Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Eastern Europe

Die Minderheitenpolitik des Hohen Kommissars für Nationale Minderheiten der OSZE in Rumänien

Title: Die Minderheitenpolitik des Hohen Kommissars für Nationale Minderheiten der OSZE in Rumänien

Thesis (M.A.) , 2001 , 149 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Heiko Fürst (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Minderheitenkommissar der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa war eines der Instrumente, mit denen nach Ende des Kalten Krieges die mit neuer Virulenz auftretenden minderheitenpolitischen Konflikte bearbeitet werden sollten. Im Gegensatz zu anderen wurde ihm eine gute Effektivität attestiert. Dies ist auch Verdienst des ersten Mandatsträgers, des Niederländers van der Stoel. Die Arbeit erforscht die Spezifik seines Wirkens sowie die Charakteristika und Dynamik der Institution anhand eines Konfliktes, den van der Stoel über seine gesamte 8-jährige Mandatszeit begleitete: die rumänisch-ungarische Kontroverse in Siebenbürgen.

Zu Beginn steht eine umfassende Bestandsaufnahme des Konflikts und die Analyse seiner Kernsegmente. Im Anschluss wandert der Fokus auf die beteiligten Akteure. Landesintern waren dies der ungarische Minderheitenverband, die von Anneli Ute Gabanyi als "bürokratisch" klassifizierten Akteure der rumänischen Mehrheitsnation, die in einigen Phasen wirkungsmächtigen nationalistischen Kräfte sowie der in Minderheitenkonflikten häufig in unmittelbarer Nachbarschaft liegende "kin-state" – in diesem Fall die Republik Ungarn. Eine ausführliche Darstellung erfährt schließlich der HKNM als externer Mediator. Hierbei wird in einem ersten Schritt sein Mandat und dessen Positionierung innerhalb der OSZE expliziert. Weiterhin richtet sich der Blick auf Implikationen und Wirkungen der Institution hinsichtlich der Demokratisierung der Reformstaaten im Osten Europas. Ein zweiter Schritt beleuchtet das Konfliktverständnis van der Stoels und seine darauf aufbauende Methodik zu deren Bearbeitung.

Schließlich wird analysiert, wie der HKNM in Siebenbürgen agierte. Anhand dessen wird zugleich deutlich, wie sich die Arbeitsweise des Hochkommissars im Laufe der Zeit veränderte, hin von vielen Einzelaspekten zu einer immer fokussierteren Ausrichtung auf einen zentralen Kernkonflikt. Als diesen identifizierte van der Stoel den Streit um die Restitution einer ungarischsprachigen Universität in Cluj. Die dortige ungarische Hochschule war 1959 mit ihrem rumänischen Pendant zwangsvereinigt und de facto aufgelöst worden. Seit dem politischen Umbruch kämpften Vertreter der ungarischen Minderheit für deren Wiedereröffnung. Die Mediation des HKNM führte zm Kompromiss einer multikulturellen Umgestaltung.

Abschließend wird das Ergebnis der Konfliktbearbeitung evaluiert und die Institution HKNM in ihren Stärken und Schwächen bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage

2.1 Entwicklung nach 1989

2.2 Zentrale Konfliktlinien

2.3 Zur Entstehung der Konfliktlinien

2.4 Zur Rolle der Identität

3. Akteure

3.1 Die ungarische Minderheit

3.1.1 Der RMDSZ

3.1.2 Die Republik Ungarn

3.2 Die rumänische Seite

3.2.1 Die Präsidentschaft Iliescu

3.2.2 Die Koalitionsregierung nach 1996

3.3 Die Nationalisten

3.4 Der Hohe Kommissar für Nationale Minderheiten

3.4.1 Das Mandat

3.4.2 Der HKNM als Akteur der OSZE

3.4.3 Demokratisierungstheoretische Implikationen

4. Konfliktbearbeitung durch den HKNM

4.1 Arbeitsmethodik

4.1.1 Kommunikation als Methode

4.1.2 Die Annahme einer Vernetztheit der Konflikte

4.2 Die Anwendung der Methodik van der Stoels in Rumänien

4.2.1 Sondierung des Konflikts: der Antrittsbesuch

4.2.2 Die Krise nach dem Bildungsgesetz

4.2.3 Die Intervention Max van der Stoels

4.2.4 Der Streit um die ungarische Universität als Zentralkonflikt

4.2.5 Versuche der Restitution einer ungarischen Universität

4.2.6 Identität im Wandel: Das Konzept der Multikulturalität

4.2.7 Eine neue Charta für die Babeș-Bolyai Universität

5. Aktueller Stand des Minderheitenkonflikts

5.1 Die ungarische Minderheit

5.1.1 Der Ungarnverband

5.1.2 Ungarische Hochschulbildung

5.2 Die rumänische Gesellschaft

5.2.1 Parteienpolitische Ebene

5.2.2 Die Ebene politisch-kultureller Öffentlichkeit

6. Zusammenfassende Bewertung des HKNM

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Tätigkeit des Hohen Kommissars für Nationale Minderheiten (HKNM) der OSZE, Max van der Stoel, im Kontext des ethnischen Konflikts zwischen der ungarischen Minderheit und der rumänischen Mehrheitsgesellschaft in Rumänien zwischen 1993 und 2001. Ziel ist es, die krisenpräventive Arbeitsweise, Methodik sowie die daraus resultierenden Erfolge und Misserfolge dieser Institution zu analysieren und deren Praktikabilität zu bewerten.

  • Rolle und Mandatsinterpretation des HKNM als präventiver Akteur.
  • Analyse der zentralen Konfliktfelder in Rumänien (insb. Autonomie und Bildung).
  • Bedeutung von Kommunikation und Identitätskonstruktion für die Konfliktbearbeitung.
  • Einfluss parteienpolitischer Dynamiken und des nationalistischen Diskurses.
  • Evaluierung der Wirksamkeit proaktiver Ansätze, wie des multikulturellen Umbaus der Babeș-Bolyai Universität.

Auszug aus dem Buch

Die Methodik und Zielsetzungen des Hohen Kommissars

Die Methodik und Zielsetzungen des Hohen Kommissars, sowie deren Umsetzung in Rumänien werden schließlich das vierte Kapitel der Arbeit bestimmen. Hier wird zu zeigen sein, wie Max van der Stoel als erster Hoher Kommissar die Möglichkeit ergriff, das Mandat und damit das Amt in eine bestimmte Richtung zu interpretieren, die in einer spezifischen Akzentsetzung und „Überbetonung“ von im Mandat zugeteilten Kompetenzen seine – unter gegebenen Rahmenbedingungen – persönliche Herangehensweise an Konflikte zum Ausdruck bringt. Ausgangspunkt werden daher Max van der Stoels eigene programmatische Aussagen sein, die mit Erkenntnissen aus der Forschung angereichert und gegeneinander abgeglichen werden, sodass aus seinen Äußerungen am Ende ein Gesamtbild seiner Interpretation des Mandats entstehen kann. In diesem Teil soll evident werden, wodurch sich sein krisenpräventiver Ansatz auszeichnet. Hierzu sollen zwei grundlegende arbeitsmethodische Annahmen van der Stoels hervorgearbeitet werden: die der Konfliktregulierung durch Kommunikation und die der Vernetztheit der Konflikte, also die Annahme, dass die Lösung eines „zentralen“ Konflikts spill-over-Effekte auf andere Konfliktfelder erzielt.

In einem zweiten Schritt soll die Anwendung der durch den HKNM entwickelten Mittel in Rumänien untersucht werden. Hierzu ist ein chronologisches Vorgehen erforderlich, um die wechselseitige Dynamik von Anpassungsreaktionen des Hohen Kommissars und der Weiterentwicklung der Konfliktlage nachvollziehen zu können. Die Arbeit gründet dabei auf der Annahme, dass Max van der Stoels programmatische Aussagen bei seiner Involvierung in praxi von Relevanz waren. Die Analyse wird dabei drei empirisch ermittelte Arbeitsphasen des HKNM in Rumänien erkennen lassen: eine anfängliche der Konfliktsondierung, eine Konzentration auf einen zentralen Konfliktgegenstand und schließlich eine letzte Phase, in der für diesen eine Lösung implementiert werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung des HKNM in Rumänien.

2. Ausgangslage: Analyse des interethnischen Konflikts in Rumänien nach 1989, geprägt durch die Forderungen der ungarischen Minderheit nach Autonomie und Bildung.

3. Akteure: Detaillierte Betrachtung der beteiligten Akteure, insbesondere des RMDSZ, der rumänischen Regierungen, der Nationalisten und des HKNM.

4. Konfliktbearbeitung durch den HKNM: Untersuchung der Arbeitsmethodik van der Stoels, insbesondere durch Kommunikation, und deren Anwendung auf zentrale Konfliktfelder wie das Bildungsgesetz.

5. Aktueller Stand des Minderheitenkonflikts: Evaluierung der Auswirkungen der HKNM-Tätigkeit auf die parteienpolitische Ebene sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung in Rumänien.

6. Zusammenfassende Bewertung des HKNM: Synthese der Ergebnisse und abschließende Einschätzung der Effektivität und Praktikabilität des HKNM als Instrument der Krisenprävention.

Schlüsselwörter

Hoher Kommissar für Nationale Minderheiten, HKNM, OSZE, Rumänien, ungarische Minderheit, RMDSZ, ethnische Konflikte, Konfliktprävention, Minderheitenrechte, Autonomie, Bildungspolitik, Babeș-Bolyai Universität, Multikulturalismus, Identitätspolitik, Krisenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Tätigkeit des OSZE-Hochkommissars für Nationale Minderheiten in Rumänien zur Entschärfung des interethnischen Konflikts zwischen der ungarischen Minderheit und der rumänischen Bevölkerungsmehrheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Minderheitenrechte, die Rolle von Bildungs- und Autonomiefragen für ethnische Identität sowie der politische Einfluss nationalistischer Akteure auf den Transformationsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die krisenpräventive Strategie und Mandatsauslegung von Max van der Stoel zu verstehen und zu evaluieren, inwiefern seine Arbeit zu einer nachhaltigen Befriedung beitragen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einem politikwissenschaftlichen Ansatz, der Akteurs- und Strukturanalysen mit der prozessualen Anwendung einer konfliktpräventiven Methodik verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der relevanten Akteure sowie eine chronologische Untersuchung der drei Arbeitsphasen van der Stoels in Rumänien, mit besonderem Fokus auf die Universitätspolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Konfliktprävention, Identitätskonstruktion, politische Partizipation, multikultureller Umbau und das Konzept der Vernetztheit von Konflikten.

Warum spielt die Universitätspolitik eine so zentrale Rolle?

Die Frage der ungarischsprachigen Bildung und der Universität in Cluj diente als symbolisches "Konglomerat", an dem sich die tief sitzenden Konflikte um nationale Identität und staatliche Souveränität entzündeten.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Multikulturalismus"-Konzepts?

Der Autor zeigt auf, wie van der Stoel den Multikulturalismus proaktiv zur Entpolitisierung der Bildungsfrage und zur Förderung interkultureller Integration einsetzte, wobei dies in der Praxis auf erhebliche strukturelle Widerstände stieß.

Excerpt out of 149 pages  - scroll top

Details

Title
Die Minderheitenpolitik des Hohen Kommissars für Nationale Minderheiten der OSZE in Rumänien
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Heiko Fürst (Author)
Publication Year
2001
Pages
149
Catalog Number
V4795
ISBN (eBook)
9783638129312
ISBN (Book)
9783638696807
Language
German
Tags
Konfliktforschung Friedensforschung Mediation Ungarn Minderheiten van der Stoel HCNM Siebenbürgen Krisenprävention Diplomatie peace research OSZE Internationale Organisationen Rumänien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Fürst (Author), 2001, Die Minderheitenpolitik des Hohen Kommissars für Nationale Minderheiten der OSZE in Rumänien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4795
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  149  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint