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Kinderfreundschaften

Title: Kinderfreundschaften

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 14 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Carolin Löffler (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Freundschaften als zwischenmenschliche Beziehungen spielen bei Kindern wie auch bei uns Erwachsenen eine große und bedeutende Rolle. Möglicherweise bedeuten Freunde Kindern sogar noch mehr. Das kommt daher, dass Kinder in der Entwicklung ihres Selbstvertrauens Unterstützung brauchen und diese sicherlich durch Freundschaften erhalten können. Denn sie können mit Gleichaltrigen Erfahrungen machen, die mit Erwachsenen so nicht möglich sind, da unter Kindern ein symmetrisches Verhältnis besteht, sie stehen grundsätzlich auf der gleichen Stufe und sind so gleichberechtigt. Somit können sie Dinge lernen, die mit Erwachsenen nicht möglich wären.
„Im Umgang mit Freunden und Gleichaltrigen (Peers) erlernen Kinder Kooperation und Wetteifer, moralisches Urteilen und Handeln, Vertrauen, Sensibilität u.a.m.“ Wagner beschreibt das Erlernen sozialer Kompetenz. Die Kinder lernen in der Zweierbeziehung Verhaltensweisen und Umgangsformen, die notwendig sind, um in unserer Gesellschaft zu leben.
Durch den Vergleich mit anderen Kindern, der ständig vorkommt, kann man sein Selbstbild entwickeln. Man sieht sich mit der Identität des anderen konfrontiert und nimmt sich selbst so genauer und anders wahr. Das stärkt das Selbstbewusstsein und gibt Sicherheit. Bachmann spricht von „einer Differenzierung und Intensivierung des Selbsterlebens.“ Ganz grundsätzlich wird durch Freundschaften das Bedürfnis nach Nähe befriedigt. Menschen sind auf andere Menschen angewiesen, diese sind für das Überleben und das Wohlbefinden notwendig. Das Grundbedürfnis nach einem Menschen, dem man vertrauen kann, der einem zur Seite steht und mit dem man Spaß haben kann, wird in Freundschaften befriedigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition von (Kinder-) Freundschaft

3 Freundschaftskonzepte

4 Formen und Merkmale von Kinderfreundschaften

4.1 Anzahl der Freunde

4.2 Enge – lockere Freundschaften

4.3 Mädchen – Jungen

4.4 Elterneinfluss

5 Entwicklung von Kinderfreundschaften

5.1 Beginn einer Freundschaft

5.1.1 Ähnlichkeit als Kriterium der Freundeswahl

5.1.2 Individuelle Voraussetzungen

5.1.3 Kontaktaufnahme

5.2 Freundschaft muss gepflegt werden

5.3 Konflikte und Streit

5.4 Abbruch der Freundschaft

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, Formen und die dynamische Entwicklung von Kinderfreundschaften. Dabei wird analysiert, welche Rolle diese sozialen Beziehungen für die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen sozialer Kompetenzen spielen und wie sich das Verständnis von Freundschaft im Kindesalter verändert.

  • Bedeutung von Freundschaften für die kindliche Entwicklung und Selbstwahrnehmung.
  • Stufenmodelle des Freundschaftsverständnisses (nach Selman).
  • Einflussfaktoren auf die Freundeswahl (Geschlecht, Alter, elterlicher Einfluss).
  • Prozesse der Beziehungsgestaltung, Konfliktlösung und das Auseinanderdriften von Freundschaften.

Auszug aus dem Buch

3 Freundschaftskonzepte

Es gibt einige empirische Untersuchungen zu Freundschaftskonzepten, also zu der Vorstellung, die Kinder von einer Freundschaft haben. Ich stelle das Stufenmodell von Selman vor, da dieses gut strukturiert und nachvollziehbar ist. Selman geht davon aus, dass die Perspektivenübernahme nach Piaget Basis für jede Freundschaft ist. Man muss von sich absehen können, um auf andere eingehen zu können. 1979 interviewte Selman Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren, was zu folgender Einteilung in Stufen führte.

Stufe 0: „Freundschaft als momentane physische Interaktion“ Auf dieser Stufe der Drei- bis Siebenjährigen werden vor allem äußere Merkmale beachtet, wie eine gewisse Ähnlichkeit oder eine räumliche Nähe wie Nachbarschaft. Die Freundschaften sind noch nicht sehr stabil und bestehen eigentlich nur durch die gemeinsame Aktivität. Falls Konflikte auftreten, geht es dabei nicht um persönliche Gefühle, sondern meist um Spielsachen.

Stufe 1: „Freundschaft als einseitige Hilfestellung“ Bis zum Alter von neun Jahren befinden sich Kinder auf dieser Stufe. Sie kennen bereits die Bedürfnisse ihres Freundes, sind aber noch nicht fähig, sich vollkommen in den Partner hineinzuversetzen und so die beiden Sichtweisen aufeinander zu beziehen. „Ein Freund ist jetzt derjenige, der das tut, was man selber will.“ Konflikte werden einseitig verursacht angesehen und können auch nur einseitig gelöst werden wie durch Rücknahme.

Stufe 2: „Freundschaft als Schönwetterkooperation“ Freundschaft ist auf dieser Stufe der Neun- bis Zwölfjährigen eine wechselseitige Beziehung, die Kinder kennen nun auch die Sichtweise des Partners, schaffen es aber immer noch nicht, die verschiedenen Standpunkte aufeinander zu beziehen. Bei Streit muss eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden werden, ansonsten wird die Freundschaft beendet, sie ist nur eine „Schönwetterkooperation“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zentrale Bedeutung von Freundschaften als Raum für symmetrische soziale Erfahrungen und zur Entwicklung des kindlichen Selbstbildes.

2 Definition von (Kinder-) Freundschaft: Dieses Kapitel zeigt die Schwierigkeiten bei einer allgemeinen Definition auf und betont die Abhängigkeit von Alter und Entwicklungsstand des Kindes.

3 Freundschaftskonzepte: Hier wird das Stufenmodell von Selman eingeführt, welches die Entwicklung des Freundschaftsverständnisses von der physischen Interaktion bis hin zur autonomen Beziehung beschreibt.

4 Formen und Merkmale von Kinderfreundschaften: Dieses Kapitel untersucht Variablen wie die Anzahl der Freunde, die Intensität der Bindung sowie geschlechtsspezifische Unterschiede und den Einfluss der Eltern.

5 Entwicklung von Kinderfreundschaften: Hier werden die prozessualen Phasen einer Freundschaft von der Anbahnung und Kontaktaufnahme über die Pflege bis hin zu Konflikten und dem möglichen Ende erläutert.

Schlüsselwörter

Kinderfreundschaften, soziale Kompetenz, Selbstbild, Selman, Perspektivenübernahme, Freundeswahl, Geschlechtsidentität, Elterneinfluss, Sozialisation, Konfliktlösung, Schönwetterkooperation, Interdependenz, Peer-Gruppe, Freundschaftsentwicklung, kindliche Bedürfnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Erziehungswissenschaftlichen Aspekte von Kinderfreundschaften, ihre Bedeutung für die Entwicklung und die verschiedenen Formen dieser sozialen Beziehungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Freundschaftskonzepten, Merkmale von Freundschaften im Grundschulalter und die entwicklungspsychologischen Stadien der Beziehungsgestaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Darstellung, wie Kinder Freundschaften verstehen, schließen und pflegen sowie welche Faktoren (Alter, Geschlecht, Eltern) diesen Prozess beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender empirischer Untersuchungen, insbesondere des Stufenmodells von Selman und Beobachtungen zur sozialen Interaktion von Kindern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konzeptualisierung, die Analyse von Merkmalen wie Anzahl der Freunde und Geschlechterpräferenzen sowie die detaillierte Betrachtung des Entwicklungsverlaufs einer Freundschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinderfreundschaften, Sozialisation, Schönwetterkooperation, Geschlechtsidentität und soziale Kompetenz charakterisiert.

Warum fällt es jüngeren Kindern schwerer, Konflikte in Freundschaften zu lösen?

Jüngere Kinder befinden sich laut Stufenmodell noch in einer Phase, in der sie Schwierigkeiten haben, sich in die Perspektive des Gegenübers zu versetzen; Konflikte werden daher oft durch einseitiges Beenden der Freundschaft oder Weggehen gelöst.

Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Wahl der Freunde im Kindesalter?

Kinder bevorzugen meist das eigene Geschlecht, was der Suche nach der eigenen geschlechtsspezifischen Identität dient und bis zum Alter von etwa elf Jahren an Bedeutung gewinnt.

Warum kann ein Umzug für Kinder schmerzlicher sein als das Auseinanderdriften einer Freundschaft?

Während bei einem Umzug oft äußere Umstände für die Trennung sorgen, ist das Auseinanderdriften häufig mit dem Gefühl verbunden, dass das Kind vom ehemaligen Freund nicht mehr gemocht wird, was die Selbstwahrnehmung stärker belasten kann.

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Details

Title
Kinderfreundschaften
College
University of Education Freiburg im Breisgau
Course
Erziehungswissenschaftliche Inhalte und Kompetenzen für die Grundschule und den Anfangsunterricht
Grade
1,4
Author
Carolin Löffler (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V48107
ISBN (eBook)
9783638448994
Language
German
Tags
Kinderfreundschaften Erziehungswissenschaftliche Inhalte Kompetenzen Grundschule Anfangsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Löffler (Author), 2004, Kinderfreundschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48107
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