Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

"Ich bin, wo der Eichelhäher ..." – Günter Eichs Verhältnis zur Natur

Besprochen an ausgewählten Gedichten

Title: "Ich bin, wo der Eichelhäher ..." – Günter Eichs Verhältnis zur Natur

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jens Junek (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„ach, Himbeerranken aussprechen,/ dir Beeren ins Ohr flüstern,/ die roten, die ins Moos fielen.“ – Der Gedanke der absoluten Verbundenheit mit der Natur, ja geradezu ein Aufgehen in ihr, ist zum einen ein Versuch der modernen Literatur in einer pluralistischen Welt wieder eine Mitte, einen festen Halt zu finden. Zum anderen ist er aber auch die ganz persönliche Suche nach dem Lebenssinn des großen Lyrikers und Erzählers Günter Eich. Was diesen Prozess so spannend macht, ist der Umstand, dass die Suche Eichs nach einer „tieferen Wahrheit“ in der Natur äußerst kritisch und reflektiert verläuft. So heißt es im erwähnten Gedicht weiter: „Dein Ohr versteht sie nicht,/ mein Mund spricht sie nicht aus,/ Worte halten ihren Verfall nicht auf.“
Diese Arbeit untersucht Günter Eichs Verhältnis zur Natur anhand ausgewählter Gedichte. Sie geht dabei weder streng chronologisch vor, noch erhebt sie Anspruch darauf, sämtliche bedeutsame Lyrik besprechen zu wollen. Vielmehr ist es das Ziel, durch die Interpretation bekannter wie auch nahezu unbekannter Texte den Wandlungsprozess in Eichs Haltung gegenüber der Natur nachvollziehen, vielleicht auch verstehen zu können. 1965 schreibt Günter Eich in einem Brief an das Goethe-Institut München: „Ich habe als verspäteter Expressionist und Naturlyriker begonnen, heute enthält meine Lyrik viel groteske Züge, das liegt wohl an einem Hang zum Realen, es ist mir nicht möglich, die Welt nur in der Auswahl des Schönen und Edlen und Feierlichen zu sehen.“ Diese Entwicklung weg von der Natur, hin zum Realen und darüber hinaus bis ins Groteske und Unverständliche soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Es gilt, Eichs Haltung gegenüber der Natur auf verschiedenen Stufen seiner schriftstellerischen Entwicklung genau zu untersuchen und zu beschreiben, und möglichst Motive für den Wandel in dieser Beziehung herauszuarbeiten.
Die vorliegende Hauptseminararbeit wurde im September 2005 am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität in Jena angefertigt und mit der Note 1,7 bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. „Himbeerranken aussprechen“ ― Die Bedeutung der Natur für Günter Eich

2. „Der Häher wirft mir die blaue Feder nicht zu“ ― Zweifel an der Natur

3. „Natur ist eine Form der Verneinung“ ― Abkehr von der Natur

4. „Ich will leben ohne Einverständnis“ ― Verweigerung und Nichteinverständnis mit Natur und Gesellschaft

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandlungsprozess von Günter Eichs Verhältnis zur Natur anhand ausgewählter Gedichte, indem sie den Übergang von einer naturmagischen Dichtung hin zu einer kritischen, vom Zweifel geprägten Haltung analysiert und Motive für diesen Wandel herausarbeitet.

  • Die Entwicklung von der Naturlyrik zum Realen und Grotesken
  • Die Vorstellung der Natur als „Gefüge von Zeichen“ und Sprache
  • Die Krise des lyrischen Ichs bei der Suche nach Erkenntnis in der Natur
  • Die zunehmende Abkehr von der Natur hin zur kritischen Gesellschaftssicht
  • Die Rolle der hermetischen Dichtung als Ausdruck des „Nichtmehreinverstandenseins“

Auszug aus dem Buch

HIMBEERRANKEN

Der Wald hinter den Gedanken, die Regentropfen an ihnen und der Herbst, der sie vergilben läßt — ach, Himbeerranken aussprechen, dir Beeren ins Ohr flüstern, die roten, die ins Moos fielen.

Dein Ohr versteht sie nicht, mein Mund spricht sie nicht aus, Worte halten ihren Verfall nicht auf.

Hand in Hand zwischen undenkbaren Gedanken. Im Dickicht verliert sich die Spur. Der Mond schlägt sein Auge auf, gelb und für immer.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss des Untersuchungsgegenstands, der den Wandlungsprozess von Eichs Naturverständnis weg von der Magie hin zum Realen und Grotesken definiert.

1. „Himbeerranken aussprechen“ ― Die Bedeutung der Natur für Günter Eich: Analyse des frühen Naturverständnisses und des Versuchs, Natur und Denken durch Sprache zu verschmelzen.

2. „Der Häher wirft mir die blaue Feder nicht zu“ ― Zweifel an der Natur: Darstellung des kritischen Wandels, bei dem die Natur ihre Zeichenhaftigkeit verliert und dem lyrischen Ich als fremd und brutal gegenübertritt.

3. „Natur ist eine Form der Verneinung“ ― Abkehr von der Natur: Untersuchung der radikalen Abkehr vom Glauben an die „Naturhieroglyphik“ und der Erkenntnis der Natur als Spiegelbild von Vergänglichkeit.

4. „Ich will leben ohne Einverständnis“ ― Verweigerung und Nichteinverständnis mit Natur und Gesellschaft: Analyse der hermetischen Spätlyrik, die im Zeichen eines totalen „Nichtmehreinverstandenseins“ mit Welt und Natur steht.

5. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse: Eichs Scheitern an der Suche nach metaphysischer Erkenntnis in der Natur führt zur Isolation und Resignation.

Schlüsselwörter

Günter Eich, Naturlyrik, Naturmagie, Dichtungstheorie, Wandlungsprozess, Nichtmehreinverstandensein, Sprachmagie, Hermetik, Vergänglichkeit, Eichelhäher, Erkenntnis, Realität, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den literarischen Wandlungsprozess von Günter Eich und dessen Einstellung zur Natur, von einer frühen naturmagischen Phase bis hin zur späteren, pessimistischen Abkehr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Natur und Sprache, die Entzauberung der Natur, die Rolle des Todes und der Zeitlichkeit sowie die zunehmende Politisierung und Isolation des Dichters.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Wandlungsprozess in Eichs Haltung gegenüber der Natur nachzuvollziehen und Motive für diesen Wandel durch die Interpretation ausgewählter Gedichte zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte literaturwissenschaftliche Interpretation ausgewählter Gedichte, ergänzt durch den Vergleich von Texten sowie die Einbeziehung biographischer und theoretischer Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Gedichte, die als Etappen des Wandels dienen, von der anfänglichen Sehnsucht nach Einheit mit der Natur bis zur späteren radikalen Verneinung und dem Rückzug in hermetische Sprachformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Naturlyrik, Naturmagie, Nichtmehreinverstandensein, Hermetik und der Wandel der Dichtungstheorie sind zentral für das Verständnis der Argumentation.

Warum spielt die Metapher der "Häherfeder" eine so wichtige Rolle?

Die Häherfeder fungiert als Chiffre für die Suche nach Erkenntnis in der Natur; ihr Scheitern im späteren Vergleichsgedicht markiert den Wendepunkt im Verhältnis des lyrischen Ichs zur Natur.

Inwiefern hat sich Eichs Einstellung zum "Wort" im Laufe der Zeit verändert?

Während Eich anfangs an eine poetische Ursprache glaubte, in der Wort und Ding zusammenfallen, wird das Wort in der Spätlyrik zu einem Mittel des Sich-Entziehens und der Distanzierung.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
"Ich bin, wo der Eichelhäher ..." – Günter Eichs Verhältnis zur Natur
Subtitle
Besprochen an ausgewählten Gedichten
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Deutsche Lyrik in Ost und West 1945 - 1990
Grade
1,7
Author
Jens Junek (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V48023
ISBN (eBook)
9783638448345
ISBN (Book)
9783638637527
Language
German
Tags
Eichelhäher Günter Eichs Verhältnis Natur Gedichten Hauptseminar Deutsche Lyrik West
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Junek (Author), 2005, "Ich bin, wo der Eichelhäher ..." – Günter Eichs Verhältnis zur Natur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48023
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint