Laut einer Einschätzung der Metro Group wird er die Warenwelt revolutionieren – der RFID-Chip. RFID steht für Radio Frequency Identification. Die RFID-Technik soll Objekte jeder Art kontakt- und berührungslos identifizieren. Durch Radiowellen ermöglicht sie eine schnelle und automatische Erfassung von Daten. RFID wird als Nachfolger für den Barcode angesehen. In naher Zukunft wird der RFID-Chip überall dort auftauchen, wo heute der Barcode eingesetzt wird (z. B. im Supermarkt). Allerdings ist die RFID-Technologie nicht neu, sondern bis jetzt einfach nur zu teuer (je nach Bestellmenge, momentan um die 20 – 30 Cent ; Preis weiter fallend), um den Einsatz auszuweiten. In einigen alltäglichen Bereichen wird RFID schon seit Jahren eingesetzt:
• Wegfahrsperren und Fahrzeugsicherungssysteme
• Tierhaltung / Kennzeichnung
• Zugangskontrollsysteme
• Zeiterfassung im Sport
• virtuelle Lagerhaltung
Schwerpunktmäßig soll die RFID-Technik in den nächsten Jahren im Einzelhandel, in der Gesundheits- und Pharmaindustrie eingesetzt werden. Dies ergab eine Umfrage unter 100 Managern der amerikanischen Verpackungsindustrie. Weiterhin sagen die Verpackungsspezialisten Vorteile für Verbraucher, Handel sowie für die Hersteller voraus. Eine bessere Produktverfügbarkeit und Preissenkungen wurden als Vorteile für den Verbraucher genannt. Der Handel soll durch eine bessere Umschlagshäufigkeit und durch Senkung der Kosten für die Logistik profitieren. Für den Hersteller sahen die meisten Befragten zukünftig bessere Möglichkeiten, Daten für die Marktforschung zu erhalten. Inwieweit die Marktforschung vom Einsatz der RFID-Technik wirklich profitieren kann und ob es überhaupt ein geeignetes Instrument für die Marktforschung ist, das möchte ich in dieser Arbeit erörtern. Kernpunkt hierbei ist, welche marktforschungsrelevanten Daten der RFID-Chip liefert und wie diese verwendet werden können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemhintergrund und Ziel der Arbeit
- Vorgehensweise
- Theoretische Grundlagen
- Begriffsabgrenzungen
- Definition RFID
- Definition Marktforschung
- Technische Erläuterungen
- Funktionsweise
- Unterschiede zum Barcode
- Einsatzfelder von RFID
- Logistik
- Handel
- Sicherheitswesen
- RFID in der Marktforschung
- Ziele
- Funktionen
- Sortimentsforschung
- Käuferstrukturforschung
- Instore Kundenverhaltensforschung
- Die Kundenkarte in Verbindung mit RFID
- Datenerhebung
- Datenaufbereitung
- Praxisbeispiele
- Benetton
- Metro-Group
- ACNielsen
- Rahmenbedingungen
- Datenschutz
- Wirtschaftlichkeit
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Technologie RFID und ihrer Anwendung in der Marktforschung. Das Hauptziel ist es, die Potentiale von RFID im Kontext der Marktforschung aufzuzeigen und die Einsatzmöglichkeiten sowie Herausforderungen zu beleuchten.
- Definition und Funktionsweise von RFID
- Einsatzfelder von RFID in verschiedenen Branchen
- Anwendungen von RFID in der Marktforschung
- Vorteile und Herausforderungen bei der Implementierung von RFID-Systemen
- Rechtliche und ethische Aspekte im Zusammenhang mit RFID
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert den Problemhintergrund sowie das Ziel der Arbeit. Das zweite Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen, wobei die Begriffe RFID und Marktforschung definiert werden. Außerdem werden technische Aspekte von RFID, wie Funktionsweise und Unterschiede zum Barcode, näher beleuchtet. Im dritten Kapitel werden verschiedene Einsatzfelder von RFID in Logistik, Handel und Sicherheitswesen vorgestellt. Das vierte Kapitel analysiert die Anwendungsmöglichkeiten von RFID in der Marktforschung und betrachtet Themen wie Zielsetzung, Funktionen und Datenerhebung.
Das fünfte Kapitel präsentiert Praxisbeispiele aus verschiedenen Unternehmen, die RFID erfolgreich in der Marktforschung einsetzen. Abschließend werden in Kapitel sechs die Rahmenbedingungen der RFID-Technologie, insbesondere Datenschutz und Wirtschaftlichkeit, diskutiert.
Schlüsselwörter
RFID, Marktforschung, Datenerhebung, Datenauswertung, Kundenverhalten, Sortimentsforschung, Käuferstrukturforschung, Datenschutz, Wirtschaftlichkeit, Technologie, Innovation, Handel, Logistik, Sicherheitswesen, Praxisbeispiele.
Häufig gestellte Fragen
Was ist RFID und wie funktioniert es?
RFID steht für Radio Frequency Identification. Dabei werden Daten kontaktlos über Radiowellen zwischen einem Transponder (Chip) und einem Lesegerät übertragen, ohne dass eine direkte Sichtverbindung nötig ist.
Was sind die Vorteile von RFID gegenüber dem Barcode?
RFID erlaubt die gleichzeitige Erfassung vieler Objekte (Pulklesung), benötigt keinen Sichtkontakt, ist robuster gegenüber Verschmutzung und kann deutlich mehr Daten speichern, die zudem veränderbar sind.
Wie wird RFID in der Marktforschung eingesetzt?
In der Marktforschung dient RFID zur Analyse des Kundenverhaltens im Laden (Instore-Tracking). Man kann genau verfolgen, welche Wege Kunden gehen, welche Produkte sie in die Hand nehmen und wie lange sie vor Regalen verweilen.
Welche Rolle spielt RFID für die Logistik?
In der Logistik ermöglicht RFID eine lückenlose Verfolgung von Warenströmen in Echtzeit, optimiert die Lagerhaltung und reduziert Inventuraufwände sowie Verluste durch Diebstahl oder Fehlleitungen.
Welche datenschutzrechtlichen Bedenken gibt es?
Kritiker befürchten den „gläsernen Kunden“. Da RFID-Chips auch nach dem Kauf aktiv bleiben können, könnten theoretisch Bewegungsprofile erstellt werden, wenn keine Deaktivierung an der Kasse erfolgt.
In welchen Alltagsbereichen wird RFID bereits genutzt?
RFID findet Anwendung in elektronischen Wegfahrsperren bei Autos, in der Tierkennzeichnung, bei Zugangskontrollsystemen (Chipkarten) und zur Zeiterfassung bei Sportveranstaltungen wie Marathons.
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- Jan Gabius (Author), 2005, RFID als erfolgsversprechendes Instrument einer Marktforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47957