Michel Foucault Überwachen und Strafen: Einführung in die Soziologie:


Referat (Ausarbeitung), 2001

11 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhalt

1.) Einleitung

2.) Monarchenrecht

3.) Juristisches Reformrecht

4.) Haftstrafrecht

5.) Gegenüberstellung in tabellarischer Form

6.) Thesen

7.) Resümee

8.) Offener Brief

VORSTELLUNG DER DREI STRAFMODELLE
DES 18. JAHRHUNDERTS

1. Einleitung:

In dem Kapitel „Die Milde der Strafen“ beschreibt Michel Foucault die Vorläufer des modernen Strafvollzuges.

Nach ihm gab es drei Systeme, die untereinander in Konkurrenz standen, da sie auf unterschiedlichen Ideen basierten und andere Legitimationsmechaniken besaßen.

Foucault arbeitet die Unterschiede und Ähnlichkeiten heraus und zeigt durch eine genaue Analyse inwieweit sich die Praxis der Strafe noch mit der ursprünglichen Idee der Bestrafung deckt, ohne diesen Umstand zu bewerten.

Wir stellen nun die drei Modelle in Text- und Tabellarischerform vor, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser herauszuarbeiten. Anschlies-send beschäftigen wir uns mit Foucaults Frage und seinem Erklärungs-ansätzen, wodurch sich das reine Haftstrafrecht innerhalb weniger Jahre durchsetzte.

Zum Abschluß wollten wir die Perspektiven der Betroffenen deutlich machen. Anhand des Artikels von Ulrike Serbent aus dem Magazin „Asphalt“, Nr.16 Dezember 1995 ( Hannover ), wird deutlich, daß der ursprüngliche Gedanke der Wiedereingliederung weitgehend verloren gegangen ist.

2. Monarchenrecht

Der Körper des Verurteilten wird vom Souverän in Besitz genommen. Über diesen Körper wird willkürlich verfügt, es wird ein Exempel statuiert. Das Verbrechen wird als persönlicher Angriff auf den Souverän gesehen, der durch Rache seine Souveränität wiederherstellt. Es geht nicht um einen Erziehungseffekt, einer Nutzbarmachung der Täter, sondern um eine unendliche Strafe, die zu einer völligen Vernichtung der Körper führen konnte. Legitimation durch den Anspruch der absoluten Macht. Diese Macht wurde durch das öffentliche Straftheater demonstriert. Die Folge war eine zeitweilige Schaffung der Ordnung, da die Strafe nur kurzfristig in das Bewußtsein des Volkes einging.

3. Juristisches Reformrecht

Der Körper des Straftäters wird zum rentablen Eigentum der Gesellschaft. Durch diesen Umstand leistet der Täter Wiedergutmachung und muß für die Gesellschaft als sichtbares Zeichen Strafarbeiten leisten. Die Strafe in der Gesellschaft legitimiert sich durch eine Rechtsgrundlage und soll differ-enziert und individuell auf das Verbrechen zugeschnitten sein. Sie entwickelt sich in „natürlicher“ Ableitung des Verbrechens und ist so Zeichen und Code. Die Zeichen dienen als Erziehungsmaßnahme des Volkes. Im Bewußtsein werden Gegensatzpaare von Strafe und Verbrechen etabliert (Codes ). Durch ständige Wiederholung der öffentlichen Straftheater werden die Zeichen dauerhaft verankert. Das bedeutet eine ständige Disziplinierung des Geistes. Das System zielt auf Besserung der Straftäter und Wiedereingliederung in die Gesellschaft ab. Es handelt sich um eine zeitlich begrenzte Strafe mit abnehmender Intensität.

4. Haftstrafrecht

Aus dem juristischen Reformrecht entwickelt sich das reine Haftstrafrecht. Die ursprünglich idealistischen Ziele der Reformer wurden ökonomischer Notwendigkeit untergeordnet. Das heißt aus differenzierter Strafe wurde eine Form, die Haft. Das Ziel der Haftstrafe war die Festsetzung eventueller Verbrecher, die durch einen Akt der Dressur zur Arbeit gezwungen wurden. Aus dieser Zwangsarbeit ergaben sich folgende Konsequenzen:

1.) Selbstfinanzierung des Gefängnisses (autark, unabhängig von Steuern!).
2.) Das Subjekt soll sich durch Arbeit definieren, um in der Gesellschaft ökonomisch bestehen zu können.
3.) Beispielhaft,um die negativen Konsequenzen der Unproduktivität und des Verbrechens durch Freiheitsentzug anzuzeigen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Michel Foucault Überwachen und Strafen: Einführung in die Soziologie:
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Michel Foucault
Note
bestanden
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V48062
ISBN (eBook)
9783638448642
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dem Kapitel 'Die Milde der Strafen' beschreibt Michel Foucault die Vorläufer des modernen Strafvollzuges. Nach ihm gab es drei Systeme, die untereinander in Konkurrenz standen, da sie auf unterschiedlichen Ideen basierten und andere Legitimationsmechaniken besaßen. Foucault arbeitet die Unterschiede und Ähnlichkeiten heraus und zeigt durch eine genaue Analyse inwieweit sich die Praxis der Strafe noch mit der ursprünglichen Idee der Bestrafung deckt, ohne diesen Umstand zu bewerten.
Schlagworte
Michel, Foucault, Strafen, Einführung, Soziologie
Arbeit zitieren
Marko Weeke (Autor), 2001, Michel Foucault Überwachen und Strafen: Einführung in die Soziologie:, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48062

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