In dem Kapitel Die Milde der Strafen beschreibt Michel Foucault die Vorläufer des modernen Strafvollzuges. Nach ihm gab es drei Systeme, die untereinander in Konkurrenz standen, da sie auf unterschiedlichen Ideen basierten und andere Legitimationsmechaniken besaßen. Foucault arbeitet die Unterschiede und Ähnlichkeiten heraus und zeigt durch eine genaue Analyse inwieweit sich die Praxis der Strafe noch mit der ursprünglichen Idee der Bestrafung deckt, ohne diesen Umstand zu bewerten
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- VORSTELLUNG DER DREI STRAFMODELLE DES 18. JAHRHUNDERTS
- Einleitung:
- Monarchenrecht
- Juristisches Reformrecht
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Michel Foucaults "Überwachen und Strafen" analysiert die Entwicklung von Strafmodellen im 18. Jahrhundert. Das Werk beleuchtet die Übergänge von der absolutistischen Monarchie hin zu einer modernen, juristischen Strafrechtsordnung. Foucault beschreibt die drei Systeme - Monarchenrecht, juristisches Reformrecht und Haftstrafrecht - und untersucht ihre jeweiligen Legitimationsmechaniken, Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
- Die Entwicklung des Strafvollzugs vom Monarchenrecht zum Haftstrafrecht
- Die unterschiedlichen Legitimationsmechaniken der Strafmodelle
- Die Rolle des Körpers in der Strafjustiz
- Die Bedeutung von Disziplinierung und Kontrolle
- Die Frage der Wiedereingliederung von Strafgefangenen
Zusammenfassung der Kapitel
Das Buch beginnt mit einer Einleitung, die die drei Strafmodelle des 18. Jahrhunderts - Monarchenrecht, juristisches Reformrecht und Haftstrafrecht - einführt. Das Monarchenrecht basiert auf der willkürlichen Macht des Souveräns, der den Körper des Verurteilten als Objekt der Strafe betrachtet. Die Strafe dient der Rache und soll ein Exempel statuieren. Im Gegensatz dazu fokussiert das juristische Reformrecht auf die Nutzbarmachung des Täters für die Gesellschaft. Durch Strafarbeiten soll der Täter Wiedergutmachung leisten und zur Gesellschaft zurückkehren. Die Strafe ist in diesem System zeitlich begrenzt und soll als Erziehungsmaßnahme dienen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe des Buches sind "Überwachen", "Strafen", "Disziplinierung", "Kontrolle", "Körper", "Souveränität", "Legitimation", "Wiedereingliederung" und "Haftstrafrecht". Die Analyse konzentriert sich auf die Transformation von Strafmodellen und die Mechanismen der gesellschaftlichen Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die drei Strafmodelle des 18. Jahrhunderts nach Foucault?
Foucault unterscheidet das Monarchenrecht (Souveränitätsmacht), das juristische Reformrecht (Nutzbarmachung für die Gesellschaft) und das spätere Haftstrafrecht (Disziplinierung).
Wie unterscheidet sich das Monarchenrecht vom Reformrecht?
Im Monarchenrecht ist die Strafe Rache am Körper des Täters; im Reformrecht soll die Strafe den Täter durch Arbeit und Erziehung wieder für die Gesellschaft nützlich machen.
Welche Rolle spielt der Körper in Foucaults Analyse?
Der Körper wandelt sich vom Objekt der öffentlichen Qual und Zurschaustellung hin zum Objekt der Disziplinierung und Kontrolle in geschlossenen Anstalten.
Was versteht Foucault unter "Disziplinierung"?
Disziplinierung ist eine Machttechnik, die Individuen durch Überwachung, Normierung und Prüfung formt und kontrolliert, um sie effizienter und fügsamer zu machen.
Warum scheiterte die ursprüngliche Idee der milden Strafe?
Die Praxis des Gefängnisses setzte sich durch, da sie eine totale Kontrolle über die Zeit und den Raum des Individuums ermöglichte, was über die bloße Wiedergutmachung hinausging.
- Quote paper
- Marko Weeke (Author), 2001, Michel Foucault Überwachen und Strafen: Einführung in die Soziologie:, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48062