Entsorgungslogistik als unternehmensübergreifendes Konzept. Ein Überblick mit Beispielen


Hausarbeit, 2002

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Heutige Ausgangssituation in der Industrie
1.2 Zielsetzung

2 2 Entsorgungslogistik
2.1 Begriffliche Einordnung und Definition
2.2 Objekte der Entsorgungslogistik
2.3 Entsorgungslogistische Ziele und Aufgaben

3 Entsorgungslogistik in der Industrie
3.1 Organisation
3.2 Verrichtungsspezifische Subsysteme der Entsorgungslogistik
3.3 Auftragsabwicklung
3.3.1 Lager und Lagerhaltung
3.3.2 Verpackung
3.3.3 Transport
3.3.4 Sammlung und Trennung
3.4 Technische Umsetzung entsorgungslogistischer Aufgaben
3.4.1 Sammeltechnik
3.4.2 Transport- und Fördermittel
3.5 Entsorgungslogistische Konzeption
3.5.1 Erstellung eines entsorgungslogistischen Konzepts
3.5.2 Das Entsorgungskonzept ELOG bei der Audi Hungaria Motor Kft
3.5.3 Das entsorgungslogistische Konzept der Condor Cargo Technik

4 Zusammenfassung und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Vereinfachte Darstellung des Strukturwandels

2 Objekte der Entsorgungslogistik

3 Vorteile der organisatorischen Eingliederung der Entsorgungslogistik in den Bereichen Umweltschutz und Logistik

4 Prozesse der Entsorgungslogistik und die durch sie bewirkten Reststofftransformationen

5 Verantwortlichkeit der Sammlung von Abfällen in Industrieun- ternehmen

6 Erstellung eines entsorgungslogistischen Konzepts

7 Anfallstellen für Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle

1 Einleitung

1.1 Heutige Ausgangssituation in der Industrie

Die Knappheit natürlicher Ressourcen sowie das steigende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung hat zur verstärkten Entwicklung des Umweltschutzes geführt. Die Auswirkungen auf die Unternehmen in unserer Volkswirtschaft sind vielfältig. Da Umweltschutz kein primäres betriebswirtschaftliches Ziel ist, hat der Gesetzgeber zahlreiche umweltpolitische Regelungen getroffen. Umweltauflagen und Umweltabgaben, wie die Erhöhung der Mineralölsteuer, haben zum Anstieg der Logistikkosten geführt. Anreize in Form von Subventionen für umweltschonende Maßnahmen können aber auch zu Kostensenkungen und Wettbewerbsvorteilen führen. Die vom Gesetzgeber vorgegebenen ökologischen Richtlinien haben großen Einfluss auf die unternehmerische Logistikkonzeption. Die Entsorgung der Produktionsrückstände, Produktverantwortung sowie die Gewinnung von Sekundärrohstoffen sind die neuen entsorgungslogistischen Herausforderungen. Eine bedeutende gesetzliche Regelung für die Entsorgung von Rückständen bildet das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) vom 27.09.1994.

1.2 Zielsetzung

In dieser Hausarbeit soll der Bereich der industriellen Entsorgungslogistik näher untersucht und eingeordnet werden. Das Gebiet der kommunalen Entsorgungslogistik wird nicht behandelt. Die Aufgaben, Ziele und Objekte der Entsorgungslogistik sollen deren unternehmensübergreifenden Charakter verdeutlichen. An zwei Beispielen aus der Industrie wird die Umsetzung entsorgungslogistischer Konzepte dargestellt.

2. 2 Entsorgungslogistik

2.1 Begriffliche Einordnung und Definition

Der Logistik-Begriff wird in der militärischen Welt schon seit langem mit der Ver- und Entsorgung der Streitkräfte sowie Truppenbewegungen im Feld verbunden. Der griechische Wortstamm „logos“ wird mit Wort, Verstand, Rechnung übersetzt.

Bis in die Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die betriebswirtschaftliche Logistik charakterisiert durch das Konzept der Versorgungslogistik. Betrachtet wurden deren klassische Aufgabenbereiche Beschaffung, Produktion und Distribution. Der drohende Entsorgungsinfarkt sowie das wachsende Umweltbewusstsein der Öffentlichkeit zwangen dazu, die Logistik konzeptionell um den Teilbereich der Entsorgungs-Logistik zu erweitern. Damit wurde die versorgungsorientierte Logistikkette zu einer Kreislauflogistik ergänzt, und das bisher lineare System der Güterherstellung vom Erzeuger zum Verbraucher durch ein zyklisches System ersetzt. Von dieser neuen Qualität der Wirtschaft als Kreislaufwirtschaft wird gegenwärtig das Logistikkonzept bestimmt (siehe Abb. 1). Da die Entsorgungslogistik ein Subsystem der kreislauforientierten Logistik darstellt, sollte sie stets unter Beachtung der „Gesamtkonzeption der Logistik“, dem System-, Gesamtkosten-, Service- und Effizienzdenken betrachtet werden.

Der Entsorgungsbegriff wird für die Abfallbeseitigung (Entsorgung im engeren Sinne) sowie die Abfallbeseitigung und das Recycling (Entsorgung im weiteren Sinne) verwendet. Der Gesetzgeber verwendet im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz vom 27. 9.1994 die erweiterte Begriffsdefinition. Darin heißt es in § 3 Abs. 7: „Abfallentsorgung umfasst die Verwertung und Beseitigung von Abfällen“. Die Priorität der Verwertung wird in § 5 Abs. 2 folgendermaßen zum Ausdruck gebracht:

„Soweit sich aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, hat die Verwertung von Abfällen Vorrang vor der Beseitigung.“. Verwendet man den erweiterten Entsorgungsbegriff, so gelangt man zu folgender Definition. Die Entsorgungslogistik kann man definieren: „... als die Anwendung der Logistikkonzeption auf Rückstände, um mit allen Tätigkeiten der raum-zeitlichen Transformation, einschließlich der Mengen- und Sortenänderung, einen ökonomisch und ökologisch effizienten Rückstandsfluss zu gestalten.“.

Abb. 1: Vereinfachte Darstellung des Strukturwandels

Anhand der Objekte der Entsorgungslogistik und deren Flussrichtung kann man diese deutlich von der Beschaffungs-, Produktions-, und Distributionslogistik abgrenzen.

2.2 Objekte der Entsorgungslogistik

Die Entsorgungsobjekte werden in der Literatur nicht einheitlich bezeichnet. Reststoff, Rückstand sowie Abfall werden gleichbedeutend benutzt. Das Output von Unternehmen kann man in Zielprodukte und Rückstände unterteilen. Zielprodukte dienen dem Sachzweck der Unternehmen und sind die Objekte der Versorgungslogistik. Objekte der Entsorgungslogistik sind die Rückstände, welche auch als Kuppelprodukte bezeichnet werden. Diese entstehen als unerwünschte Nebenprodukte im Produktions-, Distributions- sowie Konsumtionsprozess und müssen räumlich-zeitlich transformiert werden. Abb. 2 gibt einen Überblick über das Output der Unternehmen unter dem Gesichtspunkt der Wiedereinsetzbarkeit. Eine wertorientierte Einteilung der Rückstände erfolgt in recycelbare Rückstände und Rückstände zur Beseitigung.

Abb. 2: Objekte der Entsorgungslogistik

2.3 Entsorgungslogistische Ziele und Aufgaben

Die Entsorgungslogistik verfolgt ökonomische sowie ökologische Ziele.

Die ökonomischen Ziele bestehen in der Senkung der Logistikkosten und der Verbesserung des Serviceniveaus. Die Logistikkosten der Entsorgung setzen sich dabei vorwiegend aus Lagerungs-, Transport- und Trennungskosten der Rückstände zusammen. Trennungskosten entstehen im Hinblick auf ein Recycling oder eine fachgerechte Beseitigung.

Das Serviceziel bezieht sich auf die anforderungsgerechte Abnahme der Rückstände an den Anfallstellen (Quelle) der Produktion sowie der art-, mengen-, raum- und zeitgenauen Zuführung der Sekundärrohstoffe an die Wiedereinsatzquellen

(Senke).

Das ökologische Ziel beinhaltet die Schonung natürlicher Ressourcen und die Verminderung von Emissionen entsorgungslogistischer Abläufe.

Ein Zielkonflikt entsteht zum Beispiel dann, wenn die Rückgewinnung eines Sekundärrohstoffes technisch möglich ist sowie umweltentlastend wirkt, aber die entsorgungslogistischen Kosten aufgrund ihrer Höhe durch die erzielbaren Marktpreise nicht mehr abgedeckt werden können. Auf Grund ihrer Querschnittsfunktion sind die Aufgaben der Entsorgungslogistik sehr komplex. Die Gestaltung des entsorgungslogistischen Systems erfordert die Abstimmung mit allen anderen Funktionsbereichen des Unternehmens (vgl. Kapitel 3.2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Entsorgungslogistik als unternehmensübergreifendes Konzept. Ein Überblick mit Beispielen
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main  (Wirtschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V4830
ISBN (eBook)
9783638129503
ISBN (Buch)
9783638686648
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entsorgungslogistik, Konzept, Beispielen
Arbeit zitieren
Lutz Gaudig (Autor), 2002, Entsorgungslogistik als unternehmensübergreifendes Konzept. Ein Überblick mit Beispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4830

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