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Das Modell der "Wiedergeburt" zu "neuem Leben" in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte

Title: Das Modell der "Wiedergeburt" zu "neuem Leben" in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 36 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ralph Marko (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

"Die Seelenwanderung, auch als Reinkarnation oder Metempsychose bezeichnet, ist die religiöse Vorstellung vom Übergang der Seele beim Tod in eine andere Daseinsform", so lautet die Definition in zahlreichen Sachbüchern und Lexika . Der vor allem in östlichen Religionen wie dem Buddhismus und Hinduismus beheimatete Reinkarnationsglaube beinhaltet in der Regel eine lange Abfolge von Wiedergeburten, während derer sich die Seele in unterschiedlichsten menschlichen, göttlichen, tierischen oder sogar pflanzlichen Körpern wieder finden kann. Auch die deutsche Literatur hat die Seelenwanderung thematisiert. Insbesondere die theosophische These der buddhistischen Reinkarnationslehre taucht als Seelenwanderungsglaube teilweise profanisiert in der fantastischen Literatur auf . "Die Wiedergeburt des Melchior Dronte" (1921) von Paul Busson stellt einen der wenigen Texte der Frühen Moderne (1890 - 1930) dar, welcher den Gedanken an eine Wiedergeburt nicht nur postuliert, sondern ihn sogar zum Sujet des Werkes macht. Dass es Paul Busson aber nicht nur bloß um die Umfunktionalisierung jener Reinkarnationsgedanken geht, soll in dieser Hausarbeit gezeigt und bewiesen werden. Der Begriff "Leben" spielt dabei eine besonders zentrale Rolle. Diesbezüglich geht mein besonderer Dank an Frau Prof. Dr. Marianne Wünsch der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie hat ein Modell entwickelt, welches sich mit der Kombination der Wiedergeburt und dem "Lebensbegriff" der Welt auseinandersetzt . Dieses "Leben – Tod – (Wieder)Geburt – Neues Leben" – Modell schreibt dem Terminus "Leben" – im Gegensatz zur Goethezeit – anhand der "Drei-Ebenen-Struktur" eine andere Bedeutung zu. Jene knappe Darstellung des Modells der "Wiedergeburt" zu "neuem Leben" geht in einem theoretischen Teil der eigentlichen Analyse voran . Im Folgenden soll anhand der "Wiedergeburt des Melchior Dronte" in einer analytischen Abhandlung geprüft werden, inwieweit sich dieses System von dem fantstischen Roman Paul Bussons abstrahieren lässt. Darauf, dass das Modell dabei eine spezielle Funktion erfüllt, wird ebenfalls im Anschluss eingegangen. Anhand der folgenden Analyse sind Graphiken entstanden, welche im Anhang dieser Hausarbeit einzusehen sind. Diese sollen der Veranschaulichung dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil: Das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in erzählender Literatur 1890 – 1930

3. Praktischer Teil: Das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte (1921)

3.1. Ebene 1: wörtliche Bedeutung (biologischer Sinn) → „Leben 1“

3.2. Ebene 2: metaphorische Bedeutung im Diesseits → „Leben 2“

3.3. Ebene 3: metaphorische Bedeutung im Jenseits → „Leben 3“

3.4. Das Modell und dessen elementare Merkmale

3.5. Das Modell und dessen Funktionalisierung

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in Paul Bussons Roman Die Wiedergeburt des Melchior Dronte und analysiert, wie dieses System in der fantastischen Literatur der Frühen Moderne funktionalisiert wird, um existenzielle Sinnfragen und metaphysische Ordnungen zu verhandeln.

  • Analyse der Drei-Ebenen-Struktur des Lebensbegriffs
  • Untersuchung der Reinkarnation als Katalysator für Selbstfindung
  • Interpretation der Rollen von Helferfiguren und Antagonisten
  • Darstellung der Funktionalisierung des Bösen als Théodicée

Auszug aus dem Buch

3.1. Ebene 1: wörtliche Bedeutung (biologischer Sinn) → „Leben 1“

Der Ebene 1 in Paul Bussons Werk liegt die okkultistische Realitätserfahrung zugrunde. Das Ich erfährt seine Realität innerhalb einer Gesamtserie „Leben 1 – Tod 1 – Wiedergeburt 1 – Neues Leben 1“. Diese Begriffsreihe lässt sich exakt auf Die Wiedergeburt des Melchior Dronte übertragen: „Leben 1 als Melchior Dronte – Tod 1 durch Fall der Guillotine – Wiedergeburt 1 – Neues Leben 1 als Sennon Vorauf“.

Im „Leben 1“ setzt die Handlung im Alter von fünf Jahren des Melchior Dronte ein: „Ich erinnere mich sehr genau an einen Vorfall aus meinem fünften Lebensjahre.“ Die Größe „Geburt 1“, wie in der normal geltenden Realitätserfahrung enthalten, wird nicht genannt. Dies ist auch nicht zwingend notwendig. Wenn sich eine Person bereits in einem „Leben 1“ befindet, setzt dies eine „Geburt 1“ voraus. Im weiteren Handlungsverlauf passiert der Freiherr Melchior Dronte in seinem „Leben 1“ verschiedene Abschnitte: (1) Kind, (2) Student, (3) Soldat, (4) Bürger und (5) Sträfling.

Aufgrund der Verurteilung zum Tode – Dronte soll sich gegen gewaltsame Bürger aufgelehnt haben, um die Prinzessin Lamballe zu retten – und der Tötung durch die Guillotine ergibt sich die Größe „Tod 1“. Sie bildet die Voraussetzung für eine „Wiedergeburt 1“. Dabei bedient sich Paul Busson verschiedener Darstellungen des Todes. Zum einen führt er ein „Entschlafen“ an, in dem der Held in einem Dämmerungszustand (Busson lässt seine Figur in einen krankhaften Fieberzustand verfallen: „Mein Blut ging in raschen Stößen, als ob ein Fieber nahe wäre.“) sich vom menschlichen Körper löst und in eine nicht menschliche Welt eintaucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Begriff der Seelenwanderung und deren Bedeutung in der fantastischen Literatur der Frühen Moderne.

2. Theoretischer Teil: Das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in erzählender Literatur 1890 – 1930: Erläuterung der Drei-Ebenen-Struktur und der Neusemantisierung des Lebensbegriffs in diesem literaturgeschichtlichen Kontext.

3. Praktischer Teil: Das Modell der „Wiedergeburt“ zu „neuem Leben“ in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte (1921): Detaillierte Anwendung des Modells auf den Roman Bussons unter besonderer Berücksichtigung der okkulten und persönlichen Entwicklung des Protagonisten.

3.1. Ebene 1: wörtliche Bedeutung (biologischer Sinn) → „Leben 1“: Analyse der wörtlichen Reinkarnationsabfolge vom Leben als Melchior Dronte bis hin zur Transformation als Sennon Vorauf.

3.2. Ebene 2: metaphorische Bedeutung im Diesseits → „Leben 2“: Untersuchung der verschiedenen Lebenszustände des Protagonisten im Diesseits, von neutralen Phasen bis hin zu gesteigerten Lebenstypen.

3.3. Ebene 3: metaphorische Bedeutung im Jenseits → „Leben 3“: Betrachtung der Erlangung des höchsten eigentlichen Lebens und der abschließenden Transformation des Protagonisten.

3.4. Das Modell und dessen elementare Merkmale: Systematische Aufarbeitung der zwölf zentralen Marker wie absolute metaphysische Instanz, Variabilität der Manifestation und Doppelgänger.

3.5. Das Modell und dessen Funktionalisierung: Darstellung der argumentativen Funktion des Reinkarnationsmodells als Théodicée und Rechtfertigung des Bösen.

4. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass das Wiedergeburtmodell den Weg zur Selbstfindung des Ichs strukturiert.

Schlüsselwörter

Wiedergeburt, Reinkarnation, Metempsychose, Frühe Moderne, Melchior Dronte, Paul Busson, Lebensbegriff, Selbstfindung, Jenseits, Okkultismus, Théodicée, Bewusstseinsspaltung, Transformation, Phantastische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Modell der Wiedergeburt in Paul Bussons Roman „Die Wiedergeburt des Melchior Dronte“ und verknüpft dieses mit literaturwissenschaftlichen Konzepten der Frühen Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Reinkarnationslehre, die Strukturierung von Lebensphasen, die Rolle des Okkulten und die psychologische Selbstfindung innerhalb eines fantastischen Erzählrahmens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Modell der Wiedergeburt im Roman als funktionales System zur Bewältigung von Sinnfragen und zur Rechtfertigung des Leids (Théodicée) eingesetzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Drei-Ebenen-Struktur von Marianne Wünsch basiert, um den Text strukturiert zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Lebens-Modelle der Epoche und eine detaillierte praktische Anwendung auf Bussons Roman, unterteilt in wörtliche, metaphorische und jenseitige Ebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Reinkarnation, Transformation, Théodicée, Selbstfindung und Phantastische Literatur beschreiben.

Welche Rolle spielt die Figur des „Ewli“ für Melchior Dronte?

Der „Ewli“ fungiert als Repräsentant des Guten, als spiritueller Lehrer und als Doppelgänger, der den Protagonisten in seinem Reifeprozess und bei der endgültigen Sinnfindung unterstützt.

Warum spielt die „Läuterung“ eine so zentrale Rolle?

Die Läuterung ist die Voraussetzung dafür, dass das Subjekt sich vom Bösen abwenden und in ein höheres, jenseitiges Dasein übergehen kann, was die moralische Entwicklung im Roman abschließt.

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Details

Title
Das Modell der "Wiedergeburt" zu "neuem Leben" in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Medien)
Course
Die fantastische Welt im Romanwerk Gustav Meyrinks
Grade
1
Author
Ralph Marko (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V48179
ISBN (eBook)
9783638449557
ISBN (Book)
9783638680110
Language
German
Tags
Modell Wiedergeburt Leben Paul Bussons Wiedergeburt Melchior Dronte Welt Romanwerk Gustav Meyrinks
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralph Marko (Author), 2005, Das Modell der "Wiedergeburt" zu "neuem Leben" in Paul Bussons Die Wiedergeburt des Melchior Dronte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48179
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