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Avantgarde im Königreich Jugoslawien

Title: Avantgarde im Königreich Jugoslawien

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Heberling (Author)

Russian / Slavic Languages
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Nach dem Ende des I. Weltkrieges entwickelte sich in dem neu gegründeten Königreich Jugoslawien eine neue jugoslawische Literatur. Durch die traumatischen Erlebnisse des Krieges beeindruckt sahen viele junge Künstler die Notwendigkeit einer neuen Kunstrichtung. Sie suchten nach einer Möglichkeit, die Sinnlosigkeit des Krieges und das Leben nach dem Krieg im Alltag auszudrücken. Die Manifeste der neuen literarischen Bewegungen der Avantgarde, die ganz Europa überfluteten, wurden von den jungen Künstlern dankbar angenommen. Die Gemeinsamkeit dieser Bewegungen lag in der Forderung nach einem Bruch mit der Tradition sowie deren sehr theoriebetonten Auftreten. Das Hauptanliegen der Avantgardisten war die Überwindung der Barriere zwischen Kunst und Leben.
Die ersten avantgardistischen Versuche tauchten in den Regionen des ehemaligen österreichisch-ungarischen Staates auf. So erschien bereits 1909 ein Aufsatz in der Zeitschrift „Ljublanski zvon“ über den Futurismus und Marinetti’s Schule. 1913 präsentierte Dimitrije Mitrinović in der Zeitschrift „Bosanska Vila“ seine stark an den deutschen Expressionismus und den italienischen Futurismus angelehnte Idee einer neuen Kunst. Es entstanden eine Reihe kurzlebiger Zeitschriften wie „Savremenik“, in der unter anderem Miroslav Krleža einige Werke veröffentlichte. Die erste Avantgarde-Zeitschrift war die Zeitschrift „Svetokret: List za ekspediciju na severni pol ljudskog duha“1, veröffentlicht von dem späteren Mitbegründer des Zenitismus Ve Poljanski. In Anlehnung an die deutsche Zeitschrift „Der Sturm“ wurde von 1917 bis 1918 die Zeitschrift „Vijavica“ und 1919 der „Juriš“ veröffentlicht. Miroslav Krleža veröffentlichte 1919 mit August Cesarec die Zeitschrift „Plamen“2.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit einem eher unbekannten Teil der Avantgarde. Sie soll einen Überblick verschaffen, über die avant-gardistischen Strömungen im damaligen Königreich Jugoslawien. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bewegung der Zenitisten, die zunächst in Zagreb und später in Belgrad agierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Expressionismus

3 Zenitismus

3.1 Manifeste

3.1.1 Poljanski’s Manifest

3.1.2 „Die zenitistische neue Kunst“

3.1.3 Manifest des Zenitismus

3.2 Die Zeitschrift „Zenit“

3.3 Zenitisten im europäischen Kontext

4 Der Dadaismus in Jugoslawien

4.1 Die Zeitschriften

4.2 Dadaismus

5 Sumatraismus

6 Surrealismus

6.1 Entstehung des Surrealismus

6.2 Manifeste

6.3 Die Zeitschriften

7 Zusammenfassung

9 Appendix

9.1 Gedicht: Taba Zyklon II

9.2 Gedicht: Sumatra

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die avantgardistischen literarischen und künstlerischen Strömungen im Königreich Jugoslawien zwischen den beiden Weltkriegen, mit einem besonderen Fokus auf die Vernetzung dieser Bewegungen mit europäischen Avantgarden und den spezifischen nationalen Ausprägungen.

  • Die Bewegung des Zenitismus und seine Manifeste.
  • Die Ausprägung des Dadaismus in Jugoslawien.
  • Der Sumatraismus als individuelle künstlerische Strömung von Miloš Crnjanski.
  • Die Entstehung und Entwicklung des Surrealismus in Belgrad.
  • Die Rolle von Zeitschriften als Plattformen für den künstlerischen Diskurs.

Auszug aus dem Buch

3.1 Manifeste

Der Begriff Zenit beschreibt eine Richtungsangabe, die eine Art Gegenpol zur Erde darstellt. Nach Ljubomir Micić können die Erde und der Zenit nur durch den Menschen und den Zenitismus, also dem zenitistischen Menschen verknüpft werden. Aus Jo Klek’s Darstellung einer „zenitistischen Konstruktion“ von 1923 wird deutlich, welche Rolle der Zenitismus aus der Sicht der Zenitisten spielte. Der Zenitismus ist die Einstellung, die es einem Menschen ermöglicht, von der Erde in den Zenit aufzusteigen. Eine Voraussetzung des Zenitismus wird ersichtlich bei der Betrachtung des Sockels. Offensichtlich ist der Ausgangspunkt auf der Erde in Richtung des Zenits auf dem Balkan zu finden. In dem, zentral positionierten Halbkreis, findet sich der Name des Zenitisten-Oberhauptes Ljubomir Micić wieder, der die Verbindung zwischen Balkan und Zenit darstellt.

In einer Reihe von Manifesten versuchten die Zenitisten ihre Forderungen nach einer neuen Kunst bzw. nach einem neuen Menschen auszudrücken. In den Manifesten wird erläutert, warum Zenitismus notwendig ist (Micić und Poljanski), wie die Kunst des Zenitismus auszusehen hat (Mikac) und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um als Zenitist bzw. Künstler im Sinne des Zenitismus anerkannt zu werden (Micić).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der neuen jugoslawischen Literatur nach dem Ersten Weltkrieg und das Bestreben junger Künstler, die Barriere zwischen Kunst und Leben durch avantgardistische Strömungen zu überwinden.

2 Expressionismus: Dieses Kapitel beschreibt die Gründung der Gruppe „Alfa“ in Belgrad und die Rolle des Expressionismus bei der Bewältigung der Kriegstraumata und der nationalen Identitätsfindung.

3 Zenitismus: Das Kapitel behandelt die zentrale Figur Ljubomir Micić, die ideologische Ausrichtung des Zenitismus als Verbindung von Balkan und Zenit sowie die Bedeutung der Zeitschrift „Zenit“ als internationales Organ.

4 Der Dadaismus in Jugoslawien: Hier wird das Wirken von Dragan Aleksić und seine Interpretation des Dadaismus als Instrument der Provokation und Dekonstruktion innerhalb der jugoslawischen Kultur beleuchtet.

5 Sumatraismus: Das Kapitel fokussiert auf Miloš Crnjanski und seine Suche nach einer utopischen Welt, die sich durch eine eigene poetische Sensitivität von anderen Avantgarden absetzte.

6 Surrealismus: Es wird die Entstehung der surrealistischen Gruppe in Belgrad unter Marko Ristić und Dušan Matić sowie deren enge Verbindung zum französischen Surrealismus dargestellt.

7 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die jugoslawische Avantgarde stark westeuropäisch orientiert und international vernetzt war, jedoch durch spezifische lokale Barbarei-Konzepte oder individuelle Ansätze wie den Zenitismus eigene Akzente setzte.

9 Appendix: Der Anhang enthält repräsentative literarische Beispiele, darunter das dadaistische Gedicht „Taba Zyklon II“ und Crnjanskis „Sumatra“.

Schlüsselwörter

Avantgarde, Zenitismus, Dadaismus, Surrealismus, Sumatraismus, Jugoslawien, Literatur, Manifeste, Zeitschrift, Ljubomir Micić, Dragan Aleksić, Miloš Crnjanski, Moderne, Balkanisierung, Dekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht verschiedene avantgardistische Strömungen im Königreich Jugoslawien zwischen den zwei Weltkriegen und analysiert deren inhaltliche Ziele sowie ihre internationale Vernetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bewegungen Zenitismus, Dadaismus, Sumatraismus und Surrealismus sowie deren spezifischer Ausprägung in den kulturellen Zentren Zagreb und Belgrad.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über diese eher unbekannten avantgardistischen Strömungen zu verschaffen und aufzuzeigen, wie diese Künstler versuchten, die Barriere zwischen Kunst und Leben zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Manifesten, Zeitschriftenpublikationen und der Fachliteratur über die serbische und jugoslawische Avantgarde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung einzelner Bewegungen, ihrer Hauptfiguren, ihrer Publikationsorgane und ihrer philosophischen bzw. künstlerischen Manifeste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Avantgarde, Zenitismus, Dadaismus, Surrealismus, Sumatraismus und die Vernetzung jugoslawischer Kunst mit westeuropäischen Einflüssen.

Welche Rolle spielte die Zeitschrift „Zenit“ für die Bewegung?

„Zenit“ diente Ljubomir Micić über sechs Jahre hinweg als zentrale Plattform für seine Auseinandersetzungen mit anderen Künstlern und als Medium, um den Zenitismus international zu positionieren.

Inwiefern unterschied sich der Dadaismus von anderen Bewegungen?

Die Dadaisten in Jugoslawien setzten im Gegensatz zu den Zenitisten weniger auf ideologischen Hass, sondern auf Ironie, Montage und die radikale Dekonstruktion der Sprache.

Was zeichnet den „Sumatraismus“ von Miloš Crnjanski aus?

Der Sumatraismus basiert auf der Idee einer utopischen Welt und einer spezifischen „poetischen Sensitivität“, die aus der Erfahrung des Ersten Weltkriegs erwuchs.

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Details

Title
Avantgarde im Königreich Jugoslawien
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Slavisti/Lotman-Institut)
Course
Russische Avantgarde im europäischen Kontext
Grade
1,0
Author
Stefanie Heberling (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V48255
ISBN (eBook)
9783638450133
ISBN (Book)
9783640623785
Language
German
Tags
Avantgarde Königreich Jugoslawien Avantgarde Kontext Slavistik Slawistik Literaturwissenschaft Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Heberling (Author), 2005, Avantgarde im Königreich Jugoslawien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48255
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