IAS 12 und latente Steuern


Hausarbeit, 2005
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Theoretisches Grundkonzept der latenten Steuern

2. Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern

3. Abgrenzungskonzepte bei der Ermittlung der latenten Steuern

4. Arten der Erfolgsdifferenzen
4.1 permanente Differenzen
4.2 quasi -permanent Differenzen
4.3 Temporäre Differenzen

5.Methoden der Bewertung
5.1 Verbindlichkeitsmethode
5.2 Abgrenzungsmethode
5.3 Vergleichende Berechnung der latenten Steuern unter
Verwendung der Anpassungsmethode und der
Verbindlichkeitsmethode
5.3.1 Erklärung zur Berechnung der latenten Steuern in der
1.Periode nach der Abgrenzungsmethode
5.3.2 Explanation of the second period: liability period
5.3.3 Buchungssätze für die Anpassungsmethode und die

Verbindlichkeitsmethode

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Zusammenhang zwischen zu versteuerndem Einkommen und dem handelsrechtlichen Steuerausweis Seite

Tabelle2 Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern Seite

Tabelle :3 Vergleichende Berechnung der latenten Steuern unter Verwendung der Anpassungsmethode und der Verbindlichkeitsmethode Seite

Vorwort

Indem ich diesem Report schrieb, möchte ich den Leser in das Thema latente Steuern in der internationalen Rechnungslegung nach IAS 12 vorstellen. Einführend möchte ich die Grundidee und die Definition der latenten Steuern an Hand des Theoretischen Grundkonzepts der latenten Steuern erläutern.

Danach möchte ich die unterschiedlichen Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern darstellen. Die Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern Verursachen sollen an Hand von Beispielen verdeutlicht werden.

Für ein besseres Verständnis für die Entstehung von latenten Steuern in IAS werde ich Methoden der Ermittlung darlegen. Die internationale Rechnungslegung nach IAS ermittelt die latenten Steuern nach dem temporary concept. Um die Unterschiede in der Ermittlung der latenten Steuern zu verdeutlichen, werde ich auch das Timing Konzept erstellen. Das temporary concept umfasst die temporären und quasi-temporären Differenzen und schließt, wie generell latente Steuern, die permanenten Differenzen aus. Hierbei ist es natürlich notwendig für die jeweilige Differenz eine Definition zu finden. Wenn wir nun den Grundgedanken und die Definition von latenten Steuern verstehen und weiterhin wissen, wie wir die latenten Steuern ermitteln, wird uns im letzten Schritt interessieren, wie die latenten Steuern bewertet werden. Die Bewertung der latenten Steuern in der Rechnungslegung nach IAS erfolgt nach der Verbindlichkeitsmethode. Um die Unterschiede in der Ermittlung zu verdeutlichen werde ich hier auch auf die Anpassungsmethode eingehen. Für ein besseres Verständnis werde ich meinen Bericht mit einer Beispielberechnung der latenten Steuern nach der Verbindlichkeitsmethode und nach der Anpassungsmethode beenden.

Thema: Latente Steuern nach IAS 12 30.05.05 Von Nadin Schäfer

1. Theoretisches Grundkonzept der latenten Steuern

Mit der Hilfe eines latenten Steuerabgrenzungspostens soll eine Kongruenz zwischen dem tatsächlichen, aus der steuerrechtlichen Erfolgsgröße abgeleiteten Ertragsteueraufwand des Geschäftsjahres (und früherer Geschäftsjahre) und einem dem handelsrechtlichen Erfolg entsprechenden fiktiven Steueraufwand hergestellt werden. So kann man generell sagen, dass latente Steuern aus temporären Differenzen aus dem handelsbilanziellen und dem steuerlichen Gewinn bzw. Erfolgsermittlung resultieren. .1

Tabelle 1 Zusammenhang zwischen zu versteuerndem Einkommen und dem handelsrechtlichen Steuerausweis2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine vollständige Kongruenz zwischen Handelserfolg und Steuerausweis kann und soll jedoch nicht erreicht werden.3Diese Tatsache liegt darin begründet, dass das Instrument der latenten Steuern die permanenten Differenzen generell ausschließt. Permanente Differenzen sind Differenzen, die aus der handelsrechtliche Erfolgsermittlung und der steuerliche Gewinnermittlung resultieren, welche zwar in einer Periode entstehen, aber in den in den Folgeperioden nicht mehr kompensiert werden. Allgemein beinhalten latente Steuern zwei Arten von Erfolgsdifferenzen, den temporären Differenzen und den Quasi-permanenten Differenzen. Die latenten Steuern unterscheiden sich im HGB, US-GAAP, IAS und DRS in ihren Bewertungs- und Bilanzierungsansätze auf Grund ihrer unterschiedlichen Zielsetzungen.4

Thema: Latente Steuern nach IAS 12 30.05.05 Von Nadin Schäfer

Da ich mich auf die Rechnungslegung nach IAS konzentrieren möchte, werde ich hier nur die Ziele der Rechnungslegung nach IAS darlegen. Das Hauptziel der Rechnungslegung nach IAS ist es, dem Aktieninhaber bzw. Shareholder die relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen, damit er die nötigen Entscheidungen treffen kann. Hierzu ist der richtige Ausweis der Vermögenswerte und Schulden in der IAS- Bilanz notwendig.5

2. Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern

Man unterscheidet zwei Ebenen auf denen Erfolgsdifferenzen entstehen können, wobei die latenten Steuern nach IAS beide beinhalten. Die erste Ebene wird als Ebene der primären Differenzen bezeichnet, da hier die Unterschiede zwischen dem Einzelabschluss auf handelsrechtlicher Ebene und der Steuerbilanz entstehen. Als Gründe für die Entstehung der Differenzen auf der Ebene der primären Differenzen sind hauptsächlich Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zu sehen. Dabei erfolgt die Bilanzierung in der Steuerbilanz nach strengeren Bilanzierungs- und Bewertungsansätzen als im Einzelabschluss. Die zweite Ebene wird als Ebene der sekundären Differenzen bezeichnet, da hier die Unterschiede zwischen dem Konzernabschluss und der Steuerbilanz entstehen. Als Gründe für die Entstehung der Differenzen auf der Ebene der sekundären Differenzen sind hauptsächlich Konsolidierungsmaßnahmen zu sehen.6

Tabelle2 Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern -primäre Differenzen7 Ursachen für die Entstehung von latenten Steuer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ursachen für die Entstehung von latenten Steuern in der sekundären Ebene8Latente Steuern können im Konzernabschluss auf Grund der Durchführung nachfolgender Konsolidierungsmaßnahmen entstehen:

- Differenzen im Rahmen der Kapitalkonsolidierung

- Erfolgswirksame Schuldenkonsolidierung

- Zwischenergebniseleminierung

- Konzerninterne Gewinnausschüttung/ Verlustausgleich

- Bewertung nach der Equity-Methode

3. Abgrenzungskonzepte bei der Ermittlung der latenten Steuern

Wird bei der Abgrenzung latenter Steuern nur auf solche Differenzen abgestellt, die sowohl erfolgswirksam entstanden sind als auch erfolgswirksam aufgelöst werden, handelt es sich um eine GuV-orientierte Sichtweise, welche auch als das Timing Konzept bezeichnet wird. Das Timing Konzept beinhaltet nur die temporären Differenzen, so dass im Gegensatz zu Temporary Concept die quasi-permanenten Differenzen ausgeschlossen werden. Das Timing Konzept wird hauptsächlich bei der Rechnungslegung nach dem HGB verwendet.9 Dagegen verwendet die Rechnungslegung nach IAS das Temporary Concept. Dieses Konzept stellt eine bilanz- orientierte Sichtweise dar. Hierbei wird es regelmäßig zu Differenzen bei einzelnen Bilanzpositionen kommen, so dass auf den Unterschied zwischen dem handelsrechtlichen Wertansatz und dem steuerrechtlichen Wertansatz einzelner Vermögenswerte und Schulden abzustellen ist. Das Hauptinteresse des Temporary Konzept besteht in der korrekten Ausweisung der Steuererstattungsansprüche und - verpflichtungen zum Bilanzstichtag. Im Zuge der Steuerabgrenzung nach dem Temporary Konzept spielt es keine Rolle, ob die betrachteten Differenzen erfolgswirksam entstanden sind und aufgelöst werden. Wichtig ist hier nur zu wissen, dass das Temporary Concept temporäre und quasi-permanente Differenzen beinhaltet und permanente Differenzen ausschließt.10

4. Arten der Erfolgsdifferenzen

Der Ansatz latenter Steuern hängt vom Charakter der zu Grunde liegenden Differenz ab. Allgemein werden drei Arten von Erfolgsdifferenzen unterschieden:11

- temporäre Differenzen (timing differences)

- quasi-permanente Differenzen (temorary differences) x permanente Differenzen.

4.1 Permanente Differenzen

Permanente Differenzen sind Differenzen, die aus der handelsrechtliche Erfolgsermittlung und der steuerliche Gewinnermittlung resultieren, welche zwar in einer Periode entstehen, aber in den in den Folgeperioden nicht mehr kompensiert werden. Man verwendet permanente Differenzen weder für die Rechnungslegung nach HGB noch nach IAS, US-GAAP oder DRS12

Beispiele für Permanente Differenzen:

- verdeckte Gewinnausschüttungen werden steuerrechtlich nicht als Betriebsausgaben nach § 8 Abs. 3 KStG anerkannt

- steuerlich nicht anerkannte Goodwillabschreibungen x steuerfreie Erträge

4.2 quasi -permanent Differenzen

Als quasi-permanent werden Differenzen bezeichnet, deren Umkehrung nicht in einem überschaubaren Zeitrahmen, sondern nach sehr langer Zeit, gewöhnlich erst bei Veräußerung eines Vermögenswertes oder der Liquidation des Unternehmens, erfolgt. Beispiele für quasi -permanente Differenzen

- unterschiedlicher Wertansatz eines Grundstücks in Steuer- und Handelsbilanz. x alle handelsrechtlich zulässige Abschreibungen auf nicht abnutzbare Anlagegegenstände13

Thema: Latente Steuern nach IAS 12 30.05.05 Von Nadin Schäfer

4.3 Temporäre Differenzen

Temporäre Differenzen beinhalten 2Arten von Differenzen. Zum einen die Differenzen, die sich aus der Bewertung des Steuerelementes in der vorbereitenden Handelsbilanz („income statement for financial reporting purposes“) und der Bewertung in der handelsrechtlichen Erfolgsermittlung ergibt. Zum anderen entstehen temporäre Differenzen, wenn Aufwendungen und Erträge infolge abweichender handels- und steuerrechtlicher Gewinnermittlungsvorschriften zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Handels- und Steuerbilanz erfasst werden. Es handelt sich um Ergebnisunterschiede, „die sich in einem absehbaren Zeitraum wiederumkehren. Zeitliche Abweichungen führen damit lediglich zu unterschiedlichen Periodenerfolgen, nicht jedoch zu einem abweichenden Totalerfolg. Beispiele für temporäre Differenzen: x unterschiedliche Abschreibungsmethoden

- verschiedene Nutzungsdauern in Steuer- und Handelsbilanz,

- der Ansatz steuerlich nicht zulässiger Rückstellungen in der Handelsbilanz

- eine Bewertung zur Wertuntergrenze nach § 255 Abs. 2 HGB im Rahmen der Herstellungskosten

- eine nach der percentage of completion method vorgezogene

Gewinnrealisierung im nach internationalen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss.14

5.Methoden der Bewertung

5.1 Verbindlichkeitsmethode

Das Ziel der Verbindlichkeitsmethode ist die Steuererstattungsansprüche und - verpflichtungen zum Bilanzstichtag richtige auszuweisen. Bei der Verbindlichkeitsmethode sind Steuerlatenzen mit dem voraussichtlich zum Zeitpunkt ihrer Umkehrung gültigen Steuersatz zu bewerten. Dies bedeutet, dass die Steuerlatenzen bei der Anwendung der Verbindlichkeitsmethode bei einer nachträglichen Änderung des Steuersatzes rückwirkend angepasst werden. Die Verbindlichkeitsmethode ist bei der Rechnungslegung nach IAS anzuwenden.15

[...]


1 Küting.pdf S 441

2Ebd.

3http://www.iasplus.com

4WP-Handbuch 2000, Bd. I, N Tz. 924.

8Lühmann, Volker, Latente Steuern im Konzernabaschluss, S.92

9Küting.pdf S443

10www.teitler.ch/IAS37Plain.ppt

11Küting.pdf

12Ebd.

13Ebd,

14Küting.pdf

15Pellens, Internationale Rechnungslegung S 258

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
IAS 12 und latente Steuern
Hochschule
Fachhochschule Eberswalde
Veranstaltung
Internationale Rechnungslegung
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V48138
ISBN (eBook)
9783638449212
ISBN (Buch)
9783638650656
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inkl. einem englischsprachigen Arbeitsblatt. Die Arbeit ist im Archiv auch komplett auf englisch verfügbar.
Schlagworte
Steuern, Internationale, Rechnungslegung, IAS, latent
Arbeit zitieren
Nadin Schäfer (Autor), 2005, IAS 12 und latente Steuern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48138

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