In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, wie sich urheberrechtliche Fragen bei der Nutzung digitaler Medien auf die Schulpraxis auswirken.
Um die Frage dieser Arbeit beantworten zu können, werden zunächst einige grundlegende Inhalte der Mediendidaktik vorgestellt, in denen die zentralen Elemente der Medienkompetenz und der Medienbildung herausgearbeitet werden, die für den Unterricht mit digitalen Medien entscheidend sind. Im anschließenden Kapitel wird das Themenfeld Urheberrecht und Lizenzen beschrieben. Hier wird zunächst auf die Probleme mit Urheberrechten im digitalen Raum eingegangen, welche den Einsatz digitaler Medien im Unterricht vor eine besondere Herausforderung stellen. Im Anschluss darauf werden die Konsequenzen, die sich beim Einsatz digitaler Medien im Deutschunterricht ergeben, transparent gemacht. In Anlehnung dazu werden im darauffolgenden Kapitel die Möglichkeiten und Herausforderungen digitaler Medien durch den Einsatz von Podcasts, Wikis und Google Docs im Deutschunterricht aufgezeigt werden, die besonders das Urheberrecht im Bildungsbereich Schule thematisieren.
Als nächstes werden die sogenannten Open Educational Resources (OER) vorgestellt und beschrieben, wie sie urheberrechtliche Unklarheiten beseitigen und den Unterricht bereichern können. In diesem Zusammenhang wird auf das Lizenzsystem der Creative Commons (CC) eingegangen, die standardisierte Lizenzverträge für die Nutzung von OER erlauben.
In Anlehnung darauf werden besonders die Vorteile und Hindernisse von OER aufgezeigt, die sowohl die Lehrkräften als auch die Schüler bei der Arbeit mit digitalen Medien im Unterricht betreffen.
Zum Schluss werden noch einmal die wichtigsten Befunde dieser Arbeit zu den urheberrechtlichen Fragen hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien im Deutschunterricht unter Berücksichtigung der damit verbundenen Herausforderungen und Möglichkeiten dargestellt, damit anschließend die zentrale Fragestellung eindeutig beantwortet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mediendidaktik
2.1 Was wird unter Medien verstanden
2.2 Medienkompetenz
2.3 Medienbildung
3. Urheberrecht und Lizenzen
3.1 Die Probleme mit Urheberrechten im digitalen Raum
3.2 Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für den Deutschunterricht?
3.3 Der Einsatz digitaler Medien im Deutschunterricht
3.3.1 Podcasts
3.3.2 Lernvideos
3.3.3 Wikis
3.3.4 Google Docs
4. Open Educational Resources
4.1 Was sind OER?
4.2 Das Lizenzsystem von Creative Commons
4.3 Vorteile und Hindernisse zur Nutzung von OER im Unterricht
5. Resümee und Ausblick zu OER
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich urheberrechtliche Anforderungen bei der Verwendung digitaler Medien auf die schulische Praxis im Fach Deutsch auswirken. Dabei wird analysiert, inwiefern Open Educational Resources (OER) als Lösungsansatz dienen können, um rechtliche Unsicherheiten zu mindern und die pädagogische Gestaltung des Unterrichts zu bereichern.
- Mediendidaktische Grundlagen und Bedeutung der Medienkompetenz
- Herausforderungen des Urheberrechts bei der Nutzung digitaler Medien im Unterricht
- Einsatzmöglichkeiten von Podcasts, Wikis, Lernvideos und Google Docs
- Konzept und Lizenzierung von Open Educational Resources (OER)
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Probleme mit Urheberrechten im digitalen Raum
„In sum, digitization has made unauthorized access and distribution of copyrighted work easy and ordinary (…). “ (Klein et al. 2016, 3)
Mit dieser kurzen Zusammenfassung bringen KLEIN ET AL. die urheberrechtlichen Konsequenzen seit dem Beginn der Digitalisierung auf den Punkt: Das Teilen und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken sind seit der Entstehung des Internets für jeden problemlos möglich geworden.
Wenn beispielsweise eine Lehrkraft für den Deutschunterricht eine Kopie von einem solchen Werk erstellt, nimmt diese einen rechtlichen Verstoß gegen das Urheberrecht in Kauf (vgl. Kleine/Rademacher 2011, 17). Doch gerade Lehrkräfte greifen bei der Unterrichtsvorbereitung auf eine Vielzahl solcher Werke zurück, so dass es sich als Schwierig gestaltet, gänzlich auf solche Werke zu verzichten. Im Gegensatz dazu wäre der Aufwand zu hoch, eine Vereinbarung mit den verschiedenen Urhebern dieser Werke zu treffen, da nicht selten für jede Unterrichtseinheit mehrere Werke genutzt werden (vgl. Muuß-Merholz 2008, 47).
Vertragliche Regelungen für Schulen kennzeichnen, dass die öffentliche Zugänglichmachung der betroffene Werke in einem für den Unterricht vorgesehenen Teilnehmerkreis von Schülern bestimmten Einschränkungen unterliegen, so dass für kleinere Werke nicht mehr als 12% des Gesamtumfangs genutzt werden dürfen, während der Umfang für das Abspielen von Film- und Musikstücken im Unterricht maximal 5 Minuten betragen darf (vgl. Deutscher Bibliotheksverband e.V. 2014, 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Einfluss digitaler Medien auf den Lebensalltag und die Schule und leitet die Fragestellung zur urheberrechtlichen Problematik bei deren Einsatz im Deutschunterricht her.
2. Mediendidaktik: Dieses Kapitel definiert mediendidaktische Begriffe und erarbeitet die Notwendigkeit von Medienkompetenz sowie Medienbildung für Lehrkräfte und Schüler im digitalen Wandel.
3. Urheberrecht und Lizenzen: Es wird die Komplexität des Urheberrechts im digitalen Raum aufgezeigt und der Einsatz spezifischer digitaler Werkzeuge im Deutschunterricht hinsichtlich rechtlicher Stolperfallen analysiert.
4. Open Educational Resources: Das Kapitel stellt OER als offene Bildungsmaterialien vor, erklärt das Creative-Commons-Lizenzsystem und diskutiert deren Chancen und Hürden für den Schulalltag.
5. Resümee und Ausblick zu OER: Die Arbeit fasst zusammen, dass OER einen wichtigen Ausweg aus urheberrechtlichen Unsicherheiten bieten, betont jedoch den weiteren Bedarf an zentralen Plattformen und Förderung im Bildungsbereich.
Schlüsselwörter
Digitale Medien, Mediendidaktik, Medienkompetenz, Urheberrecht, Deutschunterricht, Creative Commons, Open Educational Resources, OER, Lizenzrecht, Digitale Bildung, Schulische Praxis, Datenschutz, Medienbildung, Kooperatives Lernen, Lehr- und Lernmaterialien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, digitale Medien rechtssicher in den Deutschunterricht zu integrieren, ohne dabei urheberrechtliche Vorgaben zu verletzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Mediendidaktik, Urheberrecht im digitalen Raum, dem Einsatz spezifischer digitaler Werkzeuge (wie Podcasts oder Wikis) und dem Konzept der Open Educational Resources (OER).
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften aufzuzeigen, wie sie digitale Medien sinnvoll nutzen und gleichzeitig durch den Einsatz von OER die rechtliche Unsicherheit minimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, bildungspolitischen Beschlüssen (wie der KMK) und medienpädagogischen Ansätzen (u.a. nach Baacke) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert zunächst die mediendidaktischen Grundlagen und das Urheberrecht, erläutert konkrete Anwendungsmöglichkeiten digitaler Tools im Fach Deutsch und führt schließlich OER als Lösungskonzept ein.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, Urheberrecht, Deutschunterricht, OER und Creative Commons charakterisiert.
Warum ist die Nutzung von Podcasts und Wikis im Unterricht urheberrechtlich problematisch?
Bei der Erstellung und Veröffentlichung dieser Medien können unwissentlich geschützte Werke (Musik, Texte, Bilder) verwendet werden, was ohne entsprechende Lizenzierung oder Einhaltung von Schrankenbestimmungen gegen das Urheberrecht verstößt.
Was bedeutet der Begriff „Lizenzinkompatibilität“ im Kontext von OER?
Dies tritt auf, wenn zwei oder mehrere Werke aufgrund widersprüchlicher Lizenzbedingungen (z.B. unterschiedliche Auflagen wie NC oder ND) nicht rechtssicher miteinander kombiniert oder weiterverbreitet werden können.
- Arbeit zitieren
- Julien Dietrich (Autor:in), 2019, Die Bedeutung von Open Educational Resources (OER) in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/482049