Indikationen und Techniken der Gestalttherapie bei Kindern und Jugendlichen


Hausarbeit, 2005

18 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen
2.1 Entwicklung und Verbreitung der Gestalttherapie
2.2 Definitionen
2.2.1 Gestalt
2.2.2 Gestalttherapie und ihre Wirkungsweise

3. Techniken
3.1 Spezielle Rahmenvorgaben
3.2 Vorstellung der therapeutischen Techniken
3.2.1 Phantasiearbeit
3.2.2 Traumarbeit
3.2.3 Einsatz von kreativen Medien
3.2.4 Der „leere Stuhl“/ Topdog und Underdog
3.2.5 Rollenspiel
3.2.6 Rollentausch oder Menodrama
3.2.7 Märchenarbeit
3.2.8 Klangerzeugung

4. Indikation
4.1 Zielgruppe und Behandlungsstil
4.2 Spezifische Verhaltensweisen
4.2.1 Aggression
4.2.2 Wut
4.2.3 Hyperaktivität
4.2.4 Introvertierte, in sich gekehrte und ängstliche Kinder
4.2.5 Stresssituationen und traumatische Erlebnisse
4.2.6 Körperliche Symptome
4.2.7 Einzelgänger
4.2.8 Mangelnde Ich- Entwicklung und Autismus

5. Schluss und Anspruch an die soziale Arbeit

6. Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

Erwachsene verbinden mit Kindern gerne Unbeschwertheit und Fröhlichkeit. Unsicherheit, Verzweiflung, Arbeits- und Lernstörungen, Depressionen, Ängste und Suchtkrankheiten werden nur Erwachsenen zugestanden. Doch auch schon Kinder und Jugendliche können unter solchen Schwierigkeiten leiden.

Kinder haben eine Entwicklung mit dicht gedrängten Reifungsaufgaben zu bewältigen, die oft mit krisenhaften Zuständen verbunden sein können. Kinder und Jugendliche sind besonders sensible Menschen, welche sich mitten im Entwicklungsprozess befinden. „Darüber hinaus gibt es nie mehr später im Leben des Menschen so viel Neues, das fasziniert, ängstigt und belastet, dennoch aber bewältigt und angeeignet werden muss, wie in den ersten 15 Lebensjahren.“[1] Von seinem Umfeld muss das Kind in seiner Einzigartigkeit und Personalität gesehen werden. Es muss beachtet werden, dass das Kind in verschiedenen Systemen lebt und so muss eine ganzheitliche Betrachtung des Kindes auch Einflüsse von Familie, Verwandtschaft, Freundeskreis, Arbeitswelt, Politik, Kultur usw. berücksichtigen. Das Kind ist ein Körper-Seele-Geist-Wesen und Forschende und Handelnde, die von einem der Wirklichkeit entsprechenden ganzheitlichen Menschbild ausgehen, müssen somatische, psychische und geistige Strukturen bzw. Prozesse berücksichtigen. Ist dies nicht der Fall, so ist es nicht verwunderlich, dass auch Kinder Störungen entwickeln, die sie in ihrer Entwicklung erleben, wiedergeben oder verstärken...“ Oft ziehen sie sich auf Grund der hohen Überforderung zurück, werden „ auffällig, Schulleistungen lassen nach, (...) sie werden kontaktunfähig, aufmerksamkeitsgestört oder aggressiv.[2]

Diese ganzen Verhaltensweisen sind als Widerstand der Kinder anzusehen- manche tun es still, andere laut. Manche treten ihren Eltern auch einfach vors Schienbein, andere werden weinerlich und manche machen bei der Erziehung ihrer Eltern einfach nicht mehr mit. Entwicklungsstillstand oder Verzögerung sind die Folge.

Therapie kann hier nach meiner Meinung eine Möglichkeit sein mit sich selbst als auch mit anderen so umzugehen, dass wir unnötiges Leid vermeiden und darüber hinaus auch Zufriedenheit erreichen.

Neben anderen Therapieformen wie z.B. der Gesprächspsychoanalyse oder der Verhaltenstherapie bietet die Gestalttherapie die Möglichkeit unser Leben durch Ausweitung unseres Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten zu bereichern.[3] Noch vor 20 Jahren ist dieser Therapiezweig noch eher skeptisch betrachtet worden. Ein Interessenschub an den erlebnisorientierten Verfahren, speziell an der Gestalttherapie, kam dann durch die Emotions- und durch die neurobiologische Forschung auf.[4]

Auf Grund der Kürze dieser Arbeit möchte ich hier aber nur den Fragen nachgehen, für welche Kinder, mit welchen Störungen und Krankheitsbildern die Gestalttherapie überhaupt für als hilfreich und sinnvoll erachtet wird und mit welchen Techniken die Gestalttherapeuten hier versuchen ihre Ziele zu erreichen.

2.Grundlagen der Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen

2.1 Entwicklung und Verbreitung der Gestalttherapie

Die klassische Gestalttherapie wurde in den 40er Jahren von dem Psychiater und Psychoanalytiker Fritz Perls (1893- 1970) zusammen mit der Gestaltpsychologin und Psychoanalytikerin Laura Perls und dem Sozialphilosophen Paul Goodman in Südafrika entwickelt, als sie die dentale Entwicklung des Säuglings betrachteten.[5] Die „offizielle Taufe“ der Gestalttherapie erfolgte 1951 in New York. Zum ersten Mal wurde Gestalttherapie als eigenständige, psychotherapeutische Schule in der Veröffentlichung von „Gestalt Therapie“ vorgestellt.[6] Insbesondere Hilarison Petzold trug dazu bei, dass die Gestalttherapie auch in Europa bekannt wurde. Dieser förderte die methodische Weiterentwicklung der Gestalttherapie zur integrativen Therapie. In den siebziger Jahren wurde dieser Ansatz auch in Deutschland als anerkanntes Therapieverfahren anerkannt. [7] Von u.a. Violet Oaklander wurde die Gestalttherapie für Kinder und Jugendliche adaptiert.[8] Über die Jahre hat sich eine starke Zunahme von Büchern und Artikeln über Gestalttherapie bis hin zu akademischen Zeitschriften verzeichnet.[9]

2.2 Definitionen

2.2.1 Gestalt

Das Wort „Gestalt“ kommt aus dem Deutschen und wird in der ganzen Welt verwendet, da die anderen Sprachen dafür kein Äquivalent besitzen. Gestalten heißt soviel wie „eine Form geben“, „ein (organisiertes) Ganzes oder Konfiguration.[10]

2.2.2 Gestalttherapie und ihre Wirkungsweise

Genau wie die Psychoanalyse ist die Gestalttherapie ein tiefenpsychologisch begründetes Verfahren, d.h. man denkt, dass unser Erleben und Verhalten auch von Kräften beeinflusst wird, die uns nicht bewusst sind. Wo die Psychoanalyse von „unbewussten Konflikten“ spricht, verwendet die Gestalttherapie eher die Bezeichnung „unerledigte Geschäfte“ für Probleme oder Aufgaben, welche in der Vergangenheit nicht abgeschlossen und somit nicht vergessen werden konnten.[11] „Das Unerledigte wirkt wie eine Kraft, die uns in unserem gegenwärtigen Erleben stört und somit neue Erfahrungen beeinträchtigt werden.“[12]

[...]


[1].Link/ Wieczorek, 1994, S.9

[2] Vgl.Ebenda, 1994, S.9

[3] Vgl. Dinslage, 1995, S. 7

[4] Vgl. Hartmann, 2004, S. V (Vorwort)

[5] Vgl. Fuhr/ Gremmler- Fuhr/ Sreckovic, 1999,S. 953

[6] Vgl. Beaumont, 1986, S.30f

[7] Vgl. Ebenda, S. 30f

[8] Vgl. Gontard, 2003, S. 36

[9] Vgl. Simkin. 1994, S. 17

[10] Vgl. Hochgerner, 2004, S.101

[11] Vgl. Hochgerner, 2004, S.105

[12] Hochgerner,2004, S.105

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Indikationen und Techniken der Gestalttherapie bei Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Note
1,4
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V48299
ISBN (eBook)
9783638450454
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Indikationen, Techniken, Gestalttherapie, Kindern, Jugendlichen
Arbeit zitieren
Melanie Durst (Autor:in), 2005, Indikationen und Techniken der Gestalttherapie bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48299

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