schriften im chronologischen und systematischen Vergleich zueinander in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Einordnung der Toleranzschriften, eine inhaltliche Analyse des Toleranzbriefs, eine kritische Diskussion der Ausschlusskriterien für bestimmte Gruppen und ein abschließendes Plädoyer für die Toleranz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem John Locke, Toleranz, Erkenntnistheorie, Naturrecht, Trennung von Staat und Kirche sowie die politische Funktion der Religion.

Warum schließt Locke Atheisten von der Toleranz aus?

Locke argumentiert, dass Atheisten durch die Leugnung Gottes die Grundlage für Verträge, Eide und moralische Verpflichtungen untergraben, wodurch sie die Stabilität der politischen Gesellschaft gefährden.

Welche Rolle spielt die Trennung von Staat und Kirche bei Locke?

Diese Trennung ist zentral, da für Locke die staatliche Gewalt nur für bürgerliche Interessen wie Eigentum und Sicherheit zuständig ist, während die Religion das innere Seelenheil betrifft und nicht staatlich erzwungen werden kann.

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Details

Title
Die Grenzen der Toleranz. "A Letter Concerning Toleration" im philosophischen Gesamtkonzept von John Locke
College
University of Leipzig
Grade
1,0
Author
Steffen Küsel (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V47914
ISBN (eBook)
9783638447539
Language
German
Tags
John Locke Letter Concerning Toleration Grenzen Toleranz Position John Lockes Versuch Eingliederung Toleranzschrift Gesamtkonzept John Lockes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Küsel (Author), 2005, Die Grenzen der Toleranz. "A Letter Concerning Toleration" im philosophischen Gesamtkonzept von John Locke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47914
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