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Die Auswirkungen der Centros / Überseering – Urteile des EuGH

Eine kritische Betrachtung der rechtlichen Anerkennung von europäischen Unternehmensformen in Deutschland - im Speziellen die englische „Limited“ - und deren Folgen, Rechte und Pflichten

Title: Die Auswirkungen der Centros / Überseering – Urteile des EuGH

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 30 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christina Pfleger (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Der Europäische Gerichtshof mit Sitz in Luxemburg hat sich in den letzten Jahren durch seine Rechtsprechung deutlich von der bis dato geltenden Sitztheorie abgewandt. Diese besagte, dass sich eine europäische Gesellschaftsform nur in ihrem Gründungsland niederlassen und auch nur hier die geltenden Regeln auf sie angewandt werden durften. Die Gründung einer Zweigniederlassung mit gleichzeitiger beschränkter Haftung in einem anderen Mitgliedsstaat der EU war unmöglich. Seit Verkündung der Centros- und Überseering Urteile im Jahr 1999 – spätestens jedoch mit dem 2003 veröffentlichten Inspire-Art-Urteil wurde der Weg frei hin zur Gründungstheorie. So steht es einer in einem Mitgliedsstaat gegründeten Kapitalgesellschaft frei, in einem anderen Mitgliedsstaat Europas eine Zweigniederlassung zu gründen, die dann auch dort volle Rechts- und Parteifähigkeit erhält. Besonders die englische „private limited company by shares“ – kurz Limited - wird in diesem Zusammenhang, aufgrund der fehlenden Mindestkapitalanforderung bei gleichzeitiger Haftungsbeschränkung sowie niedrigen Gründungskosten, erwähnt. Folglich zeichnete sich ein Trend von der deutschen GmbH weg – hin zur englischen Limited – was die Vielzahl der Neugründungen seit Verkündung der Urteile verdeutlichen. Diese Arbeit soll im folgenden Aufschluss über die in Deutschland noch recht unbekannte Gesellschaftsform bringen, vor allem aber auch die Problemfelder aufzeigen. Ein Vergleich mit der deutschen Kapitalgesellschaft „GmbH“ soll hier nur am Rande geschehen, da dieses Thema schon zu genüge dargestellt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Urteile des Europäischen Gerichtshofes

2.1 Centros - Urteil

2.2 Überseering - Urteil

2.3 Inspire Art - Urteil

3 Limited in Deutschland

3.1 Allgemeines

3.1.1 Gründung der Limited

3.1.2 Betriebsstätte in Deutschland

3.1.3 Organe der Limited

3.1.4 Besteuerung der Limited

3.2 Rechte der Limited

3.2.1 Rechtsfähigkeit

3.2.2 Parteifähigkeit

3.3 Pflichten der Limited

3.3.1 Offenlegungs- und Publizitätspflicht

3.3.2 Buchhaltungs- und Bilanzierungspflicht

3.3.3 Sonstige Pflichten

3.4 Problemfelder der Limited

3.4.1 Anteilsübertragung

3.4.2 Kreditwürdigkeit

3.4.3 Haftungsbegrenzung

3.4.4 Kapitalerhaltung

3.4.5 Limited im Insolvenzfall

3.5 Limited & Co. KG

4 Weitere mögliche Unternehmensformen

4.1 Französische SARL

4.2 Spanische SLNE

4.3 Irische Ltd.

5 Weitere Aussichten

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der richtungsweisenden EuGH-Rechtsprechung zur Niederlassungsfreiheit auf die Anerkennung der englischen „Limited“ in Deutschland. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Gesellschaftsform trotz ihrer Vorteile in der Praxis zu rechtlichen sowie operativen Herausforderungen führt und welche Risiken für deutsche Unternehmer bestehen.

  • Grundlegende EuGH-Rechtsprechung (Centros, Überseering, Inspire Art)
  • Rechte und Pflichten der englischen Limited in Deutschland
  • Analyse praktischer Problemfelder (Haftung, Kreditwürdigkeit, Insolvenz)
  • Vergleich der Limited mit weiteren europäischen Unternehmensformen
  • Zukünftige Entwicklungen im Gesellschaftsrecht

Auszug aus dem Buch

3.4.3 Haftungsbegrenzung

Alle Gründungsagenturen werben mit der Haftungsbeschränkung auf das eingezahlte Stammkapital der Gesellschaft. Zugegeben, die „shareholder“ der Gesellschaft haften tatsächlich grundsätzlich nur mit dem eingezahlten Teil bzw. der vereinbarten Haftungssumme, wenn dies ausdrücklich im Gesellschaftsvertrag vereinbart ist. Im Falle einer Löschung der Gesellschaft in England und weiterer Tätigkeit in Deutschland wird die Limited allerdings wie eine Personengesellschaft behandelt, was zu einer unbeschränkten und gesamtschuldnerischen Haftung der Teilhaber führt. Von der einfachen Löschung wird bei vielen Gründungsagenturen berichtet. Dies ist aber nur möglich, wenn jeder einzelne Gläubiger der Gesellschaft befriedigt wurde. Ansonsten kann dieser die Limited noch 20 Jahre nach deren Löschung „wieder beleben“.

Weiterhin kann der Geschäftsführer für seine Tätigkeiten haftbar gemacht werden, wenn diese nicht zum Wohl der Gesellschaft und der Gläubiger führen. So könnte man auch auf die Idee kommen, sich einen „Dummen“ als „director“ zu suchen. Dies führt aber auch nicht zum Erfolg, denn dann haftet der Strohmann neben den anstiftenden Anteilseignern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den durch EuGH-Urteile induzierten Wandel von der Sitz- zur Gründungstheorie und den daraus resultierenden Anstieg an Limited-Gründungen in Deutschland.

2 Grundlegende Urteile des Europäischen Gerichtshofes: Dieses Kapitel stellt die für die Niederlassungsfreiheit zentralen EuGH-Entscheidungen (Centros, Überseering, Inspire Art) dar, die den Weg für ausländische Unternehmensformen ebneten.

3 Limited in Deutschland: Es werden die Gründungsformalitäten, Rechte, Pflichten und steuerlichen Rahmenbedingungen der Limited sowie spezifische Problemfelder und die Limited & Co. KG detailliert analysiert.

4 Weitere mögliche Unternehmensformen: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über alternative europäische Rechtsformen wie die französische SARL, die spanische SLNE und die irische Ltd. im Kontext der europäischen Niederlassungsfreiheit.

5 Weitere Aussichten: Es wird der zukünftige Ausblick auf gesetzgeberische Anpassungen in Deutschland sowie erwartete Änderungen durch den neuen Companies Act diskutiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken der Limited für mittlere Unternehmen zusammen und betont die Notwendigkeit einer fachkundigen Beratung.

Schlüsselwörter

Limited, EuGH, Niederlassungsfreiheit, Gründungstheorie, Sitztheorie, Haftungsbeschränkung, Unternehmensformen, Gläubigerschutz, Handelsregister, Gesellschaftsrecht, Insolvenz, Limited & Co. KG, Stammkapital, Publizitätspflicht, England.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Anerkennung und die praktischen Auswirkungen der englischen Limited in Deutschland nach den einschlägigen Urteilen des Europäischen Gerichtshofes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Niederlassungsfreiheit, die Gründung und Verwaltung einer Limited in Deutschland, steuerliche Aspekte sowie die Haftungsrisiken für Gesellschafter und Geschäftsführer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Aufschluss über die noch relativ unbekannte Gesellschaftsform Limited zu geben und insbesondere die in der Praxis auftretenden Problemfelder für deutsche Gründer aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der EuGH-Rechtsprechung und einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Vor- und Nachteile dieser Unternehmensform.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtliche Ausgestaltung (Organe, Rechte, Pflichten), die steuerliche Einordnung, spezifische Insolvenz- und Haftungsrisiken sowie Vergleiche mit alternativen europäischen Rechtsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Niederlassungsfreiheit, Limited, Haftungsbegrenzung, Gläubigerschutz und Europäisches Gesellschaftsrecht.

Was besagt das Überseering-Urteil für die Limited?

Das Urteil stellt klar, dass einer korrekt im Gründungsland gegründeten Gesellschaft die Rechts- und Parteifähigkeit im Ausland nicht aufgrund einer Sitzverlegung entzogen werden darf.

Warum ist die Haftung bei der Limited ein kritisches Thema?

Obwohl mit Haftungsbegrenzung geworben wird, führen unzureichende Gründungsabwicklungen oder fehlerhafte Insolvenzprozesse oft zur persönlichen und gesamtschuldnerischen Haftung der Teilhaber.

Warum ist die „Null-Bilanz“ in England oft ein Trugschluss?

Eine Null-Bilanz kommt nicht in Betracht, wenn das Unternehmen tatsächlich Einkünfte erzielt; zudem bestehen in Deutschland eigene Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten, die zu Zusatzkosten führen.

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Details

Title
Die Auswirkungen der Centros / Überseering – Urteile des EuGH
Subtitle
Eine kritische Betrachtung der rechtlichen Anerkennung von europäischen Unternehmensformen in Deutschland - im Speziellen die englische „Limited“ - und deren Folgen, Rechte und Pflichten
College
University of Cooperative Education Mannheim  (Steuern u. Prüfungswesen)
Course
ABWL
Grade
2,3
Author
Christina Pfleger (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V48246
ISBN (eBook)
9783638450065
ISBN (Book)
9783638659277
Language
German
Tags
Auswirkungen Centros Urteile EuGH ABWL
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Pfleger (Author), 2005, Die Auswirkungen der Centros / Überseering – Urteile des EuGH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48246
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