Das Arbeitsmarktproblem im Rahmen der Vorschläge der Hartz-Kommission


Hausarbeit, 2003

36 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Indikatoren der Arbeitslosigkeit
2.1 Arbeitsmarktpolitische Indikatoren
2.1.1 Arbeitslosenquote
2.2 Beschäftigungspolitische Indikatoren
2.2.1 Konjunkturindikatoren

3. Ursachen und Arten der Arbeitslosigkeit

4. Das Hartz-Konzept
4.1 Job-Center
4.2 KompetenzCentren
4.3 PersonalServiceAgenturen (PSA)
4.4 Quick-Vermittlung
4.5 Neue Zumutbarkeit und Freiwilligkeit
4.6 Jugendliche Arbeitslose – Ausbildungszeit-Wertpapier
4.7 Bridge System
4.8 Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe
4.9 Beschäftigungsbilanz
4.10 „Ich-AG“, „Familien-AG“ und Mini-Jobs
4.11 Personal, Organisation und Steuerung
4.12 JobFloater
4.13 Profis der Nation

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wirtschaftliches Wachstum ist mit Strukturänderungen verbunden. Da-bei kann man die Strukturänderungen fast beliebig vieler Größen be-trachten, denn die meisten Größen lassen sich in Einzelbestandteile zerlegen, deren Anteile an der Gesamtgröße einer Veränderungen unterliegen, z.B. Einkommensstruktur, Struktur der Staatsausgaben, Beschäftigungsstruktur usw. Es gibt Branchen, die Strukturkrisen unter-worfen waren (z.B. Schiffbau, Leder- und Textilindustrie), oder deren Anpassung an die Weltmarktentwicklungen durch staatliche Subven-tionierungen verzögert wurde (z.B. Landwirtschaften, Kohle). Es ist unmittelbar einsichtig, dass damit nicht nur Beschäftigungs-schwankungen, sondern auch veränderte Anforderungen an die Beschäftigung und die Qualifikationsstruktur der Erwerbstätigen ein-hergehen.

Die vorliegende Arbeit wird sich auf die Beschäftigungsstruktur beschränken und wird versuchen darzulegen, welche Auswirkungen die Vorschläge der Hartz-Kommission[1] auf das aktuelle Problem der Arbeitslosigkeit in Deutschland haben könnten.

2. Indikatoren der Arbeitslosigkeit

2.1 Arbeitsmarktpolitische Indikatoren

Arbeitsmarktpolitische Indikatoren sind Anzeiger, die den augen-blicklichen Zustand am Arbeitsmarkt darstellen. Dabei sind diese mit einem gewissen Abstand zu betrachten, da sie sich mit einem raschen Tempo und bei verschiedenen Gegebenheiten ändern.

2.1.1 Arbeitslosenquote

Die in einer Volkswirtschaft herrschende Arbeitslosigkeit wird anhand der Arbeitslosenquote[2] gemessen. Sie ist in der Bundesrepublik Deutschland definiert als Anteil der „registrierten“ Arbeitslosen an den abhängigen zivilen Erwerbspersonen[3], die sich wiederum aus abhäng-igen Erwerbstätigen und den Arbeitslosen zusammensetzen. Die Rubrik „registrierte Arbeitslose“ erfasst allerdings nur einen Teil der Beschäf-tigungswilligen ohne Arbeit, nämlich die beim Arbeitsamt registrierten Arbeitslosen. Dies ist die „offene Arbeitslosigkeit“. Daneben gibt es noch die so genannte „Stille Reserve“. Hierzu zählen alle Personen, die eine Arbeit suchen, ohne beim Arbeitsamt gemeldet zu sein (Teil des Erwerbspersonenpotentials, die entweder entmutigt vorübergehend die Stellensuche aufgegeben haben oder aus Wohlstandsgründen nicht arbeiten, die aber bei geeignetem und zumutbarem Arbeitsplatzangebot grundsätzlich arbeiten würden).

Die Arbeitslosenquote hängt nicht nur von der Zahl der Arbeitslosen, sondern auch von der Beschäftigungszahl ab. So kann die Arbeits-losenquote sinken, wenn die Zahl der abhängigen Erwerbstätigen zunimmt, ohne dass sich dabei die Zahl der registrierten Arbeitslosen verändern muss. Entsprechend kann sie steigen, wenn die Beschäf-tigtenzahl abnimmt.

Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug die Arbeitslosen-quote im Januar 2003 in Deutschland 11,1 Prozent[4]. In Ostdeutschland war sie mit 19,5 Prozent nach wie vor mehr als doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Dort belief sie sich auf 8,8 Prozent. Im Westen weist wie bisher Baden-Württemberg die niedrigste Quote auf, Bremen die höchste. Der interregionale Vergleich der Arbeitslosigkeit ist im Winter wegen der unterschiedlich großen Saisonkomponenten beeinträchtigt. Die EU-Standardisierte saisonbereinigte Erwerbslosenquote betrug 8,6 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach einer rückläufigen Arbeitslosenquote in der ersten Jahreshälfte 2002 (von 10,4 % auf 9,5 %) stieg diese zum Jahreswechsel wieder stark an.

2.2 Beschäftigungspolitische Indikatoren

Die Beschäftigungsindikatoren sind quantitative Größen zur Messung von Beschäftigungsniveau (Niveauindikatoren) und –struktur (Struktur-indikatoren) in einem bestimmten Zeitablauf. Diese dienen der Be-schäftigungspolitik zur Analyse vergangener, Prognose künftiger und Formulierung gewünschter Beschäftigungsentwicklungen.

2.2.1 Konjunkturindikatoren

Konjunkturindikatoren sind ausgewählte statistische Zeitreihen, die über den Verlauf der wirtschaftlichen Aktivität in naher Zukunft (Früh-indikatoren) oder auch nur den zurückliegenden Konjunkturverlauf (Spätindikatoren) Aufschlüsse geben sollen.

Der Konjunkturverlauf wird definitionsgemäß durch die Schwankungen des Inlandsproduktes und dessen Entwicklungstrend beschrieben. Da das Inlandsprodukt die Konjunktur direkt, d.h. ohne zeitliche Ver-zögerungen misst, spricht man von einem Präsensindikator. Typische Präsensindikatoren sind auch die industrielle Produktion und die Kapazitätsauslastung.

Als weiterer Konjunkturindikator wird die Situation auf dem Arbeits-markt angesehen. Allerdings reagiert der Arbeitsmarkt mit deutlicher zeitlicher Verzögerung – hierbei handelt es sich um einen Spätindi-kator. Wichtige Spätindikatoren sind auch die Preise, die den konjunkturellen Entwicklungen nur sehr verzögert folgen.

Daneben gibt es noch so genannte Frühindikatoren, die dem tatsächlichen Konjunkturverlauf vorauseilen. Dies sind z.B. die Reich-weite der Auftragsbestände (Zahl der Monate, für die Aufträge vor-handen sind) oder der so genannte Geschäftsklima-Index, der sich u.a. auf die Erwartungen der Unternehmer für die nächsten Monate stützt und der regelmäßig bei mehreren Hunderttausend Unternehmen erhoben wird.

Generell zeigt sich allerdings, dass sich die verschiedenen Konjunk-turindikatoren häufig gegenläufig entwickeln und kaum in einer einzi-gen Maßgröße zusammengefasst werden können. „Das Wirtschafts-geschehen folgt allenfalls Gesetzmäßigkeiten, deren Richtung er-kennbar ist. Niemals aber ist die Ursache-Wirkungs-Relation exakt be-rechenbar. Daher sind die Vorhersagen der Volkswirte nicht unfehlbar, aber meist zutreffender als die von Kartenlegerinnen.“[5]

3. Ursachen und Arten der Arbeitslosigkeit

Als Arbeitslosigkeit bezeichnet man die fehlende Beschäftigungs-möglichkeit für arbeitsfähige und beim herrschenden Lohnniveau arbeitsbereite Arbeitskräfte, d.h. die Differenz zwischen realistischer Arbeitskräftenachfrage (Beschäftigtenzahl) und freiwilligem Arbeits-kräfteangebot.

Um Arbeitslosigkeit wirksam bekämpfen zu können, gilt es zunächst zu klären, auf welche Ursachen die Verfehlungen des Vollbeschäftigungs-ziels zurückzuführen sind. Im Folgenden wird auf die Arten der Arbeitslosigkeit, die vor allem nach den jeweiligen Ursachen unterschieden sind, näher eingegangen.

Es gibt zwei große Gruppen der Arbeitslosigkeit, die registrierte und die nicht registrierte Arbeitslosigkeit.

Bei der registrierten Arbeitslosigkeit, die von den Arbeitsämtern er-fasst ist, lässt sich unterscheiden zwischen freiwilliger (unechter) und unfreiwilliger (echter) Arbeitslosigkeit.

Bei der freiwilligen Arbeitslosigkeit handelt es sich um die nicht bekann-te Zahl registrierter Arbeitsloser, die einen Leistungsanspruch besitzen, ohne dass sie eine Erwerbstätigkeit wirklich aufnehmen wollen.

Die registrierte unfreiwillige Arbeitslosigkeit unterscheidet grundsätzlich, ob Arbeitsplätze vorhanden sind, die jedoch nicht besetzt werden, oder ob ein generelles Defizit an Arbeitsplätzen besteht.

Friktionelle Arbeitslosigkeit entsteht bei dem Wechsel von Arbeitneh-mern von einer Arbeitsstelle zur anderen. Friktionelle Arbeitslosigkeit ist auch eine Folge kurzfristiger Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, die mit den Strömen „Zugänge“ und „Abgänge“ in einer engen Beziehung stehen.

Strukturelle Arbeitslosigkeit wird durch Veränderungen der Wirt-schaftsstrukturen und die sich dadurch verändernden Anforderungs-profile für die Beschäftigten verursacht (Waldarbeiter müssen über andere Qualifikationen verfügen als Beschäftigte in der Computer-industrie). Mangelnde Mobilität und Flexibilität der Arbeiter, die bei sich ändernden Produktionsstrukturen nicht bereit oder nicht in der Lage sind, schnell den Standort, den Beruf oder die Branche zu wechseln, sind also Hauptmerkmale der strukturellen Arbeitslosigkeit. Man spricht in diesem Zusammenhang in der neueren Literatur auch von qualifika-tionsmäßiger und regionaler Mismatch-Arbeitslosigkeit[6] .

Saisonale Arbeitslosigkeit entsteht durch schwächere wirtschaftliche Aktivitäten einzelner Wirtschaftsbereiche während bestimmter Jahres-zeiten. Besonders betroffen sind hiervon der Agrarsektor, das Bauge-werbe, aber auch die Tourismusbranche.

Friktionelle, strukturelle und saisonale Arbeitslosigkeiten werden auch unter dem Begriff der natürlichen Arbeitslosigkeit[7] zusammengefasst. Der Begriff „natürliche“ Arbeitslosigkeit ist etwas unglücklich gewählt, da er unterstellen könnte, dass Arbeitslosigkeit etwas quasi Naturge-bundenes ist.

Die konjunkturelle Arbeitslosigkeit ist auf eine wiederkehrende Unterauslastung des Produktionspotenzials zurückzuführen, die alle Branchen der Volkswirtschaft im Prinzip in gleicher Weise trifft.

Des weitern gibt es noch die Hoch- oder Mindestlohnarbeitslos-igkeit: Die Ursache für eine Unterbeschäftigung ist ein zu hoher Reallohn bzw. bei gegebenem Preisniveau ein zu hoher Nominallohn, dessen Senkung durch einen (tarif-)vertraglichen oder gesetzlichen Mindestlohn verhindert wird. Die zwischen dem zu hohen Reallohn und dem Vollbeschäftigungsreallohn klaffende Reallohnlücke bestimmt das Ausmaß der Arbeitslosigkeit.

Neben der registrierten Arbeitslosigkeit, gibt es noch die nicht regis-trierte Arbeitslosigkeit. Auch diese Arbeitslosen sind Teil des volks-wirtschaftlichen „Arbeitskräftepotenzials“; denn durch ihre Beschäf-tigung kann das Sozialprodukt erhöht werden. Zunächst wird von ver-deckter Arbeitslosigkeit gesprochen, wenn potenziell Erwerbstätige nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, weil sie an staatlich finan-zierten Programmen teilnehmen. Als Hauptgruppe sind zum einen ältere Menschen zu nennen, die das reguläre Rentenalter noch nicht er-reicht haben, aber aufgrund von Arbeitslosigkeit Leistungen wie Vor-ruhestandsgeld oder vorgezogene Altersrenten beziehen. Zum anderen finanziert der Staat besondere Arbeitsbeschaffungs- sowie Fort-bildungs- und Umschulungsmaßnahmen. Zu den sonstigen Teilen der „stillen Reserve“ gehören Erwerbstätige, die nicht beim Arbeitsamt registriert sind, weil die Betroffenen teilzeitbeschäftigt sind oder nach Arbeit Suchende, die zu bestimmten Arbeitsbedingungen ermutigt sind, die Suche nach Beschäftigung aufzugeben, doch bei passender Nachfrage nach Arbeitskräften wieder am Arbeitsmarkt auftreten.

4. Hartz-Konzept

Die neue Leitidee lautet: „Eigenaktivitäten auslösen – Sicherheit ein-lösen“. Die Arbeitsförderungspolitik wird im Sinne einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik umgebaut. Im Zentrum steht die eigene Integrations-leistung der Arbeitslosen, die durch das Dienstleistungs- und Förder-angebot gestützt und abgesichert werden soll.

4.1 JobCenter

JobCenter werden künftig das lokale Zentrum für alle Dienstleistungen am Arbeitsmarkt sein, d.h. das Arbeitsamt wird in seiner Betriebsform zu einem JobCenter umgestaltet. Daraus ergibt sich eine grundlegende, Institutionen übergreifende Neugestaltung der arbeitsmarktrelevanten Prozesse. Jenseits der bisherigen Zuständigkeitsorganisationen ent-steht für den Vermittlungsprozess ein ganzheitlicher Service für den Kunden.

Das JobCenter ist für alle Arbeitgeber der Region und für alle Erwerbs-fähigen zuständig, die arbeitslos bzw. arbeitsuchend sind, einschließlich der bisherigen erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger.

Die operative Umsetzung einschließlich der Entscheidung, welche Leistungen im jeweiligen JobCenter erbracht werden, obliegt der neuen Bundesanstalt für Arbeit [BA-neu]. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten.

Mit dem JobCenter wird die grundsätzlich doppelte Zuständigkeit zwischen Arbeits- und Sozialamt für Arbeitslose und erwerbsfähige So-zialhilfeempfänger aufgehoben. Dies drückt sich zum einen in der Zusammenführung der bisherigen Leistungsarten Arbeitslosen- und Sozialhilfe aus. Zum anderen bringt sich das Sozialamt mit seinen bisherigen Beratungs- und Betreuungsleistungen (z.B. Schuldenbe-ratung) direkt in das JobCenter ein.

Die Leistungen für Arbeitsuchende, Arbeitslose und Jugendliche vor Eintritt ins Erwerbsleben umfassen die Berechnung, und Auszahlung des Arbeitslosengeldes, die Arbeitsmarkt-, Stellen- und Berufsberatung, die flankierende Beratung und Betreuung zur Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit, das Management der Qualifizierungsmaß-nahmen sowie die Überleitung geeigneter Arbeitsloser in die Personal-ServiceAgentur.

Die für die Betreuung der Erwerbsfähigen notwendigen und sinnvollen Dienstleistungen aus den Bereichen Jugendamt, Wohnungsamt, Drogen-, Sucht- und Schuldenberatung werden mit den neu struktur-ierten Dienstleistungen der [BA neu] organisatorisch zusammengefasst.

Um Arbeitsuchende schneller und gezielter in Arbeit zu bringen, werden sie nach ihrem Unterstützungsbedarf dem gestuften Beratungs- und Betreuungsangebot[8] des JobCenters zugeführt.

Arbeitsuchende sind als „ Informationskunden “ zu verstehen, wenn sie in der Lage sind, die Stellensuche in Eigeninitiative erfolgreich zu ge-stalten. Ihnen werden lediglich die benötigten Informationen zur Stellen-suche oder beruflichen Neuorientierung zur Verfügung gestellt.

Beratungskunden “ haben darüber hinaus Beratungsbedarf bzgl. des Vorgehens bei der Arbeitsplatzsuche. Im Vordergrund stehen hier, das Erkennen und Beheben fachlicher und persönlicher Vermittlungs-hemmnisse.

Als „ Betreuungskunden “ sind Arbeitsuchende mit erheblichen vermitt-lungshemmenden Hindernissen (fehlende Arbeitsmarktnähe aufgrund z.B. persönlicher Probleme, fachlicher Defizite etc.) anzusehen.

Durch die der Größe des JobCenters angemessene, marktorientierte Differenzierung von Kundengruppen und durch die Segmentierung der Arbeitsuchenden nach ihrem Beratungs- und Betreuungsbedarf ergibt sich eine zielgruppenspezifische Ausrichtung der Prozesse im Job-Center.

Profiling bietet die Basis für einen verbesserten Vermittlungsprozess. Durch ein Eingangsprofiling wird festgestellt, ob ein Beratungs- und Be-treuungsbedarf des Kunden vorliegt. Eine Erfassung von Potenzialen geht über starre Stellen- und Berufsbeschreibungen hinaus. Neben dem eigentlichen Bewerberprofil werden Wunsch- und Ziel-Stellen-profile erfasst. Für Arbeitgeber besteht die Möglichkeit, Stellen für be-stimmte Befähigungen oder verwandte Berufe („JobFamilien“) auszu-schreiben. Dieses Vorgehen ermöglicht ein Matching zwischen benachbarten Qualifikations- und Brachenbereichen und öffnet auf diese Weise Migrations- und Besetzungspfade innerhalb der Job-Familien.

Im Zentrum der Arbeit des JobCenter steht der Vermittlungsprozess. Alle Aktivitäten sind auf die Integration der Arbeitslosen in Beschäfti-gung auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgerichtet. Das wirksame Zusam-menführen von angebots- und nachfrageseitiger Vermittlung muss daher gewährleistet sein.

Die Hauptachse in der Prozesskette des JobCenter wird durch die Bereiche Clearingstelle, Fallmanager, Vermittler und PSA[9] gebildet.

Die Clearingstelle ist der zentrale Anlaufpunkt, von der aus die Kunden-steuerung organisiert wird. Diese führt die Kunden zielgruppen- und anliegengerecht den weiteren Fachkräften und Service-Stellen (z.B. Fallmanager, Vermittler, Berufsberater usw.) zu. Beim Führen des ersten Gesprächs mit dem Kunden, werden unter anderem die Leistungsvoraus­setzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld ab­geklärt.

Kunden mit weitergehenden Beratungs- und Betreuungsbedarf werden einem Fallmanager zugeordnet. Er erstellt oder veranlasst das Tiefen-profiling, auf dessen Basis das weitere Vorgehen mit dem Kunden ver-einbart wird. Insbesondere organisiert er die erforderlichen Maßnahmen zur Abklärung und Förderung der Integrationsfähigkeit in Abstimmung mit den Vermittlern, weiteren Fachkräften des JobCenter und der PSA. Der Fallmanager konzentriert sich ausschließlich auf die Arbeitslosen und übernimmt somit einen Teil der Aufgaben früherer Vermittler.

Der Vermittler soll für die Betreuung von Arbeitgebern und Arbeitslosen zuständig sein und konzentriert sich auf die Akquisition offener Stellen seines zugewiesenen Betriebssegments und auf das Matching von Bewerbern und offenen Stellen. Die Vereinfachung der Vorschriften und größerer individueller Handlungsspielraum ermöglichen eine intensivere Auseinandersetzung mit den Kundenanforderungen. Dies eröffnet die Möglichkeit, Arbeitgeber zielgerecht und aktiv anzusprechen sowie regelmäßige Kontakte zu halten, um Stellen zu akquirieren. Der Vermit-tler bespricht mit dem Arbeitsuchenden in Frage kommende Stellenan-gebote und bereitet ihn auf das Bewerbungsgespräch vor. Im Matching-Prozess haben sie Eigenverantwortung für die optimale Zusammen-führung von Arbeitsangebot- und nachfrage.

Neu Stellen werden mittel- und langfristig nur von Unternehmen ge-schaffen. Die Vermittler entwickeln für das betreute Unternehmen-segment ein angepasstes Serviceprofil. Hierzu zählt z.B. eine qualifi-zierte Vorauswahl von Bewerbern.

[...]


[1] Benannt nach Peter Hartz (Personalvorstand der Volkswagen AG), Kommission zur Erarbeitung eines Konzeptes zur Verringerung der Arbeitslosigkeit

[2] wird regelmäßig von der Bundesanstalt für Arbeit ermittelt

[3] Beamte, sv-pflichtige Arbeitnehmer, geringfügige Beschäftigte, Arbeitslose

[4] Bundesanstalt für Arbeit (Stand 05.02.2003)

[5] Samuelson

[6] ein neuer Name für ein altes, aber an Bedeutung gewinnendes Phänomen

[7] der Begriff wurde von Milton Friedman geprägt

[8] Einteilung in drei Kategorien: Informations-, Beratungs- und Betreuungskunden

[9] P ersonal S ervice A gentur (siehe Pkt. 4.3).

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Das Arbeitsmarktproblem im Rahmen der Vorschläge der Hartz-Kommission
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Veranstaltung
Konjunktur und Beschäftigung
Note
1,3
Autoren
Jahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V48071
ISBN (eBook)
9783638448727
ISBN (Buch)
9783638681865
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Arbeit mit breitem Rand
Schlagworte
Arbeitsmarktproblem, Rahmen, Vorschläge, Hartz-Kommission, Konjunktur, Beschäftigung
Arbeit zitieren
Jens Lehmann (Autor)Stefan Pietzonka (Autor), 2003, Das Arbeitsmarktproblem im Rahmen der Vorschläge der Hartz-Kommission, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48071

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