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Die Rolle des Papsttums beim Dynastiewechsel im Frankenreich (750-754)

Title: Die Rolle des Papsttums beim Dynastiewechsel im Frankenreich (750-754)

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Roland Bernecker (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Seit dem Übertritt des merowingischen Königs Chlodwig zum katholischen Christentum, wahrscheinlich im Jahre 498 n. Chr., wurden im Frankenreich in regelmäßigen Abständen Reichssynoden abgehalten. Mit dem schleichenden Niedergang des merowingischen Königshauses und den Bürgerkriegen im Reich ab Mitte des 6. Jahrhunderts kam die kirchliche Arbeit kaum voran. Im Gegenteil, es kam zu einer Zersplitterung, und bis zum Jahre 624 gab es keine Reichssynode mehr, sondern lediglich Provinzialsynoden. Aus den Streitigkeiten zwischen den merowingischen Königserben gingen 567 die drei Teilreiche Neustrien, Austrien und Burgund hervor, die jeweils von einem Nachkommen des merowingischen Könighauses geführt wurden. Mit dem Niedergang des Königshauses ging ein Aufstieg des Hochadels in den drei Teilreichen einher, was schließlich so weit führen sollte, dass ohne die Zustimmung des Hochadels keine dauerhaften Entscheidungen durch die Könige getroffen werden konnten. Sie wurden immer mehr zu Marionetten des Hochadels und der Hausmeier. Die Existenz des „Major domus“ ist schon zu den Blütezeiten des Merowingerreiches im 5. und 6. Jahrhundert belegt. Damals war der Hausmeier der Vorsteher der königlichen Hofhaltung und des königlichen Hofgesindes. Er war der Angesehenste unter den höfischen Würdenträgern. Die Hausmeier steigerten ihre Stellung im Laufe der Jahrzehnte beträchtlich, und schon Ende des 6. Jahrhunderts stand die tatsächliche Machtfülle der Hausmeier der der Könige kaum noch nach. Nach über 50 Jahren Unruhen und Bürgerkrieg schaffte es König Dagobert nach 629 kurzzeitig, das Reich unter seiner Führung noch einmal zu vereinen und zentral zu regieren. Nach seinem Tod traten die Hausmeier der Teilreiche immer stärker in den Vordergrund. Sie entstammten dem Hochadel ihres Teilreic hes und versuchten des öfteren, ihre Macht auch auf die anderen Teilgebiete des Reiches auszudehnen. Doch schaffte es keiner der Hausmeier, den König in seinem Teilreich erfolgreich beiseite zu schieben, um die dynastische Nachfolge anzutreten. Ein entsprechender Versuch Grimoalds I. im Teilreich Austrien endete mit dessen Hinrichtung. Er hatte seinen Sohn vom machtlosen König Sigibert im Teilreich Austrien adoptieren lassen und stellte aus dieser dynastischen Verbindung zum Hause der Merowinger den Herrschaftsanspruch. Doch nach dem frühzeitigen Tod seines Sohnes fehlte ihm als Legitimation die nötige Verbindung zum Königshaus. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Historischer Kontext

2. Die Erhebung Pippins zum König

3. Das Bündnis zwischen Papsttum und Königtum

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische und kirchengeschichtliche Bedeutung des Bündnisses zwischen dem Papsttum und den fränkischen Hausmeiern in der Mitte des 8. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie der Papst zur Legitimierung des Dynastiewechsels von den Merowingern zu den Karolingern beitrug und welche gegenseitigen politischen sowie militärischen Abhängigkeiten diesen Prozess steuerten.

  • Die Machtverschiebung von den Merowingern zu den Hausmeiern
  • Die Rolle der päpstlichen Legitimation bei der Erhebung Pippins zum König
  • Die prekäre politische Lage des Papsttums gegenüber den Langobarden
  • Die Bedeutung des Bündnisses für die Monarchie von Gottes Gnaden
  • Die strategische Schenkung Pippins an den römischen Stuhl

Auszug aus dem Buch

3. Bündnis zwischen Königtum und Papsttum

Aus dem Dienst, den der Papst Pippin bei der Erhebung zum König geleistet hatte, ging die enge Verbindung hervor, in die Königtum und Papsttum traten. Damit vollendete sich die bedeutsame Form der Monarchie von Gottes Gnaden, die 751 n. Chr. durch die Salbung Pippins von der Hand fränkischer Bischöfe entstand. Der Papst wollte den frisch gekürten Herrscher aber auch daran erinnern, wem er seine Krone zu verdanken hatte und drückte dies in einem Brief an den fränkischen Herrscher freundlich, aber trotzdem deutlich aus:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Historischer Kontext: Beschreibt den Niedergang der Merowinger-Dynastie und den Machtaufstieg der Hausmeier innerhalb der fränkischen Teilreiche.

2. Die Erhebung Pippins zum König: Analysiert den Legitimationsbedarf Pippins des Jüngeren und die politische Notlage des Papsttums, die zu einem gegenseitigen Zweckbündnis führte.

3. Das Bündnis zwischen Papsttum und Königtum: Beleuchtet die Etablierung des Königtums von Gottes Gnaden sowie die daraus resultierenden militärischen Bündnisverpflichtungen gegen die Langobarden.

Schlüsselwörter

Papsttum, Frankenreich, Pippin der Jüngere, Merowinger, Karolinger, Hausmeier, Langobarden, Legitimation, Kirchengeschichte, Mittelalter, Papst Zacharias, Papst Stephan II., Missionierung, Bonifatius, Pippinische Schenkung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der engen Verflechtung von politischer Macht und kirchlicher Autorität beim Übergang von der Merowinger- zur Karolinger-Dynastie im 8. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Machtverlust der Merowinger, die politische Instrumentalisierung des Papsttums zur Herrschaftslegitimation und die militärische Unterstützung gegen die Langobarden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Pippin der Jüngere und das Papsttum ihre jeweiligen Interessen durch gegenseitige Legitimation und Unterstützung bündelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der Analyse zeitgenössischer historischer Quellen, darunter Reichsannalen und päpstliche Korrespondenz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die Krönung Pippins sowie die diplomatischen und militärischen Interaktionen, die zur sogenannten Pippinischen Schenkung führten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Dynastiewechsel, Gottesgnadentum, päpstlicher Primat und fränkische Hausmeier.

Warum war die Rolle von Bonifatius für das Papsttum so wichtig?

Bonifatius fungierte als tatkräftiger Stellvertreter des Papstes nördlich der Alpen und half dabei, die Kontakte zwischen dem Papsttum und den mächtigen fränkischen Hausmeiern zu festigen.

Welche Bedeutung hatte die "Pippinische Schenkung" für das Verhältnis zu den Langobarden?

Sie besiegelte die territoriale Unterstützung des Papstes durch den fränkischen König und war eine direkte Konsequenz aus der militärischen Hilfe Pippins gegen den Langobardenkönig Aistulf.

Wie wurde die Absetzung des letzten Merowingerkönigs begründet?

Die Absetzung wurde mit einer pragmatischen Notwendigkeit begründet: Es sei besser, den als König zu bezeichnen, der tatsächlich die Macht ausübe, als den, der nur noch den leeren Titel trage.

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Details

Title
Die Rolle des Papsttums beim Dynastiewechsel im Frankenreich (750-754)
College
University of Freiburg  (für Geisteswissenschaften)
Course
Der römische Primat im Mittelalter
Grade
2,0
Author
Roland Bernecker (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V47967
ISBN (eBook)
9783638447928
Language
German
Tags
Rolle Papsttums Dynastiewechsel Frankenreich Primat Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Roland Bernecker (Author), 2002, Die Rolle des Papsttums beim Dynastiewechsel im Frankenreich (750-754), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47967
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